Ehegattenunterhalt Dauer?

  • Mal angenommen, eine Frau ist seit 2011 getrenntlebend und seit 2014 geschieden.
    Sie bekommt seit 2011 500€ Ehegattenunterhalt. Es sind zwei Kinder da, das Ältere davon hat das Down Syndrom und ist zu 100% behindert mit dem Merkzeichen „G“ und „H“.

    Mittlerweile ist das eine Kind 13 und das behindertes Kind 18.
    Die Frau hat sich bei dem behinderten Kind, dass nun 18 ist auch als offizieller Betreuer eintragen lassen.

    Seit 2007 arbeitet diese Frau geringfügig (max. 7%),
    Das behinderte Kind hat die Pflegestufe 3 und die Grundsicherung und ist dadurch gut versorgt.
    Von der Behinderung merkt man rein pysisch nichts, was es beeinträchtigt.

    Es kann nur wenig reden und hat einen leichten Autismus.

    Nun die Frage:


    Kann man dieser Frau mehr Arbeit zumuten? Ist man verpflichtet, weiterhin 500€ Ehegattenunterhalt zu bezahlen, da ja auch trotz Behinderung die Möglichkeit bestünde, eine Pflegeperson (wird ja entlohnt über die Kasse) einzusetzen. Man kann davon ausgehen, dass das behinderte Kind in eine Einrichtung geht, wo es mehr oder weniger den ganzen Tag untergebracht ist.


    Normalerweise könnte man davon ausgehen, dass es möglich ist, zumindest 50% zu arbeiten. Diese Frau ist im Krankenhaus angestellt. Das sollte also bei diesem Beruf kein Problem sein.


    Wie sehen sie das Ganze.


    Danke und Gruß

  • Dieser Fall ist sehr speziell und ich behaupte mal hier kann keiner zuverlässig voraussagen wie die Familiengerichte am Ende entscheiden würden.

    Zumindest ich traue mir nicht zu hier einen zuverlässigen Rat zu geben.

    Wenn man diese Frage in einem Internetforum klären will, würde ich eher ein Fachforum wie das des ISUV Verbandes empfehlen.


    In jedem Fall sollte man aber die Beratung eines Fachanwaltes für Familienrecht hinzuziehen.


    PS: Vielleicht könnte der Vater auch die Mutter bei der Betreuung des vollj. Kindes unterstützen und ihr so eine erweiterte Arbeitszeit ermöglichen, aber mir sind natürlich die genauen Familienverhältnisse auch nicht bekannt.,

  • Es besteht auch die Möglichkeit, das behinderte Kind in einer Behindertenwerkstatt arbeiten zu lassen. Dann ist es tagsüber betreut und die Ex-Frau könnte arbeiten gehen. Es kann ja nicht sein, dass man bis zum Nimmerleinstag Unterhalt für seine Ex-Frau zahlen muss, weil diese sich auf die Betreuung des behinderten "Kindes" beruft. Man muss auch mal daran denken, dass man vielleicht irgendwann selbst nicht mehr in der Lage ist, sich um das behinderte Kind zu kümmern. Und dann? Wir haben im Bekanntenkreis zwei Down-Kinder (Erwachsene). Das eine wohnt und arbeitet in einer Behinderteneinrichtung und das andere arbeitet in einer Behindertenwerkstatt und wohnt zu Hause. Sie wird jedem morgen um 07.00 Uhr abgeholt und um 17.00 Uhr nach Hause gebracht. In dieser Zeit gehen beide Elternteile einer Vollzeitbeschäftigung nach.