Merkzeichen "G" Wie funktioniert das den nun ?

    • Merkzeichen "G" Wie funktioniert das den nun ?

      Moin

      Vielleicht kann mir hier ja jemand helfen

      Folgende Situation

      Ich hab endlich nach ewigem Kampf die Schwerbehinderung zugesprochen bekommen; allerdings wird mir das Merkzeichen "G" verweigert, man will sich auch nicht so recht äußern warum man sagt mir lediglich die Bedinungen währen nicht erfüllt

      Bei dem was ich so im Internet gelesen habe sagt man ja das Merkzeichen "G" aussagt das man nicht mehr in der Lage ist 2km in 30 minuten zu gehen ?
      Oder verstehe ich da was falsch ?
      Habe ein Attest bzw. ist das auch so ans Landratsamt gegangen das ich aufgrund von Muskelproblemen eben mehr als 1,4km in 30 minuten leisten kann und das auch nur maximal eine Stunde lang

      Danke für Hilfe :)
    • Hallo,

      die Nichtanerkennung von Merkzeichen ist einer der häufigsten Streitgründe in den Feststellungsverfahren.
      Auch wenn du sagst, dass man sich nicht äußern möchte, sollte in dem Bescheid mehr stehen, als "Bedingungen nicht erfüllt".

      Für die Beurteilung, ob das Merkzeichen G zu vergeben ist, ist die Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV) anzuwenden.

      Dort steht dann u. a.:
      "In seiner Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr erheblich beeinträchtigt ist, wer infolge einer Einschränkung des Gehvermögens, auch durch innere Leiden, oder infolge von Anfällen oder von Störungen der Orientierungsfähigkeit nicht ohne erhebliche Schwierigkeiten oder nicht ohne Gefahren für sich oder andere Wegstrecken im Ortsverkehr zurückzulegen vermag, die üblicherweise noch zu Fuß zurückgelegt werden. (...) Als ortsübliche Wegstrecke in diesem Sinne gilt eine Strecke von etwa zwei Kilometern, die in etwa einer halben Stunde zurückgelegt wird."

      Das ist die Info, die du auch hast.

      Darüberhinaus gilt:

      bei Gehbehinderungen:
      Mindestens ein GdB von 50 aufgrund von Funktionsstörungen der unteren Gliedmaßen und/oder der Lendenwirbelsäule.

      Im Einzelfall reicht ein GdB von weniger als 50, wenn sich die Behinderungen auf die Gehfähigkeit besonders auswirken, z. B. bei Versteifung des Hüftgelenks, Versteifung des Knie- oder Fußgelenks in ungünstiger Stellung, arteriellen Verschlusskrankheiten mit einem GdB von 40.


      bei hirnorganischen Anfällen:

      Abhängig von der Art und Häufigkeit der Anfälle sowie von der Tageszeit des Auftretens, in der Regel erst ab einer mittleren Anfallshäufigkeit mit einem GdS von wenigstens 70, wenn die Anfälle überwiegend am Tag auftreten.


      bei Sinnesbehinderungen: Mind. GdB von 70 bei Sehbehinderung, GdB von 50 oder 60, wenn gleichzeitig eine Hörbehinderung oder eine geistige Behinderung vorliegt. Bei Hörbehinderungen entsprechende Wechselwirkungen.

      Das ist aller Kürze.

      Hier müsstest du schauen, ob die anerkannten Beeinträchtigungen tatsächlich mit einem so hohen GdB bewertet sind.
    • Erstmal danke für die Schnelle Info

      Mein Problem ist ne Stoffwechselkrankheit, um das mal Bildlich zu sagen nach der Kurzen Strecke ist in meinen Muskeln akku leer ! Und der braucht dann wieder stunden um sich aufzuladen ... wenn der Akku aber leer is dann is der so richtig leer und dann spinnen auch andere "Muskeln" wie z.b. Herz oder Lunge unter anderem eben mit "Krämpfen" und Tetanien

      Das Bizarree is das sogar in meinem Bescheid ich zitiere ..... wer infolge einer Einschränkung des Gehvermögens ( auch durch innere Leiden ....)

