Wer kann einen Sonderbedarf im Rahmen der Grundsicherung geltend machen?

Gem. § 28 Abs. 1 S. 2 SGB XII ist der Regelbedarf abweichend von den Regelsätzen zu bemessen, sofern dies nach den Besonderheiten des Einzelfalls geboten ist. Das bedeutet, dass diese Regelung für besondere Härtefälle greift. Beispiele könnten sein: atypischer Wäschebedarf bei Inkontinenz, Zusatzzahlungen bei alten Menschen für "Essen auf Rädern", ungewöhnliche Krankheitskosten, wenn sie nicht von der Krankenkasse übernommen werden.

Einmalige Bedarfe

Vom Sonderbedarf sind die einmaligen Bedarfe abzugrenzen. Neben dem sogenannten Regelbedarf und den Mehrbedarfen stehen die einmaligen Bedarfe, auch Sonderbedarfe genannt. Sie sind eine Ergänzung der Regelbedarfe. Die Berechnungsgrundlage der Regelbedarfe sind die durchschnittlichen Verbrauchsausgaben einkommensschwacher Haushalte. Sie können also nur Bedarfe abdecken, die sich aus „normalen“ Lebenssituationen ergeben. Die finanziellen Folgen von besonderen Ereignissen kann man hingegen nicht pauschalieren, da sie sich nur selten ereignen vor und sich in durchschnittlichen Verbrauchsausgaben nicht messbar niederschlagen. Dennoch führen solche besonderen Lebenssituationen zu hohen Ausgaben. Deshalb hat der Gesetzgeber in den folgenden drei besonderen Situationen einmalige Bedarfe anerkannt, die zusätzlich zu den Regebedarfen gezahlt werden: - Erstausstattungen für die Wohnung einschließlich Haushaltsgeräten (z.B. bei Verlust der Haushaltsgegenstände durch einen Wohnungsbrand, wenn keine Hausratversicherung vorhanden ist, die den Schaden ersetzen könnte); - Erstausstattungen für Bekleidung und Erstausstattungen bei Schwangerschaft und Geburt (z.B. Kinderwagen und Babyausstattung); - Anschaffung und Reparaturen von orthopädischen Schuhen, Reparaturen von therapeutischen Geräten und Ausrüstung sowie Miete von therapeutischen Geräten

Erst beantragen, dann kaufen

Bei den einmaligen Bedarfen gibt es meist eine pauschale Zahlung. Die entsprechenden Leistungen müssen vorher beantragt werden. Wer also erst einkauft und dann mit der Rechnung zum Sozialamt geht, wird die Ausgaben nicht ersetzt bekommen.

Auch für Menschen mit geringem Einkommen

Diese einmaligen Leistungen müssen auch gewährt werden, wenn die oder der Leistungsberechtigte zwar keine laufenden Leistungen zum Lebensunterhalt benötigt beziehungsweise erhält, der Bedarf für die einmalige Leistung jedoch nicht aus eigener Kraft bestritten werden kann, also bei Personen mit nur geringem Einkommen, das nur wenig höher als der Sozialhilfesatz ist.