Mindestlohn und ähnliches

  • Da der Hartz 4 - Meinungs - Thread ja nun geschlossen wurde, aber noch einige Diskussionen offen sind, beziehe ich mich hier nun auf ein Posting, dass sich auf eines der meinen bezog ;)

    Zitat:
    Anyway, wenn es mit dem Mindestlohn in 21 europäischen Ländern geklappt hat, warum sollte es dann in Deutschland so schief gehen?
    Zitat henry:
    "Dann schau Dir einmal die Tabelle:
    Mindestlohn ? Wikipedia
    der europäischen Mindestlöhne an.
    Luxembourg,Frankreich,Irland,Niederlande und Belgien haben zwischen 9,43 und 8,41 €,UK 6,41 € und Österreich nur noch 5,99 € und Bulgarien noch 0,71 €.
    Dann denk mal daran,in den meisten der europäischen Ländern muß man aber von diesen Löhnen leben,Miete und Essen zahlen,(und die Lebensmittel sind inzwischen überall teurer)während es in Deutschland durch Hartz IV die Möglichkeit des Aufstockens gibt.Wir haben nämlich durch Hartz IV schon den Mindestlohn."

    Ja, eben, die Mindestlöhne sollen u.a. den Menschen ermöglichen, in dem Land, in dem sie leben, durch ihre Erwerbsarbeit eine mindest Teilhabe am allgemein erreichten Lebensstandard zu haben.
    Die Kosten hieran sind in jedem Land anders, aufgrund der unterschiedlichen Entwicklungen in den einzelnen Ländern.
    Daran muss der jeweilige Stand gemessen werden - ohne Frage sind die Preise in Bulgarien günstiger als in Luxemburg, beispielsweise.

    Zu sagen in Deutschland gebe es einen Mindestlohn, da es durch ALG II aufstockende Leistungen gibt, ist die kurzsichtige Rechnung eines Erstklässlers.
    Warum soll der Staat hier in dieser Weise für die Arbeitgeber einspringen?
    Und die hart arbeitenden Arbeitnehmer werden durch den Verbleib von ALG II einiger Grundrechte beraubt, die besser verdienendende Arbeitnehmer inne haben: - freie Wahl der Wohnung, Schutz der Privatsphäre, Vermögensbildung durch zusätzliche Einnahmen etc., etc., ....
    Warum soll der Stundensatz dadurch bestimmt werden, wie hoch die Miete ist, ob gerade geerbt wurde und, und, und ..
    Wo gibt es denn sowas? Das kann doch eigentlich nicht marktwirtschaftlich genannt werden, und die Gesetze der Marktwirtschaft werden ja gerade herangezogen, um gegen den Mindestlohn zu argumentieren .. eigentlich zeigt das Argument eher, dass ein Mindestlohn unabdingbar ist, will man der zunehmenden staatlichen Hilfen entkommen.

    Ach, und zudem wurden anfang des Jahres viele Aufstocker doch auf das Wohngeld verwiesen.
    Das gibt es natürlich in vielen Ländern auch, in denen es Mindestlohn gibt,
    so zum Beispiel in den UK. Heisst da Housing benefit.

    So, schau an,

    in Österreich heisst das auch Housing Benefit:

    Socialinfo Vienna - Housing benefit

    Und hier ein Vergleich von Sozialgeld-Sätzen einiger Länder mit konkreten Zahlen, Stand 2003:

    http://www.euromarches.org/deutsch/04/0319_7b.htm

    Teilweise kommt Wohngeld da noch hinzu.

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  • Dann gibt es vielleicht in wenigen Ländern mehr,aber dafür in vielen Ländern weniger Unterstützung.

