Der BGH hat unter dem Aktenzeichen XII ZR 148/09 entschieden, dass Kinder für den Unterhalt und die Pflege kranker Eltern aufkommen müssen. Die Eltern haben auch dann einen Anspruch auf Unterhalt gegen ihre Kiinder, wenn sie diese wegen einer schweren Krankheit nicht vernünftig versorgen konnten.  Kinder sind also verpflichtet, bedürftige Eltern zu unterstützen.

Der Fall: Ein 48 jährige Mann hatte sich geweigert für seine Mutter unterhalt zu zahlen. Die Stadt war in Vorleistung getreten und forderte rückwirkend die Sozialhilfe zurück. Der Mann hatte sich geweigert, wel er als Kind von der Mutter wegen ihrer schweren Psychose nie gut behandelt worden sei.  Die jahrzehntelang psychisch kranke Frau war ab 2005 in einem Pflegeheim untergebracht gewesen und hatte wegen einer Psychose ihre Kinder nur zeitweise richtig versorgen können. Der Sohn argumentierte deshalb, der Unterhaltsanspruch sei verwirkt. Die Richter des BGH lehnten dies aber ab. Es gebe keine ausreichende Gründe für eine Verwirkung. Die Mutter treffe keine Schuld an ihrer Erkrankung. Der Sohn könne sich deshalb nicht darauf berufen, sie sei verantwortlich für seine Kindheit und habe daher keinen Unterhaltsanspruch mehr, auch wenn die Kindheit traumatisch gewesen sei. Der Sohn hatte angeführt, die Mutter habe unter Waschzwang gelitten und die Kinder zwangsgebadet, deren Kleider zerschnitten und sei lange Zeit im Krankenhaus und für die Kinder nicht vorhanden gewesen. Diese Krankheit sei aber eine schicksalhafte Entwicklung gewesen, argumentierte der BGH.