Posts by Idiotenwiese

    Quote from olly;306783

    rückwirkend krankschreiben geht nicht.


    Natürlich ist das möglich.
    Kürzere Zeiträume (<3 Tage), insb. aufgrund von Wartezeiten für einen Termin sind -sofern die Erkrankung noch andauert- in der Regel kein Problem.


    Das liegt in der Verantwortung des Arztes, der eine entsprechende Bescheinigung (Urkunde) natürlich nur ausstellt, wenn er von der rückwirkenden Erkrankung überzeugt ist.

    Wenn ich es richtig verstehe, gibt es eine Einstellungszusage für einen Minijob und nun soll vom Jobcenter ein Personenbeförderungsschein gezahlt werden?


    Bei einem Minijob ist eine entsprechende Förderung aus dem Vermittlungsbudget nicht möglich (siehe § 16 Abs. 1 Nr. 2 SGB II in Verbindung mit § 44 Abs. 1 SGB III). Ziel vom SGB II/SGB III ist u. a. die Beendigung von Arbeitslosigkeit - das ist bei einem Minijob in aller Regel nicht der Fall.


    Meine Meinung: Du kannst das Schreiben ruhig wegschicken - inhaltlich steht allerdings ziemlich viel Käse drin, sorry. In der Sachfrage liegst du falsch - Beleidigungen, Diffamierungen oder eine Nötigung erkenne ich nicht. Einen Anspruch auf Sachbearbeiterwechsel gibt es ebenfalls nicht.


    Alternativ könntest du überlegen, welche Schritte du unternehmen könntest, damit du deine Situation verbesserst. Das Schreiben dürfte kaum hilfreich sein.

    Was gfr dir vermutlich sagen möchte:
    Frage die Leistungssachbearbeitung: "Ich habe Ihnen ein Schreiben über eine Mieterhöhung zukommen lassen, bis jetzt jedoch noch keine Antwort/keinen Bescheid erhalten. Wann wird mein Anliegen bearbeitet?"
    Ist doch nicht so schwierig. Dann hast du auch eine Info, wie der aktuelle Sachstand ist.

    Die Lohnhöhe wird nicht übermittelt, wie bereits gesagt wurde.
    Allerdings fällt Betrug langfristig oftmals auf, zum Beispiel durch einen dummen Zufall. Die Staatsanwaltschaft versteht in solchen Fällen auch wenig Spaß.
    Viele Jobcenter verlangen mittlerweile auch Nachweise über Arbeitszeiten sowie Stundenumfang, die der Arbeitgeber bestätigen muss (zum Beispiel um mögliche Zeiten für einen weiteren Job festzustellen). Spätestens dann würde auch auffallen, dass Arbeitsumfang und Monatslohn nicht in einem angemessenen Verhältnis zueinander stehen.

    Turtle hat es bereits geschrieben. Du bist so lange erwerbsfähig, bis eine entsprechende Stelle (Rentenversicherung, Ärztlicher Dienst der Arbeitsagentur) die Erwerbsunfähigkeit feststellt. So lange hast du Anspruch auf Leistungen vom Jobcenter. Ansonsten würde ich dir raten, dass du Unterstützung bei einer Beratungsstelle suchst, die sich mit den unterschiedlichen Behörden auskennt und etwas ausführlicher auf deine Lebenssituation eingehen kann (z. B. Caritas, Diakonie).

    Zuerst Glückwunsch zu der Stelle, mit der du augenscheinlich zufrieden bist.
    Das Berufsfeld "SAP-Entwickler" ist mir mit diesem Terminus weniger bekannt, sofern man die Daten für ERP-Anwendungsentwickler als Vergleich heranziehen kann, schauen die Arbeitsmarktdaten auch nicht allzu schlecht aus.


    Bei der Kritik am Bewerbungstraining sollte man nicht vergessen, dass "Hartz IV" im Grundsatz auch Massenverwaltung ist. Angesichts des auch sehr überschaubaren Personenkreises mit (Fach-)Hochschulabschluss würden eigene Maßnahmen für ein Sofortangebot kaum Sinn machen. Die entsprechenden Dozenten wollen bezahlt werden, so dass die Kalkulation nur aufgeht, wenn bestimmte Plätze fest gebucht sind und auch bezahlt werden.


    Im Übrigen dürfte der Sinn des Bewerbungstrainings nicht nur im Erstellen von Bewerbungsunterlagen liegen oder der Vermittlung grundlegender EDV-Kenntnisse. Der Träger wird ebenfalls Rückmeldung zur Zuverlässigkeit und zum Verhalten der Teilnehmer bekommen. Also Faktoren wie Pünktlichkeit sowie Art und Weise der Mitarbeit. Für die weitere Vermittlungsarbeit ist das auch nicht uninteressant. Wenn es beispielsweise um Umschulungskosten von 15.000 € geht, würde man diese keinem Teilnehmer angedeihen lassen, der sich bereits im Bewerbungstraining durch umfassende Fehlzeiten ausgezeichnet hat.


