Gibt es Sonderregelungen zum Bemessungszeitraum?

    • Gibt es Sonderregelungen zum Bemessungszeitraum?

      Hallo,

      ich bin gerade dabei meinen Elterngeldantrag zu stellen und habe dabei festgestellt, dass ich in eine sonderbare Situation gerate.

      Meine Frau ist Studentin und hat während der vergangenen 15 Monate Elterngeld plus bezogen. Den restlichen Zeitraum (weitere 13 Monate ab September ) würde ich gerne Elterngeld plus beantragen und dabei halbtags arbeiten.

      Mein Sohn kam im Juni 2016 zur Welt. Zu diesem Zeitpunkt habe ich eine Doktorarbeit geschrieben und konnte daher nicht in Vollzeit arbeiten. Meine erste volle Stelle hatte ich ab November 2016, konnte deswegen 10 Monate Vollzeit arbeiten und ging davon aus, dass dieser Zeitraum in die berechnung des Elterngeldes eingeht. Nun erfahre ich, dass nur die Zeit vor der Geburt berücksichtigt wird. Ironischerweise habe ich vor der Geburt ca. 2000 Euro im Monat verdient und werde mit meiner Halbzeitstelle ab September ca. 1700 Euro haben, bekomme also den Mindestsatz fürs Elterngeld plus (150 Euro), obwohl mein tatsächlicher Verdienstausfall mehr als 1200 Euro betragen wird.

      Das ist eine sehr ärgerliche Situation und ist sicherlich nicht im Sinne des Gesetzes. Daher die Frage, ob es Sonderregelungen gibt für Fälle, in denen die Arbeitszeit vor der Geburt und vor Beginn der Elternzeit nicht identisch war.

      Mein Fall mag da noch relativ harmlos sein, da ich vor der Geburt meines Kindes Einkommen hatte. Ich frage mich aber, ob mit Studenten genauso verfahren wird, die kurz vor der Geburt ihres Kindes ihr Studium beenden und deswegen vorher gar kein Einkommen hatten, das aufs Elterngeld angerechnet wird. Das ist nicht gerade ein Anreiz für Akademiker, Kinder in die Welt zu setzen.

      Viele Grüße
      Patrick
    • Hoffentlich nicht. Aber junge Menschen, die gerade ein Studium hinter sich haben, evt. Schulden durch BaFöG und Studienkredite abstottern müssen und gerade ein paar Monate lang ihr erstes richtiges Geld verdienen überlegen sich sicherlich zweimal, ob sie (schon) Kinder haben können und wollen. Manche Leute finden es nun mal ärgerlich, wenn man gerade wegen seiner Ausbildung bis Anfang 30 warten muss, bis man ans Kinderkriegen denken kann. Meine Erfahrung ist jedenfalls die, dass die Elterngeldregelungen die besondere Lebenssituation von Studenten und Promovenden nicht berücksichtigt. Und ich kenne eine Menge Leute, die gerade in diesem Alter (zwischen 20 und 30) ihr erstes Kind kriegen. Aber man kann ja auch von Luft und Liebe leben!
    • Wenn man in den 12 Monaten vor der Geburt des Kindes nicht gearbeitet hat, gibt es eben nur den Mindestbetrag. Wenn das nicht reicht, muss man sich Alternativen suchen. Sei es, dass das Kind dann eben in Betreuung geht, es ist ja schon ein Jahr, oder die Mutter weiter zuhause bleibt und du Vollzeit arbeitest.

