Posts by notzelotz

    Hallo zusammen,

    ich hoffe ich bin hier im richtigen Forum (war mir nicht sicher ob das hierhin oder ins Hartz4 Forum gehört) und dass ihr mir helfen könnt. Das Problem ist folgendes:


    Eine Freundin von mir ist sehr depressiv. So depressiv dass sie bisher leider auch keine Therapie auf die Reihe bekommen hat. Sie bezog Hartz4 und hat auch immer Atteste beim Arzt geholt usw. Irgendwann hat das Jobcenter aber einen Fragebogen mit ziemlich intimen Fragen geschickt und wollte zusätzlich eine Schweigepflichtsentbindung für alle Ärzte. Den Fragebogen hat meine Freundin auch fristgerecht wieder abgegeben, nicht jedoch die (freiwillige?) Schweigepflichtsentbindung erteilt. Nachdem wieder diese Forderung vom Jobcenter kam hat die Depression bei ihr leider komplett zu gemacht sodass sie nun keine Bezüge mehr erhält und vor allem, und das ist das allerschlimmste, nicht mehr Krankenversichert ist (geht das überhaupt oder sammelt man nur Beitragsschulden an?). Gerade jetzt wo sie ein klein wenig Kraft zu schöpfen scheint um die Heilung ihrer Erkrankung anzugehen ist das natürlich wahnsinnig ungünstig.


    Deswegen meine Fragen an euch:

    Wie geht man da vor? Ist das ein Fall fürs Sozialamt oder fürs Jobcenter? Wo muss man sich melden? Was sagt man? Gibt es Dinge mit denen man besser nicht aktiv rausrückt (z.B. die schwere der Erkrankung)?


    Kontaktiert man die Krankenkasse? Oder nur das Jobcenter und die kümmern sich darum? Habe nun häufiger gelesen dass man wenn man aus der Krankenkasse geflogen ist seine alte Krankenkasse kontaktiert und Beitragsschulden begleichen muss. Habe aber nichts im direkten Zusammenhang mit Hartz 4 gerfunden.


    Macht es Sinn dass ich eventuelle Beitragsschulden für sie begleiche sodass sie wenigstens wieder zum Arzt kann? Oder macht das Jobcenter dann Probleme so von wegen "da konntest du doch dafür aufkommen, wozu brauchst du dann uns?". Und wenn ich die Beitragsschulden begleiche, zahlt dann künftig wieder das Jobcenter wenn sie da wieder alle Anträge stellt?


    Sorry für die vielen Fragen, ich bin gerade etwas überfordert von der Situation. Habe erst gestern davon erfahren und weiß noch nicht wie ich am besten helfen kann. Bin für jeden Tipp von euch dankbar.

    Vielen lieben Dank euch schon mal!

    Hallo,


    ein Freund von mir ist depressiv und bezieht Hartz 4. Er reicht regelmäßig Krankmeldungen vom Arzt ein. Nun hat das Jobcenter um einen Telefontermin gebeten. Dabei solle es unter anderem darum gehen, ob mein Freund sich arbeitsfähig fühlt (komische Frage da er ja regelmäßig AUs abgibt), wie seine gesundheitliche Situation ist, was er für Behandlungen plant und welche in der Vergangenheit stattfanden, wie es mit der beruflichen Karriere weitergehen soll, berufliche Ziele und Perspektiven usw. Wer schon mal mit Depressionen zutun hatte kann sich vielleicht vorstellen dass die Aussicht auf so ein Telefonat einen Depressiven der es kaum schafft Arzttermine zu organisieren usw. natürlich unter Druck setzt und nicht unbedingt die Genesung begünstigt. Abgesehen davon sind das ja doch ziemlich intime Fragen die man vielleicht nicht unbedingt, und schon gar nicht am Telefon, beantworten möchte.


    Dementsprechend macht sich mein Kumpel da natürlich einen ziemlichen Kopf und fühlt sich unter Druck gesetzt. Hilfreich wäre wenn ihr uns einen Eindruck geben könntet wie man sich so ein Gespräch vorzustellen hat, was aus Sicht des Jobcenters überhaupt der Sinn und Zweck des Gesprächs ist, was das Jobcenter überhaupt wissen wollen könnte und wissen darf, ob man da etwas sagen kann was dann irgendwelche Konsequenzen hat, ob es vielleicht Sinn macht einem Telefontermin zu widersprechen usw.


    Danke im Vorraus