Wohnungsgröße Schwerbehinderung

  • Hallo,


    ich lebe allein in einer 70qm großen Wohnung. Was natürlich zu viel ist (ich hatte einen Teil mal gewerblich genutzt und will es vielleicht auch zukünftig wieder, daher die Größe). Zur Zeit bin ich auf ALGII angewiesen. Für die ersten 6 Monate zahlt das Amt, aber fragt natürlich schon jetzt nach was ich denke, wie es danach weitergeht.
    Nun läuft bei mir ein Antrag auf Schwerbehinderung. Dieser wird aufgrund der Erkrankung auch garantiert mit GdB 50% genehmigt. Ist nur eine Frage der Zeit. Mit diesem Ausweis hat man laut


    Wohnen in Miete - Gesamtdokument


    Anspruch auf 15qm mehr Wohnfläche.


    Heißt das nun auch, dass die ARGE nach Ablauf der 6 Monate diese zusätzlichen 15qm zahlen muss? Wenn ja mit welchem Schlüssel? Jetzt sind es bei uns regulär 50qm mit 378,- €, also 7,56 € pro qm.


    Danke und Grüße
    Kerstin

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  • Quote from Kerstin111;35329

    Heißt das nun auch, dass die ARGE nach Ablauf der 6 Monate diese zusätzlichen 15qm zahlen muss?



    Nein, nur wenn diese Behinderung auch einen vermehrten Platzbedarf nach sich zieht wie z. b. ein Rollstuhl oder Gerätemedizin.

    Meine hier eingestellten Beiträge stellen nur meine persönliche Meinung und KEINE Rechtsberatung dar. Ich erhebe nicht den Anspruch allwissend zu sein und lasse mich gerne korrigieren. Wer mich nicht mag, darf mich gerne ignorieren, persönliche Angriffe bitte ich zu unterlassen. Vielen Dank.

  • Mit deiner Schwerbehinderung (so sie denn zu deinen Vorstellungen festgestellt wird) hast du zwar nur bedingt Anspruch auf die zusätzlichen 15 qm (wie von Grubenpony beschrieben), genießt aber anderweitigen Schutz - jeweils ortsabhängig:


    Harald Thome - Örtliche Richtlinien
    (zutreffenden Ort raussuchen)


    Ich wohne z.B. in Berlin, bin schwerbehindert (über 50%, Merkzeichen "G") und alleinerziehend (2 Kinder). Unsere Wohnung ist zu groß (allerdings nur 3 qm oberhalb der Richtlinie) und zu teuer (ca. 100,- teurer als Richtwert - Bruttowarmmiete), wird aber voll übernommen, ich muss auch nicht umziehen und erhalte auch keine Kostensenkungsaufforderung.
    Wobei ich nicht weiß, ob nur wegen der Schwerbehinderung, oder auch deshalb, weil ich zusätzlich noch alleinerziehend mit zwei Kindern lebe.

  • Quote from maria1956;35347

    Harald Thome - Örtliche Richtlinien
    (zutreffenden Ort raussuchen)


    Vielen lieben Dank für Deinen Link. Lt. Link hat sich bei uns die qm² für zwei Personen von 60 auf 65 geändert. Die Heizkosten von 46,00 auf 88,00 Euro. Leider liegen wir dann immer noch mit 2 qm drüber und die Miete wäre um 78,00 (sind genau die Betriebskosten)Euro unangemessen. Jetzt kommen wir wieder zur Frage der Behinderung. Wenn man einen Grad der Behinderung von 50% hat und seine Beine weiter in die Hand nehmen kann wird nichts weiter anerkannt?

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  • Nun doch noch eine Frage dazu.
    Laut o.g. Link gibt es auch einen Kündigungsschutz gemäß BGB §§ 556a, 564b. Worauf bezieht sich das?
    Würde das nicht auch bedeuten, dass die ARGE mich nicht zum Umzug zwingen kann, obwohl die Wohnung zu groß ist?
    Wovon ich die Differenz bezahle, ist ihnen ja üblicherweise egal.


    Grüße
    Kerstin

  • Quote from Kerstin111;35371


    Würde das nicht auch bedeuten, dass die ARGE mich nicht zum Umzug zwingen kann, obwohl die Wohnung zu groß ist?



    Das kann die Arge ohnehin nicht. Und wird sie auch nicht tun. Und das ist ganz unabhängig von einer Behinderung.

    Meine hier eingestellten Beiträge stellen nur meine persönliche Meinung und KEINE Rechtsberatung dar. Ich erhebe nicht den Anspruch allwissend zu sein und lasse mich gerne korrigieren. Wer mich nicht mag, darf mich gerne ignorieren, persönliche Angriffe bitte ich zu unterlassen. Vielen Dank.

