Gründung einer UG im ALGII Bezug

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    • Gründung einer UG im ALGII Bezug

      Hallo Zusammen,



      zurzeit plane ich die Gründung einer Firma. In diesem Zusammenhang ergeben sich für mich allerdings auch fragen, die ich über reine Google Recherche nicht beantworten konnte bzw. die Antworten dazu nicht zu meinem Fall passen oder die Antworten sich gegenseitig widersprechen.



      Ich hoffe das ich hier nun die richtigen Antworten / Hinweise dazu bekommen kann.



      Folgendes zur aktuellen Situation:



      • Ich bin Verheiratet und habe mit meiner Frau 2 Kinder.
      • Ich bin gelernter Einzelhändler mit Führungserfahrungen aus früheren Tätigkeiten
      • Ich bin Alleinverdiener mit einer 20 Std./Woche Teilzeitstelle
      • Folge dessen beziehen wir aufstockend ALGII / Hartz IV



      Geplant ist folgendes:



      • Gründung einer UG (Unternehmergesellschaft) auch genannt „Mini-GmbH“
      • Grund der gewählten Rechtsform ist die Haftungsbeschränkung
      • Ein weiterer Grund ist die strikte Trennung von Geschäftlich und Privat
      • Ich bin Alleiniger Gesellschafter-Geschäftsführer
      • Als Stammkapital wird eine geringe Summe von 500 € eingezahlt.
      • Einen Staatlich geförderten Zuschuss plane ich nicht zu beantragen.
      • Das gesamte Startkapital ist erspartes Geld – Kein Kredit oder Darlehen
      • Ein Gehalt möchte ich mir zum Start noch nichts auszahlen
      • Ebenso soll eine Gewinnausschüttung (Gewinnthesaurierung) für die ersten 2 Jahre nicht erfolgen.
      • Gehalt und Gewinn Verzicht dienen lediglich der Liquidität und dem Wachstum der Firma
      • Da ich noch meine Teilzeitstelle habe und diesen Vertrag erst kürzlich bis April 2019 verlängert habe, habe ich weiterhin Einkommen.





      Der Start und die Kosten:

      Zum Start der Firma kommen natürlich Kosten zustande: Notar, IHK

      Die Laufenden kosten im Betrieb beziehen sich zunächst nur auf Werbung sowie kosten für die Internetpräsenz.

      Beschaffungskosten kommen erst mit dem Auftragseingang meiner Kunden!

      Wie oben bereits beschrieben beziehe ich keine monatlichen Bezüge als Geschäftsführer.

      Sollte es Gesetzlich notwendig sein, ein Gehalt zu beziehen wird diesen einen Symbolischen Betrag von 1€ sein!

      Solange also keine Aufträge eingehen halten sich die Buchungssätze kurz.



      Wenn die Firma solider dasteht und entsprechende Gewinne abwirft werde ich mein Gehalt Schrittweise erhöhen (250 € / 500 € /…)

      Nun zur Fragestellung:



      Ich habe schon sehr viel im Internet gelesen das die ARGE bzw. der Sachbearbeiter (SB) bei einem klassischen Einzelunternehmen sehr großen Einfluss darauf hat was z.B. das Thema Anschaffungen für den Betrieb angeht.

      Daher dachte ich eigentlich, dass ich diese Unterwürfigkeit vermeide indem ich mit einer UG eine Juristische Person gründe. Ich als natürliche Person stehe im Bezug der SGBII Leistung jedoch nicht die UG als Juristische Person.



      Nun habe ich dazu allerdings auch wieder vieles negatives gehört.

      Da geht es zum Beispiel darum das ich als Angestellter Geschäftsführer meiner eigenen Firma die Anlage EKS ausfüllen müsste. Somit soll wohl verlangt werden das ich die Zahlen der Firma offenlege.

      Meiner Ansicht nach reicht es doch das die Anlage EK für meine Teilzeitstelle und die Anlage EK für meine nebenberufliche Stelle als Geschäftsführer mit maximal 1 € Gehalt ausfülle.



      Nur mal angenommen die Firma wirft tatsächlich Gewinn ab und einer Gewinnausschüttung stände demnach nichts im Wege ist es mir natürlich bewusst das die ARGE diese Einnahmen anrechnet.



      Allerdings steht in vielen Foren das die SB der ARGE das alles völlig falsch ansetzen:



      • Die ARGE will mit der Anlage EKS die Zahlen der Firma
      • Die ARGE will unbedingt Belege vom Steuerberater, auch wenn der oder diejenige noch nicht mal einen Steuerberater hat
      • Die ARGE nimmt die Gewinne der Firma und rechnet diese dem Geschäftsführer an obwohl:

      >>> die UG Verpflichtet ist 25% des Jahres Überschusses in das Stammkapital zu legen

      >>> dem Geschäftsführer die Gewinne der UG nicht zufließen

      >>> Steuern abgezogen werden



      Mal folgendes angenommen:

      • Ich erhalte 1€ Gehalt
      • Die UG erwirtschaftet 2018 einen Gewinn von 10.000 €
      • 25 % – 2.500 € fließen ins Stammkapital
      • 100 % Gewinn rechnet mit dir ARGE an
      • ALG II wird entsprechend gestrichen davon soll ich die nächste Zeit leben
      • ABER ich komme an die 10.000 € nicht ran.
      • Zumal davon noch entsprechende Steuer heruntergehen!
      • Das JC zwingt mich gegen geltende Gesetze zu verstoßen, indem ich:



      Aus Meiner Sicht sieht es folgendermaßen aus:

      >>> illegale Privatentnahmen tätige

      >>> das Unternehmen nicht wachsen lasse (25%)

      >>> Steuern hinterziehe

      >>> mir vielen eben noch weitere Punkte ein, irgendwie sind die weg J wenn ich was wichtiges ausgelassen habe, immer her damit J

      Somit werde ich auf Jeden Fall vom JC genötigt entsprechende Straftaten zu begehen.