    Quote

    Belgien: Minimex
    Das Minimex wird Personen gezahlt, die über 18 und ohne anderweitige Einkommen ist. Es ist im ganzen Land gleich hoch.
    Größenordnung:
    572 Euro für Alleinstehende;



    Quote

    Finnland: Toimeentulotuki
    Das Toimeentulotuki wird durch nationales Gesetz festgelegt. Es wird an Personen über 18 Jahre gezahlt, solange wie diese ihre Lage nicht hat verbessern können. Wohngeld kann hinzukommen. Die Höhe unterscheidet sich in zwei Regionen. Größenordnung:
    354 oder 370 Euro für Alleinstehende;





    Quote

    Italien: Minimo Vitale
    Das Minimo Vitale wird durch regionale Gesetze geregelt. Die Höhe wird örtlich je nach individueller Situation festgelegt. Die Krankheitskosten werden für die Leistungsbezieher übernommen. In einigen Regionen gibt es in begrenztem Umfang Wohngeld.
    Größenordnung:
    zwischen 232 und 372 Euro für Alleinstehende





    Dazu muß man auch speziell für die Niederlande beachten:

    Quote

    Keine Leistung ohne Gegenleistung: In den Niederlanden wird von den Arbeitslosen zuerst gefordert, dann dürfen diese fordern. Durch klare Strukturen und finanzielle Anreize für Kommunen sank die Zahl der Sozialhilfeempfänger um ein Viertel. Davon könnte sich Deutschland einiges abschauen.


    Ländervergleich: Niederländer müssen für Hartz IV arbeiten - Nachrichten Wirtschaft - WELT ONLINE



    Wer die Lebensmittelpreise z.B.in Italien,UK oder Portugal kennt,der kann erahnen was diese Sätze bedeuten.

    Und zum Schluß:



    Quote

    Und die hart arbeitenden Arbeitnehmer werden durch den Verbleib von ALG II einiger Grundrechte beraubt, die besser verdienendende Arbeitnehmer inne haben: - freie Wahl der Wohnung, Schutz der Privatsphäre, Vermögensbildung durch zusätzliche Einnahmen etc., etc., ....



    Sorry,aber das hat nichts mit Grundrechten zu tun,jeder Voll Erwerbstätige kann seine Wohnung auch nur nach den verfügbaren Mitteln wählen.Der Eine im schicken EFH oder in der ETW,der Andere eben in Plattenbauten.
    Genauso verhält es sich auch mit der Vermögensbildung.
    Die Wirtschaft richtet sich immer noch nach Angebot und Nachfrage und das wird nicht vom Staat bestimmt.Tatsache ist nunmal,das wir immer mehr damit konfrontiert werden das es inzwischen Industrienationen gibt in denen die Löhne nur 10 % der Unseren ausmachen.Von daher wird es in Zukunft erst recht noch schlechter werden als Heute.
    Es steht nunmal nirgends geschrieben das der Deutsche Standart für alle Ewigkeit so blieben muß.Das werden wir in Zukunft schmerzhaft erfahren.

  • Quote from Henry;57660

    Sorry,aber das hat nichts mit Grundrechten zu tun,jeder Voll Erwerbstätige kann seine Wohnung auch nur nach den verfügbaren Mitteln wählen.Der Eine im schicken EFH oder in der ETW,der Andere eben in Plattenbauten.


    Ja, aber der ALG II - Aufstocker darf gar nicht mehr umziehen, das heisst, er wird auf die bisher bewohnte Wohnung festgeschrieben.
    Zum Beispiel wird bei Eintritt ins ALG II von einem Single eine 35-qm-Wohnung bewohnt zur monatlichen Miete von 280 Euro, so muss die Person, solange sie aufstockt, da wohnen bleiben. Ein anderer Single hat bei Eintritt eine 50-qm-Wohnung mit Balkon zu 380 Miete - genau die Grenze zur ALG II Mietobergrenze. Zweitere Person darf in dieser 50 qm wohnen bleiben, erstere darf keine andere Wohnung beziehen. Sind beide Aufstocker, haben sie nach deiner Rechnung unterschiedliche Stundenlöhne. Was soll das?
    Bei einer Mindestlohn-Regelung hätten sie dasselbe Geld, und könnten frei umziehen, Wohngeldansprüche bleiben erhalten.



    Quote from Henry;57660

    Genauso verhält es sich auch mit der Vermögensbildung.
    Die Wirtschaft richtet sich immer noch nach Angebot und Nachfrage und das wird nicht vom Staat bestimmt.


