Posts by Siebenstern

    Laut Mitteilung verschiedener Kassenärztlicher Vereinigungen sind Arbeitslose dann arbeitsunfähig, wenn sie krankheitsbedingt nicht mehr in der Lage sind, leichte Arbeiten in einem zeitlichen Umfang zu verrichten, für den sie sich bei der Agentur für Arbeit zur Verfügung gestellt haben. Dabei ist es unerheblich, welcher Tätigkeit der Versicherte vor der Arbeitslosigkeit nachging.
    ( z.B. hier: http://www.kvb.de/de/praxis/fa…44d4fffe6262f80fec66f0e25)


    Bei arbeitslosen ALG II Empfängern geht es um die von pAp schon erwähnten 3 Std.


    Sofern jemand im ALG II Bezug arbeitet, zur Schule geht, in einer Maßnahme ist, etc, muss sich die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung natürlich auf die dort ausgeübte Tätigkeit beziehen.

    Ein Ein Euro Job ist keine "normal" bezahlte Arbeitsstelle, sondern eine zusätzliche Arbeitsgelegenheit. Das Geld, was dafür ausgezahlt wird, ist kein Lohn, sondern eine Mehraufwandsentschädigung und wird daher auch nicht als Einkommen gerechnet.


    Bei Deiner Rechnung ist aber grundsätzlich was falsch. Die ersten 100,- € Einkommen sind anrechnungsfrei. Wenn jetzt 100,-€ zusätzliches Einkommen dazukommt, werden davon 20% nicht angerechnet.
    Soll heißen, daß bei 100,- € Einkommen 100,- € nicht angerechnet werden.
    Bei 200,- € Einkommen werden 100,-€ + 20,-€ = 120,-€ nicht angerechnet. Das zusätzliche Einkommen greift die ersten 100,- € nicht an, Du hättest also auch bei 200,- € Lohn im Monat nicht weniger Geld als bei 100,-€ Lohn.

    Selbst wenn Du die Miete kürzt, wirst Du kein Geld für Schädlingsbekämpfer und Renovierung haben, da dann vom Jobcenter nur die geminderte Miete überwiesen werden dürfte.
    Du bekommst die Miete, die Du Deinem Vermieter weiterleitest (oder die direkt vom Jobcenter an den Vermieter gezahlt wird). Bei Mietminderung würde ich immer davon ausgehen, dass das Jobcenter nur den geminderten Mietbetrag übernimmt.

    Quote from Grubenpony;168422

    Jeder hat in der nahen oder fernen Verwandtschaft/Bekanntschaft solche Exemplare. Da sollte man sich nicht drüber aufregen sondern sie als Studium am lebenden Objekt benutzen.


    Und sich an diese Exemplare erinnern, wenn an anderer Stelle über die Jobcenter geschimpft wird. Und sei es nur um einen kurzen Moment darüber nachzudenken, ob die Darstellung der Gemeinheiten des JC eventuell ein wenig einseitig sein könnte.

    Steht in dem Gutachten "bis zu 6 Monate" oder "länger als 6 Monate"? In Deinen Beiträgen steht einmal "mindestens 6 Monate" und einmal "für ein halbes Jahr etwa"
    Wenn es unter 6 Monaten wäre, müsste ALG II weiter laufen. Ich gehe zwar davon aus, dass das richtig gelaufen ist, aber vorsichtshalter wollte ich doch mal nachfragen.

    In welchem zeitlichen Zusammenhang steht der Termin, der Einwurf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und die Folgeeinladung?


    Wenn die AU am Tag des Termines in den Briefkasten eingeworfen wurde, kann die Folgeeinladung schon versendet gewesen sein, bevor die AU auf dem Schreibtisch des pAp gelandet ist. Einwurf in den Briefkasten ist ja nicht zeitgleich mit Ankunft am Schreibtisch. Möglich ist also, dass die AU doch noch angekommen ist.


    Grundsätzlich solltest Du jedoch entscheiden, ob es nicht doch sinnvoll wäre trotz AU zum Termin zu gehen. Zum einen wird über kurz oder lang eine Auforderung kommen sich vom Arzt bescheinigen zu lassen, dass Termine beim Jobcenter nicht wahrgenommen werden können. Nur eine AU vorzulegen reicht da auf Dauer nicht aus.
    Zum anderen sollte der pAp schon wissen, ob Du länger erkrankt bist oder ob eventuell Einschränkungen vorliegen, die bei der Vermittlung beachtet werden müssten. Vielleicht besteht auch Anspruch auf Leistungen der beruflichen Reha, etc., etc.

