Vater kann nicht mehr zahlen

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Vater kann nicht mehr zahlen

      An anderer Stelle hatte ich bereits geschrieben, dass meine jüngste Tochter (20 J.) ab Oktober in Süddeutschland studiert und deshalb umzieht.

      Der Kindesvater ist bis vor kurzem seinen Unterhaltsverpflichtungen nachgekommen.
      Vor zwei Monaten teilte er mir mündlich mit, dass er ab sofort keinen Unterhalt mehr zahlen kann, da er keinen Lohn mehr erhält.
      Er ist Geschäftsführer.
      Wir kamen überein, dass er mit dem Firmeninhaber spricht und wir abwarten, was dabei herauskommt.
      Das Gespräch fand auch statt, der Lohn wurde zugesichert, aber bis heute ist nichts gekommen.

      Ich stehe jetzt vor dem Problem, dass meine Rücklagen durch den fehlenden Unterhalt aufgebraucht sind (der Unterhalt wird bei meiner Tochter ja als Einkommen angerechnet). Ich brauche jetzt wirklich jeden Cent für den Umzug meiner Tochter.

      Ich weiß, dass ich dem Jobcenter den Nicht-Eingang melden kann (Belege durch Kontoauszüge, der Kindesvater würde mir seine Zahlungsunfähigkeit auch schriftlich bestätigen).
      Am liebsten wäre mir aber, ich könnte ihn dazu bewegen, sich das Geld für den Unterhalt irgendwo zu leihen.

      Frage:
      Kann mir hier im Forum jemand sagen, was das JC ggf. unternimmt, um den Unterhalt von ihm zu fordern?
      Wenn das entsprechend unangenehm wäre, würde es ihn vielleicht dazu bringen, irgendwie selbst dafür zu sorgen, dass wir das Geld bekommen.
      Meine Tochter ist volljährig - klagen will sie gegen ihren Vater nicht.
    • maria1956 schrieb:

      Ich brauche jetzt wirklich jeden Cent für den Umzug meiner Tochter.

      Ähm, nein, Deine Tochter braucht das Geld für ihren Umzug.
      Das wirst Du weder stemmen können noch stemmen wollen von Deinem ALG II...

      maria1956 schrieb:

      Meine Tochter ist volljährig - klagen will sie gegen ihren Vater nicht.

      Ein "will nicht klagen" kann sich Deine Tochter vermutlich nicht leisten, es sei denn, sie kann ihren Lebensunterhalt auch ohne staatliche Leistungen sicherstellen.
    • Ich nehme an, dass das JC, wenn ich das Ausbleiben des Kindesunterhalts in den zwei betreffenden Monaten melde, die Regelleistung für die Monate, in denen der Unterhalt nicht kam, neu berechnet, denn es kann ja keinen Unterhalt anrechnen, der nicht tatsächlich geleistet wird.

      Oder liege ich falsch, es findet keine Neuerechnung statt und meine Tochter muss den Unterhalt für die zwei Monate einklagen?

      pAp:


      Na ja - da der Unterhalt (der nicht kam) auf die Regelleistung meiner Tochter angerechnet wurde, habe ich den ausstehenden Unterhalt durch meine Rücklagen (für WaMa u.ä.) aufgefangen.
      In der Tat möchte ich einen Teil meiner Rücklagen in den Umzug meiner Tochter investieren - insofern brauche ich durchaus jeden Cent dafür, meine Tochter beim Umzug zu unterstützen.
      Unabhängig davon braucht natürlich auch meine Tochter jeden Cent dafür (hat auch gespart und leiht sich Geld). Darum geht es aber nicht.
      Meine Tochter kann ihr Studium ohne den mageren, väterlichen Unterhalt finanzieren und beabsichtigt deshalb auch nicht, diesen einzuklagen.
      Bei meiner Frage geht es mir weder um den Umzug, noch um den Unterhalt während des Studiums meiner Tochter.
    • Wie auch immer. Er ist zum Unterhalt verpflichtet. Er (der Kindesvater) hat alles zu tun, um an den Lohn zu kommen. Er muß Lohnklage erheben. Oder es geht über Insolvenzantrag. Dann gibt es Insolvenzgeld, danach ALG I etc.

      Das JC wird zur Mitwirkung auffordern, worin genau darin die Zielstellung beschrieben wird. Das gleiche Problem sehe ich übrigens ab Oktober auch beim Bafög. Wenn die Tochter studiert, hat sie doch (zumindest dem Anspruch nach) Anspruch darauf. Keine Klage - Kein Geld. Das ist einfach mal so.