    Ja, und die Nachfrage würde steigen, wenn der einzelne Bürger z.B. dank Mindestlohn mehr Geld zur Verfügung hätte.


    Zu den Sätzen: Ja, klar ist das Wohngeld eine Kann-Regelung. Das sind ja nicht Auszüge des Gesetzestext, das bedeutet, Wohngeld kommt dann hinzu, wenn auch eine entsprechene Miete anfällt, so ist es ja auch bei uns. ALG II ist 359 Euro, und die entsprechende Miete kommt hinzu, so steht das in dem Text für Deutschland, so sind die Schilderungen für die anderen Länder auch zu sehen.


    Beispielsweise in Großbritannien hat sich der Standard seit Einführung des Mindestlohns sehr gut gemacht.


    Ach ja, und dass in Holland die betonten Eingliederungsmassnahmen keine EEJ-Jobs im Sinne von gemeinnütziger Arbeit sind, sondern zu einer tatsächlichen schnellen Integration in den ersten Arbeitsmarkt führen sollen, wurde in diesem Forum an andrer Stelle wiederholt besprochen.
    Ich glaube kaum, dass es dort gleichlautende Alibi-Eingliederungsvereinbarungen gibt, wie hierzulande von der ARGE praktiziert.

  • Die 1. genannte Person muss nicht da wohnen bleiben.
    Kann sie sich den Singleumzug leisten, kann sie jederzeit umziehen.
    Zieht sie in den Einzugsbereich einer anderen Arge, steht ihr laut vielen Urteilen, der dortige Miethöchstsatz zu.

    Gewusst wie, sag ich da nur. ;)

  • "Vereinigtes Königreich: Income Support
    Das Income Supprt wird durch allgemeine Richtlinien geregelt und an jede Personen über 18 Jahre für unbegrenzte Zeit ausgezahlt, die als nicht erwerbsfähig erkannt wird und über kein Minimum an Einkommen verfügt. Es gibt Arbeitsanreize, ebenso Unterstützung im Krankheitsfall und Wohngeld.
    Größenordnung (incl. Beiträge zur Krankenkasse und Wohngeld):
    728 Euro für Alleinstehende über 25 Jahre;
    1004 Euro für ein Paar ohne Kind;
    1540 Euro für ein Paar mit zwei Kindern."

    Diese Sätze sind doch höher als die hiesigen?

    Beiträge zur Krankenkasse,
    schon mal was von gehört, dass in es in den UK eine National Insurance gibt :D ?
    Das ist eine staatliche Krankenkasse.
    Die kostet viel weniger als die Sätze für die deutsche gesetzliche.
    Es würde mich nicht wundern, wenn Arbeitslose beitragsbefreit sind, und sogesehen sind die Beiträge für die Krankenkasse natürlich im Income Support enthalten.
    Man kann eben nicht immer einfach so Äpfel mit Birnen vergleichen.

    Quote from Floeckchen;57664

    Die 1. genannte Person muss nicht da wohnen bleiben.
    Kann sie sich den Singleumzug leisten, kann sie jederzeit umziehen.
    Zieht sie in den Einzugsbereich einer anderen Arge, steht ihr laut vielen Urteilen, der dortige Miethöchstsatz zu.

    Gewusst wie, sag ich da nur.



    Na, es ist mir klar, dass Clevere auch innerhalb der SGB Regelungen Schleichwege finden, das ist a) ebenfalls im jeden Land so, b) kann nicht in eine Diskussion übers bestehende SGB so als Argumnet gebracht werden.

    Man möchte ja nicht unbedingt in den Bereich einer anderen Arge ziehen zudem, wenn man eine etwas bessere Wohnung haben möchte.
    Offiziell muss so oder so ARGE B zustimmen, dass sie den ALG II´ler der ARGE A abnimmt.

    Und wenn man also im Bezirk bleiben will, was wohl meist der Fall ist, darf man ganz gewiss nicht in eine teurere Wohnung ziehen, ich kenn etliche Fälle, wo dies abgelehnt wurde.
    Bewilligt wird nur umzug in eine kostengünstigere Wohnung.

