Posts by Luca

    Frage zum BAB (darf ich die hier stellen, oder muss ich dafür einen neuen Thread im betreffenden Forenbereich aufmachen?):

    Man soll BAB ja frühzeitig beantragen, und da sie in Karlsruhe noch kein Zimmer hat und noch nicht dort wohnt, kann sie das BAB jetzt nur in Heidelberg beantragen. Geht das?

    Ja, das geht. Zuständig für das BAB ist die Agentur für Arbeit des Wohnorts, also noch H. Fehlende Unterlagen, wie z.B. der noch fehlende Mietvertrag für Wohnraum in K., müssten dann nachgereicht werden.


    Da mit dem Beginn der Ausbildung ein Leistungsausschluss vom ALG II nach § 7 Abs. 5 SGB II bestehen dürfte, haben viele Auszubildende im 1. Monat der Ausbildung das Problem, dass die Ausbildungsvergütung erst am Ende des Monats für den Lebensunterhalt zur Verfügung steht. Um diese Zeit zu überbrücken, kommen Übergangsdarlehen nach § 27 Abs. 3 SGB II in Betracht. Danach können für den Monat der Aufnahme einer Ausbildung Leistungen entsprechend § 24 Absatz 4 Satz 1 SGB II erbracht werden, also darlehensweise.

    Einfacher wäre es m.E., wenn man bereits jetzt darauf hinweist, dass mit dem Anspruch auf Rückzahlung der Studiengebühr und der Mietsicherheit zwei Vermögenswerte existieren, die noch nicht zur Verfügung stehen.


    Aufgrund der Aufnahme der Ausbildung in Karlsruhe wird ein Umzug erforderlich, so dass Deine Tochter auch nach Umzugskosten und den Kosten für die neue Mietsicherheit fragen sollte. Auszug aus dem Gesetz:

    § 22 Bedarfe für Unterkunft und Heizung

    6) Wohnungsbeschaffungskosten und Umzugskosten können bei vorheriger Zusicherung durch den bis zum Umzug örtlich zuständigen kommunalen Träger als Bedarf anerkannt werden; Aufwendungen für eine Mietkaution und für den Erwerb von Genossenschaftsanteilen können bei vorheriger Zusicherung durch den am Ort der neuen Unterkunft zuständigen kommunalen Träger als Bedarf anerkannt werden. Die Zusicherung soll erteilt werden, wenn der Umzug durch den kommunalen Träger veranlasst oder aus anderen Gründen notwendig ist und wenn ohne die Zusicherung eine Unterkunft in einem angemessenen Zeitraum nicht gefunden werden kann. Aufwendungen für eine Mietkaution und für Genossenschaftsanteile sollen als Darlehen erbracht werden.

    https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__22.html


    Am Rande sei noch erwähnt, dass es ein Gesetzgebungsverfahren gibt, wonach die Sätze für Berufsausbildungsbeihilfe erhöht werden sollen. Nähere Infos:

    https://www.bundesregierung.de…tzung-fuer-azubis-1588780

    Die Kaution darf auf keinen Fall als Einkommen angerechnet werden, soweit der Betrag nach Beendigung des Mietverhältnisses zurückgezahlt werden sollte. Vermögen ist das, was man bei Antragstellung bereits hat, Einkommen ist das, was nach Antragstellung wertmäßig dazukommt (ständige Rechtsprechung BSG). Im Falle der Auszahlung der Mietkaution nach Antragstellung mangelt es am Wertzuwachs, denn den Anspruch auf Rückzahlung der Mietsicherheit hat man schon erlangt, nachdem man die Mietsicherheit zahlte, also regelmäßig zu Beginn des Mietverhältnisses. Falls hier etwas anderes geschrieben worden sein sollte, ist das nicht zutreffend.


    So einen Vorgang nennt man auch Vermögensumwandlung. Umwandlung deswegen, weil man als Mieter/in den Anspruch auf Rückzahlung bei Beendigung des Mietverhältnisses hat (= Forderung, = Vermögen). Bei Beendigung des Mietverhältnisses und Auszahlung des Betrages habe ich den Anspruch nicht mehr, sondern stattdessen habe ich nun Geld (= Umwandlung des Rückzahlungsanspruchs in Geld).


    Im Falle der Studiengebühr verhält sich die Sache nicht anders.


