Gem. § 29 Abs. 1 S. 1 SGB XII sind laufende Leistungen für Unterkunft, Heizung uns sonstige unterkunftsbezogene Nebenkosten in Höhe der tatsächlichen Aufwendungen jeden Monat zusätzlich zum Regelsatz zu gewähren.

Die Kosten für Strom, Gas, Warmwasser, Kaltwasser, Müllabfuhr, Kabelfernsehen, gehören nicht zu diesen unterkunftsbezogenen Nebenkosten; sie werden vom Regelsatz bereits erfasst.

Miete

Regelmäßig gehört zum notwendigen Lebensunterhalt eine Wohnung. Folglich sind die Kosten für eine Wohnung, zusammen mit den Heizkosten, der zweite zentrale Bedarf in der Hilfe zum Lebensunterhalt. Hierfür gibt es im Unterschied zu den Regelbedarfsstufen grundsätzlich (Ausnahmen sind möglich, s.u.) keine pauschalierten Beträge. Der Grund liegt in den großen Unterschieden in den Miethöhen zwischen größeren und kleineren Städten in Deutschland, aber auch in den Unterschieden zwischen Ballungsräumen und ländlichen Regionen.

Bei einer Mietwohnung wird die anfallende Miete jedoch nicht unbegrenzt übernommen. Es gilt die Angemessenheitsgrenze. Diese legt jeder Sozialhilfeträger für seinen Zuständigkeitsbereich fest. Dabei wird das durchschnittliche Mietpreisniveau ebenso zu berücksichtigt wie die angemessene Wohnungsgröße, die Ausstattung der Wohnungen und vor allem auch die Verfügbarkeit von Wohnungen, die nach diesen Kriterien als angemessen gelten.

Heizkosten

Für die Heizkosten gilt, dass die monatlichen Vorauszahlungen für die Heizenergie beziehungsweise die jährlichen Kosten auf der Grundlage einer Abrechnung übernommen werden, wenn sie angemessen sind. Eine Pauschalierung gibt es hier also ebenfalls nicht. Es werden die durchschnittlichen Preise je Verbrauchseinheit der Heizenergieart (also z.B. Heizöl, Erdgas, Holz oder auch Strom und Fernwärme) berücksichtigt, ferner der bauliche Zustand der Wohnung, insbesondere deren Wärmeisolierung.

Warmwasser

Die angemessenen Kosten für Warmwasser werden vom Sozialhilfeträger zusätzlich übernommen, wenn dieses zentral bereit gestellt wird, also über die Heizungsanlage für alle Wohnungen eines Hauses, oder das Warmwasser über eine Fernwärmeversorgung bereit gestellt wird.

Wird das Warmwasser durch Boiler oder Durchlauferhitzer in der Wohnung erzeugt, wird ein Mehrbedarf anerkannt.

Wohnungseigentum

Die Kosten für die Unterkunft werden nicht nur für eine Mietwohnung übernommen, sondern auch für ein Eigenheim oder eine Eigentumswohnung (selbstgenutztes Haus oder Wohnungseigentum). Es werden jedoch nur die laufenden Kosten berücksichtigt, nicht aber Tilgungsraten. Das folgt daraus, dass mit jeder Tilgungsrate das Vermögen des Eigentümers wächst. Entschuldung und damit Vermögensaufbau ist keine Aufgabe der Sozialhilfe.

Bei Wohneigentum kommt es auf dessen Wert an, also des Wohnhauses oder der Eigentumswohnung und dem dazu gehörigen Grund. Wohneigentum von hohem Wert muss möglicherweise als Vermögen zur Deckung des Lebensunterhaltes eingesetzt werden. Dann ist ein Verkauf, möglicherweise von Teilen des Grundstücks, oder der Untervermietung unumgänglich. Möglich ist auch eine Verpflichtung zur Beleihung (Hypothek).

Kein Wohngeld

Ein Leistungsanspruch in der Hilfe zum Lebensunterhalt und damit die Berücksichtigung von Kosten für Unterkunft und Heizung schließt einen Anspruch auf Wohngeld (Miet- und Lastenzuschuss) nach dem Wohngeldgesetz aus. Dies bedeutet: Entweder Bezug von Hilfe zum Lebensunterhalt oder von Wohngeld. Beide Leistungen können für denselben Zeitraum nicht nebeneinander beansprucht werden.

Pauschalierung

Der Sozialhilfeträger kann die Kosten der Unterkunft auch pauschalieren, § 30 Abs. 2 SGB XVII, sog. Unterkunftskostenpauschale. Dies darf er nur dann, wenn der Wohnungsmarkt Umzüge in bezahlbare, angemessene Wohnungen zulässt und die Pauschalierung im Einzelfall zumutbar ist.
Falls keine Pauschalierung stattfindet, so ist die Leistung der Unterkunftskosten in der tatsächlich anfallenden Höhe begrenzt durch die Angemessenheit des Mietzinses. Diese Angemessenheit orientiert sich hauptsächlich an der zu § 8 des Wohngeldgesetzes erlassenen Tabelle für die Höchstbeträge der Miete.

Die Kosten der Heizung können ebenfalls pauschaliert werden.