Trotz Sozialhilfe ohne Krankenversicherung

  • Ich bin neu hier.

    Erstmal hallo an alle.

    Nun zu meinem Problem.

    Ich bin Jahrgang 1993 und meine leibliche Mutter ist seit mindestens 1990 obdachlos.

    Eher noch länger.

    Die Krankenversicherungspflicht gibt es seit 2009.

    Ich bin in einer Pflegefamilie aufgewachsen, bei der ich privat versichert war.

    Diese Versicherung endete mit meiner Volljährigkeit.

    Ab diesem Zeitpunkt war ich ohne Krankenversicherung.

    Aufgrund einer dauerhaften lebenslangen Erwerbsunfähigkeit beziehe ich Sozialhilfe.

    Bei dem Antrag für Sozialhilfe wurde nach einer Krankenversicherung gefragt und festgelegt, dass ich über die Krankenversicherung meiner leiblichen Mutter versichert sein muss, da meine leiblichen Eltern nie verheiratet waren.

    Meine leibliche Mutter ist nicht krankenversichert und ich auch nicht.

    Wie kann ich nun nach so langer Zeit ohne Einkommen eine Krankenversicherung bekommen, ohne Beiträge nachzahlen zu müssen.

    Ich habe Sozialhilfe und erlaubte Nebeneinkünfte.

    Diese reichen aber niemals für eine Krankenversicherung aus.

    Ich werde auch niemals im Leben arbeiten können.

    Und bei einem Wechsel der Krankenversicherung werde ich nach der vorherigen gesetzlichen Krankenversicherung gefragt, die ich aber nicht habe.

    Was kann ich tun, um krankenversichert zu sein?

  • Besuchen Sie auch unsere Ratgeber zu Hartz 4:

    Hartz 4 Rechner
    Berechen Sie Ihren Anspruch. Ist Ihr Hartz 4 Bescheid korrekt.

    Hartz 4 Antrag
    Wir helfen Ihnen bei Ausfüllen Ihres Hartz 4 Antrages.

    Hartz 4 Regelsatz
    Wie viel Hartz 4 steht Ihnen zu? Ist Ihr Bescheid richtig. Informieren Sie sich.

  • Hallo,


    Du wendest Dich mal mit Deiner Problematik an den Sachbearbeiter in Deinem Sozialamt. Grundsätzlich kommt (als letzter Ausweg) auch eine Betreuung nach 264 SGB V in Frage, jedoch kann ich so nicht alles klären. Wie kann es sein, dass Du seit ca. 2011 nicht mehr versichert bist? Da fehlen nun Infos - wovon hast Du denn seit der Zeit gelebt? Du musstest bei Ämtern doch deine Versicherung nachweisen....

    Wenn das Leben Dir in den Allerwertesten tritt - nutze den Schwung um Vorwärts zu kommen

  • Hallo,


    Quote

    Ich bin in einer Pflegefamilie aufgewachsen, bei der ich privat versichert war.

    Weißt Du denn noch welche Versicherung es war? Bzw. kannst Du das rausfinden?


    Verbraucherzentrale


    Unabhängig vom Gesundheitszustand muss die frühere Krankenkasse Betroffene wieder aufnehmen.


    Will heißen, auch wenn nur ein einziger Beitrag "rückwirkend" bezahlt wird, bist Du versichert. Die "Schulden" die sich angehäuft haben, können also in aller Ruhe abgeklärt werden. Du bist trotz Beitragsrückständen dann wieder versichert.


    Also das solltest Du auf jeden Fall schnellsten anleihern.

    _______________




    Sodalle, weils ja doch komplex ist, hab ich mal bei der AOK angerufen - ja ich mach sowas :D



    Der nette Herr von der AOK-Beratung hat mir gesagt, dass die gesetzliche Krankenversicherung niemanden ablehnen darf. Egal was für Umstände vorliegen. Das bedeutet jetzt für Dich


    Du gehst zu der Dame vom Sozialamt, sagts denen einfach nur ganz schlicht du willst zur z. B. AOK. Das Sozialamt entrichtet dann dahin die Beiträge und Du bist ab dann versichert.