    Es bleibt dabei: Aufstocker A hat 100 Eur weniger in der Tasche und ist in seinem Grundrecht der freien Wohnungswahl gebrochen.

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  • Seit wann muss die Zuzugsarge zustimmen?
    Hat unsere nicht gemacht, Antrag gestellt und fertig.

    Die 100€ hat B aber auch nicht mehr in der Tasche, ausser er veruntreut die Miete...

  • @ Flöckchen


    Also, ich kenn einen Fall, da musste die ARGE, wo hingezogen werden sollte, zustimmen.


    "Die 100€ hat B aber auch nicht mehr in der Tasche, ausser er veruntreut die Miete... "


    Nun, die 100 Euro hat B nicht als "Bares" in der Tasche, sondern in Form von mehr Wohnqualität, in meinen obigen Beispiel 50 qm statt 35 qm und einen Balkon.


    Bei Mindestlohn hätte Person A die Wahl zu entscheiden, ob sie ihr Geld dazu einsetzt, sich eine etwas schönere Wohnung zu suchen.


    Auf jeden Fall hätten A und B denselben Stundenlohn.
    In bestimmten Fällen käme Wohngeld eh noch hinzu.



  • Außerdem habe ich ja geschrieben,es gibt ganz wenige Länder in denen es besser ist,aber ganz viele denen es schlechter geht.

  • Des gibt eigentlich nur in Westeuropa einige wenige Länder die vergleichbar wie Deutschland Sozialgelder für Arbeitslosigkeit verteilen.

    Der Rest der Welt kennt keine staatliche Alimentation in dieser Größenordnung, weder hinsichtlich der Höhe noch der Dauer die ja in Deutschland unbegrenzt ist.

    Das Gejammere über "Verletzung von Menschenrechten" bei der Sozialversorgung in Deutschland klingt da schon komisch.

    Henry

    Vielen Dank für die Übersicht wie es in anderen Ländern mit der Sozialunterstützung aussieht.

    Vielleicht doch eine kleine Korrektur. In Italien ist die Unterstützung regional geregelt. Deine Zahlen beziehen sich da auf reiche Regionen.

    In den meisten Regionen Italiens gibt es keine mit Deutschland vergleichbare Sozialunterstützung.



  • Stimmt,südlich von Rom beginnt sozusagen die 3.Welt.
    Aber die Leute sind kreativ und finden immer eine Möglickeit um über die Runden zu kommen.Ich wüßte nicht das es dort Hungertote gibt wie hier angeblich unter Hartz IV,wo der Regelsatz ja nichtmal zum Sattessen reichen soll.:)

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  • Quote from Henry;57675


    Schon mal dortgewesen und gesehen wie es in den Krankenhäusern und bei den Ärzten zugeht?



    Ja, ich habe vor längerer Zeit zwei Jahre lang in England gelebt, und Housing Benefit bezogen, und war auch über National Insurance versichert.
    Nun, einen krassen Unterschied zur Behandlung von Otto-Normal-Kassenpatienten gibt es nicht, jetzt wie es z.B. Brasilien - Deutschland wäre, der Standard dort ist durchaus gut, soweit ich weiß, tragen die auch das ihre zur Forschung bei.
    Sicher, derselbe ist es nicht, aber das sage ich doch: Man kann nicht Äpfel mit Birnen vergleichen !!
    Fakt ist, für die National Insurance zahlt der einzelne eher wenig.
    Über Mindestlohn etc. ist ein Grundverdienst gesichert.
    Es ist dadurch wieder etwas anderes, wenn Zusatzversicherungen abgeschlossen werden.... die Grundversicherung ist ja weniger, bleibt mehr Geld über.
    Soll keinesfalls heißen, dass ich das besser finde.
    Nochmal: Es ist anders in einem anderen Land.
    Man kann schon schauen, wie die es in einem anderen Land machen mit dem Mindestlohn und Grundsicherung etc.
    Aber es macht in meinen Augen keinen Sinn die Lösung des eigenen Landes, damit zu rechtferigen, dass es in einem anderen Land "ja schlechter" sei. Geht es dem ALG II - Empfänger dadurch gut, dass es in einem anderen Land schlechter ist? Nein.
    Es wird nur versucht dieses als Beruhigungsmittel einzusetzen anstatt über die Strukturierung an sich zu reden.

