Pflegegeld und Hartz IV

  • Kann Pflegegeld bei "Nicht-Angehörigen" Pflegepersonen auf`s Hartz IV angerechnet werden?

    Hallo, bin neu hier
    und brauche Rat und Hilfe...
    Vor ca. einem Jahr ist einer meiner besten Freunde sehr schwer an Krebs
    erkrankt. Er konnte plötzlich nicht mehr laufen und ist wegen der Metastasen in der Wirbelsäule zum Voll-Pflegefall geworden. Er wird wohl daran sterben müssen, und sein einzigster Wunsch war Zuhause zu sterben. Er war damals (also vor etwas mehr als einem Jahr) weder Kranken- noch Sozialversichert hat Quasi von der Hand in den Mund gelebt, wollte nicht vom Staat abhängig sein.
    Ich hab daraufhin den ganzen Behördenkram in die Hand genommen, alles geregelt.

    Jetzt aber zur Frage: Um unseren Freund das "Zu-hause-sterben" überhaupt zu ermöglichen mussten wir seine Pflege organisieren. Häusliche Pflege eben.
    Also haben wir einen mobilen Pflegedienst organisiert. Das reicht aber ja nicht, wenn er sich sonst kaum bewegen. (Mittlerweile kann er nicht mal mehr in den Rollstuhl) Und Kombinationspflegegeld
    Sein allerbester Freund, (ebensolch ein "Freak" der nichts mit dem Staat zu tun haben wollte) hat sich dann bereit erklärt einen Teil der Pflege zu übernehmen und hat Hartz 4 beantragt um in eine Wohnung in direkter Nachbarschaft zu ziehen, zumal sich durch den "Pflegeauftrag" seine Lebensumstände gewaltig geändert haben.

    Das Arbeitsamt hat nun bei mir (als Bevollmächtigte des Kranken) nachgefragt was denn der Kranke nun als Pflegegeld bekäme und ob er etwas davon seinem Freund zukommen lasse. Ich habe Wahrheitsgemäß geantwortet, daß er nach allen Unkosten einen unterschiedlich hohen Betrag von senem kranken Freund bekommt, je nach Abzug aller Unkosten. Auch ich nehme davon Spritgeld, wenn ich aufs Sozi in die Stadt fahren muß. Ich habe das nur deswegen gemacht, weil wir ihn von vornherein als "Pflegeperson" beim Arbeitsamt angegeben haben, damit er zum Bsp. nicht in so´ne Arbeitsförderungsblah-Maßnahme kommt, denn dann müsste unser Freund in ein Pflegeheim bis er stirbt, der ist grad mal 49 Jahre alt!!!

    Irgendwann im September kam ein Brief vom Amt, da haben sie die von mir angegebenen Beträge aufs Hartz4 angerechnet, ihm für die Vormonate eine "Schuldenliste" (ich nenns mal so) aufgestellt, weil sie ihn "überzahlt" haben und dann einen fiktiven Betrag als "sonstiges Einkommen" von ca 200,- € vom Hartz4 abgezogen -Ach ja: 30,-frei wegen Pauschale und so... sprich 170,- weg von der Grundsicherung.

    Ihr könnt euch vorstellen wie aufreibend und psychisch belastend so ne Pflege ist, das managen Freunde, weil der Kranke keine Angehörigen hat, und die werden noch bestraft!!!
    Ich bin sehr erbost und sauer. Es ist nun wirklich nicht so, daß sich hier jmd. bereichert. Unser kranker Freund bezieht ansonsten ja selbst nur Sozialgeld (da nicht mehr arbeitsfähig, kein ALG2) das ist ein Witz. Diese minimale Zuwendung die er uns mal zukommen lassen kann deckt oft nicht mal die Kosten die wir - na ja, freiwillig machen, um uns und ihm die Pflege zu erleichtern (z.B. besere Windeln, die die krankenkasse nicht zahlt... -er weiß ja nix von, wir wollen ihn nicht belasten mit solchen Details)

    Wir haben Widerspruch eingelegt. Jetzt gibt unser kranker Freund eben
    nix mehr vom Pflegegeld ab.
    Das haben sie zwar anerkannt, aber das "Schuldenkonto" der Vormonate bleibt. Das Arbeitsamt begründet das damit daß er keine "sittliche Verpflichtung" zur Pflege seines Freundes hat.

    So und nun weiß ich nicht weiter, weil ich im Internet nix zu solchen Fällen finde, nur zu pflegenden Angehörigen.
    Wer kennt sich aus und hilft uns?????
    Hoffe das klappt, bin nicht sehr Internet geübt...
    Na bis dann
    Whyzoe

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