Heiraten und Hartz 4 Folgen, ich Vollzeit und Alleinerziehend, zwei Wohnungen

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Heiraten und Hartz 4 Folgen, ich Vollzeit und Alleinerziehend, zwei Wohnungen

      Hallo zusammen,
      ich habe 2 Fragen und suche in diversen Foren, aber es passt alles nicht. Darum schreibe ich nun selbst, vielleicht kann mir hier jemand antworten:
      ich, weiblich (Mitte 40) wohne in München, bin alleinerziehend mit einer Tochter (geschieden nach 18 Jahren Beziehung ) und wohne mit ihr seit 5 Jahren in einer 2 Zimmer Wohnung, arbeite Vollzeit und hatte auch noch nie Bezüge vom Jobcenter oder Wohnungsamt. Uns geht es zum Glück wunderbar, alles gut. Ich habe guten Kontakt zum Ex Mann und die Tochter ist jedes Wochenende bei ihm, da es unter der Woche mit Schule usw. meist schwierig ist.
      Ich bin seit einigen Jahren mit meinem Freund zusammen (natürlich erst nach dem Ehe-Aus), er hat eine eigene kleinere Wohnung in München. Er ist zeitweise in Beschäftigung, zeitweise ALGII (Hartz 4).
      Wir sind beide mit dem Wohnverhältnissen zufrieden, hören uns natürlich jeden Tag und sehen uns am Wochenende.
      Nun: wir überlegen dennoch in Zukunft zu heiraten, einfach wegen der Gefühle und Zusammengehörigkeit. Wollen aber die Wohnverhältnisse so belassen und wollen auch finanziell weiterhin unser eigener Herr bleiben.
      Für meine Tochter bekomme ich vom Ex keinen Unterhalt, er hat meist zu wenig Geld (kümmert sich aber gut um unsere Tochter), hat auch wieder geheiratet, Frau mit Kind, alle nett usw, ich verlange auch keinen Kindesunterhalt, dies nur nebenbei.
      1. Frage: wenn wir heiraten und mein Freund wieder in Hartz 4 fällt, muss ich für seinen Lebensunterhalt und Miete aufkommen? Ich verdiene recht gut.
      2. Frage: ich bin in Steuerklasse 2 (geschieden mit Kind) und er ledig in Klasse 1. Wenn wir heiraten, kann das so beibehalten werden? Bei mir ist nach wie vor keine volljährige Person im Haushalt. Und wie wäre es bei ihm wenn er in Beschäftigung ist??
      Danke vorab
      LG
      Marie
    • 1. Wenn er dann dein Ehegatte ist: natürlich. Das ist u. a. Sinn und Zweck einer Ehe.

      2. Nein. Du kannst in die 3, er in die 5. Oder beide 4/4.

      Dass, was du dir anscheinend wünschst, nämlich die Vorteile der Alleinerziehung mit den Vorteilen einer Ehe zu kombinieren, das geht nicht.
      Es ist nicht nötig (und noch dazu regelwidrig!), mir eine PN zu schreiben, weil eine Verwarnung erfolgte, ein Beitrag oder Thread gelöscht oder ein Thread geschlossen wurde. Wenn dies geschah, hatte es einen entsprechenden Grund. Ich verweise insoweit auf die Regeln des Forums: Forenregeln.
    • Ich finde, man kann das, was eine Ehe typischerweise kennzeichnet und welche Wirkung sie hat, ganz gut aus der Rechtsprechung zur eheähnlichen Gemeinschaft erkennen. Dazu gehört zwar immer ein gemeinsamer Haushalt, der bei der Ehe nicht zwingend vorliegen muss, aber die anderen Kriterien werden aufgrund des Vergleichs zur Ehe bzw. den dazu gehörenden Wertvorstellungen geprüft. Dazu gehören:
      • Eine auf Dauer angelegte Lebensgemeinschaft,
      • die daneben keine weitere Lebensgemeinschaft gleicher Art zulässt und
      • sich durch innere Bindungen auszeichnet,
      • die ein gegenseitiges Einstehen der Partner füreinander begründen, und zwar vor allem auch
      • in den Not- und Wechselfällen des täglichen Lebens.
      Das bezeichnet man auch als "Verantwortungs- und Einstehensgemeinschaft", denn so ist das in der Ehe typischerweise. Bin ich in Not, kann ich mich darauf verlassen, dass ich auf meine Frau zählen kann. Braucht meine Frau Hilfe - warum auch immer, etwa wegen Krankheit, Arbeitslosigkeit etc. -, stehe ich ihr umgekehrt zur Seite. Man ist wechselseitig bereit, für den anderen die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Das kann man wohl auch als Liebe bezeichnen.

      Ich bin davon überzeugt, dass es weit weniger Scheidungen geben würde, wenn die Leute sich richtig bewusst wären, was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und füreinander einzustehen. Insofern mag die Frage, ob die letztgenannten Spiegelstriche bei Marie47 und ihrem Freund (wechselseitig!) erfüllt sind, vielleicht eine Entscheidungshilfe sein, ob das Paar heiraten sollte oder nicht.
    • Birgit63 schrieb:

      Manche Menschen kommen auf Ideen. Du möchtest heiraten, aber wenn dein Mann in finanziellen Nöten ist, soll die Allgemeinheit einspringen.
      Worin siehst du ein Problem?? Unsere Gesellschaft und unsere (westliche) Wertevorstellung generieren doch genau diese Denke:
      Ja, was man machen kann, soll möglichst wenig kosten. Heiraten gehört dazu. Wenn es ohne auch geht... Wir jedenfalls machen nicht auf Moralapostel. Und wenn es die Rechtslage hergibt, so zu handeln, da wird Überzeugungsarbeit schwer.
      Jeder für sich allein :P - ist nichts . Zusammen aber ^^ , sind wir ein unschlagbares Team :thumbsup:
    • Ich mache keinen auf Moralapostel. Aber es kann nicht sein, dass man alles nette was eine Heirat so mit sich bringt wie durch den Steuerklassenwechsel weniger Steuern und damit mehr Geld gern in Kauf nimmt. Aber dann wenn es unangenehm wird, weil der Ehepartner arbeitslos ist, gern möchte, dass der Staat dafür aufkommt. Für mich ist es selbstverständlich, dass ich für meinen Ehepartner mit aufkomme, wenn er in Not gerät. Das hatte ich in meiner langjährigen Ehe auch schon öfters. Dann zu sagen, ich verdiene zwar genug aber ich sehe nicht ein, dass ich jetzt für meinen Ehemann aufkommen muss, finde ich ehrlich gesagt, unter aller S..

    Impressum

    Datenschutz

    Ein Angebot des Vereins "Für soziales Leben e.V."