    Wieso nun sollen bestimmte Berufsgruppen nicht frei darüber entscheiden können, wie sie wohnen wollen?
    Warum soll Friseuse B weniger bekommen als Friseuse C, weil ihre Wohnung 100 Euro weniger kostet (die Sache mit der Aufstockung als "Mindestlohn")?
    Warum soll der Verkäufer sich nicht auch mal eine schöne Urlaubsreise gönnen, wenn er das Ersparte seiner Eltern erbt?
    Nur zwei Beispielfragen.


    Quote from Henry;57675

    Außerdem habe ich ja geschrieben,es gibt ganz wenige Länder in denen es besser ist,aber ganz viele denen es schlechter geht.



    Dass allein, wenn es denn so pauschal gesagt überhaupt stimmt, ist, wie oben ausgeführt, ein Nuller-Argument.
    Warum soll man nichts verändern, nur weil es in einem anderen Land vielleicht noch schlechter geregelt ist?

    Und es wäre nett, wenn Du nicht (durch Farbe markiert) direkt in die Zitate schreibst. So kann man nämlich dann später nicht erneut dafür die Zitierfunktion nutzen, sondern muss dass per Hand machen ;)

    Quote from mpumpe;57707

    Henry

    Vielen Dank für die Übersicht wie es in anderen Ländern mit der Sozialunterstützung aussieht.



    Der Link zur Übersicht war ursprünglich von mir!!!!
    Henry hat das nur hierher übertragen, für diejenigen, die nicht selbst die Links aufrufen ...

    @ Henry, das hättest Du auch mal sagen können, als Du auf mpumpe geantwortet hast.

    Quote from mpumpe;57707

    Vielleicht doch eine kleine Korrektur. In Italien ist die Unterstützung regional geregelt. Deine Zahlen beziehen sich da auf reiche Regionen.
    In den meisten Regionen Italiens gibt es keine mit Deutschland vergleichbare Sozialunterstützung.



    Dass in Italien die Sozialunterstützung regional geregelt ist, habe auch ich zuerst eingebracht, remember?
    Worauf sich die Zahl in dem neuen Link bezieht, ist nicht dargelegt.
    Wenn Du einen Link dazu recherchieren kannst, mpumpe, bitteschön, herdamit, aber was Du da jetzt geschrieben hast, ist eine blosse Vermutung.

    Übrigens, wie ich bei der Zurverfügung-Stellung des Links bereits erwähnt habe, diese Zahlen sind von 2003. Es ist stark anzunehmen, dass sie sich bis 2009 weiter nach oben entwickelt haben.

    Wer weitere Links dazu findet - bitteschön, mich interessiert das ja auch.

    Quote from Henry;57711

    Stimmt,südlich von Rom beginnt sozusagen die 3.Welt.
    Aber die Leute sind kreativ und finden immer eine Möglickeit um über die Runden zu kommen.Ich wüßte nicht das es dort Hungertote gibt wie hier angeblich unter Hartz IV,wo der Regelsatz ja nichtmal zum Sattessen reichen soll.:)



    Dass unter ALG II jemand verhungert, hat niemand gesagt :cool: .

    Es geht um eine Mindest-Teilhabe am soziokulturell ereichten Lebenstandard der umgebenden Gesellschaft.

    Dass in der 3. Welt die Leute immer eine Möglichkeit finden, um über die Runden zu kommen, ist ein Hohn an die niedrige Lebenserwartung dort, der hohen Kriminalitätsrate, der hohen Kindersterblichkeit usw.

    Nichtsdestotrotz, ja, gehen die Sozialgelder runter, gehts im Grausektor rund. Z.B. steigt die Schwarzarbeit ganz kreativ.

    Quote from mpumpe;57702

    Das Gejammere über "Verletzung von Menschenrechten" bei der Sozialversorgung in Deutschland klingt da schon komisch.