    Es kann auch schwierig sein als "Akademiker" einen Billigjob zu finden. Ich bin selbst nach dem Anerkennungsjahr arbeitslos geworden und habe jede Stelle versucht, die mir eingefallen ist - nur wollte mich keiner.


    "Bei ihrer Ausbildung ist das hier doch nur ein Notbehelf und wenn sie was richtiges finden sind sie wieder weg. Da lohnt sich das einarbeiten nicht." war die Aussage der Bäckereien, Pommesbuden, Aldi, Lidl, Burgerbrätereien, etc etc. Es ist ein wirklich unbefriedigendes Gefühl, wenn einen nicht mal McDonalds haben will...

    Das Problem ist mMn wirklich nicht das Geld, sondern das Drumherum.
    Einer meiner Neffen ist letztes Jahr eingeschult worden. In der Klasse sind auch Kinder von ALG II Empfängern. Ich werde die Fassungslosigkeit im Gesicht meiner Schwester nie vergessen, als sie mir erzählte, dass ein in der Nähe wohnendes ALG II Kind zwar die ersten (2?) Wochen zur Schule gebracht wurde, allerdings von der Mutter mit Stöpseln im Ohr schweigend ihr Kind hinter sich her ziehend. Während meine Schwester zusammen mit einer anderen Mutter (die ersten 2 Wochen, dann haben sie sich abgewechselt) munter schwatzend mit den Kindern des Weges ging.
    Dann sollte der kleine ALG II Empfänger alleine zur Schule gehen, aber auch nicht von meiner Schwester oder der anderen Mutter abgeholt werden (weil ALG II Mama dann eventuell die Kinder auch mal abholen müsste?), sondern wirklich alleine.
    Ich denke mal, dass sich mein Neffe deutlich wohler gefühlt hat mit einer mit ihm redenden Mutter zur Schule zu gehen, als der ALG II Junge neben einer Walkman (o.K., falsche Generation - MP3) lauschenden Mutter zu laufen. Außerdem hat die Mutter verhindert, dass der Sohn abgeholt wird, ihn also gleich von den anderen abgegrenzt.
    Der kleine ALGII Empfänger hat statt einer redenden Mutter allerdings einen Gameboy - den haben meine Neffen nicht.
    Das hat nichts mit Geld zu tun - da läuft was anderes komplett falsch.

    Es geht nicht um ein Bußgeld, sondern es geht um eine Beteiligung an den enstandenen Kosten, sofern die Umschulung schuldhaft abgebrochen wird.


    Soll heißen:
    Wenn eine schwere Erkrankung (durch AUs belegt und ev. auch vom Ärztlichen Dienst bestätigt) zum Abbruch der Umschulung führt muss nicht gezahlt werden.
    Wenn die Umschulung auf Rat des Bildungsträgers in Absprache mit der ARGE wegen Überforderung abgebrochen wird -muss nicht gezahlt werden.


    Wenn aber die Umschulung nicht erfolgreich beendet werden kann, weil
    - zuviele unentschuldigte Fehlzeiten auftreten (Montags muss ich ausschlafen und Freitags das Wochenende vorbereiten)
    - einfach keine Lust zur Teilnahme mehr da ist (ist Sommer, da chille ich lieber)
    - man den Ausbilder mit einem Messer angreift, weil der nachfragt, warum soviele unentschuldigte Fehlzeiten da sind
    -> dann muss ein Teil der angefallenen Kosten bis zum Zeitpunkt des Abbruchs übernommen werden.


    Ist doch fair, oder?

    Eine Sanktion kann mMn nur dann eintreten, wenn der Kontakt zur Suchtberatung in einer Eingliederungsvereinbarung vereinbart wurde. Wenn dem so ist, kann einer Sanktion entgangen werden, indem man das einhält, was in der EGV vereinbart wurde.
    Wenn da also z.B. steht "Kontakt bis zum 30.1.2011 aufnehmen", dann sollte bis zu diesem Datum ein Erstkontakt zur Suchtberatungsstelle aufgenommen werden.