    Ob Du davor nicht und oder wo Du versichert warst, kann dem Sozialamt Wurst sein. Denn Du hast freie Kassenwahl in Deutschland.



    _____

    § 175 SGB V Ausübung des Wahlrechts

    (1) Die Ausübung des Wahlrechts ist gegenüber der gewählten Krankenkasse zu erklären. Diese darf die Mitgliedschaft nicht ablehnen oder die Erklärung nach Satz 1 durch falsche oder unvollständige Beratung verhindern oder erschweren. Das Wahlrecht kann nach Vollendung des 15. Lebensjahres ausgeübt werden.


    (2) Hat vor der Ausübung des Wahlrechts zuletzt eine Mitgliedschaft bei einer anderen Krankenkasse bestanden...


    Dieser (2)´er ist der Absatz der ein bisschen für Verwirrung sorgen könnte. Er besagt was passiert falls man vorher wo anders versichert war. Darin steht aber nur, dass die letzte Versicherung informiert wird. Dieser Absatz erzeugt KEINE Berechtigung für eine Ablehnung druch eine neue frei gewählte Versichernung!

  • Hallo Herr/Frau Neuling (Illuster),


    gibt es einen Grund, warum Du dich mit deinem ersten Beitrag einer beinahe 7 Monate alten Frage widmest? Noch dazu ist Deine Auskunft nicht korrekt. Weitere Ausführungen erspare ich uns aber an dieser Stelle.

    Wenn das Leben Dir in den Allerwertesten tritt - nutze den Schwung um Vorwärts zu kommen

  • P. s. Im Grunde kann man es auch so ausdrücken - Du warts also nicht NICHTversichert,. Vorallem als dies durch die Gesetzänderung anerkannt wurde.


    Du wurdest rückwirkend als nicht NICHTversichert erklärt. Megal komplex, weil da auch noch zeitliche Faktoren reinspielen.


    Du hättest jederzeit zum Arzt gehen können und jede gesetzliche KV hätte Dich auch "rückwirkend" aufnehmen müssen. Bzw. die KV bei der Du das letzte Mal warst, hätte die Kosten übernehmen müssen, denn eine Anhäufung von Beitragsschulden ist kein echter Grund für einen Versicherungsauschluss (gewesen). Du warts sozusagen in sowas wie in einer Schwebe, ohne das Du es wusstest.


    Ich hoffe ich konnte das jetzt grob darstellen und wünsche Dir alles Gute!

  • Besuchen Sie auch unsere Ratgeber zu Hartz 4:

    Hartz 4 Rechner
    Berechen Sie Ihren Anspruch. Ist Ihr Hartz 4 Bescheid korrekt.

    Hartz 4 Antrag
    Wir helfen Ihnen bei Ausfüllen Ihres Hartz 4 Antrages.

    Hartz 4 Regelsatz
    Wie viel Hartz 4 steht Ihnen zu? Ist Ihr Bescheid richtig. Informieren Sie sich.

  • Das stimmt leider nicht so ganz. Denn wie EasterEgg sagte, war er zuletzt privat versichert. In Deutschland gibt es zwei Versicherungssystem: die gesetzliche und die private Krankenversicherung. Zu welchem man gehört kann man sich i.d.R. nicht aussuchen. Im Fall von EasterEgg klingt es so, als wäre die PKV zuständig.

    Im Übrigen reicht es nicht gegenüber dem Sozialamt das Wahlrecht auszuüben. Dies wäre allenfalls bei der Betreuung nach § 264 Abs. 2-7 SGB V so.

  • Ja sorry, aber wenn es mir so sogar der Berater sagt und auch er meinte es sei egal wie man zuvor versichert war...


    hm..

  • Und die Frage bleibt immer, noch, was dich in diesen steinalten Beitrag gebracht hat....


    Weiterhin ist Versicherungsrecht leider kompliziert. einfach mal wählen ist nicht.

    Wenn das Leben Dir in den Allerwertesten tritt - nutze den Schwung um Vorwärts zu kommen

  • Doch, einfach mal wählen ist schon. Denn bevor Du etwas behauptest hätte ich gerne die gestzeliche Grundlage - sprich - exakt den Gesetzestext, der einer Krankenversicherung erlauben könnte eine Mitgleidschaft abzulehnen.


