Überprüfung Grundsicherung, Hilfe benötigt

  • Guten Abend,

    ich erhalte noch bis Mitte des Jahres Hilfe zum Lebensunterhalt, da nach einem langen Verfahren wurde für 2 Jahre befristet die vollständige Erwerbsunfähigkeit festgestellt, ebenso, dass aufgrund fehlende Versicherungszeiten ich keinen Anspruch auf EM-Rente habe.



    Nun will das Sozialamt die erneute Prüfung. Das Problem ist, dass ich keine aktuellen ärztlichen Befunde habe. Ich habe die Behandlung nach all den Jahren beendet, da mich das am Ende mehr belastet hat. Ich habe es von all den pharmakologischen Mitteln, Aufenthalte stationär, teilstationär bis hin zu Psychotherapie probiert. Aber am Ende hat es wenig geholfen.

    Ich kann nicht gut mit Menschen, und ich habe seit dem Brief, den ich erwartet habe, nicht mehr schlafen können und fühle mich wie gelähmt. Die Negativität macht sich bemerkbar, mental instabil durch diese Sachen. Natürlich ist die Situation letztlich selbstverschuldet. Aber ich konnte einfach nicht mehr mit der Behandlung nach all den Jahren.

    Was soll ich nun machen? Ich will nicht zur alten Institution zurück und habe nur die ganzen alten Befunde/Atteste zusammen mit dem Schwerbehindertenausweis. Im Formular werde ich ein Schreiben hinzufügen, dass meine Situation schildert und mit der Bitte, dass das Amt oder die Rentenversicherung mir hilft die nötigen Untersuchungen zu veranlassen um eine schnelle Überprüfung

    durchzuführen.

    Meine Existenz hängt davon ab.



    Wie soll ich am besten fortfahren damit die Prüfung veranlasst wird und ich nicht wegen fehlender Mitwirkung auf die Straße gesetzt werde?



    Danke

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  • Hallo Fragehase , zunächst einmal ich verstehe Alles , denn ich habe gleichwertiges erfahren bzw. ist bei mir auch so . Also , ich sag jetzt einfach meine Erfahrungen , denn mein Wechsel zur vollen Erwerbsminderung begann mit einem Gutachten der Rentenversicherung . Ich lese gerade dass wegen Fehlzeiten keine EU Rente möglich ist , dann würde ich nochmal nachrechnen lassen . Lass Dir da helfen . Bei mir hat sogar das Sozialamt "EU Rente" beantragt und plopps hatte ich die . Ich musste nicht einmal den 16 seitigen Rentenantrag ausfüllen . Die Wege vom Amt sind manchmal unergründlich . Übrigens mein Problem dauerte 20 Jahre , endete Juni2015 mit Suizidversuch und nach Unterbringung in geschlossener forensischer Psychiatrie , kam mit BGH und Revision erst raus und hab seither keinen Bezug mehr zu Menschen , nachdem man mir hier vor Ort jede Hilfe verweigert . Ein Ratschlag wäre auch sich Hilfe zu suchen z.B. ABW ambulant betreutes Wohnen (ich kann zwar keine guten Erfahrungen sagen aber ich komm auch aus Bayern) . "Eine weitere Überlegung" wäre ein Gesetzl. Betreuer , mit Einschränkungen und Beibehaltung des eigenen Willens, aber das muss gut überlegt sein , nicht alle Betreuer sind unseriös. Auf jeden Fall die vorhandenen Unterlagen einsenden , meisstens oder oft stehen Diagnosen psychischer Natur die als "langanhaltend oder Dauerhaft" dokumentiert sind . Auf jeden Fall Deine Lebenssituation schildern und Probleme , mir hat man den Gutachter nach Hause geschickt , wobei ich auch nie die Wohnung verlassen konnte . Sind Bescheide über Abbruch der Therapien vorhanden , beilegen . Schwerbehindertenausweis in Kopie beilegen ,logisch . Ja ich kenn die Angst der fehlenden Mitwirkung zu gut , aber mit offenen Karten spielen je besser die Situation erklärt desto besser . Ach ja , was die Rentenberechnung angeht , vielleicht kannste diese irgendwo nachrechnen lassen , die Rentenversicherung macht auch Fehler . Da der post im Januar stattfand ... wie ist der aktuelle Stand der Dinge ? Leider bin ich nicht jeden Tag online ...... Gruß MikeK

  • Die Situation ist natürlich schwierig. Das Sozialamt kann nur dann weiterzahlen, wenn vom Rentenversicherungsträger die Erwerbsunfähigkeit festgestellt wurde. Das wiederum setzt eine wie auch immer geartete Mitarbeit voraus, z. B. persönliches Erscheinen zu ärztlichen Untersuchungsterminen. Kann die Erwerbsunfähigkeit, egal ob weiter befristet oder unbefristet, aus welchen Gründen auch immer nicht festgestellt werden, dann bleibt dem Sozialamt rechtlich gar keine Wahl: Es muss die Leistungen einstellen. Das bedeutet dann aber noch nicht, dass es keine Hilfe mehr gibt. Für Personen, deren Erwerbsunfähigkeit, aus welchen Gründen auch immer, nicht durch den Rentenversicherungsträger festgestellt wurde, ist das örtliche Jobcenter für Leistungen zuständig. Dort wird man aber auch ziemlich schnell wissen wollen, ob Erwerbsunfähigkeit vorliegt und entsprechende Untersuchungen in Auftrag geben. Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Ich würde die Problematik wie von MikeK vorgeschlagen offen kommunizieren, da nur sprechenden Menschen geholfen werden kann.