    Wenn man wollte, könnte man sogar noch näher auf die Mietsicherheit eingehen, um sie in "Vermögen" (= Forderung) und in "verwertbares Vermögen" zu untergliedern. Da existenzsichernde Leistungen aber nur vom verwertbaren Vermögen abhängen und damit der Unterschied zum Einkommen vielleicht noch deutlicher werden könnte, grenze ich das mal ab:


    Grundsätzlich gehört eine Mietsicherheit nicht zum verwertbaren Vermögen, sondern ist nur Vermögen, denn man muss auch über das Vermögen verfügen können. Solange das Mietverhältnis besteht, ist die Mietsicherheit nicht verwertbar, weil der Rückzahlungsanspruch erst bei Beendigung des Mietverhältnisses, also bei Auszug aus der Wohnung irgendwann in der Zukunft, fällig wird. Bis dahin kann man nicht über die Kautionssumme verfügen. Bei Beendigung des Mietverhältnisses sieht das natürlich anders aus. Dann ist der Anspruch - jedenfalls grundsätzlich - da.

    Die Anwendung dieser Norm passt hier aber aus mehreren Gründen nicht, Animus. Einerseits wäre "Dritter" dann ja der Sozialhilfeträger selbst, was weder mit dem Wortlaut der Vorschrift noch mit den Kommentierungen in Einklang stehen würde,

    Dritter kann dabei grundsätzlich jeder außer dem leistungspflichtigen Leistungsträger sein.

    andererseits geht es auch nicht um die "Sicherung von Ansprüchen auf Rückzahlung von Darlehen" oder um die "Erstattung von Aufwendungen", sondern in dem Fall, in dem ein Betriebskostenguthaben entsteht und ausgezahlt wird, handelt es sich ja sozialhilferechtlich um anzurechnendes Einkommen, das als einmalige Einnahme den Regeln des § 82 Abs. 7 SGB XII unterliegt.


    Unabhängig davon scheidet die Anwendung schon aus systematischen Gründen von Anfang an aus, denn das SGB I findet nur Anwendung, soweit die besonderen Teile des Sozialgesetzbuches nichts Abweichendes regeln (§ 37 SGB I). Aufgrund der höchstpersönlichen Natur des Sozialhilfeanspruchs ist aber mit § 17 Abs. 1 Satz 2 SGB XII etwas Abweichendes geregelt worden. Danach kann der Anspruch auf Sozialhilfe nicht übertragen, verpfändet oder gepfändet werden, so dass sich die Anwendung von § 53 Abs. 2 SGB I verbietet.

    Das Sozialamt hat mir jetzt ein Formular geschickt, das ich unterzeichne soll, nämlich eine Abtretungserklärung für eventuelle Betriebskostenguthaben (Rückzahlungen) bei meinem Vermieter (Heizung, etc.).

    Anscheinend muß man so eine Erklärung gar nicht unterzeichnen. An sich habe ich nichts dagegen. Da aber mein Vermieter (städtisches Wohnungsbauunternehmen) bisher nichts von meiner Bedürftigkeit weiß, frage ich mich, ob einem dadurch irgendwelche praktischen Schwierigkeiten erwachsen könnten, daß der Vermieter dies erfährt. Denn das wird er ja, weil das Sozialamt dann diese Abtretungserklärung an ihn schicken wird, damit er zukünftig dann Guthaben direkt an das Sozialamt überweist.

    Der Punkt, warum das einige Sozialämter so machen, liegt in der Verwaltungsökonomie, weil sich auf diese Weise viel Arbeit sparen lässt: Die leistungsberechtigte Person hat keinen Aufwand, denn Guthaben aus der Betriebskostenabrechnung müssen nicht gemeldet werden. Der Sozialhilfeträger braucht Bescheide anschließend nicht abzuändern. Überzahlungen mit aufwändigen Aufhebungs- und Rückforderungsbescheiden werden vermieden, so dass so etwas oft zur Zufriedenheit aller Beteiligten läuft. :)