      Und Stoffwechsel ist doch innere Geschichte ?
    • Von der Stoffwechselerkranung selbst ?
      50%

      Hab von andererseite den Tipp bekommen das Interessiert sowieso nicht !
      Die Rechtsprechung sagt man muss sich 2km in 30min. bewegen können geht das nich ... geht das nich ganz klar

      Werde wohl das jeztige ding Abwarten bis es rechtsgültig ist und dann nochmal nen Antrag auf Verschlechterung stellen

      Trotzdem mal Thx
    • S.T. schrieb:

      Hab von andererseite den Tipp bekommen das Interessiert sowieso nicht !Die Rechtsprechung sagt man muss sich 2km in 30min. bewegen können geht das nich ... geht das nich ganz klar

      Das ist in der Kürze nicht korrekt.

      Die Rechtsprechung erwartet eine "doppelte Kausalität".
      Ursache der beeinträchtigten Bewegungsfähigkeit muss eine Behinderung des schwerbehinderten Menschen sein und diese Behinderung muss sein Gehvermögen einschränken.
      Die o. g. GdB-Nennungen aus der VersMedV sind Anhaltspunkte und Vergleichswerte für Beeinträchtigungen mit erheblicher Auswirkung auf das Gehvermögen.
    • S.T. schrieb:

      [...]Werde wohl das jeztige ding Abwarten bis es rechtsgültig ist und dann nochmal nen Antrag auf Verschlechterung stellen [...]
      Hast du überhaupt Widerspruch eingelegt (eben mit der Begründung, dass deine Einschränkung des Gehvermögens durch die Stoffwechselerkrankung bedingt ist)? Falls nein, würde ich das schleunigst machen. Falls ja, gibt es mit dem Ablehnungsbescheid auch eine Rechtshilfebelehrung. Dort widerum steht, dass du innerhalb von 4 Wochen Klage beim zuständigen Sozialgericht erheben kannst. Das ist der Weg, den ich gehen würde.

      Ein sogenannter "Verschlechterungs"- oder "Verschlimmerungsantrag" (korrekt: Antrag zur Neufeststellung des Grades der Behinderung) hat nur Sinn, nachdem gravierende Veränderungen im Gesundheitszustand eingetreten sind.
      Ganz so einfach, wie du dir das vorstellst, geht es nicht.
    • Moin

      Wie ich schon sagte wenn ich jetzt gegen den Bescheid einspruch erhebe, dann ist die Schwerbehinderung wieder im 8-Deck. Un mien Chef dreht mir den Kragen um wenn ich wieder nix habe, der hat gestern erst hochbegeistert die Anträge auf Förderung gestellt, zugegeben ich hab den auch ziemlich geld gekostet aber jetzt komm ich mit "meinem" Büro klar :love:

      Hab mit meinem Anwalt gesprochen, und ehrlich gesagt ist mir der "Vorteil" durch das "G" das nicht wert das ich dann wieder nicht mehr Schwerbehindert bin, und auch mit dem "G" würde ich nicht die Medikamente bekommen die ich brauch weils die halt nicht gibt.

      Ich verliere im Jahr vielleicht 150€ ... verliert mein Chef (zu recht) die gedult verliere ich mehr
    • Einen Widerspruch kann man doch auf das "Merkzeichen G" stellen. Der Rest des Bescheides kann ja unberührt bleiben. Ich würde das auf jeden Fall machen. Dann bekommst du doch auch Fahrten im öffentlichen Nahverkehr günstiger bzw. musst weniger KFZ-Steuer zahlen. Deinem Chef musst du von dem Widerspruch überhaupt nichts sagen. Das geht ihn nix an. Die Förderung bekommt er doch auf die % und nicht auf das Merkzeichen.
    • Is mir neu, hat mir so auch keiner Gesagt bist du (ich sag jetzt mal einfach du) die erste
      Wo kann ich das nachlesen, alles sagte zu mir Widerspruch hebt den Bescheid bedingungslos auf

      Mag ja soweit sein aber wenn er Leistungen haben will, und dann auf einmal nix kommt dann geht er glaub ich mittlerweile berechtigt hoch
    • Blödsinn. Ein Widerspruch hebt doch keinen Bescheid auf - bei welcher Art Anwalt warst du denn?!

