Mutter ALG II - Kind Bafög + Job

    • Mutter ALG II - Kind Bafög + Job

      An anderer Stelle habe ich bereits geschrieben, das ich, bedingt durch den Auszug meiner jüngsten Tochter, meine Kosten (nicht nur KdU) senken muss. Meine mittlere Tochter (24 J., eigene Wohnung, Bafög + Job) ist nun auf die Idee gekommen, wir könnten ja wieder zusammenziehen und dadurch unsere Kosten senken.
      Am Wochenende haben wir die ganze Sache mal durchgerechnet und sind zu einem deprimierenden Ergebnis gekommen. Nach unserer Rechnung würden wir durch Zusammenzug nichts einsparen; der einzige Effekt wäre, dass sie weniger Geld hätte (ungefähr das Kindergeld, das bei mir angerechnet würde) und dass ich eben dieses Kindergeld mehr hätte. Unsere tatsächlichen Wohnkosten wären nach Zusammenzug zwar deutlich geringer; diese Einsparung wird aber neutralisiert - auch deshalb, weil meine Tochter nur den reduzierten Wohnkostenanteil beim Bafög erhält, wenn sie mit mir zusammenwohnt.

      Ich weiß nur nicht, ob wir richtig gerechnet haben.

      Deshalb hier unsere Rechnung für den Fall, dass wir zusammenziehen würden:
      Wohnung: Tatsächliche Miete: 640,- EUR (bruttowarm); anerkannte KdU bei 2-Pers.-Bedarfsgemeinschaft: 556, 60

      Einkommen Tochter:
      Bafög 451,- + Job: 430,- (netto) + KiGeld: 192,- = 1073,- EUR
      Einkommen nach Bereinigung: Bafög um 20% (90,20 zweckgebunden), Job um 100,- + 20% vom Rest 264,-
      Einkommen = Bafög 360,80 + Job 264,- + KiGeld 192,- = 816,80

      Fiktiver Bedarf Tochter: 278,30 (Hälfte anerkannte KdU) + 327,- RL = 605,30

      Ergebnis: Einkommen 816,80 - Bedarf 605, 30 = 211,50 Überdeckung. Das Kindergeld wird also voll bei mir angerechnet.

      Frage 1: Ist unsere Rechnung ungefähr richtig?
      Frage 1b: Ist es richtig, dass für die Bedarfsberechnung nur die anerkannten KdU berücksichtigt werden? Falls ja - würde sich das ändern, wenn sie 25 ist?
      Frage 2: Das Bafög meiner Tochter beinhaltet nur eine Wohnpauschale von 52,- EUR, da bei Mutter wohnend. Kann sie für die Unterdeckung der anerkannten KdU trotz Job eine andere Leistung erhalten? (Z.B. Mietzuschuss oder Wohngeld). ich habe hier (unter Punkt 3. kein reiner Auszubildenden-/ oder Studentenhaushalt) gelesen, dass ALG II-Bezieher und Bafög-Bezieher jeder für sich vom Wohngeldbezug ausgeschlossen sind, gemeinsam aber u.U. Wohngeld beziehen können...
    • Was für eine Unterdeckung bei deiner Tochter, wenn sie lt. deiner Berechnung übersteigendes Einkommen hat und demzufolge ihr Kindergeld bei dir angerechnet würde?!
      Es ist nicht nötig (und noch dazu regelwidrig!), mir eine PN zu schreiben, weil eine Verwarnung erfolgte, ein Beitrag oder Thread gelöscht oder ein Thread geschlossen wurde. Wenn dies geschah, hatte es einen entsprechenden Grund. Ich verweise insoweit auf die Regeln des Forums: Forenregeln.
    • Rein rechnerische Unterdeckung, weil: Wohnpauschale 52,- EUR, anerkannte KdU aber 278,30.
      Natürlich (so haben wir es ja auch gerechnet) deckt sie den KdU-Bedarf durch ihr Einkommen.
      Genau darin liegt das Problem. Deshalb hat sie NICHTS von dem Zusammenzug - im Gegenteil, ihr fehlt das Kindergeld.
      Ich habe etwas von ihrem Einzug, weil ich ihr Kindergeld habe.

      Ihr Einkommen jetzt:
      Bafög 649,- + Job: 430,- (netto) + KiGeld: 192,- = 1271,- EUR
      Ausgaben jetzt (eigene Wohnung): 470,- bruttowarm + 100,- sonst. Kosten (Strom, Tel.) = 570,-
      1271,- - 570,- = 701,- EUR

      Rechnung bei Zusammenzug:
      Bafög 451,- + Job: 430,- (netto) = 881,- EUR
      Ausgaben: 320,- Miete (bruttowarm) + 55,- (anteilige sonstige Kosten) = 375,-
      881,- - 375,- = 506,- EUR

      Sie würde bei Zusammenzug 200,- EUR drauflegen, ich habe 192 mehr als ich hätte, wenn ich allein wohnen würde.
      Das rechnet sich nicht.