    Gleichwohl ist es zutreffend, dass keine Verpflichtung besteht, die Abtretungserklärung zu unterschreiben. Datenschützer würden eine solche Form des Handelns ohnehin kritisieren, wenn der Vermieter im Einzelfall Kenntnis vom Sozialhilfebezug erlangt, wodurch nicht mehr von einem "Sozialgeheimnis" gesprochen werden könnte, obwohl es dies zu wahren gilt (§ 35 SGB I; §§ 67. ff. SGB X). Mir ist zwar kein Fall aus der Praxis bekannt, wo es im Verhältnis Mieter / Vermieter zu Schwierigkeiten gekommen wäre, weil der Vermieter wusste, der Mieter ist Sozialhilfeempfänger, aber zulässig wäre eine solche Form des Handelns seitens des Sozialamtes m.E. nur dann, wenn Du als leistungsberechtigte Person darüber aufgeklärt werden würdest, dass der Vermieter Kenntnis vom Sozialhilfebezug erlangt und Du Dich damit ausdrücklich einverstanden erklärst. Wenn Du das nicht unterzeichnest, muss das Sozialamt das akzeptieren.

    Ja, ich habe verstanden, dass Deine Tochter nicht mehr in Deinem Haushalt wohnt. Darauf bezieht sich meine Antwort.


    Ersetze das Wort „Wenn“ im ersten Satz meiner Antwort durch „Weil“, damit es vielleicht klarer wird.


    Anders formuliert:

    Grundsätzlich ist das Kindergeld bei Dir anzurechnen. Als Ausnahme davon ist das Kindergeld nicht auf Deinen Leistungsanspruch, sondern auf den Deiner Tochter anzurechnen, wenn es - wie bislang schon - von Dir weitergeleitet wird. Das braucht nur nachgewiesen zu werden.

    Wenn Deine jüngste Tochter nicht mehr in Deinem Haushalt lebt, also nicht mehr zu Deiner Bedarfsgemeinschaft gehört, funktioniert das, wenn Du die Weiterleitung an Deine Tochter gegenüber dem Jobcenter nachweist, vgl.:


    Kind nicht (mehr) in der BG

    (11.49)


    (4) Kindergeld für Kinder, die nicht (mehr) der BG angehören, ist grundsätzlich als Einkommen der kindergeldberechtigten Person zuzuordnen. Dies gilt nicht, wenn das Kind außerhalb des Haushalts lebt und das Kindergeld nachweislich an dieses weitergeleitet wird. Der Nachweis kann in einfachster Form (z. B. Überweisungsbeleg, Kopie eines Dauerauftrages, Erklärung des Kindes, Abzweigung durch Familienkasse) erbracht werden (siehe auch FW zu § 12a).


    https://con.arbeitsagentur.de/…ocuments/dok_ba015901.pdf

    Ok, wenn Sozialhilfe gezahlt werden sollte, wird das Sozialamt Dir (in diesem Forum ist es üblich, sich zu Duzen :), also nicht wundern, dass ich das einfach tue) möglicherweise eine sogenannte Überleitungsanzeige nach § 93 SGB XII zusenden.


    Das ist ein Verwaltungsakt, ein Bescheid, mit dem das Sozialamt bewirkt, dass der Anspruch, den Dein Vater gegen Dich haben könnte, auf das Sozialamt übergeht. Das heißt, das Sozialamt wäre dann Inhaber des möglichen Schenkungsrückforderungsanspruchs. Ist die Überleitung erfolgt, kann das Sozialamt in diesem zweistufigen Verfahren den Anspruch zivilrechtlich geltend machen. Bevor das geschieht, dürfte Dir im Anhörungsverfahren rechtliches Gehör gewährt werden. Du kannst die Fragen, die ich oben gestellt habe, dann auch dem Sozialamt stellen und Dich dann ggf. wieder melden, denn ich empfehle, die Flinte nicht einfach ins Korn zu werfen. Es ist nach der bisherigen Schilderung nämlich noch nicht erkennbar, dass der Schenkungsrückforderungsanspruch überhaupt besteht.

    Ich habe ein Schreiben von einer Sozialhilfe Verwaltung bekommen, aus dem daraus hervor geht, dass mein Vater für seine Heimkosten nicht alleine aufkommen kann. Er hätte in seinen Antrag angegeben, er hat Schulden von 1000euro von mir beglichen. Das Sozialamt legt dieses als Schenkung jetzt aus und will das Geld von mir zurück haben.

    Vorweg: Das Jobcenter hat mit der Angelegenheit überhaupt nichts zu tun, ist völlig unbeteiligt und kann auch in dem Fall, in dem festgestellt werden sollte, es besteht ein Schenkungsrückforderungsanspruch Deines Vaters gegen Dich, den Leistungsanspruch nicht einschränken, so dass kein Grund besteht, deswegen um den notwendigen Lebensunterhalt besorgt zu sein.


