Kostenübernahme Wohungsräumung

    • Kostenübernahme Wohungsräumung

      Guten Morgen,

      ich hoffe, ich schreibe hier in dem richtigen Unterforum.

      Ich habe eine Wohnung an ein Ehepaar vermietet, beide habe einen Betreuer. Mitte September ist der Mann verstorben. Da die Frau nicht alleine für sich sorgen kann, ist sie in eine Einrichtung gekommen. Der Betreuer der Frau hat den Mietvertrag fristgerecht zum 1.1.18 gekündigt, die Miete wurde weiterhin von der Frau gezahlt. der Betreuer sagte mir, das sie ca. 700 € Rente bekommt und somit die Miete zahlen kann und ihren monatlichen Eigenbedarf hat.

      Der Betreuer hat mir auch direkt gesagt, dass er sich um die Kostenübernahme durch das Amt kümmern wird und dass das in solchen Fällen genehmigt werden muss (Aufgabe der Wohnung wegen Krankheit). Es hatten sich sogar schon Entrümpler und ein Maler die Wohnung angeschaut. Zwischenzeitlich war die Frau mit Leuten von der Caritas in der Wohnung und haben die Sachen rausgeholt, die sie braucht.

      Nun bekomme ich vor 1,5 Wochen die Info des Betreuers, dass die Dame nicht mehr in Bremen-Nord untergebracht ist, sondern in die City gekommen ist, da sie nun in ein anderes Heim gekommen ist, wo man sich intensiver um sie kümmern kann. Das Problem ist nun wohl, dass der Antrag auf Kostenübernahme nicht mehr beim AfsD in Nord liegt, sondern in Bremen-City und da hat er keine Kontakte hin. Er meinte, läge der Antrag noch in Nord, wäre die Kostenübernahmebestätigung schon längst da.

      Da die Wohnung bereits per 01.01.2018 neu vermietet ist, blieb uns jetzt nur die Möglichkeit die Wohnung selbst zu Entrümpeln und zu Renovieren. Sämtliche Rechnungen sollen wir einreichen und Stunden aufschreiben. Als wir in die Wohnung rein sind, hat uns der Schlag getroffen. Schimmelnde Lebensmittel, Kot in der Toilette, haufenweise Müll in der Wohnung. Missglückte Tapezierversuche...bisher waren wir schon 51 Stunden in der Wohnung und es kommen sicherlich nochmal so viele dazu. An Material habe ich bisher knapp 500 € ausgegeben (Pinsel, Folie, Putzsachen, Nikotinsperrfarbe, normale Raumfarbe), unsere Garage steht voll mit blauen Säcken und der Teppich muss auch noch neu.

      Am Wochenende kam ich nun mit einem anderen Berufsbetreuer ins Gespräch und der meinte, er würde sich darüber sehr wundern, wenn das Amt die Kosten übernehmen würde. Er kennt das eher so, dass man als Vermieter in die Röhre guckt. Diese Aussage verunsichert mich nun ziemlich.

      Ich würde mich freuen, wenn hier jemand seine Einschätzung zu dem Thema abgeben würde!

      Danke euch,

      Malte
    • Ich würde mal nachfragen, ob bei der zuständigen Stelle der Antrag auch vorliegt. Hilfe kommt unter bestimmten Voraussetzungen durchaus in Betracht. Aus den nachstehenden Empfehlungen des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge findest Du auf Seite 97 unter der Fußnote 190 einige Gerichtsentscheidungen, die dort verlinkt sind und sich mit der Sache auseinandersetzen. Dort heißt es:

      "190 Vgl. BSG, Urteil vom 15. November 2012, B 8 SO 25/11 R (Rdnr. 19 f.) für die Kosten einer Wohnungsräumung bei Umzug in ein Pflegeheim. Es entspricht der Rechtsprechung verschiedener Landessozialgerichte, dass bei einem Umzug ins Pflegeheim unter bestimmten Voraussetzungen ausnahmsweise doppelte Mietaufwendungen im notwendigen Umfang als sozialhilferechtlicher Bedarf zu übernehmen sind (vgl. z.B: LSG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 18. Februar 2010, L 9 SO 6/08; LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 22. Dezember 2010, L 2 SO 2078/10; LSG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 10. März 2011, L 15 SO 23/09 – jeweils mit weiterführenden Hinweis zu den Voraussetzungen)."

      Hier der Link:


      harald-thome.de/fa/harald-thom…5-13_KdU-Empfehlungen.pdf

      Es gibt dazu auch eine Arbeitshilfe des Deutschen Vereins von Dr. Jonathan Fahlbusch, habe ich im Hinterkopf. Ich gucke mal, ob ich die finde.
    • Das ist ein Gutachten vom 2. Juni 2010, Nr. 14/06 - Restverpflichtungen im Zusammenhang mit der Auflösung der bisherigen Wohnung; Leistungserbringung bei Beurlaubung aus der vollstationären Einrichtung

      Auf den Seiten des Deutschen Vereins ist es nicht mehr verlinkt, aber vielleicht findest sich das noch irgendwo im Netz. Ich habe es auf die Schnelle nicht gefunden.