Ehrenamt und Minijob

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    • Ehrenamt und Minijob

      Ein liebes Hallo erst mal,

      ich habe nach längerer Recherche zum Thema Grundsicherung, speziell zu den Zuverdienstmöglichkeiten bei gleichzeitigem Ehrenamt und Minijob, leider noch keine zufriedenstellende Antwort finden können und stelle deshalb meine Frage in den Raum:

      Und zwar beziehe ich Erwerbsminderungsrente plus aufstockende Hilfe zum Lebensunterhalt (SGB XII), also Grundsicherung. Nun würde ich gerne wissen, wie viel ich zur Grundsicherung "dazuverdienen" könnte bei folgender Rechnung:

      Ehrenamt: ca. 8,00 Euro / Std. Aufwandsentschädigung. (Ich habe gelesen, dass hiervon bis zu 200,00 Euro anrechnungsfrei blieben.)

      Minijob: 2x / Woche jeweils 3 Stunden bei 13,00 Euro Stundenlohn. (Eine Monatskarte für ÖPNV kostet ca. 80,00 Euro und würde einkommensmindernd berücksichtigt werden.)

      Die Dame vom Sozialamt meinte allerdings, dass alles über 100,00 Euro voll angerechnet würde, was ich so jedoch nicht verstehen kann, da ich im Internet viel Gegenteiliges hierzu finde - daher meine Frage.

      Danke schon einmal im Voraus!
    • A)
      § 82 Abs. 2 Satz 2 SGB XII:
      Erhält eine leistungsberechtigte Person aus einer Tätigkeit Bezüge oder Einnahmen, die nach § 3 Nummer 12, 26, 26a oder 26b des Einkommensteuergesetzes steuerfrei sind, ist abweichend von Satz 1 Nummer 2 bis 4 und den Absätzen 3 und 6 ein Betrag von bis zu 200 Euro monatlich nicht als Einkommen zu berücksichtigen. Soweit ein Betrag nach Satz 2 in Anspruch genommen wird, gelten die Beträge nach Absatz 3 Satz 1 zweiter Halbsatz und nach Absatz 6 Satz 1 zweiter Halbsatz insoweit als ausgeschöpft.

      B)
      § 82 Abs. 3 Satz 1 (zweiter Halbsatz ist blau) Bei der Hilfe zum Lebensunterhalt und Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung ist ferner ein Betrag in Höhe von 30 vom Hundert des Einkommens aus selbständiger und nichtselbständiger Tätigkeit der Leistungsberechtigten abzusetzen, höchstens jedoch 50 vom Hundert der Regelbedarfsstufe 1 nach der Anlage zu § 28.

      Zu A) Das Ehrenamt fällt unter diese Vorschrift.

      Zu B) 50 % der Regelbedarfsstufe 1 als Höchstabsetzungsbetrag sind im Jahre 2018 208,00 EUR (RBS 1 = 416,00 EUR :2). Bei zwei Stunden wöchentlich zu 13,00 EUR Stundenlohn ergibt sich ein Monatsentgelt als Mittelwert (x4,33) von ca. 112,58 EUR.

      In welchem monatlichen Umfang das Ehrenamt ausgeübt werden soll, hast Du nicht geschrieben. Die Angabe bräuchte man schon, um genauer berechnen zu können. Dass alles über 100,00 EUR voll angerechnet wird, ist nicht zutreffend. Einen Erwerbstätigenfreibetrag gibt es in Höhe von 100,00 EUR im Recht der Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II, nicht nach dem Recht der Sozialhilfe.

      Nur am Rande sei angemerkt, dass regelmäßig keine Monatskarte, die für das gesamte Tarifgebiet zählt, vom Einkommen abgesetzt werden kann, sondern nur die tariflich günstigste Zeitkarte eines öffentlichen Verkehrsmittels. Das wird in der Regel eine streckengebundene Karte zwischen Wohnung und Arbeitsstätte sein. Nur wenn die Monatskarte von 80,00 EUR die tariflich günstigste Zeitkarte sein sollte, würden die Kosten in der Höhe abgesetzt werden dürfen.

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