    Die Unterteilung in eine Klasse von Menschen, die einen hochkarätigen Arbeitsschutz hat, und eine andere, die diesen nicht hat und einer Menge an anderen Restriktionen unterworfen ist, ist nunmal in einem Land, das sich als eines der humansten ansieht, komisch.



  • Von Beruhigungsmittel kann keine Rede sein wenn die Verhältnisse hier mit denen andernorts verglichen werden.

    Allenfalls von Realitätsbewußtsein.

    Deutschland liegt nicht auf einer Insel der Glückseligen, es kann mit seinen Ausstattungsvorsprüngen im Sozialbereich nur so viel besser sein wie es besser ist im internationalen Wettbewerb von Produkten und Dienstleistungen um erstere zu finanzieren.

    Und daran mangelt es zusehens. Deutschland ist auf vielen Gebieten zurückgefallen und Länder wie Indien und China sind nun auch dabei sich einen größeren Teil vom Kuchen abzuschneiden.

    Schon jetzt werden 60 % des Bundeshaushalts ausgegeben für Pump, Rentenzuschüsse und Sozialgelder.

  • Quote from mpumpe;57722

    Deutschland liegt nicht auf einer Insel der Glückseligen, es kann mit seinen Ausstattungsvorsprüngen im Sozialbereich nur so viel besser sein wie es besser ist im internationalen Wettbewerb von Produkten und Dienstleistungen um erstere zu finanzieren.



    Aha, aber dass muss ja nicht durch Niedriglöhne für die untere Schicht getragen werden. Ganz abgesehen davon ist im Zuge der Globalisierung ein Umdenken notwendig. Es muss ja nicht alles im Internationalen Wettbewerb gesehen werden. Zum Beispiel ziehen die Länder der EU in der Hinsicht ja zunehmend an einem Strang.

    Langfristig gesehen muss so oder so ein Weg gefunden werden, wie es allen Ländern gut gehen kann ...

    Quote from mpumpe;57722


    Schon jetzt werden 60 % des Bundeshaushalts ausgegeben für Pump, Rentenzuschüsse und Sozialgelder.



    Davon geht sicherlich auch ein Großteil für die Verwaltung dessen drauf: Die Beschäftigungsträger, die ARGE spezifischen Weiterbildungsträger, die vielen Personalstellen in der ARGE, die notwendig sind, um das SGB zu kontrollieren, die Aufstockung der Stellen bei den Sozialgerichten etc....

  • Deswegen bin ich für ein Bürgergeld. Aber jetzt wo die FDP mit am Ruder ist kommts ja vielleicht noch.

    Jeder Hilfsempfänger verdient sich seine Unterstützung in einer staatlich organisierten Vollzeittätigkeit.

    Neben einer Reihe von Vorteilen hätte es auch den Vorteil daß wie der Arbeitsamtsdirektor Bomba herausgefunden hat die Hälfte der Hilfsempfänger nicht mehr hilfsbedürftig wäre.

  • Quote from mpumpe;57726

    Deswegen bin ich für ein Bürgergeld. Aber jetzt wo die FDP mit am Ruder ist kommts ja vielleicht noch.
    Jeder Hilfsempfänger verdient sich seine Unterstützung in einer staatlich organisierten Vollzeittätigkeit.




    Bist Du Dir sicher, dass die FDP das unter Bürgergeld versteht?
    Und abgesehen davon, muss das ja auch finanziert werden:
    Verwaltet und die Leistung ausbezahlt, bleibt von den Kosten erstmal per se mindestens gleich.


    Und dann: Woher soll die Arbeit für diese "staatlich organisierte Vollzeitarbeit" herkommen?
    Warum kann diese Arbeit nicht normal als sozialversicherungspflichtige Arbeit vergeben werden?
    Im öffentlichen Bereich müsste diese halt wie sonst auch subventioniert werden, aber direkt, nicht über den Umweg Arge,
    und nun mal branchenüblich bezahlt.


    Und auch wenn ich mich wiederhole, diese Arbeit nach zwei Klassen
    a) voll sozialversicherungspflichtige Leistungsträger mit dem historisch erworbenen Arbeitsrecht
    b) als Hilfsbedürftige definierte Bürgergeld-Arbeiter ohne Rechte und unter weiterer Restriktionen
    wäre mit dem Grundgesetz nicht kompatibel.


