Posts by Fallmanager

    Du musst ein Auszugsgesuch gemäß § 22 Abs 2a SGB II bei deinem zuständigen Jobcenter (JC) stellen, damit du überhaupt aus deinem elterlichen Haushalt ausziehen darfst. Die prüfen dann, ob ein schwerwiegender sozialer Grund gem. o.g. Paragraph vorliegt oder nicht (erzähl denen also genau deine Situation, so wie du es hier im Forum getan hast). Außerdem kann dir niemand eine Alg2-Antragstellung verbieten, selbst wenn dein Gesuch abgelehnt worden ist. Der Regress des JC prüft dann die Unterhaltsansprüche gegenüber deiner Mutter, evtl. musst du diese gerichtlich durchsetzen. Man wird von dir auch verlangen, vorrangige Leistungen zu beantragen (wie z.B. Halbwaisenrente o.ä.).

    Solange du bei deinen Eltern/deiner Mutter wohnst hast du keinen Anspruch auf BAB. Das kann sich aber ändern, wenn du dir eine Wohnung in der Nähe deiner Arbeit suchst (neue Wohnung muss näher zur Arbeit als der elterl. Haushalt liegen). Erst dann macht es Sinn, einen Antrag auf BAB zu stellen (wobei dann die von Turtle angesprochenen Dinge geprüft werden). Abgesehen davon würde ich das Kindergeld auf mich umschreiben lassen. Mit deinem Einkommen, Kindergeld, Unterhalt deines Vaters und evtl. BAB kommst du locker über die Runden.

    Wieso kommst du darauf, dass es gerade in eurem Fall eine Sonderregelung gibt? Das ist doch nichts Außergewöhnliches, dass bei Familienzuwachs u.U. eine größere Wohnung notwendig wird und die Kosten für die neue, angemessene Wohnung übernommen werden. Die Regelung, dass die Umzugskosten nur bei Arbeitsaufnahme übernommen werden, hat schon einen Sinn.

    Es wird auch nur ein Höchstbetrag pro Kind übernommen. Wenn der Mitgliedsbeitrag des Vereins diesen übersteigt, musst du den Rest aus eigener Tasche zahlen. Das gilt auch für die Fahrtkosten zum Training und die Sportausrüstung. Das wird auch nicht übernommen.

    Will hier keine Endlosdebatte führen, aber zu ein paar Punkten muss ich etwas sagen:


    1. "Die Jugendlichen da abholen, was sie stehen." - funktioniert nur, wenn überhaupt ein Interesse an einer Zusammenarbeit da ist und irgendein Interesse an etwas geäußert wird (Hobby etc.). Bei meinem Klientel geht der Wille hierzu gegen Null. Die wollen nur ihre Ruhe. Hausbesuche, aufsuchende Arbeit auf der Straße, Perspektivenbietung über Sofortausbildung - alles für die Katz. Und das gibts net zum Nulltarif, das bezahlt der Steuerzahler sehr, sehr teuer.


    2. "Sanfter Druck" - wie soll der aussehen? Es geht hier um die Umsetzung von Gesetzen, da gibt es klare Vorgaben und Ansagen. Wenn ich schon vorher weiss, dass der Jugendliche scheitern wird, darf ich ihm ein unadäqautes Angebot z.B. AGH etc. gar nicht machen. Und dann geht der Teufelskreis von vorne los (-> Suchtberatung -> geht er net hin). Hälst du es für besser, die Leute bis zum Sankt-Nimmerleinstag zu sanktionieren, dann hat derjenige nämlich ganz schnell keinen einzigen Cent mehr. Dann hat er wirklich Druck - Druck zu Überleben. Da geb ich bei einer Totalverweigerung lieber Gutscheine aus.

    Verstehe deinen Frust und Hut ab vor deinem Durchhaltevermögen!
    Vielleicht sollte man nach einer anderen Möglichkeit suchen, um an ein Darlehen ranzukommen, bevor du oder deine Kinder noch krank werden (Freunde, Verwandte, Bank etc.?).