      Mit 1700 Euro, Kindergeld, Elterngeld und ggf. BAföG klingt es jedenfalls nicht nach Luft und Liebe bzw. Verhungern.
      Es ist nicht nötig (und noch dazu regelwidrig!), mir eine PN zu schreiben, weil eine Verwarnung erfolgte, ein Beitrag oder Thread gelöscht oder ein Thread geschlossen wurde. Wenn dies geschah, hatte es einen entsprechenden Grund. Ich verweise insoweit auf die Regeln des Forums: Forenregeln.
    • Turtle1972 schrieb:

      Wenn man in den 12 Monaten vor der Geburt des Kindes nicht gearbeitet hat, gibt es eben nur den Mindestbetrag. Wenn das nicht reicht, muss man sich Alternativen suchen. Sei es, dass das Kind dann eben in Betreuung geht, es ist ja schon ein Jahr, oder die Mutter weiter zuhause bleibt und du Vollzeit arbeitest.

      Mit 1700 Euro, Kindergeld, Elterngeld und ggf. BAföG klingt es jedenfalls nicht nach Luft und Liebe bzw. Verhungern.

      Klar, es reicht, um ein gutes Leben zu führen. Trotzdem wäre ich gerne ganz zu Hause geblieben, um Zeit mit meinem Kind zu verbringen. Dazu ist das Elterngeld ja gedacht. Außerdem soll es auch Anreize geben, dass eben nicht immer die Mutter zu Hause bleibt. Scheinbar verfehlt das Gesetz wegen seiner lückenhaften Machart seinen Sinn in zahlreichen Fällen. Schade.

      Birgit63 schrieb:

      Das nenne ich Jammern auf hohem Niveau.
      Erzähl mir nicht, auf welchem Niveau ich zu jammern habe. Als Student hatte ich (abzüglich von Miete und Studienausgaben) ca. 150 Euro im Monat. Ich weiß, wie bitter es ist sich rein garnichts leisten zu können. Glücklicherweise habe ich hart gearbeitet und konnte tatsächlich was aus meinem Leben machen. Ich hätte mir jetzt auch gewünscht, die selben Leistungen vom Staat zu erhalten, die andere auch bekommen, die 10 Jahre jünger sind als ich und auch Kinder haben.
    • Das Gesetz soll einen Anreiz schaffen, dass sich die Bildungselite vermehrt, die vor Einführung des jetzigen Elterngeldes harsche Einschnitte (Elterngeld ggf. 0,00 EUR wenn der Ehepartner zuviel verdient hat) hinnehmen musste. Also für gut ausgebildete, mitten im Arbeitsleben stehende Menschen, die auch entsprechend Steuern bezahlt hatten. Dass der Bemessungszeitraum daher auf den Verdienst der letzten 12 Monate vor Geburt abstellt (gemeinhin verdient die Bildungselite nunmal besser), ist völlig korrekt. Es hat euch niemand geheißen, ein Kind zu produzieren, obwohl ihr damals noch nicht im Arbeitsleben standet und etwas geschafft habt.

      Dein Wunsch ist verständlich, jedoch bekommen diejenigen, die 10 Jahre jünger sind, deshalb mehr Geld, weil sie durch das Kind aus einer gut situierten Erwerbstätigkeit herausgerissen hat. Dich nicht. Egal, wie hart du während des Studiums GELERNT hast bzw. wie hart du seit wohl maximal 12 Monaten arbeitest. Zur Geburt des Kindes hattest du nüscht. Und deshalb gibt's jetzt fast nüscht. Ganz einfaches Prinzip.
      Es ist nicht nötig (und noch dazu regelwidrig!), mir eine PN zu schreiben, weil eine Verwarnung erfolgte, ein Beitrag oder Thread gelöscht oder ein Thread geschlossen wurde. Wenn dies geschah, hatte es einen entsprechenden Grund. Ich verweise insoweit auf die Regeln des Forums: Forenregeln.
    • Neu

      Sonderregelungen gibt es nur, soweit in den 12 Monaten vor der Geburt Elterngeld für ein älteres Kind bezogen oder Wehrdienst/Zivildienst geleistet wurde und letzteres auch nur, wenn deshalb Einkommen weggefallen ist. Diese Monate werden ausgeklammert. Es wird aber immer nur Einkommen aus der Zeit vor der Geburt berücksichtigt.