      Das kann doch nicht wirklich im Sinne eines Sozialstaates sein oder?

      Seit mehreren Tagen durchforste ich das Internet. Der Eine Empfiehlt mir einen Termin bei einem Steuerberater oder andere beim Rechtsanwalt und der nächste beim Unternehmensberater.

      Jeder von dienen will aber auch entlohnt/honoriert werden. Somit wären meine Ersparnisse aufgefressen und ich brauch mir über meine Planungen keine Gedanken mehr machen.

      Andere Empfehlen immer den Gang zum Sozialgericht (SG) allerdings wird alles denen Leuten im Internet vorgeschlagen die gerade wegen solchen punkten bereits Probleme haben, weil die bereits die UG Gegründet haben.

      Diese stehen dann nicht selten für eine Lange Zeit ohne Geld da, bis sie nervlich am Ende sind. Die UG auflösen und sich dem JC ergeben, somit wiedervoll im ALGII Sumpf sitzen.



      Ich bin froh das ich mir im Vorfeld diese Gedanken mache…. Wenn ich überlege damit die Existenz meiner gesamten Familie aufs Spiel zu setzen und das obwohl ich gerade deswegen eine Haftungsbeschränkte UG Gründen wollte…



      Die Frage ich also wie das alles genau berechnet wird?

      Was darf das JC wirklich fordern?

      Haben bereits Gerichte entschieden?

      Welche Unterlagen muss ich vorlegen ausfüllen?

      Was darf genau angerechnet werden und wie?





      Ich hoffe das ich hier entsprechende Hilfe erhalten kann.

      Natürlich sind diese Ratschläge nicht mit einer Rechtsberatung gleichzusetzen.

      Im Unternehmen später soll mit der Zeit natürlich ein Steuerberater und ggfs. Rechtsberatung hinzugezogen werden. Aber dafür muss es erstmal anlaufen.



      Leider sieht es mir bisher so aus als wenn das JC und der Sozialstaat dafür sorgen das ich diesen Plan aufgeben muss.



      Der Grund liegt lt. Vielen Forenteilnehmer hauptsächlich darin das die SB in den Job-Centern schlicht und ergreifend keine Ahnung haben.





      Ich danke euch allen schon einmal im Voraus für jeden nützlichen Beitrag.
    • Aber natürlich haben sie Ahnung. Entweder du machst als Selbstständiger deine EKS und dein Gewinn wird angerechnet oder du erhältst als angestellter Geschäftsführer ein Gehalt, was zumindest dem Mindestlohn entspricht.

      Dumme Ideen, auf Staatskosten ein florierendes Gewerbe aufzubauen, haben viele. Aber so klappt es garantiert nicht. Du bist Alleingesellschafter. Deine Entscheidungen zu Lasten des Steuerzahlers triffst du also allein. Das JC ist aber nicht an die steuerrechtlichen Vorschriften gebunden und wird dir den dicken Mittelfinger zeigen.
      Es ist nicht nötig (und noch dazu regelwidrig!), mir eine PN zu schreiben, weil eine Verwarnung erfolgte, ein Beitrag oder Thread gelöscht oder ein Thread geschlossen wurde. Wenn dies geschah, hatte es einen entsprechenden Grund. Ich verweise insoweit auf die Regeln des Forums: Forenregeln.
    • WalterWinter schrieb:

      Wenn ich das umfangreich geschilderte Vorhaben richtig interpretiere, möchte sich hier ein als solcher ausgebildeter Kaufmann zur Finanzierung eines (wenn auch kleinen) Unternehmens eine in kaufmännischen Dingen völlig unkompetente Behörde als Partner zur Seite stellen.

      Ich persönlich würde alleine aus kaufmännischen Gesichtspunkten hiervon abraten.

      Die Frage inwiefern das JC letztendlich als Partner auftritt war das entscheidende was in einem anderen Forum bereits geklärt wurde.

      Ich muss dir da aber recht geben!

      Wie tief das eingreifen eines Sachbearbeiters vom JC wirklich möglich ist, war mir vorher nicht klar.

      Ich plane dennoch weiter, allerdings starte ich erst dann wenn sich die Finanzielle Persönliche Situation (Wenn meine kleine in die Kita geht und meine Frau dadurch arbeiten kann) gebessert hat. Dadurch sollte die Finanzielle Abhängigkeit zum JC nicht mehr so groß sein das auch geringe Einnahmen der UG zum ende der ALG II-Zeit reichen.

      Ich möchte, bzw. ich will... als alleiniger Gesellschafter-Geschäftsführer kein Amt im Rücken haben das im Hintergrund mein Unternehmen steuern kann wie es will.
    • Davon mal abgesehen, als Geschäftsführer einer UG bist Du voll für die UG, deren Geschäfte etc. verantwortlich. Und das ist nicht ohne. Da hast du mehr Bürokratie als mit einem Einzelunternehmen. Und das Thema Gesellschafter- Geschäftsführerhaftung sollte dir bekannt sein.

      Auf Grund deiner Erwerbsbiographie würde ich vorschlagen, den Job, den du hast zu erweitern. z.B. auf eine Vollzeitstelle. Alternativ kannst du damit sicher einen zweiten Job finden. Beziehungen dürftest du ja haben.
      Jeder für sich allein :P - ist nichts . Zusammen aber ^^ , sind wir ein unschlagbares Team :thumbsup:

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