  • Quote from Schneeflocke;35369

    Jetzt kommen wir wieder zur Frage der Behinderung. Wenn man einen Grad der Behinderung von 50% hat und seine Beine weiter in die Hand nehmen kann wird nichts weiter anerkannt?


    Als Schwerbehinderter interessieren dich die Härtefall-Regelungen. Was da anerkannt und übernommen wird, ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich und richtet sich u.a. nicht nur nach dem Grad der Behinderung, sondern auch danach, welcher Art die Behinderung ist. Gehbehinderung ist ja nur EINE Art. Auch psychische Behinderungen schließen u.U. einen Umzug aus; und wenn du das Merkzeichen "Bl" hast, kannst du auch Anspruch auf die zusätzlichen 15 qm haben, obwohl du nicht im Rolli sitzt. Mit einfachem Merkzeichen "G" hast du keinen Anspruch auf diese 15 qm.
    Aber vielleicht kann ein SB mehr dazu sagen, ob es bundesweite Regelungen (oder Richtlinien) gibt ...

  • Hallo,

    Quote from Grubenpony;35373

    Das kann die Arge ohnehin nicht. Und wird sie auch nicht tun. Und das ist ganz unabhängig von einer Behinderung.


    Die ARGE kann mich nicht zum Umzug zwingen?
    Warum bekomme ich dann so ein Schreiben wo nachgefragt wird, wie sich meine Situation zukünftig entwickeln wird? (Habe ich gerade
    nicht zur Hand, sind aber mindestens 3 Seiten, wo diverse Dinge anzukreuzen sind.)


    Danke und Grüße
    Kerstin

  • Quote from Kerstin111;36332

    Die ARGE kann mich nicht zum Umzug zwingen?
    Warum bekomme ich dann so ein Schreiben ...


    Die ARGE kann dich nicht zwingen. Allerdings kannst auch du die ARGE nicht zwingen, dir eine zu große und zu teure Wohnung zu finanzieren.
    Zu hohe KdU werden eben nur unter bestimmten Umständen weitergezahlt. Falls du nicht z.B. unter die Härtefallregelungen oder irgendwelche andere Sonderregelungen fällst, kannst du zwar in deiner Wohnung bleiben, musst allerdings alles, was über die anerkannten Kosten hinausgeht, aus eigener Tasche zahlen (bekommst also nur die anerkannten Kosten, nicht die Realmiete).
    Wenn du das nicht kannst, musst du umziehen. Aber nicht, weil die ARGE dich zwingt, sondern die Umstände. Du hast dann eben zu wenig Geld, um die Wohnung zu finanzieren - ein Umstand, der auch Nicht-ALGII-Bezieher zum Umziehen "zwingt".

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  • Quote from maria1956;36378

    Allerdings kannst auch du die ARGE nicht zwingen, dir eine zu große und zu teure Wohnung zu finanzieren.


    Das war nie mein Ansinnen. Ich habe tatsächlich gedacht, dass früher oder später ein Umzug fällig werden würde, eben einfach aufgrund der Wohnungsgröße. Wenn ich mit meiner Krankheit halbwegs über den Berg bin, habe ich auch wieder eigenes Einkommen.


    Grüße
    Kerstin

  • Quote from maria1956;35423

    ...nd wenn du das Merkzeichen "Bl" hast, kannst du auch Anspruch auf die zusätzlichen 15 qm haben, obwohl du nicht im Rolli sitzt...



    Huhu!


    Woher weißt du das? Steht das irgendwo im Gesetzesbuch drin oder ist das auch Gemeindenabhängig?
    Ich wohne in Berlin-Schöneberg und wäre über so eine Regelung sehr froh. :-)


    Danke und LG,
    Spaetzchen

  • Quote from Spaetzchen;82330

    Ich wohne in Berlin-Schöneberg und wäre über so eine Regelung sehr froh. :-)


    In Berlin spielt die Wohnungsgröße keine Rolle, sondern nur die Bruttowarmmiete und die Anzahl der Personen. Dann gibt es noch einen Unterschied, ob es sich um bereits bestehenden Wohnraum oder eine Neuanmietung handelt.
    Inwiefern das Merkzeichen "Bl" von Bedeutung ist, weiß ich nicht. Musst du dein zuständiges Jobcenter fragen. Weitere Infos hier:
    Häufig gestellte Fragen zu Leistungen für die Wohnung (SGB II / Hartz IV) - Berlin.de


    Darin Infos zur Angemessenheit:
    Häufig gestellte Fragen zu Leistungen für die Wohnung (SGB II / Hartz IV) - Berlin.de
    und Infos zu Härtefallregelungen:
    Häufig gestellte Fragen zu Leistungen für die Wohnung (SGB II / Hartz IV) - Berlin.de