      Deshalb u.a. die Frage, ob sich an der Berechnung etwas ändert, wenn sie 25,- ist? Z.B. Einstufung als Haushaltsgemeinschaft und dann die tatsächlichen KdU berücksichtigt werden könnten (KiGeld fällt mit 25 weg)...
    • maria1956 schrieb:

      ich habe 192 mehr als ich hätte, wenn ich allein wohnen würde.
      Nein, weil die 192,- auf deinen Bedarf angerechnet werden. Die bekommst du doch nicht zusätzlich.



      maria1956 schrieb:

      Deshalb u.a. die Frage, ob sich an der Berechnung etwas ändert, wenn sie 25,- ist? Z.B. Einstufung als Haushaltsgemeinschaft und dann die tatsächlichen KdU berücksichtigt werden könnten
      Da wäre dann die Frage, ob ihr gemeinsam wirtschaftet oder jeder für sich. Wenn ihr unabhängig voneinander wirtschaftet, seid ihr m.E. eine WG und dann müssten dir auch die KdU für einen 1-Personenhaushalt zustehen.
    • MrSippi schrieb:

      maria1956 schrieb:

      ich habe 192 mehr als ich hätte, wenn ich allein wohnen würde.
      Nein, weil die 192,- auf deinen Bedarf angerechnet werden. Die bekommst du doch nicht zusätzlich.


      maria1956 schrieb:

      Deshalb u.a. die Frage, ob sich an der Berechnung etwas ändert, wenn sie 25,- ist? Z.B. Einstufung als Haushaltsgemeinschaft und dann die tatsächlichen KdU berücksichtigt werden könnten
      Da wäre dann die Frage, ob ihr gemeinsam wirtschaftet oder jeder für sich. Wenn ihr unabhängig voneinander wirtschaftet, seid ihr m.E. eine WG und dann müssten dir auch die KdU für einen 1-Personenhaushalt zustehen.
      Die 192,- werden natürlich bei mir angerechnet. Ich habe mit meiner Aussage das Endergebnis betrachtet, also das, was mir am Ende zur Verfügung steht. Bedeutet: soundsoviel ALG II (Regelsatz + KdU abzgl. KiGeld) kommt vom JC aufs Konto, 192,- KiGeld kommen von der Familienkasse aufs Konto.
      Und das ist als Summe ca. 192,- mehr als ich hätte, wenn ich allein wohnen würde.
      WG: Ich glaube nicht, dass wir (Mutter und Tochter U25) jemals als WG betrachtet würden. Eher als HG, denke ich mir.Mich interessiert deshalb, ob sich an der Berechnung z.B. der KdU etwas ändert, wenn sie 25 ist.
      Also ob dann bei der Bedarfsberechnung z.B. die tatsächlichen Mietkosten (640,-) berücksichtigt würden, anstatt nur die, als BG, angemessenen KdU von 556,60.
      Bei einer Verteilung von 320,- EUR Bruttowarmmiete pro Kopf wäre die Wohnung mehr als angemessen.
    • Bevor es völlig hirnrissig klingt, hier meine selbstverfasste Bedarfsberechnung für mich:

      Fall 1: Ich bewohne meine Wohnung allein.
      Bedarf: 440,- angemessene KdU + 409,- RL = 849,-
      Ausgaben: 640,- Miete, + 90,- sonst. Wohnkosten
      849,- - 730,- = 119,- zur Verfügung

      Fall 2: Meine Tochter zieht ein:
      Bedarf: 278,30 angemessene KdU + 409,- RL = 687,30 - 192,- KiGeld = 495,30
      Ausgaben: 320,- Miete + 55,- anteilige sonst. Wohnkosten = 375,-
      495,30 - 375,- = 120,30 + 192,- KiGeld = 312,30 zur Verfügung


      Ich habe also die 192,- KiGeld mehr zur Verfügung, während meiner Tochter ungefähr dieser Betrag fehlt. Das bedeutet: Wenn wir zusammenziehen, sparen wir im Endeffekt nichts, obwohl wir unsere Wohnkosten deutlich senken, sondern der am Ende tatsächlich zur Verfügung stehende Betrag wird nur anders aufgeteilt.
      Ich hätte etwas vom Zusammenzug, meine Tochter zahlt das, was ich mehr hätte, drauf und es fehlt ihr.
    • Jetzt hab ich deine Rechnung auch kapiert :) .



      maria1956 schrieb:

      WG: Ich glaube nicht, dass wir (Mutter und Tochter U25) jemals als WG betrachtet würden. Eher als HG, denke ich mir.Mich interessiert deshalb, ob sich an der Berechnung z.B. der KdU etwas ändert, wenn sie 25 ist.
      Warum nicht? Bei Geschwistern ist es ja auch so. Da ist lediglich die Frage, ob man gemeinsam wirtschaftet oder nicht. Du könntest auch an die Tochter untervermieten.
      Bei einer HG wäre es genauso, wie in einer BG, also kein Unterschied, ob U25 oder Ü25.
    • MrSippi schrieb:



      maria1956 schrieb:

      WG: Ich glaube nicht, dass wir (Mutter und Tochter U25) jemals als WG betrachtet würden. Eher als HG, denke ich mir.Mich interessiert deshalb, ob sich an der Berechnung z.B. der KdU etwas ändert, wenn sie 25 ist.
      Warum nicht? Bei Geschwistern ist es ja auch so. Da ist lediglich die Frage, ob man gemeinsam wirtschaftet oder nicht. Du könntest auch an die Tochter untervermieten.Bei einer HG wäre es genauso, wie in einer BG, also kein Unterschied, ob U25 oder Ü25.
      Ich denke, dass das Verhältnis Eltern-Kind schon wegen der Unterhaltsverpflichtungen anders beurteilt wird als das Verhältnis von Geschwistern untereinander.

      Habe ich dich richtig verstanden: WG wäre möglich mit Tochter ab 25 Jahre?
      Gemeinsam gewirtschaftet wird nicht. Sie hat 5 Jahre allein gewohnt und wir haben beide kein Interesse, einen gemeinsamen Haushalt wiederauferstehen zu lassen.

      Und bis 25 Jahre ist WG nicht möglich und es bleibt bei der fiktiven Bedarfsberechnung als BG?