    Jemand, der Hilfsempfänger genannt wird, darf nicht zugleich ein Arbeitnehmer ohne Rechte sein.



    Quote from mpumpe;57726

    Das hätte den Vorteil daß wie der Arbeitsamtsdirektor Bomba herausgefunden hat die Hälfte der Hilfsempfänger nicht mehr hilfsbedürftig wäre.


    Welcher Arbeitsamtdirektor Bomba?
    Es gibt doch gar kein Arbeitsamt mehr.
    Lamgsam wird es ja richtig lustig mit Dir :o .


    Und, Du sagst ja selbst, das ist vergleichbar mit der Praxis der derzeitigen EEJ-Jobs.
    Wegen eines EEJ-Jobs hat ja noch kaum einer sich aus dem ALG Bezug abgemeldet.
    Viele sehen da eher etwas kurzsichtig den Vorteil, zumindest etwas mehr Geld rein praktisch in der Tasche zu haben.


    Gerade dass bringt doch aber die hohen Neben-Sozialkosten.
    Und es entsteht kein einziger Arbeitsplatz, der Abgaben und Steuern einfährt.
    Stattdessen werden wahrscheinlich eher weniger neue Arbeitsplätze geschaffen, dass ist doch fast der Dolchstoss fürs Wirtschaftssystem.


    Dann doch lieber einen Mindestlohn, der die Kaufkraft steigert und so neue Arbeitsplätze in der Dienstleistung etc. schafft.

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  • Wie Du kennst den Rainer Bomba nicht? ;)

    Ob nun der neue oder alte Name, wobei am besten würde ja noch " Amt für Fälschungen von Statistiken" passen, es hat was mit Arbeit, Arbeitslosen und Statistiken zu tun.

    Wobei mpumpe wohl etwas hochgegriffen hat m.W.n. ist Bomba "nur" Vorsitzende der Regionaldirektion Bayern und nicht der Arbeitsamtsdirektor per se, dass ist bisher F.J. Weise.

  • Ja das stimmt.

    Rainer Bomba war kein Arbeitsamtsdirektor.

    Er war "nur" Geschäftsführer der Region Sachsen-Anhalt/Thüringen.

    Schattenwirtschaft - Überraschend viele Erwerbslose arbeiten schwarz - Aktuell/Wirtschaft-und-Konjunktur

    Dann war er plötzlich für die weit unproblematischere Region Bayern zuständig. Er hat zuviel Staub aufgewirbelt. Ein Schelm wer dabei Schlechtes denkt.


    Das Vorstandsmitglied der Bundes Agentur für Arbeit (BA), meint Jugendliche unter 25 erhalten zu viel ALG II. Als Begründung führt Herr Alt an, das im Vergleich zu Auszubildenden die Hartz IV Regelsätze zu hoch seien. Er meint das es ein vernünftiges Verhältnis zwischen denen die Arbeiten und jenen die eine “Grundsicherung” beziehen geben muss.

    BA-Vorstand: Jugendliche bekommen zu viel ALG II

  • Quote from mpumpe;57745


    Das Vorstandsmitglied der Bundes Agentur für Arbeit (BA), meint Jugendliche unter 25 erhalten zu viel ALG II. Als Begründung führt Herr Alt an, das im Vergleich zu Auszubildenden die Hartz IV Regelsätze zu hoch seien. Er meint das es ein vernünftiges Verhältnis zwischen denen die Arbeiten und jenen die eine “Grundsicherung” beziehen geben muss.


    Jetzt widersprichst Du aber Henry.


    Remember, aufstockende Leistungen verhindern doch, dass irgendjemand unter den ALG II Satz fällt, wenn er/sie arbeitet.
    Ja, sie sind doch auch mindestens so hoch wie Stundenlohn 7,50 Euro, nach der Henry´sken Mathematik


    Achja, schon mal was von gehört, dass U 25 nur in Ausnahmefällen den Singlesatz ALG II bekommen. In der Regel bilden sie eine Bedarfsgemeinschaft mit den Eltern.


