Mietzahlung vom Ex auf Regelsatz anzurechnen?

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    • Mietzahlung vom Ex auf Regelsatz anzurechnen?

      Hallo!

      Mein Mann und ich beabsichtigen, uns zu trennen. Er will, dass ich ausziehe.

      Ungeachtet aller anderen Fragen, die in diesem Kontext aufkommen:


      Wenn er mir die Miete für eine Wohnung finanziert(die Mieten sind hier so bei 1.000 Euro warm, wenn man Glück hat...) - kann ich zusätzlich Hartz IV für die sonstigen Lebenshaltungskosten (Regelsatz) beantragen?Oder würde mir die Mietzahlung direkt als Unterhalt angerechnet? Dann hätte ich zwar die Miete, aber nichts zu essen.

      (Ich arbeite noch nicht, unser gemeinsames Kind ist noch nicht in der Kita, ich betreue es zuhause.)

      Gibt es da irgendwie einen Weg?


      Zum Beispiel Mietzahlung durch meinen Mann direkt an den Vermieter, so dass klar ist, dass es nur die Miete ist und keine weitere Unterhaltsleistung? Oder würde die Mietzahlung ohnehin nicht auf den Hartz IV Regelsatz angerechnet, weil der Verwendungszweck eindeutig ist?

      Vielen Dank vorab!
    • Na dein Mann ist in diesem Falle eh zum Trennungsunterhalt verpflichtet. Und, für das Kind zum Kindesunterhalt. Sein Bier, er will ja, daß du raus machst. Soll er ruhig dafür löhnen.

      Das ist bei dir selbstverständlich Einkommen. Das wird im Falle eines "Hartz IV" - Bezuges selbstverständlich angerechnet. Dabei ist der Zahlungsweg dabei rille. Klar, kann er dir die Miete zahlen. Das ist aber im Grunde ein Anspruch, den du ihm gegenüber hast. Logischerweise bei dir Einkommen.

      So, was die Miete anbelangt, da solltest du mal schauen, wie viel für ein Zweipersonenhaushalt als "angemessen" gilt. Das ist von Stadt zu Kommune unterschiedlich. Da gibt es die Richtsätze der Gemeinde (Städte). Nämlich nur das wird anerkannt.

      Der Bedarf ist der Bedarf von dir und deinem Kind. Zuzügl. "angemessener" Kosten der Unterkunft. Abgezogen wird das Einkommen. Den, soweit es ihn dann gibt, verbleibenden Teil übernimmt das Amt.

      WennTrennungsunterhalt, Kindesunterhalt, Kindergeld, Wohngeld, ggf. Kinderzuschlag den sozialrechtlichen Bedarf decken, brauchst du das JC nicht. Muß manaber im einzelnen durchrechnen. Jedenfalls wird das Amt dich verpflichten, diese Leistungen vorrangig zu beantragen.
      Jeder für sich allein :P - ist nichts . Zusammen aber ^^ , sind wir ein unschlagbares Team :thumbsup:
    • die Möbel etc. müssen gerecht aufgeteilt werden.
      Er hat Trennungsunterhalt zu zahlen, für Dich.
      Und Unterhalt für das Kind. Wie vorhin gesagt, alles
      vorrangig. Kindergeld etc.
      Das alles wird zusammengerechnet und dann wird erst festgestellt,
      ob der Staat irgendetwas zahlen muss.
      Alles was er zahlt ist Dein Einkommen. Vielleicht reicht es.
      Wenn das Kind drei ist, könnte er erwarten, dass Du arbeitest.
    • Aber dann möchte man von der Stadt/Kommune schon erwarten, daß es einen KITA- Platz zur Verfügung stellt. Und wenn, dann einen, der auch geöffnet hat und nicht schon 16 Uhr schließt. Wenn schon, enn schon...

      Vielleicht hilft das JC ja dabei, diesen Anspruch durchzusetzen. Ich meine, da müßte doch was zu machen sein. Das würde ich, wenn schon eine Verpflichtung besteht, mit als Förderung (nicht Forderung) in die EGV mit aufnehmen wollen.
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    • Liebe Antwortende!

      Vielen Dank für eureschnelle Hilfe!

      Rechtlich gesehenhabe ich leider keinen Anspruch auf Unterhalt von meinem Mann (Wechselmodellund kein laufendes Einkommen, "nur" Vermögen, aus dem er mir dieMiete zahlen würde - netterweise, damit ich ausziehe, aber mein Essen will ermir nicht auch noch bezahlen müssen...).
      Daher kann ich"froh" sein, wenn er mir die Miete überhaupt zahlt.

      Es gibt also keineMöglichkeit, dass er - wie oben beschrieben, z.B. die Miete direkt an denVermieter zahlt und ich noch Hartz IV für die Lebenshaltungskosten bekomme?Alles was er zahlt, auch in dieser Form, zählt als mein anzurechnendesEinkommen???
    • Danila schrieb:


      Es gibt also keineMöglichkeit, dass er - wie oben beschrieben, z.B. die Miete direkt an denVermieter zahlt und ich noch Hartz IV für die Lebenshaltungskosten bekomme?Alles was er zahlt, auch in dieser Form, zählt als mein anzurechnendesEinkommen???
      Das mit dem Wechselmodell betrifft wohl eher den Kindesunterhalt, oder?

      Ob Dein Mann den Unterhalt aus Vermögen oder Erwerbseinkommen oder aus Schenkungen Dritter zahlt, ist unerheblich. Erheblich ist, dass er zum Unterhalt verpflichtet sein wird. Nicht netterweise, sondern rechtlich.
      Und wie kommst Du auf die Idee, dass Einkünfte, die Du hast, egal wie Ihr die nennen wollt, bei einer Sozialleistung keine Rolle spielen würden?

      Warum lässt Du nicht einfach mal einen Anwalt den Unterhaltsanspruch Deines Kindes und den für Dich ausrechnen und lässt Deinen Mann und Vater des Kindes zahlen?
      Dann kann eine Wohngeldstelle, Familienkasse oder ein Jobcenter mal ausrechnen, ob und falls ja wieviel euch noch an Sozialleistungen zusteht.

      Und jetzt mal konkret: Wovon lebt Ihr bis zur Trennung? Vom "Vermögen"?
    • Danila schrieb:

      Es gibt also keineMöglichkeit, dass er - wie oben beschrieben, z.B. die Miete direkt an denVermieter zahlt und ich noch Hartz IV für die Lebenshaltungskosten bekomme?Alles was er zahlt, auch in dieser Form, zählt als mein anzurechnendesEinkommen???
      können tut er ja, wird dir aber als Einkommen angerechnet werden.
      Und ob er dir "das Essen bezahlt" ist nicht seine Entscheidung.
      Von wegen kein laufendes Einkommen........ er ist dazu verpflichtet und somit auch zur Arbeitsaufnahme.
      Vor allem wenn du wegen zu wenig Unterhalt ALGII haben willst.

      Also ab zum Anwalt.


      https://www.anwalt.de/rechtstipps/kindesunterhalt-beim-wechselmodell-wer-zahlt-wenn-beide-eltern-das-kind-betreuen_005204.html schrieb:

      Ein Wechselmodell schließt Unterhaltszahlungen nicht aus.

      Unterhaltspflicht beim WechselmodellBeim Wechselmodell kann bei keinem Elternteil ein Schwerpunkt der Betreuung festgestellt werden. Da beide also die Kindsbetreuung gleichermaßen übernehmen, müssen sie auch für den Barunterhalt anteilig aufkommen. In diesem Fall richtet sich der Unterhaltsbedarf des Kindes nach den Einkommens- und Vermögensverhältnissen beider Elternteile, vgl. BGH, Beschluss v. 05.11.2014, Az.: XII ZB 599/13.
      Verdient also der Vater z. B. 3000 Euro netto und die Mutter 2000 Euro netto, ergibt das gemeinsame Einkommen 5000 Euro (= 100 Prozent). Der Vater trägt zu 60 Prozent dazu bei, die Mutter zu 40 Prozent. In dieser Höhe müssen sie jeweils auch den anfallenden Unterhaltsbedarf ihres Kindes decken. Zuvor können sie aber von ihrem Einkommen noch ihren Selbstbehalt sowie die Hälfte des – etwa nach der Düsseldorfer Tabelle festgestellten und durch Mehrkosten erhöhten – Kindesbedarfs abziehen, da beide zur Hälfte schließlich auch Betreuungsunterhalt leisten. Der Elternteil, der kein Kindergeld erhält, darf darüber hinaus den Kindsbedarf noch um die Hälfte des Kindergelds mindern. Dagegen muss sich der Elternteil, dem das Kindergeld ausbezahlt wird, dieses voll anrechnen lassen.

      Übrigens: Ist ein Elternteil nicht leistungsfähig, greift § 1607 I BGB, die sog. Ersatzhaftung. Hier sind seine Verwandten, vorrangig wohl seine eigenen Eltern, zur Zahlung des Kindesunterhalts verpflichtet.
      Das Vergleichen ist das Ende des Glücks
      und der Anfang der Unzufriedenheit.
    • Das ist aber auch reine Theorie, der Kindesunterhalt wird sehr selten den ganzen Bedarf des Kindes nach SGB II abdecken und nach Aussage der TE scheint der Vater auch kein Großverdiener zu sein.
      Die Ersatzhaftung dürfte hier keine Rolle spielen.
      Der Trennungsunterhalt für die Kindesmutter dürfte sich auf das erste Trennungsjahr beschränken, danach ist sie verpflichtet zu arbeiten, da der Vater, der das Kind zu gleichen Teilen betreut dazu scheinbar auch in der Lage ist.

      Zusammengefasst, wenn man sich ernsthaft trennen will und der Unterhalt wie hier nicht sofort durchsetzbar ist, sollte eine AlG2 Antrag erfolgreich sein, der Verweis auf Selbsthilfe ist m.E. nur möglich wenn die Mittel dann in absehbarer Zeit zur Verfügung stünden. Das Jobcenter kann den Unterhaltsanspruch bei Leistungsgewährung selbst durchsetzen.