    Zur Schenkung:

    Das ist nach der Sachverhaltsschilderung eine Schenkung im Sinne von § 516 Abs. 1 BGB ( http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__516.html). Nach dieser Legaldefinition des Begriffs ist Schenkung eine Zuwendung, durch die jemand aus seinem Vermögen einen anderen bereichert, wenn beide Teile darüber einig sind, dass die Zuwendung unentgeltlich erfolgt.


    Zwar könntest Du einwenden, nicht bereichert zu sein, weil Deine Schulden beglichen worden sind, aber der Punkt ist, dass sich der Bestand Deines Vermögens verändert hat. Hattest Du z.B. Schulden von 4.000 EUR und Dein Vater hat 1.000 EUR beglichen, dann hast Du in Höhe von 1.000 EUR einen vermögenswerten Vorteil erlangt, denn Du hast nur noch 3.000 EUR Schulden. Da sich die Herausgabe des Geschenkes nach bereicherungsrechtlichen Vorschriften des BGB richtet (§§ 812 ff. BGB), liefe die Einrede der Entreicherung ins Leere. Zwar ist die Verpflichtung zur Herausgabe des Geschenkes oder zum Ersatz des Wertes nach § 818 Abs. 3 BGB ausgeschlossen, soweit der Empfänger, also Du, nicht mehr bereichert ist. Der Bundesgerichtshof hat dazu aber beispielsweise entschieden: Hat jemand ohne Rechtsgrund die Schulden eines anderen getilgt, so kann der Schuldner gegen den Bereicherungsanspruch grundsätzlich nicht einwenden, er sei nicht mehr bereichert (BGH, Urteil vom 08. Dezember 1995 – LwZR 1/95).


    Um den Fall genauer beurteilen zu können, wären noch einige Fragen zu klären:


    1. Erfolgte die Schenkung vor der Heimaufnahme? Falls ja, wie lange davor und war zu dem Zeitpunkt bereits absehbar, dass eine Heimaufnahme bevorsteht?

    2. Falls die Schenkung nach Heimaufnahme erfolgte, wie hoch war der Bestand des Vermögens Deines Vaters und wann war das? Gehörten die 1.000 EUR möglicherweise zum Schonvermögen?

    Die fehlenden zwei Monate in der Rentenversicherung lassen sich nicht durch freiwillige Beiträge in die Rentenversicherung kompensieren, um die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen für den Bezug einer Rente wegen voller Erwerbsminderung zu erfüllen.


    Um Anspruch auf eine Rente wegen voller Erwerbsminderung zu haben, muss man nicht nur voll erwerbsgemindert sein (§ 43 Abs. 1 Nr. 1 SGB VI, sondern Voraussetzung ist ferner, dass die versicherte Person in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung drei Jahre Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit vorzuweisen hat( § 43 Abs. 2 Nr. 2 SGB VI). Außerdem muss die allgemeine Wartezeit (§ 43 Abs. 2 Nr. 3 SGB VI) erfüllt haben, die gem. § 50 SGB VI fünf Jahre beträgt.


    Dass bei Deinem Fall momentan etwas ins Stocken geraten ist, scheint daran zu liegen, dass die Agentur für Arbeit nach Deiner Schilderung nach wie vor ALG I zahlt, obwohl der Rentenversicherungsträger dem Landratsamt bereits mitteilte, dass dauerhafte volle Erwerbsminderung festgestellt worden ist. Möglicherweise ist diese Information bei der Agentur für Arbeit noch nicht angekommen?


    Jedenfalls müsste die Zahlung des ALG I wegen Minderung der Leistungsfähigkeit eingestellt werden. Denn eine der Voraussetzungen für den Bezug von Arbeitslosengeld I, die Verfügbarkeit, ist entfallen. Verfügbar ist man gem. § 138 Abs. 5 SGB III, wenn man u.a, eine versicherungspflichtige, mindestens 15 Stunden wöchentlich umfassende zumutbare Beschäftigung unter den üblichen Bedingungen des für sie oder ihn in Betracht kommenden Arbeitsmarktes ausüben kann und darf. In Deinem Fall ist festgestellt worden, dass volle Erwerbsminderung vorliegt, mithin kannst Du keine 15 Stunden wöchentlich (3 h tgl.) arbeiten.