    Nunja, ich bin trotzdem froh, dass ich nicht in dieser Bomba-Region lebe. :rolleyes:


    Und meinst Du im Ernst, dass man Schwarzarbeit durch den Verzicht auf Mindestlohn und die Einschränkung von Sozialgeldern mässigen kann?


    Und erklär doch mal wie Deine Version des Bürgergeldes mit der FDP zusammenhängt.

  • Ja das stimmt.

    Man bemüht sich daß der U25 Personenkreis der ein Appartement vom Staat bezahlt bekommt möglichst klein ist.

    Aber du mußt nur ein bißchen rumrandalieren daß es die Eltern nicht mehr aushalten und schon klappts auch mit dem Appartement.

    Aber warum dann so einer mehr kriegt wie ein Azubi das hast du mir auch noch nicht erklärt.

    Und was die Schwarzarbeit angeht, jemand der acht Stunden für seine Unterstützung arbeiten geht kann nicht das Kombi-Modell Stütze plus Schwarzarbeit optimal einsetzen.

  • Leider muss ich hier in diesem Thread sehr oft über andere Staaten lesen. Natürlich kann man dies vergleichen, aber man sollte die Kirche doch lieber im eigenen Dorf lassen.

    Es geht hier in erster Hinsicht um die Zukunft von Deutschland. Betrachtet man sich den Werdegang der BRD kann man feststellen, dass schon vor der Agenda 2010 schon einiges im Argen lag. Dies liegt zum Teil an der verfehlten Arbeitspolitik, am hohen Schuldenberg und an globalen wirtschaftlichen Verhältnissen. Gegen den kummunistisch geführten Staat China werden wir in Zukunft schlecht vorbeikommen, da sind auch in Deutschland Mindestlöhne nicht haltbar. Es findet in Deutschland nicht nur eine demographische Verschiebung des Alters statt, sondern auch eine Verschiebung der Einkommensverhältnisse, was wir z.T. schon zu spüren bekommen.

    Das Märchen der Vollbeschäftigung ist ausgeträumt. Spätestens nach der Agenda 2010, dem Fall der festgelegten Zeit für Arbeiter in Zeitarbeitsfirmen und der Senkung des Spitzensteuersatzes + die Finanzkrise wird es in Deutschland in den nächsten Jahren eine enorme Entlassungswelle geben.

    Was wäre, wenn es noch nicht einmal mehr 1 Euro Jobs gäbe?

    Natürlich sind die von der FDP geforderten Steuersenkungen realisierbar. Doch zu welchem Preis?
    Hier sollte man sich den 200-400 Punkte Katalog zur Senkung von staatlich getragenen Subventionen einmal genauer anschauen. Des Weiteren wird die Staatsverschuldung ansteigen.

    Niedrige Steuern heißen nicht automatisch, dass neue Arbeitsplätze entstehen. Es findet nur eine Verschiebung der Einkommensverhältnisse statt.

    Jede Regierung (und ich meine jede bisherige) hat es noch nicht einmal geschafft, die NEUverschuldung einzudämmen.

    Auch ein Mindestlohn wäre realisierbar, ist dennoch keine Lösung.

    Es sollte nicht mehr nur darum gehen, ein System zu verarzten, sondern ein neues System zu installieren.

    Als Lösungsweg würde ich daher ein bedinngungsloses Grundeinkommen gepaart mit MIndestlohn vorschlagen, welches durch ein umlaufgesichertes Geldsystem gestützt werden kann. Sicherlich würde es erst eine Entlassungswelle daraus resultieren, die jedoch durch den Willen zur Arbeit von Arbeitnehmern aufgefangen wird. Arbeitgeber müssten nun Arbeitsbedingungen schaffen, die für den Arbeitnehmer stehen und nicht gegen ihn. Auch würde es sich lohnen, sich wieder in die Selbstständigkeit zu begeben.

    Die Leistungsträger der Gesellschaft wären auch dann wieder die, die es einmal waren. Damit sind die Menschen in medizinischen und handwerklichen Berufen gemeint.

    So, das fürs erste.

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