Vermögensverbrauch aus Erbe, bei Grundsicherung (volle Erwerbsminderung)

  • Hallo liebe Foris und ExpertInnen ;-)


    Ich bin auf der Suche nach Informationen zum Verbrauch von Vermögen aus unerwartet zugeflossener Erbschaft. Seit etlichen Jahren bin ich wegen voller Erwerbsminderung in Frührente. Und da diese zum Leben nicht ganz ausreicht, bekomme ich ergänzende Grundsicherung. Nun wird mir völlig unerwartet aus der Verwandtschaft ein Erb-Anteil zufließen, weil der Erblasser unverheiratet und kinderlos war und es verpennt hat, rechtzeitig ein Testament zu machen und ich mit in der gesetzlichen Erbfolge stehe. Bis zur vollständigen Abwicklung, also bis die Immobilie verkauft ist und tatsächlich Geld an mich fließt, wird es noch einige Monate dauern. Dennoch muss und will ich das Sozialamt natürlich jetzt schon informieren.


    Es handelt sich um kein Vermögen, von dem ich für den Rest meines Lebens werde leben können. Aber es übersteigt doch deutlich die Freigrenzen, sodass die Grundsicherung natürlich erst einmal eingestellt werden wird. Und ich kann im Internet keine halbwegs aktuellen Ausführungen über die Regeln dieses Vermögensverbrauchs finden. Selbstverständlich darf und will ich das "Vermögen" nicht binnen ein paar Monaten verschleudern. Andererseits wird angesichts allseits explodierender Preise das Leben am Existenzminimum immer schwieriger und teurer. Der "Warenkorb", der vor x Jahren herangezogen wurde, um den Betrag für das rechnerische "Existenzminimum" zu ermitteln, würde heute vermutlich das Doppelte kosten. Der Sozialhilfe-Satz wurde jedoch pro Jahr trotzdem nur ein paar Euro erhöht, wenn überhaupt :rolleyes:.


    Darf man auch während des "Vermögensverbrauchs" trotzdem nur an diesem seit vielen Jahren fast unverändert gebliebenem Sozialhilfesatz verharren oder dürfte der Lebensstandard zumindest etwas angehoben werden (Bio-Essen statt das Billigste vom Billigen, hin und wieder mal Ausgehen statt totaler häuslicher Isolation, Wohnung renovieren nachdem seit 10-15 Jahren rein gar nichts mehr gemacht wurde, etc.)? Was gilt hier noch als angemessen, wo liegen die Grenzen, die bei späterer Wieder-Beantragung zu Problemen führen könnten?


    Danke für eure Tipps!

  • Besuchen Sie auch unsere Ratgeber zu Hartz 4:

    Hartz 4 Rechner
    Berechen Sie Ihren Anspruch. Ist Ihr Hartz 4 Bescheid korrekt.

    Hartz 4 Antrag
    Wir helfen Ihnen bei Ausfüllen Ihres Hartz 4 Antrages.

    Hartz 4 Regelsatz
    Wie viel Hartz 4 steht Ihnen zu? Ist Ihr Bescheid richtig. Informieren Sie sich.

  • Über was für einen Betrag sprechen wir denn hier so ungefähr?


    Und natürlich ist es legitim, sobald keine Sozialhilfebezug mehr besteht, seinen Lebensstandard etwas anzuheben, und/oder dringend notwendige Anschaffungen und Reparaturen durchzuführen.


    Wenn du mit deinem Sachbearbeiter gut zurecht kommst, ist es auch völlig ok, diese Fragen dort direkt zu stellen. Eine allgemeingültige Auskunft wird man die auch hier im Forum nicht geben können.

    Wenn das Leben Dir in den Allerwertesten tritt - nutze den Schwung um Vorwärts zu kommen

  • Hallo,


    ja, eine ungefähre Größenordnung wäre gut.

    Ich nehme an, der Erblasser ist verstorben, als Du schon im Bezug warst. Wenn das Geld dann mehr als 6 Monate Deinen Bedarf deckt, bekommst Du wahrscheinlich vorerst keine Leistungen mehr.

    Du musst damit nicht auf Soziahilfeniveau leben, verschleudern geht aber natürlich auch nicht und dazwischen ist viel Spielraum für eine Prüfung im Einzelfall.

    Die Sachen, die Du aufzählst (hochwertigere Lebensmittel, ab und an ausgehen, Wohnung renovieren etc.) gingen für mich absolut in Ordnung. Ein Tip vielleicht: Bewahre von größeren Ausgaben am besten die Belege auf. Eine ganz große Frage, die sich bei uns immer stellt, wenn keine Nachweise vorliegen und ein recht hoher Betrag in kurzer Zeit verbraucht wurde, ist eben, ob das Geld verschenkt wurde oder irgendwo "gebunkert" (sprich: liegt es möglicherweise unterm Kopfkissen statt auf der Bank?). Wenn man dann zumindest die großen Ausgaben (Renovierung, evtl. Neuanschaffungen von Möbeln oder Elektrogeräten) nachweisen kann, wird es idR einfacher.


    Viele Grüße

    frachdochnich

  • Was kann Dir passieren bei einem "unangemessenem" Vermögensverbrauch? Du kannst "zurückgestuft" werden in die Hilfe zum Lebensunterhalt (vgl. § 41 Abs. 4 SGB XII) und es kann eine Prüfung nach § 103 SGB XII (Kostenersatz bei schuldhaftem Verhalten) erfolgen. Daher empfehle ich die Konsultation mit dem zuständigen SB.