Die Arbeitsverwaltung und die Kritiker ihrer Arbeitsweise

    • Die Arbeitsverwaltung und die Kritiker ihrer Arbeitsweise

      Guten Abend,

      ich lese ja hier so einiges von Schreibern, denen das Jobcenter böse mitgespielt haben soll und die hier verlautbaren, wie schlimm der Rechtskreis SGB II und dessen ausführende Ämter seien. Wenn ich das so lese und mir durch den Kopf gehen lasse, dann bin ich zuweilen recht verwundert und auch etwas verärgert.
      Ich denke, das die Hilfeempfänger doch froh sein sollen, das sie erwerbsfähig sind und deshalb die Leistungen des Jobcenters nutzen können. Es gibt zahlreiche Hilfestellungen und Maßnahmen, die darauf abzielen, den Hilfeempfänger wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Und diese werden von der Arbeitsverwaltung bezahlt, also kosten dem Hilfeempfänger nichts. Er muss nur bereit sein mitzuarbeiten und aktiv an der Beseitigung seiner Hilfebedürftigkeit sich beteiligen. Vielfach gelingt die Rückkehr in den ersten Arbeitsmarkt sogar. Ich sage, seid doch um Gotteswillen froh und glücklich, das ihr das Jobcenter habt und mit dessen Hilfe aus der finanziellen Abhängigkeit vom Staat aussteigen könnt, oder zumindest die Möglichkeit dazu habt.

      Ihr werdet Euch fragen, bin ich verrückt oder betrunken. Nein, das bin ich nicht. Warum schreibe ich so, wie oben? Deshalb, weil ich die andere Seite der Münze kenne.
      Ich bin zur Zeit dauerhaft voll erwerbsgemindert und erhalte zum Lebensunterhalt Grundsicherung nach Kapitel 4 SGB XII ohne Anspruch auf EMR.
      Wisst Ihr, was das bedeutet? Ich kriege monatlich meinen Regelsatz plus Miete und bin sonst auf einem Abstellgleis. Der Staat finanziert mir keine Weiterbildungsangebote und keine Maßnahmen, die mich auf dem ersten Arbeitsmarkt zurückführen würden. Warum auch? Medizinisch ist von der Rentenversicherung festgestellt, das ich keine drei Stunden am Tag erwerbstätig sein kann. Also, ist sämtliches Geld in meinem Falle sinnlos verpulvert.
      Nun bleiben mir außerhalb einer Wfbm nur zwei Möglichkeiten, wie es in meinem Leben weitergeht. Die erste wäre, es gut sein zu lassen und auf Kosten des Steuerzahlers ein untätiges Leben zu führen oder die zweite, die heißt: "Selbst ist der Mann!" -- also ich beseitige meine Hilfebedürftigkeit stufenweise selbst. Erst suchte ich mir einen Teilzeitjob für 4 Stunden am Tag und wenn ich mich da ab 01.03.2018 bewähre, wird es nach 6 Monaten ein Vollzeitjob. Und habe ich den Vollzeitjob, dann bin ich vom Staat finanziell unabhängig. Dann kann ich wieder den Menschen in die Augen schauen mit dem Bewusstsein, es selbst geschafft zu haben, meine Notlage zu beseitigen und zwar ohne Hilfe vom Staat. Und das ist, denke ich, viel wert. Ich beweise, das ich arbeiten kann, das ich meine Lebensunterhalt selbst finanzieren kann.

      Denn, wie heißt es? "Jeder ist seines Glückes Schmied!"

      MlG

      totenkopf75
    • Hallo :)

      Schön etwas positives zu Lesen :) Ich habe selber gerade etwas zu dem Thema gepostet und habe massiv Stress mit meiner Vermittlerin...ich hab manchmal das Gefühl die wollen gar nicht. Wenn man bedenkt, das so viele Kräfte in der Pflege fehlen und es dort so viele Weiterbildungen gibt. Da fragt man sich schon, wie das angehen kann das Fachkraftagebote da sind, der Markt diese braucht aber sie nicht geschult werden.
    • Hi,

      vielleicht solltest Du Deine Herangehensweise etwas überdenken.
      Wenn Du von "die wollen nicht " und Schikane der Vermittlerin schreibst, baust Du eine Mauer auf, die gar nicht sein muss. In jedem einzelnen Fall, also auch Deinem, gibt es die Möglichkeit, sachlich zu diskutieren. Wenn Du nicht überzeugt bist, hast Du die Möglichkeit, Rechtsmittel einzulegen.
      Mit dem Ansatz, beim Amt seien alle gegen Dich, stehst Du Dir nur selbst im Weg.
    • Es sind tatsächlich Wege möglich, wenn man sie denn tatsächlich gehen will. Natürlich ist es schwer, besonders für Klienten vom Sozialamt. Der Staat hilft da nicht weiter, außer das monatliche Geld vom Amt. Selbst muss man da es schaffen, aber, wer erwerbsfähig sein will, der muss auch fähig sein, sich Arbeit zu suchen. Gut, ich bin ein sehr atypischer Fall eines Empfängers von Grundsicherung bei Erwerbsminderung, denn der sehr überwiegende Teil dieser Menschen kann nicht mehr erwerbstätig sein oder konnte es nie. Aber, Ausnahmen gibt es immer. Nur, eben jammern hilft nichts, anpacken ist die Devise.

      Spejbl, dich habe ich gerade erst gelesen. Recht hast du.

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