      Da Rechtsanspruch auf Unterhalt besteht, ist dieser zunächst einzufordern. Auch gerichtlich. Der Anspruch besteht. So, und erst bei Erweis der Uneinbringbarkeit (Der Kindesvater ist unterhaltsunfähig) zahlt das Amt.
      Jeder für sich allein :P - ist nichts . Zusammen aber ^^ , sind wir ein unschlagbares Team :thumbsup:
    • Spejbl schrieb:

      [...]
      Das JC wird zur Mitwirkung auffordern, worin genau darin die Zielstellung beschrieben wird. [...]

      Da Rechtsanspruch auf Unterhalt besteht, ist dieser zunächst einzufordern. Auch gerichtlich. Der Anspruch besteht. So, und erst bei Erweis der Uneinbringbarkeit (Der Kindesvater ist unterhaltsunfähig) zahlt das Amt.
      Verstehe ich dich richtig:

      Auch wenn ich dem JC melde, dass der Vater zwei Monate nicht gezahlt hat (Juli und August), bleibt die Anrechnung des Unterhalts bestehen und es findet keine nachträgliche Neuberechnung statt?

      Also bleibt der schwarze Peter an mir hängen und ich bin darauf angewiesen, dass der Kindesvater mir Unterlagen zur Verfügung stellt/beschafft?
      Solange da nichts entschieden ist (ob mittels Klage oder was auch immer), bleibt es seitens des Jobcenters bei der Anrechnung von Unterhalt, der nicht gezahlt wird?
    • maria1956 schrieb:


      Also bleibt der schwarze Peter an mir hängen und ich bin darauf angewiesen, dass der Kindesvater mir Unterlagen zur Verfügung stellt/beschafft?
      Der Ausfall des Unterhalts bleibt bei Deiner Tochter hängen, nicht bei Dir.
      Und der Vater muss Dir gar nichts besorgen, beschaffen oder zur Verfügung stellen. Unterhaltsberechtigt ist Deine Tochter. Du musst Deiner Tochter Unterlagen zu Deiner Unterhaltsleistungsfähigkeit vorlegen und im Rahmen der Berechnung des Unterhalts wird der Vater des Kindes auch Wert darauf legen, die zu sehen.
    • maria1956 schrieb:

      Ich nehme an, dass das JC, wenn ich das Ausbleiben des Kindesunterhalts in den zwei betreffenden Monaten melde, die Regelleistung für die Monate, in denen der Unterhalt nicht kam, neu berechnet, denn es kann ja keinen Unterhalt anrechnen, der nicht tatsächlich geleistet wird.
      Ähm, jetzt sehe ich das erst:
      Du hast das bisher nicht mitgeteilt? Du bist dazu verpflichtet, jede Änderung in den (u.a. Einkommens-)Verhältnissen unverzüglich dem Jobcenter mitzuteilen.
    • Schon allein deshalb, damit das JC den Unterhaltsanspruch auf sich überleiten kann. Das geht nämlich rückwirkend sehr schlecht.
      Es ist nicht nötig (und noch dazu regelwidrig!), mir eine PN zu schreiben, weil eine Verwarnung erfolgte, ein Beitrag oder Thread gelöscht oder ein Thread geschlossen wurde. Wenn dies geschah, hatte es einen entsprechenden Grund. Ich verweise insoweit auf die Regeln des Forums: Forenregeln.
    • Ich habe den Kindesvater gerade noch einmal angerufen. Er sagte, sein Chef habe ihm mitgeteilt, das ausstehende Gehalt sei morgen auf seinem Konto. Er könne also morgen den fehlenden Unterhalt zahlen und wolle mich morgen anrufen.

      Wenn er morgen wieder sagt, es sei kein Geld da, werde ich ihm Folgendes sagen:
      1. Ich teile dem JC mit, dass du nicht gezahlt hast.
      2. Das JC wendet sich an dich.

      Zu 2. hätte ich hier im Forum gern erfahren, welch schreckliche Dinge ich dem Kindesvater in Aussicht stellen kann, damit er zahlt (und wenn er sich das Geld woanders leiht).
      Also z.B. (wie Turtle schrieb):Das JC leitet den Unterhaltsanspruch auf sich über...

      Wenn er darauf nicht reagiert, melde ich morgen dem JC, dass er keinen Unterhalt gezahlt hat und hoffe, dass das JC die zwei Monate nachzahlt.

      Allgemein:
      In den vergangenen Jahren ist es einmal vorgekommen, dass er den Unterhalt nicht rechtzeitig zahlen konnte. Zwei Wochen später hat er gezahlt.
      Wenn ich damals dem JC gleich gemeldet hätte, dass er nicht gezahlt hat, hätte sich die bürokratische Mühle für nichts in Gang gesetzt, mit allen verbundenen Verwaltungskosten, Briefen hin und her etc.
      Dadurch, dass ich gewartet habe, wurde einiges Geld eingespart.

