freiwillig gesetzlich krankenversichert: Aktien vor oder nach ALG2 Antragstellung verkaufen?

  • Hallo.


    Aufgrund Corona habe ich anfang letztes Jahr meinen Job als Angestellter verloren. Meinen ALG1 Anspruch habe ich bereits aufgebraucht und wollte ALG2 Bezug vermeiden und habe bisher sämtliche Kosten aus Erspartem (Aktien) selbst getragen. Da das aber nicht so viel ist und ich bisher keinen Job gefunden habe, komme ich jetzt langsam in die Situation ALG2 beziehen zu müssen.


    Nun habe ich aber einige Fragen:


    Auskunft über Vermögen:

    Sollte ich mein Aktiendepot bei einem ALG2 Antrag nun angeben oder nicht?

    Anlage VM bei vereinfachtem Zugang?

    Ich möchte nichts verheimlichen, will aber auch die Antragsprozesse nicht unnötig verkomplizieren.

    Quote

    "Da dies jedoch für die Prüfung Ihres Antrages erforderlich ist, bitte ich Sie eine von Ihnen unterschriebene Erklärung einzureichen, wenn Sie über kein erhebliches Vermögen verfügen."

    (Zitat aus oben genannten Thread).

    In meinem Fall wäre es kein erhebliches Vermögen. Wenn aber später eine Vermögensprüfung statt findet und dabei das Konto gefunden wird, dann wird mir das aber nicht als Verschleierung ausgelegt?

    Und: Sobald die Aktien aber auch nur geringfügig steigen und ich diese während des ALG2 Bezuges verkaufe, habe ich ja "zusätzliche" Einkünfte und diese müsste ich wiederum angeben? Und wenn ich das Depot zur Antragstellung aber nicht angäbe, woher wüsste man dann, um wieviel die Aktien seit Zeipunkt des ALG2 Bezuges gestiegen sind? Also sollte man ein Aktien Depot besser generell immer angeben?



    Aktienverkauf:

    Nach auslaufen des ALG1 Anspruches habe ich mich bei meiner gesetzlichen Krankenkasse "freiwillig gesetzlich" weiter versichern lassen (da kein Job und kein ALG1/2 Bezug). Was in Kombination mit Aktienverkäufen zumindest finanziell wol keine so gute Idee ist, da ich an die gesetzliche Krankenkasse Anteile meiner Gewinne (bzw. Einkünfte) abgeben muss. Mein Aktiendepot besteht komplett bunt aus Einzelaktien (große Firmen und auch sehr risikobehaftete kleine). Die großen habe ich zuerst verkauft, weil deren Wertsetigerungen relativ gering waren. Nun besitze ich nur noch (neben komplett wertlos gewordenen Aktien) Aktien im Wert von ein par tausend Euro, deren Wertsteigerungen über Jahre nun bei mehreren 1000% liegen (klingt jetzt nach "dickem Reibach" aber der Einkaufswert war entsprechend des Risikos gering und das Gesamtdepot war aber über viele Jahre bis heute insgesamt nur knapp 20% im Plus). Sprich, die muss ich entsprechend fast zu 100% versteuern. Soweit so normal.

    Da ich derzeit aber gesetzlich frewillig krankenversichert bin, müsste ich zusätzlich zur Kapitalertragssteuer nochmal soviel an die Krankenkasse zahlen? (hab die genauen Prozente jetzt nicht im Kopf, waren meine ich aber auch weit über 20%) Damit bleiben mir vom Verkauf der Aktien statt ~75% nur noch ~50%, was ein massiver Unterschied ist.


    Macht es jetzt finanziell mehr Sinn, wegen der Krankenkasse erst ALG2 zu beantragen und die Aktien dann zu verkaufen? (deren Gesamtwert liegt unter der Grenze des aktuellen Schonvermögens)


    Nach dem ich dies gelesen habe:

    Aktien verkaufen

    gelten meine Aktiengewinne nicht als zu berücksichtigende Einnahmen, da diese vor Antragstellung entstanden sind? (wäre sonst auch schlimm, sonst hätte ich in meinem Fall nahezu kein Geld mehr, bevor ich ALG2 beziehen darf)


    Aber wie ist das mit der Krankenkasse? Gilt das dort auch? Seit ich dort freiwillig versichert bin (zuvor vom Arbeitgeber und Arbeitsamt bezahlt), sind die Aktiengewinne kaum nennenswert gestiegen. Aber wie stellt die Krankenkasse Aktiengewinne fest? Das Jobcenter fragt ja soweit ich weiß die aktuellen Aktienwerte zum Zeitpunkt der Antragstellung ab und definiert diese als derzetiges Vermögen (statt Einkünfte, die dann quasi erst danach entstehen können). Aber die Krankenkasse hat dies nicht getan. Woran machen die jetzt den Wert der Einkünfte fest? Oder regeln die das anders als das Jobcenter und beziehen sich einfach auf die Werte des Finanzamtes (bzw. auf den Wert seit Kauf der Aktien)


    Ich überlege nur, was jetzt finanziell die beste Möglichkeit ist. Ich habe eigentlich noch eine teure, zum großen Teil selbst zu zahlende Operation vor mir (hat sich erst die letzten Wochen ergeben), die ich mir bei zu vielen "Einkommens-Abgaben" nicht mehr leisten kann.


    Ich werde das erste Mal ALG2 beziehen und bin auch das erste mal freiwillig gesetzlich krankenversichert. Daher bestehen noch einige Wissenslücken, die sich leider erst nach und nach aufgetan haben.


    Und noch ein par kleine Fragen:

    Muss ich bei der Antragstellung immernoch mit ca. 6 Wochen Bearbeitungszeit rechnen? Oder geht das aufgrund Corona derzeit schneller? Ich muss nämlich kalkulieren, wie viel Geld ich vorhalten muss, bis ich das erste mal Geld bekomme. Und die "höhere Vermögensgrenze gilt nur für Anträge die 2021 gestellt wurden". Aber wenn ich dieses Jahr ALG2 benatrage, behalte ich diese erhöhte Vermögensgrenze auch über 2021 hinaus? Oder wird dieses schlagartig zum 1. Januar 2022 wieder herab gesetzt? (vermutlich werde ich bis dahin eh keine 5000 Euro mehr übersteigen)

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