    Das Landratsamt hat den zuständigen Rentenversicherungsträger um Prüfung gebeten, ob dauerhafte volle Erwerbsminderung vorliegt (§ 45 SGB XII), nachdem feststand, dass Du die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen für den Bezug einer Rente nicht erfüllst, weil 2 Monate fehlten. Über das Ergebnis der Prüfung hat das Landratsamt nur die Mitteilung erhalten, dass dauerhafte volle Erwerbsminderung vorliegt. Vom Rentenversicherungsträger gibt es für Dich keinen Bescheid, sondern Du kannst allenfalls beim Landratsamt danach fragen, ob man Dir eine Kopie der Mitteilung des Rentenversicherungsträgers anfertigt.


    Zwischen Jobcenter und Landratsamt müsste noch die Absprache getroffen werden, bis wann das Jobcenter zahlen soll und ab wann die Leistung vom Landratsamt erbracht wird. Dies wird vermutlich erst erfolgen, nachdem Du dem Landratsamt die noch fehlenden Unterlagen zur Antragsbearbeitung zur Verfügung gestellt hast.


    Über den Bezug von Arbeitslosengeld besteht eine Pflichtversicherung in der Gesetzlichen Krankenversicherung (§ 5 Abs. 1 Nr. 2 SGB V). Die Mitgliedschaft der Bezieher von Arbeitslosengeld nach dem SGB III endet mit Ablauf des letzten Tages, für den die Leistung bezogen wird (§ 190 Nr. 12 SGB V).


    Um weiterhin in der Gesetzlichen Krankenversicherung versichert zu bleiben, kannst Du dann einen Antrag auf freiwillige Versicherung in der Krankenversicherung stellen. Innerhalb von drei Monaten nach Beendigung der Mitgliedschaft über den Bezug von Arbeitslosengeld ist dies der Krankenkasse anzuzeigen (vgl. § 9 Abs. 2 Nr. 1 SGB V). Erfüllst Du die Vorversicherungszeiten, hast Du eine Versicherungsberechtigung nach § 9 Abs. 1 Nr. 1 SGB V. Nach dieser Vorschrift können der Versicherung Personen beitreten, die als Mitglieder aus der Versicherungspflicht ausgeschieden sind (Ende des Bezugs von Arbeitslosengeld in Deinem Falle) und in den letzten fünf Jahren vor dem Ausscheiden mindestens vierundzwanzig Monate oder unmittelbar vor dem Ausscheiden ununterbrochen mindestens zwölf Monate versichert waren.


    Die Beiträge, die für die freiwillige Krankenversicherung zu zahlen sind, werden gem. § 32 SGB XII vom Landratsamt als Bedarf anerkannt oder - soweit Einkommen vorhanden ist - vom Einkommen abgesetzt. Die Zahlung nimmt das Landratsamt direkt an die Krankenkasse vor (§ 32a SGB XII). Gleiches gilt für die Beiträge zur sozialen Pflegeversicherung.


    Nach Erhalt des Grundsicherungsbescheides wirst Du keine weitere Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung mehr benötigen

    Ja, das ist nicht einfach in der Situation. Weil Leistungsberechtigte, die sich länger als vier Wochen ununterbrochen im Ausland aufhalten, nach Ablauf der vierten Woche bis zu ihrer nachgewiesenen Rückkehr ins Inland keine Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung erhalten, wäre es sicherlich hilfreich, die Angelegenheit mit dem Grundsicherungsamt noch einmal umfassend zu besprechen. Dabei sollte das Sozialamt prüfen, ob nach dem Recht der Sozialhilfe nicht noch andere Hilfen als Grundsicherung denkbar sein könnten. Dazu ließe sich ggf. etwas konstruieren, aber ich will keine Hoffnungen wecken, die womöglich zur Enttäuschung führen. Sollte Sozialhilfe jedenfalls insgesamt ausscheiden, wäre eine Bescheinigung des Sozialamtes darüber wünschenswert, damit man sich an die zust. Behörde in Ö. wenden könnte, um im Vorfeld prüfen zu lassen, ob es aus Ö. Leistungen geben würde.