    Übrigens als ungefähre Faustregel: Anspruch auf eine Erwerbsunfähigkeitsrente hat derjenige, der in den letzten 5 Jahren vor Eintritt der Erwerbsunfähigkeit 3 Jahre Pflichtversicherungszeiten beim Rentenversicherungsträger nachweisen kann (also z. B. versicherungspflichtig gearbeitet hat oder in Erziehungszeit war) und überhaupt in seinem Leben 5 Jahre Beitragszeiten nachweisen kann.

  • HTK , stimm ich voll zu , wobei der Fragehase ja auf den entscheidenden Brief wartete . Klar muss man an den Untersuchungsterminen teilnehmen , keine Frage . Fragehase sollte jetzt erst mal die Prüfung vom Sozialamt machen und alles aus der Vergangenheit , was zur Klärung der Gesundheitsfragen beiträgt , einsenden oder vorlegen ....... da ja eh wenn ich richtig lese nach 2 Jahren die volle Erwerbsunfähigkeit festgestellt wurde , sind das gute Karten . Gruß Mike

  • Nach 2 Monaten habe ich nun einen Brief von der Deutschen Rentenversicherung erhalten mit der Betitelung "Ihr Antrag auf Leistungen der Grundsicherung".

    Die haben für mich keine Gutachtenprüfung angewiesen sondern nur geschrieben, dass ein ärtzlicher Befundbericht benötigt wird im über den Antrag zu entscheiden.

    Dann in fettgedruckt, unterschrichen und größerer Schrift : "Wir bitten Sie daher, sich mitIhrem behandelnden Neurologen oder Psychiater in Verbindung zu setzen..."

    Dann auch in fettgdruckt ein Hinweis über die Folgen fehlender Mitwirkung (Pflichten nach §§ 60 bis 62, 65) gemäß § 66 Abs.1 des Ersten Buches des Sozialgesetzbuches (SGB I).

    In der Anlage ist ein Briefumschlag für den Befundbericht und 2 Seiten zum Ausfüllen als Befundbericht, sowie eine Honorarabrechnungsbogen für den Arzt/Ärztin.


    Was soll ich nun machen? Angesichts der aktuellen schwierigen Phase für alle Menschen, dann auch noch dies. Meine Sozialhilfe läuft im Juni aus.

    Ich habe schon darum gebeten, dass DRV ein Gutachen machen könnte, da ich ja den Kontakt zu meinen ehemaligen Psychiater abgebrochen habe.

    Und die Jobcenters sind wohl auch für eine längere Zeit geschlossen.

    Ich wohne auch etwas weiter weg vom Arzt und müsste mehrere öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Sieht also alles mau aus mit der Existenzsicherung ab Juni/Juli.

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  • Fragehase


    Die Sozialämter und die Jobcenter sind für den Publikumsverkehr geschlossen. Telefonisch, per E-Mail oder Fax sind die Mitarbeiter (evtl. in Notbesetzung) aber zu erreichen.


    Ich glaube kaum, dass in der derzeitigen Lage eine Leistungseinstellung erfolgen wird, wenn Du im Rahmen der Möglichkeiten mitwirkst. Auch den Mitarbeiterin in den Sozialämtern und Jobcentern ist bewusst, dass einige Dinge nun nicht erledigt werden können!

    "Ich hab' hier bloß ein Amt und keine Meinung." (Friedrich Schiller)

  • Tipps:

    - schicke schnellstens die Formulare an deinen letzten Arzt, bzw. Einrichtung; egal wie lange es her ist. Teile dem Amt mit, an wem du es geschickt hast und noch keine Antwort erhalten hast.


    - In den Einrichtungen und Krankenhäuser sitzen üblicherweise Sozialarbeiter. Vereinbare einen Termin und beauftrage einen Vertrauten, dich dahin zu schubsen, bzw. mit zu kommen. Mit dem SA machst du einen groben Fahrplan, was zu tun ist. Der füllt die Anträge mit links aus und fragt dich entsprechend ab. Nimm Unterlagen mit. Vergisst du sie, geh trotzdem zum Termin.


    - Such einen Berufsbetreuer.


    - Sowohl der SA, wie auch du oder auch beide, können beim Familiengericht formlos eine Betreuung beantragen. Das ist eine sehr grosse Hilfe. Und keine Angst, die klassische Entmündigung aus Film und Fernsehen gibt es nicht.


    - Such dir einen neuen Arzt. Wird schwierig, da die meisten ausgelastet sind und er auch für dich passen muß.


    Das sind für dich wahrscheinlich grosse Schwierigkeiten, nutze die Hilfe eines Vertrauten.

    Wenn es gar nicht mehr geht, greife zum Telefon und rede mit jemanden. Klinik, Arzt, Notruf, etc.