    Quote from Renate_S;147209

    Hallo Turtle...
    doch, ich bekomme Leistung vom Amt. wegen unserer Bedarfsgemeinschaft.
    Was jetzt?
    Gruss


    Im Zweifelsfall immer beim zuständigen Ansprechpartner nachfragen. Niemand hier kennt alle Vorgaben aller Argen bundesweit. Vielleicht gibt es eine Förderung, vielleicht auch nicht. Wenn Du ALG 2 beziehst, müsstest Du auch einen Arbeitsvermittler haben, der für Dich der Ansprechpartner ist.
    Bei uns läuft Förderung von PKW-Reparaturen bei Erwerbtätigen über Freie Förderung und besteht aus einem Förder- und einem Darlehnsanteil.

    Ich kann keinen Gesetzestext bieten, aber weitergeben, wie ich es handhabe:


    Die Sanktion wird ganz normal ausgesprochen und auch mitgeteilt (also ein Bescheid wird erlassen) In dem Bescheid wird mitgeteilt, wie hoch die Sanktion wäre, wenn aktuell ALG II Bezug bestände.
    Sofern in den ersten 3 Monaten nach Erlass der Sanktion kein ALG II Bezug besteht, "verfällt" die Sanktion tatsächlich, da ja keine Leistungen bezogen werden, von denen die Sanktion abgezogen werden könnte.
    Es bleibt allerdings die Zählwirkung, so dass die nächste Sanktion gegebenenfalls dann schon auf der 2. Stufe eintritt (soll heißen, dass der Sanktionierte, wenn er denn nach 6 Monaten wieder im ALG II landet und dann nochmal eine Maßnahme ablehnt gleich mit 60% sanktioniert wird).
    Ich glaube nicht, dass es rechtmäßig wäre, Sanktionen "aufzuheben", bis der Kunde wieder im Bezug ist. Eine Sanktion für ein Vergehen, was dann ja schon Jahre zurückliegen könnte, kommt mir seeeehr komisch vor.

    Quote from mystery;135927

    naja, bin ich eben wieder schwanger geworden...meine biologische Uhr tickt u. mehr als 1 weiteres Kind ist vom Alter her nicht drin!
    Was mich halt nur sooo ärgert ist das viele Leute eben ganz anders reagieren, zum Grossteil sogar konträr sobald das Wort Hartz IV fällt u. das finde ich nicht richtig!!


    Das mag vielleicht daran liegen, dass es tatsächlich Menschen gibt, die trotz tickender biologischer Uhr kein weiteres (oder eventuell auch gar kein) Kind bekommen, damit sie kein ALG II beantragen müssen. (Wie z.B. Deine Arbeitskollegin)
    Sicherlich heißt einmal ALG II nicht immer ALG II - aber mit einem weitern Kind und damit nochmal mehreren Jahren Abstand vom Arbeitsmarkt wird die Arbeitssuche genauso sicherlich nicht einfacher. Böse ausgedrückt, hast Du Dich gerade mit Deinem Mann dazu entschieden voraussichtlich noch mehrere Jahre ALG II zu beziehen, anstatt arbeiten zu gehen und damit dem ALG II zu "entkommen".

    Die Sanktion greift erst in dem Folgemonat, nachdem der neue Bescheid zugegangen ist. Der Bescheid muss also noch im September zugehen, damit ab Oktober sanktioniert werden kann.


    Wie lange es genau dauert, bis die Sanktion eingegeben und die Bescheide erstellt worden sind, kann ich leider auch nicht sagen, da es davon abhängt, wieviel der zuständige Leistungssachbearbeiter sonst noch zu tun hat. Falls möglich, eventuell diesen anrufen und dort nachfragen, der müsste es wissen.

    Quote from Geli09;120599

    Warum sollte mir die RV eine Umschulung finanzieren?wo dort bekannt ist das ich nur 2 Stunden im Stück schaffe das wäre für diese Wirtschaftlich nicht von Vorteil.


    Berufliche Integration ist nicht nur eine Umschulung, sondern auch noch anderes wie z.B. der Integrationsfachdienst, Eingliederunsgzuschuss, etc. Wenn Du aber nur noch 2 Std pro Tag arbeitsfähig bist, wird es diese Leistungen wohl auch nicht geben.
    Wobei wir aber schon wieder bei der Frage sind, warum es dann eine Arbeitsmarktrente ist.
    Ich habe das Gefühl, dass hier ziemlich viel durcheinanderläuft, unter anderem weil in einem Thread die Probleme zweier Personen besprochen werden.