    Hier ein Link über die Mindestsicherungsleistungen, die Ö. grundsätzlich erbringt:


    https://de.wikipedia.org/wiki/…entierte_Mindestsicherung

    Die Parlamentarische Staatssekretärin Gabriele Lösekrug-Möller führte in einer Antwort auf eine Frage am 8. September 2017 zur Neuregelung, die am 01.07.2017 in Kraft trat, aus:


    <<Die Regelung zum vorübergehenden Auslandsaufenthalt von Leistungsberechtigungen in der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem Vierten Kapitel des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XII) in § 41a SGB XII wurde durch das Gesetz zur Ermittlung von Regelbedarfen sowie zur Änderung des Zweiten und Zwölften Buches Sozialgesetzbuch vom 22. Dezember 2016 (BGBl. I S. 3159) in das SGB XII eingefügt und ist zum 1. Juli 2017 in Kraft getreten. Die Vorschrift gilt nur für Auslandsaufenthalte, die ab diesem Datum beginnen. Bis Ende Juni 2017 hatte es keine gesetzliche Regelung in der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung für die generelle Zulässigkeit beziehungsweise die zulässige Dauer eines Auslandsaufenthalts gegeben. Die Folge war, dass die die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung ausführenden Träger sehr unterschiedlich vorgegangen sind. Manche Träger hatten Reisen ins Ausland überhaupt nicht für die Leistungsgewährung berücksichtigt, andere hatten ab dem Tag der Kenntnis eines Auslandsaufenthalts die Leistung eingestellt, was bedeuten konnte, dass der Leistungsanspruch ab dem Tag der Abreise weggefallen ist. Eine Einstellung der Grundsicherung hatte zur Folge, dass bei Rückkehr erst ein erneuter Antrag gestellt werden musste, um wieder Grundsicherungsleistungen erhalten zu können. Durch § 41a SGB XII wird erstmals einheitlich bestimmt, dass sich Leistungsberechtigte der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung für einen zusammenhängenden Zeitraum von bis zu vier Wochen im Jahr im Ausland aufhalten können und für diesen Zeitraum die Grundsicherungsleistungen weiter gezahlt werden. Auslandsaufenthalte von kürzerer Dauer zählen hier nicht mit. So werden zwei Auslandsaufenthalte von beispielsweise jeweils drei Wochen nicht zusammengezählt, denn nach § 41a SGB XII zählt nur ein durchgehender Aufenthalt von bis zu vier Wochen. Im Unterschied zur Rechtsausführungspraxis vieler Sozialhilfeträger in der Vergangenheit führt das neue Recht ab 1. Juli 2017 nicht mehr dazu, dass bei einem festgestellten Auslandsaufenthalt der Grundsicherungsanspruch entfällt. Stattdessen ist bei einem durchgehenden Auslandsaufenthalt von mehr als vier Wochen nach Ablauf der vierten Woche die Zahlung einzustellen. Der Anspruch ruht dann bis zur nachgewiesenen Rückkehr aus dem Ausland. Mit Nachweis der Rückkehr wird die Zahlung der Leistung, sofern sich zwischenzeitlich keine einer Leistungsberechtigung entgegenstehenden Veränderungen ergeben haben, wieder aufgenommen. Hierfür ist kein neuer Antrag erforderlich. In dem in der Frage erwähnten Zeitungsartikel geht es sich um die schriftliche Information eines das Vierte Kapitel des SGB XII ausführenden Trägers an die Leistungsberechtigten. Damit kommt der ausführende Träger seiner Informationspflicht gegenüber den Leistungsberechtigten nach, indem er diese auf die durch § 41a SGB XII begründeten Mitwirkungspflichten bei Auslandsaufenthalten von einer Dauer von durchgehend mehr als vier Wochen aufmerksam macht. Diese Vorgehensweise ist mit der geltenden Rechtslage vereinbar.>>


    http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/18/135/1813581.pdf


    Legt man den Wortlaut der gesetzlichen Regelung zu Grunde, besteht ab dem 29. Tag des Auslandsaufenthalts kein Anspruch mehr. Ausnahmen sind nicht ersichtlich.


    Es gibt jedoch ein bilaterales Abkommen zwischen D. und Ö. aus dem Jahre 1966, zu dem es das Gesetz zu dem Abkommen vom 17. Januar 1966 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Österreich über Fürsorge und Jugendwohlfahrtspflege gibt:


    https://www.ris.bka.gv.at/Gelt…n&Gesetzesnummer=10008233


    Artikel 2 regelt:
    (1) Staatsangehörigen der einen Vertragspartei, die sich im Hoheitsgebiet der anderen Vertragspartei aufhalten, wird Fürsorge und Jugendwohlfahrtspflege in gleicher Weise, in gleichem Umfang und unter den gleichen Bedingungen wie den Staatsangehörigen des Aufenthaltsstaates gewährt.