    Sogar das Gegenteil ist der Fall, es heißt eindeutig...


    (1) Die Ausübung des Wahlrechts ist gegenüber der gewählten Krankenkasse zu erklären. Diese darf die Mitgliedschaft nicht ablehnen oder die Erklärung nach Satz 1 durch falsche oder unvollständige Beratung verhindern oder erschweren

    Diese darf die Mitgliedschaft nicht ablehnen


    Ich weiß ja nicht in welcher Amstspache hier gesprochen wird, aber > darf nicht ablehnen <, heißt für mich >darf nicht< ablehen.


    Also gebt mir doch mal bitte exakt die §§ in denen angeblich steht unter welchen Vorausetzungen die gesetzliche KV ablehnen darf. Nochmal, esMUSS in einem Gesetz kristallkarl verankert sein, wenn ein Grund vorhanden ist, der zu einer Ablehnung fürhen darf. ! Wo steht das also? Wo?


    Wenn man Sozialhilfe beantragt gibt es da so eine Zeile im Formular, in der man seine Versicherung einträgt. Dann kommt z. B. bei der AOK also "eine Meldung" von Sozialamt, dass diese ab jetzt die Beiträge übernimmt, wird auch so von den Krankenkassen übernommen, denn so todeslos überbürokratisch ist das nämlich nicht. Aber dazu sollte man auch wissen, wie die Ämter untereinander arbeiten dürfen.




    ___

    Zum Randthema hier

    Und der Grund, warum für mich dieses Thema aktuell ist tut zum Sachverhalt was? Der Sachverhalt ist zeitlos, selbst wenn der Threadersteller dieser Problematik vor längerer Zeit ausgesetzt war. Ich find nur witzig wie gerne in Foren vergessen wird, dass nunmal auch in Threads gelesen wird die schon älter sind, wenn man sich informieren möchte. Als ob es schaden würde einen Sachverhalt aktuell zu halten?! Das Thema hat mich intressiert, weil wir vor kurzem in unserer Nachbarschaftshilfe sowas hatten und es exakt so auch gelöst wurde - nachdem ich mit einem AOK Berater telefoniert hatte. Ja, dass ist was ich hätte erwähnen können. hm... ändert aber nix.

  • Besuchen Sie auch unsere Ratgeber zu Hartz 4:

    Hartz 4 Rechner
    Berechen Sie Ihren Anspruch. Ist Ihr Hartz 4 Bescheid korrekt.

    Hartz 4 Antrag
    Wir helfen Ihnen bei Ausfüllen Ihres Hartz 4 Antrages.

    Hartz 4 Regelsatz
    Wie viel Hartz 4 steht Ihnen zu? Ist Ihr Bescheid richtig. Informieren Sie sich.

  • Die Krankenkasse darf die Mitgliedschaft nicht ablehnen, WENN ein Beitrittsrecht besteht. D.h. EasterEgg muss eine der in § 5 o. § 9 SGB V genannten Voraussetzungen erfüllen, um beitreten zu können. Erst wenn eine Voraussetzung erfüllt ist, DANN darf die Mitgliedschaft gewählt werden.

    Abgesehen davon: die Mitgliedschaft darf nur frei gewählt werden, wenn nicht eine frühere Kasse zuständig ist.

  • Was ist Deine Profession, dass Du meinst so genau Bescheid zu wissen? Dir sind die elementaren Grundsätze der gesetzlichen und privaten KV und die damit verbundenen Zugangsvoraussetzungen offensichtlich nicht bekannt. Denn davon ist es abhängig, ob das von dir erwähnte Wahlrecht überhaupt erst besteht. Das SGB V hilft dir weiter.


    Und das Zeitlose Thema hier war damals eine Frage durch einen User, der sich nicht wieder gemeldet hat. Und es ist natürlich erfreulich, wenn ein Krankenkassenproblem in Nachbarschaftshilfe gelöst werden konnte.

    Wenn das Leben Dir in den Allerwertesten tritt - nutze den Schwung um Vorwärts zu kommen