    Zum angesprochenen Schweißerschein: Der Schein ist für die Vermittlung eines Schweißers kaum bis gar nicht notwendig. In den allermeisten Fällen ist hierbei die Berufserfahrung entscheidend (Stichwort Handfertigkeiten) - der Schein wird primär in Unternehmen, die als Zulieferer bestimmten QM-Kriterien unterliegen, benötigt. Am fehlenden Schein scheitert eine Vermittlung übrigens in den seltensten Fällen.

    Ist das ein Scherz?
    Gesundheitliche Ursachen, dazu zählen auch psychische Probleme, können zu Langzeitarbeitslosigkeit führen.
    Wie soll ein Fallmanager/Arbeitsvermittler denn seinen Job machen, wenn er nicht den Ratschlag geben kann, fachliche Hilfe zu suchen?


    Ein Ratschlag ist keine Beleidigung.

    Wird man sicher anhand des Einzelfalles sowie den durch das Jobcenter bereitgestellten Informationen beurteilen müssen.


    So u. a. das LSG NRW:


    Quote

    Grobe Fahrlässigkeit liegt vor, wenn der Begünstigte die erforderliche Sorgfalt in besonders schwerem Maße verletzt hat. Maßgebend hierfür ist die persönliche Einsichtsfähigkeit des Begünstigten (...). Die erforderliche Sorgfalt verletzt, wer einfachste, ganz naheliegende Überlegungen nicht anstellt und nicht beachtet, was im gegebenen Fall jedem einleuchten muss. Werden gesetzliche Vorschriften, auf die der Leistungsträger gesondert den Leistungsempfänger hingewiesen hat, außer Acht gelassen, ist in der Regel von grober Fahrlässigkeit auszugehen, es sei denn, dass der Betroffene nach seiner Persönlichkeitsstruktur und nach seinem Bildungsstand die Vorschrift nicht verstanden hat (...) Vorliegend hat der Beklagte in seinen jeweiligen Antragsformularen eindeutig und deutlich die besondere Bedeutung von Einkommen hervorgehoben. Das Zusatzblatt 2 macht hinreichend deutlich, dass jedwedes Einkommen für die Bewilligung von Leistungen nach dem SGB II relevant sein kann. Die Klägerin ist zudem in dem Beiblatt (...) deutlich darauf hingewiesen worden, dass insbesondere im Bezug auf Einkommen Mitteilungspflichten bestehen. Dass die Klägerin nicht in der Lage gewesen wäre, diese Hinweise zu verstehen und danach zu handeln, ist weder vorgetragen noch ergeben sich irgendwelche Anhaltspunkte hierfür.


    Angesichts der häufig standardisierten Informationen (Merkblätter, Bescheidtexte) wird man in vielen Fällen aus der groben Fahrlässigkeit bei der Mitteilung von Einkommen nicht rauskommen.

    Quote from Rorschach;284382


    Fange ich jetzt in einer Pommes Bude an und finde innerhalb eines Jahres keinen Arbeitsplatz in meinem erlernten Beruf, dann wird es ganz schwierig wieder zurück in die Branche zu kommen. Dann war meine Berufsausbildung und Weiterbildung komplett für die Katz. Hier wird ständig darauf eingehauen, was dagegen spricht einen solchen Job anzunehmen, was dagegen spricht, ist einfach das man da nicht mehr rauskommt und aufgrund der derzeitigen Wirtschaftslage dort sitzen bleibt.


    Dein Lebenslauf wird aber auch nicht dadurch aufgewertet, dass nach einer Qualifizierung erstmal Leerlauf ist.


    Man kann sicherlich einem Arbeitgeber im Wunschberuf verkaufen, wieso man sich vorübergehend mit einer Tätigkeit über Wasser gehalten hat, die nicht der Qualifikation entspricht. Ganz einfach mit dem Argument, nicht arbeitslos zu Hause sitzen zu wollen.


    Wesentlich schwerer ist es eine Antwort zu finden auf die Frage: "Ihr Abschluss ist nun neun Monate her...Was haben Sie seitdem gemacht?"


    Kein Personalentscheider wird die Antwort glaubwürdig finden, dass man jeden Tag acht Stunden lang Bewerbungen geschrieben hat.


    Niemand will dir den Lebenslauf kaputtreden oder dich schlecht machen.


    Allerdings haben insbesondere die Mitarbeiter, die den Arbeitsmarkt beruflich im Auge haben, häufig die Fälle gesehen, in denen eine Person mit Qualifizierung den Anschluss an den Arbeitsmarkt verloren hat.