    Zu prüfen wäre, ob die Republik Österreich auf der Grundlage dieses Abkommens ab dem 29. Tag des Aufenthalts in Ö. nicht Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts erbringen müsste. Andere Hilfen sind mir nicht ersichtlich.

    Für den Fall habe ich noch einen Praxistipp in petto, der Einfluss auf die Höhe des Leistungsanspruchs haben könnte. Es geht um die Berechnung des anzurechnenden Arbeitseinkommens.

    Ich komme zurück auf den Tipp, den ich geben wollte: Das anzurechnende Einkommen aus der Tätigkeit berechnet sich grundsätzlich nach § 82 Abs. 3 Satz 1 SGB XII. Nach dieser Vorschrift ist bei der Hilfe zum Lebensunterhalt und Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung ferner ein Betrag in Höhe von 30 vom Hundert des Einkommens aus selbständiger und nichtselbständiger Tätigkeit der Leistungsberechtigten abzusetzen, höchstens jedoch 50 vom Hundert der Regelbedarfsstufe 1 nach der Anlage zu § 28. Grob skizziert werden also 70 % des Einkommens angerechnet.


    Allerdings regelt das Gesetz in § 82 Abs. 3 Satz 3 SGB XII, dass im Übrigen in begründeten Fällen ein anderer als in Satz 1 festgelegter Betrag vom Einkommen abgesetzt werden kann. Das Sozialamt hat also in begründeten Fällen einen Ermessensspielraum. Ein begründeter Fall könnte nach der Gesetzesbegründung vorliegen, wenn z.B. ein 14 jähriger Schüler, der mit seinen Eltern oder einem Elternteil unter das SGB XII fällt, Zeitungen austrägt. Da dürfte es unbillig sein, 70 % anzurechnen, weil damit die Arbeitsbereitschaft des Jugendlichen, der vermutlich nur sein Taschengeld aufbessern möchte, zerstört werden könnte. In Deinem Falle wäre ein gewichtiger Gesichtspunkt, dass Du bei einer Arbeitszeit von 20 h die Woche grundsätzlich unter das SGB II fällst. Bei Dir ist das quasi die "Probephase", wenn man das so nennen kann. Wenn Du jedoch unter das SGB II fällst, dann wäre die Berechnung des anzurechnenden Einkommens für Dich deutlich günstiger, weil nach dem SGB II weniger angerechnet werden würde. So gibt es dort z.B. schon einen Grundfreibetrag von 100,00 EUR mtl. bei Einkommen aus einer Beschäftigung.


    Deswegen frage mal Deinen Sachbearbeiter, ob es nicht gerechtfertigt ist, das anzurechnende Einkommen nach den Regeln des SGB II zu berechnen. Ich halte das für sachgerecht und ermessensfehlerfrei.


    P.S.: Solltest Du aufgrund des bereits gestellten Antrags Leistungen nach dem SGB II erhalten, wäre zunächst der Erstattungsanspruch des Sozialamts zu erfüllen, aber dann bliebe noch etwas übrig, weil das Jobcenter weniger vom Einkommen anrechnet. Ob Du aber diesen Anspruch hast, ist noch ungewiss, so dass Du auf jeden Fall beim Sozialamt nach der günstigeren Berechnung fragen solltest.

    Also danach ermittelt das Sozialamt einen Bedarf von 957,09 EUR für den Monat März 2018 bei einem anzur. Einkommen von 601,01 EUR, so dass sich ein Anspruch von 356,08 EUR errechnet.


    Zu berechnen wäre aber wie folgt:


    Bedarfsberechnung


    416,00 EUR ..........Regelbedarfstufe 1
    9,57 EUR ..........Mehrbedarf dez. WW-Aufbereitung
    334,00 EUR ...........Kaltmiete
    65,00 EUR..........Nebenkosten
    79,00 EUR..........Heizkosten


    903,57 EUR..........Geamtbedarf
    -601.01 EUR..........anzr. Einkommen

    302,56 EUR Anspruch

    Damit liegt eine Überzahlung von 53,52 EUR für den Monat März 2018 vor.