      Dein GdB 50 wurde gerade erst festgestellt. Widerspruch legst du nur dagegen ein, dass dir das Merkzeichen "G" nicht zuerkannt wurde. Danach wird überprüft, ob dir das Merkzeichen zuerkannt werden kann oder nicht. Der gerade festgestellte GdB bleibt meines Wissens nach davon unberührt.

      Etwas anderes ist der sogenannte "Verschlechterungsantrag" (= Antrag auf Neufeststellung) - also die Vorgehensweise die du weiter oben in Betracht gezogen hast:
      Zitat: "Werde wohl das jeztige ding Abwarten bis es rechtsgültig ist und dann nochmal nen Antrag auf Verschlechterung stellen"

      Bei dieser Art Antrag wird die komplette Situation neu überprüft (da seit der Feststellung einige Zeit vergangen ist). Und dann kann es dir passieren, dass dein GdB geringer eingestuft oder gar ganz aberkannt wird.

      Du solltest also verinnerlichen, dass ein Widerspruch gegen einen ergangenen Bescheid etwas völlig anderes ist als ein Antrag auf Neufeststellung (Verschlechterungsantrag). Das wird dir dein Anwalt doch wohl erklkärt haben!

      Aber da du die Vorzüge des Merkzeichens "G" nicht zu brauchen scheinst (u.a. erheblicher Preisvorteil bzw. teilweise kostenlose Beförderung im ÖPNV) - wieso dann überhaupt der Aufriss????
    • Das ist der Grund warum ich foren eigentlich meide, wenn die Antworten gleich so etwas persönlich beleidigendes bekommen !

      Der Anwalt mit dem gesprochen habe ist vom VdK die werden wohl wissen was Sie da reden oder ??
      Ferner habe ich mittlerweile mit dem Sozialgericht gesprochen, die mir das übrigens bestätigt haben, ich kann nicht "teilweise" gegen einen Bescheid klagen !

      Richtig das Risiko besteht tatsächlich dann wenn eine Krankheit als besser behandelbar eingestuft wird, ein Faktor den ich mit gutem Gewissen ignorieren kann

      Und noch etwas informiere dich mal über die Vorteile des Merkzeichen G, Kostenlos ist da garnix !! Nicht wenn du Arbeitest

      Aber gerne zur Antwort, weil ich einfach der Meinung bin es ... man sieht mir meine Behinderung nicht an und mit so einem G auf dem Ausweiss kann man wenigstens ein Paar "dumme" Blicke abfangen
    • S.T. schrieb:

      [...]Der Anwalt mit dem gesprochen habe ist vom VdK die werden wohl wissen was Sie da reden oder ??
      Ferner habe ich mittlerweile mit dem Sozialgericht gesprochen, die mir das übrigens bestätigt haben, ich kann nicht "teilweise" gegen einen Bescheid klagen !

      Richtig das Risiko besteht tatsächlich dann wenn eine Krankheit als besser behandelbar eingestuft wird, ein Faktor den ich mit gutem Gewissen ignorieren kann

      Und noch etwas informiere dich mal über die Vorteile des Merkzeichen G, Kostenlos ist da garnix !! Nicht wenn du Arbeitest

      Aber gerne zur Antwort, weil ich einfach der Meinung bin es ... man sieht mir meine Behinderung nicht an und mit so einem G auf dem Ausweiss kann man wenigstens ein Paar "dumme" Blicke abfangen
      Du wirfst vieles durcheinander, ich glaube nicht, dass du das, was dein Anwalt dir gesagt hast, richtig verstanden hast.
      Auch das nicht, was hier sonst gesagt wurde. Niemand hat gesagt, du sollst gegen einen Bescheid klagen. Es wurde dir geraten, Widerspruch einzulegen.

      Was die Vorteile des Merkzeichens "G" betrifft: Da ich selbst eines in meinem Ausweis habe, kenne ich dessen Vorteile ziemlich genau.
      Ich habe nicht geschrieben, etwas sei kostenlos, sondern ich habe geschrieben: "erheblicher Preisvorteil bzw. teilweise kostenlose Beförderung im ÖPNV".
      Preisvorteil und teilweise kostenlos (teilweise = wenn Sozialleistungen bezogen werden, ist es auf Antrag kostenlos).