    Ein dauerhaftes Praktikum sehen die Gesetze (sowohl Arbeits- als auch Sozialrecht) in aller Regel übrigens nicht vor. Arbeitsleistung in einem Betrieb wird nicht kostenlos erbracht und nebenbei nicht durch Sozialleistungen subventioniert.

    Quote from emiliö;281381


    Jetzt muss ich eine Liste anfertigen, welche Lebensmittel ich durch lactosefreie ersetze, bei welchen Discounter oder welchem Supermarkt ich die kaufe, was die mehr kosten als normale Lebensmittel und wie viel ich davon im Monat verzehre. Sollte ich teurere Produkte kaufen als die Billigsten muss ich begründen warum ich dies tue.
    Komme ich dem nicht nach, da ich ja eine Mitwirkungspflicht habe, sieht sie sich gezwungen nach Aktenlage zu entscheiden.
    Muss ich mir das wirklich gefallen lassen. In den Gerichtsurteilen sind die Richter von einem Euro pro Tag ausgegangen als Mehrkosten.


    Wo ist dein Problem?
    Du machst einen Mehrbedarf geltend und das Jobcenter möchte von dir wissen, wie hoch dieser Mehrbedarf ist.


    Nebenbei gibt es keinen Pauschalen für den Mehrbedarf, das hat das BSG im Urteil vom 14.2.2013 (B 14 AS 48/12 R) ausdrücklich klargestellt. Es gibt also nicht einfach einen Euro am Tag zusätzlich.


    Ansonsten hat Floeckchen bereits eine umfangreiche Zusammenfassung zu dem Urteil verlinkt.

    Okay, letzte Antwort von mir. Mögen sich andere Teilnehmer die Zeit mir dir nehmen.


    Die Arbeitsstätte umfasst den Ort, an dem die Arbeitsleistung erbracht wird. Wenn du nun wieder einen Ausflug ins Steuerrecht und der "Regelmäßigen Arbeitsstätte" machen willst, sei dir das gegönnt. Hat aber mit der Arbeitsstätte, wie sie für die Freibetragsregelung des SGB II angezeigt ist, nichts zu tun.


    Darfst du aber, wie gesagt, anderweitig diskutieren.

    Fakt ist, dass du für dein Alter viel Verantwortung tragen musst.
    Neben deiner Ausbildung noch die finanzielle Situation für dich und deine Schwester zu managen, ist sicher auch keine einfache Aufgabe.


    Schuldzuweisungen bringen übrigens weder dich noch einen anderen weiter.


    Mit dem Abbruch der Ausbildung wirst du nicht besser im Leben stehen. Es ist außerdem auch nicht so, dass Personen ohne Ausbildung im Ausland händeringend gesucht werden. Wenn du also auswandern magst und dann ohne Job sein willst: Nicht die klügste Entscheidung.


    Ich weiß nicht, wann deine Schwester volljährig wird. Ob es sich noch lohnt, eine anderweitige Betreuung einzurichten, ist fraglich.


    Allerdings solltest du dich auf die Probleme fokussieren, die derzeit anstehen. An das Geld für die Vergangenheit wirst du kaum kommen. Größeres Interesse solltest du also haben, die Mietschulden zu regeln. Da kann eine Beratungsstelle Unterstützung leisten.

    Quote from Cloakmaster;280955


    Wie werden die nun errechnet? Das FA macht jede Fahrt zum Entleiher zu einer Dienstreise, was die Absetzmöglichkeiten enorm steigert. Aber tut das SGB das auch, ja oder nein? Diese Frage wurde bisher komplett ignoriert.


    Die Antwort wurde dir bereits gegeben.
    Ich habe ein Dokument verlinkt, das deine Fragen beantwortet.


    Arbeitsstätte, 0,20 €, Entfernungskilometer.

    Hallo,


    wenn die Antragsabgabe persönlich möglich war - wieso nicht die Nachfrage nach der ausbleibenden Zahlung?


    Sofern du schreibst, dass dir das Verfahren seit etlichen Jahren geläufig ist, hättest du früher reagieren müssen, sorry.


    Eine bessere Antwort kann es für den Sachverhalt leider nicht geben. Die gesetzliche Regelung zum Erfordernis eines Antrages und der Ausschluss rückwirkender Zahlungen ist eindeutig (§ 37 SGB II).


    Der Gang zur Caritas bzw. einer anderen Beratungsstelle wäre wahrscheinlich auch keine schlechte Idee. Je nachdem, welche Leistungen deine Schwester noch erhält (Kindergeld, Waisenrente), können euch fachkundige Personen Ratschläge dazu geben.