    Quote from Geli09;120406

    Hallöchen,
    Mein Dr. hat gesagt er ist sauer auf das AA weil wir allein gelassen werden keine Unterstützung erhalten..sein Vorwurf sie müssten uns nicht nur verwalten sondern auch versuchen Heimarbeit/Arbeit zu Organisieren.


    Vielleicht solltest Du dann Deinem Arzt erklären, dass die Bundesagentur für Arbeit nicht an allem auf dieser Welt Schuld ist.
    Träger einer beruflichen Rehabilitation ist der Rententräger, was in diesem Fall nicht die BA zu sein scheint. Wenn also irgendjemand in der Lage gewesen wäre Hilfestellungen bei der beruflichen Rehabilitation zu geben, wäre es der Rententräger. Der Rententräger hat aber anscheinend beschlossen, dass es aktuell keine möglichen Arbeitsstellen gibt und daher entschieden eine Arbeitsmarktrente zu zahlen.
    Warum ist die BA jetzt daran Schuld, dass der Rentenversicherungsträger eine Entscheidung getroffen hat, die Dir und dem Arzt nicht zu passen scheint?

    Leider sind deine Angaben zu ungenau.


    Was für eine Maßnahme?
    Bei was für Ideen soll Dir Deiner Meinung nach die Maßnahme helfen?


    Wenn Du z.B. in einer Maßnahme bist, bei der es um Optimierung der Bewerbungen oder Hilfestellung bei der Arbeitssuche geht, Du aber Hilfe bei der Existenzgründung willst, wird eine Beschwerde nicht helfen.
    Grundsätzlich kann es sinnvoll sein mit Deinem Sachbearbeiter zu sprechen, wenn Du mit dem, was in einer Maßnahme passiert, nicht zufrieden bist. Ob es aber das von Dir gewünscht Ergebnis erzielt, hängt von den Fragen ab, die ich gestellt habe.

    Quote from Geli09;120145

    Da hast du Recht, nur sprach ich von Menschen mit Voller Erwerbsminderung die nur bis 3 Stunden arbeiten können.
    Kann aber auch sein das es in manchen Städten schon erkannt wurde da dies selten klappt.

    Werden solche Vereinbahrungen eigentlich auch bei Jungen Gesunden Leuten gemacht?bei denen wäre es dringend notwendiger.


    Wenn jemand nur bis zu 3 Std täglich arbeiten kann ist er nicht arbeitsfähig und bekommt nur dann Sozialgeld über die ARGE wenn noch ein eHb (erwerbsfähiger Hilfebedürftiger) mit in der BG ist. Eine Vermittlung ist bei mangelnder Erwerbsfähigkeit ausgeschlossen.


    Jemand der über 3 Std täglich arbeiten kann bekommt ALG II und steht der Vermittlung zur Verfügung. Somit ist auch eine Eingliederungsvereinbarung notwendig und die darin vereinbarten Pflichten müssen eingehalten werden.


    Und ganz sicher werden Eingliederungsvereinbarungen auch mit jungen Menschen abgeschlossen - sie sollen mit jedem Erwerbsfähigen abgeschlossen werden.
    Aber lies einfach selbst:

    Quote

    § 15 bestimmt, dass mit jedem eHb eine EinV abgeschlossen werden soll; d. h. dem zuständigen Träger wird ein gebundenes Ermessen eingeräumt. Nur in atypischen Fällen, d. h. wenn beson-dere Umstände des Einzelfalles vorliegen, kann vom Abschluss der EinV abgesehen werden.

    http://www.arbeitsagentur.de/z…iederungsvereinbarung.pdf Randziffer 15.4

    In den Hinweisen der BA steht aber was anderes:

    Quote

    In einer Familie mit einem Kind, das das 3. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, kann sich nur ein Partner wegen der Kinderbetreuung auf die Unzumutbarkeit der Arbeitsaufnahme berufen. Die Eltern sind frei darin, zu bestimmen, wer die Kinderbetreuung übernimmt.

    http://www.arbeitsagentur.de/z…0-SGB-II-Zumutbarkeit.pdf Randziffer 10.13
    Das Urteil des Hessischen LSG ist von 2006, die Änderungen in den Hinweisen erfolgte Ende 2008. Vielleicht hat es da zwischendurch noch andere Urteile gegeben?