    Das ist ein außerordentlich komplizierter Fall, bei dem es nicht einfach ist, laienverständlich zu erklären, wie die Rechtslage aussieht. Ich gehe davon aus, dass es sich bei der Eigentumswohnung, in der Dein Vater bis zum Tode lebte, um ein sog. angemessenes Hausgrundstück handelte. Das heißt, solange Dein Vater darin wohnte, dürfte es so gewesen sein, dass die Sozialhilfe nicht von der Verwertung der Eigentumswohnung abhängig gemacht werden durfte, weil diese nach § 90 Abs. 2 Nr. 8 SGB XII zum geschützten Vermögen zählte. Geschützt war nicht die Eigentumswohnung als solche, sondern der Umstand, dass Dein Vater als Partner der sozialhilferechtlichen Einsatzgemeinschaft darin wohnte.


    https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_12/__90.html


    Wenn das so war, entfiel der Schutzzweck erst mit dem Tode Deines Vaters. Infolgedessen verfügte Deine Mutter erst mit dem Erbfall über einzusetzendes Vermögen. (Da Deine Mutter jetzt zu drei Viertel Eigentümerin ist und Du zu einem Viertel, gehörte die Immobilie Deinen Eltern zuvor zur ideellen Hälfte.) Das bedeutet, aus diesem Rechtsgrund ist nicht die gesamte Sozialhilfe ab Heimaufnahme zu erstatten, sondern nur die Leistungen, die nach dem Tode Deines Vaters gewährt worden sind, wenn das Sozialamt entschieden haben sollte, dass die Eigentumswohnung zu verwerten ist und die Hilfe deswegen als Darlehen nach § 91 SGB XII ( https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_12/__91.html ) gewährt worden ist. War das der Fall?


    Aber: Das Sozialamt wird wahrscheinlich Kostenersatz durch Erben nach § 102 SGB XII geltend machen.
    https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_12/__102.html


    Nach § 102 Abs. 1 Satz 1 SGB XII ist der Erbe der leistungsberechtigten Person oder ihres Ehegatten oder ihres Lebenspartners, falls diese vor der leistungsberechtigten Person sterben, vorbehaltlich des Absatzes 5 des § 102 SGB XII zum Ersatz der Kosten der Sozialhilfe verpflichtet.


    Erläuterung(sversuch): Leistungsberechtigte Person ist Deine Mutter, diese lebt aber, also trifft der Teil des Satzes, die 1. Alternative, nicht zu.


    Was aber zutrifft, das ist, dass „der Erbe...Ihres Ehegatten...“ zum Kostenersatz verpflichtet ist. Du bist neben Deiner Mutter Erbe nach Deinem Vater. Deine Mutter trifft aber keine Ersatzpflicht, wie aus § 102 Abs 1 Satz 4 SGB XII deutlich wird: Ist die leistungsberechtigte Person der Erbe ihres Ehegatten oder Lebenspartners, ist sie zum Ersatz der Kosten nach Satz 1 nicht verpflichtet. Daraus folgt im Ergebnis, dass das Sozialamt berechtigt ist, Kostensatz gegen Dich geltend zu machen. Das ist ein erstaunliches Ergebnis. Ich habe es schon oft erlebt, dass diese Rechtslage auf Unverständnis stößt, zumal die Materie sehr komplex ist und kaum ein Laie dem folgen kann, wenn er sich nicht sehr konzentriert.


    Zu Frage 1: Ja, aber von Dir.


    Zu Frage 2: Du müsstest einen Kostenersatzbescheid erhalten, das ist quasi die „Rechnung“, die zu begleichen ist bzw. der Betrag, den das Sozialamt fordert. Da dürfte also vom Verkaufserlös eigentlich nichts direkt ans Amt fließen.


    Ich hoffe, das war halbwegs nachvollziehbar.

    Bilder kann man natürlich haben. Interessant wird es ja auch erst, wenn TE damit handelt. Und dann muß das Ganze schon gemeldet werden. Aber eben auch erst dann.

    Das nenne ich doch mal einen Vorschlag zur Verwaltungsvereinfachung! Die Sozialhilfe hängt künftig nicht mehr vom Einsatz des Vermögens ab. Bilder darf ich haben, dann wohl auch Yachten, Schlösser und Goldbarren. Ich glaube, der Haken ist, dass das für den Staat ganz schön teuer werden könnte.