    @ grünspan
    Und was glaubst du passiert in den Jobcentern? Natürlich werden die Drogis an Fachleute wie dich verwiesen, bevor man den o.g. Paragraphen überhaupt anwendet. Das Problem ist nur, dass in fast allen (!) Fällen, mit denen ich zu tun habe, der Suchtberater die Rückmeldung gibt, dass die betreffende Person überhaupt nicht aufgetaucht ist oder dass eine weitere Beratung aufgrund der fehlenden Mitwirkung keinen Sinn macht. Dass ist die Realität, die sich täglich abspielt und dafür hat keiner eine Lösung. Ich halte allerdings nichts von Kuschelpädagogik und finde es unzumutbar, dass mit Steuergeldern die Trips finanziert werden, egal wieviel Geld derjenige dafür ausgibt.
    Außerdem sollte man bedenken, dass es sich bei dieser Vorgehensweise nicht um eine Sanktion handelt, d.h. derjenige hat monatlich nicht weniger Geld zur Verfügung, er muss nur angeben, wofür er sein Geld einsetzen will und erhält dann einen Gutschein. Die Überweisung der Miet- und Nebenkosten direkt an den Vermieter bzw. den Energieversorger dient dazu, den Drogenkonsumenten vor der Entstehung hoher bzw. noch höherer Schulden zu schützen.
    Ich habe mit dieser Vorgehensweise bereits positive Erfahrungen gemacht, aber ein Allheilmittel ist das natrürlich auch nicht. Es gibt Leute die sagen einem ganz offen ins Gesicht, dass sie auf die Gutscheine "schei...." und dass sie wunderbar selbst zurecht kommen, was natürlich nicht stimmt. Und dann stellt sich wieder die Frage der Bedürftigkeit.

    Du brauchst einen gültigen Pass, mindestens eine Postadresse unter der du täglich erreichbar bist und dann stellst du deinen Alg2-Antrag. Wenn du im Jobcenter deine Situation schilderst kann man dir sicher unbürokratisch mit Lebensmittelgutscheinen über die Runden helfen. Wenn du fürs Erste nicht bei Freunden oder Bekannten unterkommen kannst, musst du wohl oder übel in einer Obdachlosenunterkunft nächtigen, bis du eine eigene angemessene Wohnung gefunden hast, es sei denn das Jobcenter kann dir direkt möblierte Zimmer o.ä. anbieten.

    In solchen Fällen wende ich den § 23 Abs 2 SGB II an und lasse die komplette Regelleistung nur noch in Form von Sachmitteln auszahlen, die Miete geht direkt an den Vermieter und die Nebenkosten an den Energieversorger. Das hätte in diesem Fall auch vor Beginn der Maßnahme bereits erfolgen sollen. Das ist meiner Ansicht nach die einzig sinnvolle Methode, um eine Zweckentfremdung des Alg2 zu verhindern und die notwendigen Schritte zur Teilnahme an einer Therapie mangels Interesse nicht erfolgen.

    Du musst bei Antragstellung jede Art Einkommen sowie vorhandenes Vermögen angeben und bestätigst du Richtigkeit deiner Angaben mit einer Untschrift. Du machst dich bei Falschangaben strafbar. Man wird sicher nachfragen, von was du über 1 Jahr lang gelebt hast.

    Quote from illusions;160852


    Seit oktober 2009 war/bin ich selbsständig(UG) tätig mit einem Kollegen zusammen(Kfz Handel) leider bis heute mit mässigem/keinen Erfolg ,ehrlich gesagt ich verdiene eigentlich absolut nichts und hab auch nie was verdient


    Mir stellt sich gerade folgende Frage: Wenn du seit Oktober 2009 selbständig bist und nichts verdient hast, wer bezahlt deine Miete, deine Krankenversicherung, deinen Nebenkosten und alles andere, was man so zum Leben braucht? Ich kann mir kaum vorstellen, dass das Jobcenter dir deine jetzige Wohnung finanziert (für eine Person viel zu groß und i.d.R. zu teuer, hängt von den angemessenen Kosten für die Miete in deiner Kommune ab).
    Du bekommst keine Sperrzeit, wenn du eine unrentable Selbständigkeit aufgibst.
    Melde dich mit den erwähnten Nachweisen beim Jobcenter und schildere deine Situation, i.d.R. macht ein Mitarbeiter des Jobcenters vor Antragstellung eine Kurzberechnung deines Alg2-Anspruchs.

    Ich würde zunächst einmal das Gewerbe abmelden, danach mich beim Arbeitsamt melden und prüfen lassen, ob noch ein Restanspruch auf Alg1 besteht (wass ich eher nicht glaube, aber besser du hast diesbzgl. eine Bescheinigung zur Vorlage beim Jobcenter). Sofern du bereits einen eigenen Haushalt geführt hast, meldest du dich beim Jobcenter und stellst einen Alg2-Antrag. Falls du noch bei den Eltern wohnst, musst du zwecks Zustimmung zum Auszug aus dem elterlichen Haushalt einen schwerwiegenden sozialen Grund vorweisen. Solltest du diesen nicht vorweisen können, wirst du bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres auf den Haushalt der Eltern verwiesen. Eine Berechnung deines Anspruchs kann vor Antragstellung im Jobcenter erfolgen.