      Ich fand es nur fair, ihm auch jetzt etwas Zeit einzuräumen (es sind jetzt drei Wochen), bevor ich dem JC etwas mitteile.
      Falls mir daraus jetzt ein Strick gedreht wird, ist es eben so.

      Ich habe in meinem 60-jährigen Leben oft die Erfahrung gemacht, dass es manchmal gar nicht schlecht ist, etwas abzuwarten; vor allem dann, wenn es um den nicht leichten Umgang mit schwierigen Vätern geht.
      Der Vater meiner Kinder ist ein recht explosives, cholerisches Exemplar seiner Art.
      Um das Verhältnis zwischen den Mädels und ihrem Vater auf einem akzeptablen Niveau zu halten, verkneife ich mir seit vielen Jahren so manches, was ich gern spontan tun/sagen würde.
    • pAp schrieb:

      maria1956 schrieb:

      1. Ich teile dem JC mit, dass du nicht gezahlt hast.
      Das hättest Du gleich tun müssen, was soll das jetzt noch?

      maria1956 schrieb:

      2. Das JC wendet sich an dich.
      Nein. "Deine Tochter wird Dich verklagen müssen."

      Du möchtest bequem leben und das Jobcenter die Arbeit Deiner Tochter machen lassen, stimmt's?

      Ich warte das morgige Gespräch mit dem Kindesvater ab und verfasse, sollte kein Geld kommen, jetzt im August eine Mitteilung ans Jobcenter, dass der Unterhalt für Juli und August nicht eingegangen ist. Dann werde ich sehen, wie das JC reagiert.

      Bisher war ich so informiert, dass nur Einkommen angerechnet wird, das auch wirklich da ist.
      Sollte es anders sein und meine Tochter ihren Vater wegen 250,- EUR Gesamtsumme verklagen müssen (wobei bei einem Mann mit leeren Taschen auch via Klage nichts zu holen ist), wird sie es lassen.
      Dann sind eben meine Rücklagen weg. Tut weh; aber ich habe schon bedeutend mehr weggesteckt.

      Meine Tochter kann mit Bafög (649,- Eur) und Kindergeld (192,- EUR) ihr Studium finanzieren, wobei sie über kurz oder lang etwas dazuverdienen wird (wie auch meine anderen Kinder es machen/gemacht haben). In drei Monaten geht mein Ex in seine magere Rente (Altersrente) und kann dann sowieso keinen Unterhalt mehr zahlen.

      Ob ich aus Bequemlichkeitsgründen das Jobcenter die Arbeit meiner Tochter machen lassen möchte?

      Nein. ich wollte hier (im Forum) eigentlich nur Argumentationshilfen bekommen, um dem Kindesvater mit behördlichen Maßnahmen "drohen" zu können, damit er zu Potte kommt und sich, wenn's gar nicht anders geht, lieber irgendwo Geld leiht als "behörliche Konsequenzen" zu riskieren.

      Ziel war eigentlich, dem JC Arbeit und Geld zu sparen. Wer's missverstehen möchte, soll es tun.
    • Die Gesetzeslage ist eindeutig, zahlt der Vater keinen Unterhalt, kann das JC 8Soweit es informiert ist) diesen auch nicht mehr anrechnen.
      In dem Moment wo der Unterhalt nicht mehrangerechnet wird geht er gemäß § 33 SGB II von Gesetzes wegen auf das Jobcenter über.

      Dann sollte das JC den Vater anschreiben und zur Auskunft auffordern, nach Erteilung der Auskunft wird dann der Unterhalt durch das JC berechnet.

      Der Anspruchsübergang erfolgt wie gesagt automatisch und da der Vater hier bereits in zivilrechtlicher Sicht im Verzug ist könnte das JC ggf. auch rückwirkend Forderungen geltend machen.

      Eigentlich hätte das JC schon lange selbst überprüfen müssen ob der vom Vater gezahlte Unterhalt überhaupt die richtige Höhe hat, gerade wenn dieser nicht tituliert ist oder die Titulierung schon lange her ist.
    • yamato schrieb:

      Die Gesetzeslage ist eindeutig, zahlt der Vater keinen Unterhalt, kann das JC 8Soweit es informiert ist) diesen auch nicht mehr anrechnen.
      In dem Moment wo der Unterhalt nicht mehrangerechnet wird geht er gemäß § 33 SGB II von Gesetzes wegen auf das Jobcenter über.

      Dann sollte das JC den Vater anschreiben und zur Auskunft auffordern, nach Erteilung der Auskunft wird dann der Unterhalt durch das JC berechnet.

