Arbeiten trotz AU?- Ärztlicher Dienst meint Voll erwerbsfähig

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Arbeiten trotz AU?- Ärztlicher Dienst meint Voll erwerbsfähig

      Hallo,

      ich habe folgendes nicht allzu kleines Problem.


      Ich ware bis zum Sommer 2016 selbständig. Im Oktober 2016 bin ich erkrankt, was sich bis Juli/August 2017 auch drastisch verschlechtert hat. Grund hierfür war und ist permanenter Dauerstress und alle Probleme die sich bis heute noch teilweise gezogen, laut den Ärzten. Gearbeitet habe ich nach meiner Selbständigkeit noch bis zum August 2017. Einen Anspruch auf ALG I habe ich nicht, da ich in den vergangenen 2 Jahren nicht über 12 Monate sozialversicherungspflichtig gearbeitet habe. Nun bin ich seit September 2018 krank geschrieben und habe seit Ende März 2018 auch kleine Teilerfolge gehabt.
      Das JC hat mich dann jedoch beim ÄD vorführen lassen und dieser hat ein Gutachten ausgestellt bei dem ich voll und ohne Einschränkung erwerbsfähig bin mit einem kleinen Vermerk "Keinen Zeit und Leistungsdruck und Stress".

      Eine neue Eingliederungsvereinbarung die ich vor 2 Wochen ausgefüllt habe, beinhaltet als Ziel und Maßnahmen nur, dass ich nach meiner Gesundheit schaue wie es mir der Arzt empfohlen hat und ich mich um meine Genesung bemühe. Diese ist bis Sommer 2020 gültig.

      Da ich wieder voll und ganz arbeiten will, das jedoch in keinem Fall möglich ist wenn ich nicht gesund werde, würde ich gerne diese Krankheit auskurieren und danach wieder normal arbeiten. Es ist jedoch nicht vorhersehbar wann das sein wird. Grund hierfür ist dass ich bereits über 20 Ärzte aufgesucht habe und mir keiner konkret sagen konnte was ich genau habe, wovon es kommt und was ich tun kann damit es wieder besser wird. Laut diversen Ärzten, Heilpraktikern, Foren etc kann es 6 bis 24 Monate dauern bis es sich einigermaßen ein-geklungen hat, nachdem man etwas gefunden hat das für einen wirkt. Auf gut deutsch ist es nach dem Motto "versuchs halt, wenns was bringt gut, wenn nicht dann musst was anderes suchen". Ich hätte auch die Möglichkeit durch die Krankheit einen Behindertenausweis zu beantragen mit einem grad von 50 % jedoch will ich das nicht, da ich weiss dass ich wieder gesund werde.

      Jedenfalls zu meiner ursprünglicher Frage, muss ich obwohl ich eine AU habe eine Stelle aufnehmen, wenn der ÄD mich für voll erwerbsfähig erklärt? Welche Sanktionen können mich treffen? Wie viel kann mir gekürzt werden? Kann das Geld für die Miete gekürzt werden? Wie kann ein ÄD darüber urteilen wenn mir 1 von 20 ärzten minimale Auskunft und Hilfe anbieten konnte?

      Ich würde selbst gerne so schnell wie möglich wieder gesund werden, ich hoffe ihr könnt mir helfen und mir sagen ob ich schlimmeres vom JC befürchten muss, wenn ich erstmal keine Stelle aufnehmen kann.

      Ich bekomme die AU immer für weitere Wochen verlängert also eine Folgebescheinigung.



      Ich hoffe ihr könnt mich aufkören und habt vielleicht den ein oder andere Tipp für mich, danke
    • Was steht eigentlich in deiner EGV hinsichtlich Eigenbemühungen um Arbeit (z.B. wieviel Bewerbungen im Monat)?

      Auch bei Vermittlungsvorschlägen durch das JC sehe ich kein Problem. Da bewirbst du dich halt und wenn es dann zum Vorstellungsgespräch kommt, ja dann ist es relevant, die AU anzusprechen und ggf. Nachweise bereitzuhalten.

      Das Problem Sanktion sehe ich hier nicht. Da du längerfristig AU bist, dieses ggf. bei Vorstellungsgesprächen anspricht, wird dieses Problem nicht auftauchen. Auf die Frage, warum überhaupt beworben, ist logisch: Auf Vermittlungsvorschlag durch JC hin.
      Jeder für sich allein :P - ist nichts . Zusammen aber ^^ , sind wir ein unschlagbares Team :thumbsup:
    • War der Abschluss der Eingliederungsvereinbarung vor oder nach dem ÄD-Gutachten?
      Wenn Deine Eingliederungsvereinbarung bis Mitte 2020 geht (schau noch mal nach, das ist mehr als ungewöhnlich) dann wird Dich der Vermittler solange weitgehend in Ruhe lassen.

      Und das mit dem Schwerbehindertenausweis machst Du bitte sofort. Der hat keine Nachteile, kostet nichts und macht Dich nicht krank. Zudem ist er befristet.
    • Was ich dazu noch erwähnen sollte, ich bin 22. Die Eingliederungsverinbarung geht solange weil ich dann dort 25 werde, so hab ich die Rechnung der Bearbeiterin zumindest verstanden. Die Vereinbarung hatte ich nach dem Gutachten unterschrieben, der Termin war trotz meiner AU da meine Bearbeiterin mich gebeten hat, vorbei zu kommen um das Ergebnis davon persönlich zu besprechen. Aber ja, diese geht bis Sommer 2020.


      Eigenbemühungen habe ich wie oben beschrieben nur, Verbesserung und Stabilisierung des Gesundheitszustandes und aktive Mitwirkung bei der Verbesserung des Gesundheitszustandes wie vom Arzt empfohlen. Keine 20, 30 Bewerbungen etc. Das Hat sie nicht verlangt. Jedoch ist der Fall nun an eine andere Bearbeiterin abgegeben worden die mir nun "versuchen kann zu helfen, im Bezug auf eine Therapie und Schulden". Das leuchtet mir noch nicht so recht ein.


      Aber dann kann ich erstmal beruhigt sein, wenn mich dabei erstmal keine Sanktionen treffen.
    • Du bist nur zu dem verpflichtet, was in der EGV steht. Wenn keine Eigenbemühungen in Sachen Jobsuche vereinbart wurden, käme es nur auf Grundlage eines Vermittlungsvorschlages in Frage.

      Ja und richtig, wenn eine neue EGV vereinbart werden soll, muß, etc., dann muß beiderseitig unterschrieben werden. Du und der/die Mitarbeiter(in) des JC.
      Jeder für sich allein :P - ist nichts . Zusammen aber ^^ , sind wir ein unschlagbares Team :thumbsup:
    • Sofern aber bei dir keine Änderungen eintreten, kann ich mir nicht vorstellen, daß eine neue EGV nötig wird, solange die bestehende EGV Gültigkeit besitzt. Und natürlich, so lange könntest du deine Unterschrift unter eine für dich ungünstigere Variante verweigern.

      Dann müßte ein Verwaltungsakt durch das JC ergehen, da kiederum wäre Widerspruch zulässig.

      Auch ein Wechsel des Bearbeiters bzw. Vermittlers ändert nichts daran, daß die bestehende EGV Gültigkeit hat. Dein Vertragspartner ist das JC, das ist das juristische Gegenüber. Der Mitarbeiter handelt lediglich namens und im Auftrag des JC.
      Jeder für sich allein :P - ist nichts . Zusammen aber ^^ , sind wir ein unschlagbares Team :thumbsup: