Fragen zum Kindergeld

    • Fragen zum Kindergeld

      Ich hab ein paar Fragen zum Kindergeld:

      1. Angenommen es wird ein Abzweigungsantrag gestellt und angenommen dieser wird angenommen. Bekommt das Kind dass den Abzweigungsantrag gestellt hat dann nur das Kindergeld oder wird geht dann auch die "Kindergeldberechtigung" an das Kind über?

      Wenn man zb. gegen eine Familienkasse anwaltlich vorgehen möchte, muss man kindergeldberechtigt sein, da das Ganze sonst formal unwirksam ist. D.h. man als Kind muss quasi den Rechtsfall an die Eltern abgeben und stellvertretermäßig "seine" Rechte einfordern lassen. Kann das Kind nicht selbst kindergeldberechtigt werden?

      De facto sind die Eltern bei einem Kind das einen eigenen Haushalt hat nicht von einer Nichtzahlung des Kindergeldes betroffen. Sie müssen ja nicht für das Kind aufkommen und müssen nur das Kindergeld an das Kind überweisen. D.h. ihnen kann es theoretisch egal sein ob Kindergeld kommt oder nicht.

      Wieso sollte ein Elternteil für mehrere hundert Euro einen Anwalt nehmen, nur damit die Rechte des Kindes eingefordert werden?

      Das Kind wiederum darf nicht selbst tätig werden, da es nicht kindergeldberechtigt ist und eine Klage formal unwirksam wäre.

      Noch besser wird es wenn das Kind eine Rechtsschutzversicherung hat, die die Anwaltskosten tragen würde, nicht jedoch die Eltern.

      D.h. wäre das Kind kindergeldberechtigt, würde die Rechtsschutzversicherung die Kosten übernehmen. Wenn es aber nicht kindergeldberechtigt ist, müsste es die Anwaltskosten doch selber zahlen, und zwar an die Eltern, damit diese für das Kind sich einen Anwalt nehmen.

      Absurd. Oder übersehe ich etwas?

      2. Angenommen die Familienkasse zahlt einige Monate lang kein Kindergeld, stellt fest dass die Zahlung versäumt wurde und holt sie nach in dem sie den ganzen schuldigen Betrag auf einmal überweist. Ich hörte mal dass schon allein von Amts wegen eine Verzinsung nötig sei.

      Stimmt das? Wenn ja - Welcher Antrag muss gestellt werden? Wie hoch fällt die Verzinsung aus?
    • Das Kind ist nur dann kindergeldberechtigt, wenn die Eltern tot oder unauffindbar sind. Kindergeld ist eine Steuervergünstigung für die Eltern, schon allein das erklärt, wieso Kinder im Normalfall eben nicht kindergeldberechtigt sind. Und niemand kann jemanden zwingen, eine solche Vergünstigung zu beanspruchen, wenn er das nicht will, korrekt. Das Kind hat einen Unterhaltsanspruch gegen die Eltern. Ob die das (ganz oder teilweise) mit Kindergeld abdecken oder eigenem Einkommen, ist deren Problem. Wenn also das kindergeldberechtigte Elternteil (wenn kein Elternteil Unterhalt für das extern wohnende Kind zahlt, müsste sowieso erstmal ein Elternteil als kindergeldberechtigt bestimmt werden) das Kindergeld nicht beansprucht, steht es dem Kind natürlich frei, gerichtlich prüfen zu lassen, ob die Höhe des Unterhalts korrekt ist.

      Kindergeld wird ja sowieso nur dann abgezweigt, wenn der Unterhalt geringer ist als das Kindergeld.
      Es ist nicht nötig (und noch dazu regelwidrig!), mir eine PN zu schreiben, weil eine Verwarnung erfolgte, ein Beitrag oder Thread gelöscht oder ein Thread geschlossen wurde. Wenn dies geschah, hatte es einen entsprechenden Grund. Ich verweise insoweit auf die Regeln des Forums: Forenregeln.