      Der Anspruchsübergang erfolgt wie gesagt automatisch und da der Vater hier bereits in zivilrechtlicher Sicht im Verzug ist könnte das JC ggf. auch rückwirkend Forderungen geltend machen.

      Eigentlich hätte das JC schon lange selbst überprüfen müssen ob der vom Vater gezahlte Unterhalt überhaupt die richtige Höhe hat, gerade wenn dieser nicht tituliert ist oder die Titulierung schon lange her ist.
      Danke für diese Auskunft.

      Ich habe folgende PDF zum Thema "Übergang von Ansprüchen" (Fachliche Weisungen) heruntergeladen - da steht ja genau das drin, was ich zur Argumentation brauche:
      www3.arbeitsagentur.de/web/wcm….sid=L6019022DSTBAI377978

      Der Kindesvater reagiert nur auf Gesetze/Ämter. Wir sind in den vergangenen Jahren gelegentlich vor dem Familiengericht kollidiert (ich habe immer gewonnen) und ich musste einige Male das Jugendamt um Hilfe bitten, wenn der Vater uneinsichtig war.
      Aus diesem Grund ist das Verhältnis zwischen uns auch sehr labil (er konnte und kann es nicht verwinden, dass ich mich via Amt/Gesetz immer durchgesetzt habe).
      Mir ist es lieber, er ärgert sich über mich und geht mich an, als dass er seine Wut an den Töchtern auslässt, was er ohnehin schon ausreichend tut, wenn sie ihren eigenen Weg gehen und nicht das tun, was er möchte. Die Töchter sind ihm gegenüber nie eingeknickt und haben dafür einen recht hohen, emotionalen Preis gezahlt.

      Wenn das JC die Unterhaltsleistungen überprüft hatte, wäre nicht viel dabei herausgekommen. Die Steuerbescheide meines Ex liegen mir seit 2010 lückenlos vor. Meine mittlere Tochter bezieht seit 2012 Studentenbafög in voller Höhe und hat mir die Unterlagen zum Formblatt 3 ihres Vaters immer zur Verfügung gestellt.
      Rückschlüssig lässt sich aus den Bescheiden erkennen, dass der Unterhalt richtig berechnet ist.

      Da der Kindesvater lange Jahre selbstständig war und seine Firma mehr Geld gekostet als eingebracht hat (ich weiß das aus eigener, langer, leidvoller Erfahrung) und er die vergangenen Jahre nicht viel verdient hat, wird seine Rente entsprechend gering ausfallen. Zwischendurch hat er eine Privatinsolvenz abgewickelt (u.a. auch deshalb der geringe Unterhalt)... Kindesunterhalt kommt in der Insolvenz nicht an erster Stelle.
    • Vegas schrieb:

      Stimmt nicht. Unterhalt kommt vor allem anderen. Deshalb ist in der Pfändungstabelle ja auch berücksichtigt, für wie viele Leute man Unterhalt zahlen muß.
      ich dachte auch immer, Unterhalt käme vor allem anderen. Aber es scheint Umstände zu geben, in denen das nicht so ist.
      Die Situation war damals, dass der Kindesvater aus einem Auftrag einen höheren Zusatzgewinn hatte. Aus diesem Gewinn wollte er den Unterhalt für die Kinder erhöhen (nach Düsseldorfer Tabelle). Das durfte er aber nicht. Der Zusatzgewinn ging komplett an den Insolvenzverwalter und die Kinder gingen leer aus. Er durfte weiter nur die Summe zahlen, die er sowieso zahlte.
      Die Kinder gehörten nicht zu den Gläubigern. Der Kindesvater hatte keine Unterhaltsschulden.
    • Vegas schrieb:

      Dann wäre es kein Unterhalt gewesen sondern eine darüberhinausgehende Schenkung. Und das geht selbstverständlich nicht.
      Wäre der Kindesvater NICHT in der Insolvenz gewesen, hätte sich nach dem Unterhaltsrecht der Unterhaltsanspruch der Kinder wegen des Zusatzeinkommens erhöht und der Kindesvater hätte mehr Unterhalt zahlen müssen. Im Unterhaltsrecht wäre es Unterhalt gewesen, keine Schenkung.

      Im Insolvenzrecht bleibt dieser erhöhte Unterhaltsanspruch aber außen vor. Die Gläubiger werden zuerst bedient, die Kinder gucken in die Röhre, da aus dem unterhaltsrechtlichen Anspruch (Anpassung des Unterhalts an das Einkommen) eine insolvenzrechtliche Schenkung würde.

      Dieser Satz "Unterhalt kommt vor allem anderen" stimmt deshalb, so allgemein formuliert, nicht.