Abzweigungsantrag Kindergeld

    • Abzweigungsantrag Kindergeld

      Guten Tag,

      Meine Mutter bezieht für mich bisher das Kindergeld. Ich habe letztens die Familienkasse angerufen, da ich ein paar Fragen zum Kindergeld hatte. Da hieß es dass aus Datenschutzgründen ich keine Auskunft bekommen kann, sondern nur meine Mutter da sie Antragstellerin ist.

      Dann habe ich gefragt ob ich das Kindergeld auch direkt an mich auszahlen lassen könnte, obwohl ich unter 25 bin. Die Sachbearbeiterin fragte mich dann ob ich noch bei meinen Eltern wohnen würde. Ich verneinte dies und sagte dass ich eine eigene Wohnung hätte.

      Sie meinte dann ich müsse den Antrag (sie nannte mir den Namen) ausfüllen und herschicken (zu der Familienkasse).

      Ich habe ihn bereits vollständig ausgefüllt, nur fehlt noch die Kindergeld Nr.

      Ich habe meine Mutter nach der Nr. gefragt aber anscheinend möchte sie mir diese nicht geben.

      Gibt es noch eine andere Möglichkeit an die Kindergeld Nr. zu kommen um das Kindergeld an mich auszahlen zu lassen?
    • Du brauchst ja nicht nur die Kindergeldnr., sondern auch die Unterschrift deiner Mutter. Außerdem: das Kindergeld steht grundsätzlich dem zu, der den höheren Barunterhalt zahlt. D.h. spätestens, wenn du wieder zur Schule gehst und deine Eltern Unterhalt zahlen, steht es wieder ihnen zu.

      Zu deiner jetzigen Situation:
      Merkblatt Kindergeld
      "Wenn Mangels Einigung keine Berechtigtenbestimmung getroffen wird, muss das Amtsgericht als Familiengericht auf Antrag den vorrangig Kindergeldberechtigten festlegen. Den Antrag kann stellen, wer ein berechtigtes Interesse an der Zahlung des Kindergeldes hat. Ein berechtigtes Interesse kann auch das Kind selbst haben."
    • Soweit ich weiß brauche ich keine Unterschrift von ihr, wenn ich mir das Formular so anschaue steht da:

      "Angaben des Antragstellers/der Antragstellerin"

      Hiermit beantrage ich die Auszahlung des anteiligen Kindergeldes an mich selbst.

      [...]

      Unterschrift des Antragstellers/der Antragsstellerin.

      __

      Als ich noch zur Schule ging musste mein Vater mir Unterhalt zahlen und das Kindergeld wurde an meine Mutter gezahlt, die es an mich zahlen musste als ich eine eigene Wohnung hatte.

      Davor bekam das Geld meine Mutter bei der ich davor wohnte.

      Das Kindergeld ist ja für das Kind, also mich. Solange das Kind noch bei seinen Eltern wohnt, kommen die ja für seinen Unterhalt auf (Essen, Miete usw.), wenn das Kind aber alleine wohnt in meinem Fall zumindest nicht mehr.

      Dafür bekommt das Kind dann das Kindergeld, dass die Eltern von der Familienkasse bekommen und dem Kind geben müssen.

      Der Unterhalt genau so, der Vorrang vor dem Kindergeld hat (zuerst Unterhalt dann kommt Kindergeld vom Staat).

      Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

      __

      Sowieso hart dass das Verfahren für das Kindergeld solange dauert...

      Nach meiner Ansicht "schuldet" die Familienkasse meinen Eltern bzw. streng genommen mir bisher fast 1000 Euro, die mir zustehen.

      Es wäre sehr schön wenn diese nach 3-4 Monaten endlich mal es hinbekommen mittels den Nachweisen und den Unterlagen eine Entscheidung zu treffen.

      __

      Hab schon viele Verfahren gesehen bei den Behörden aber die waren bisher immer sehr schnell und keiner hat mit Abstand so viel Zeit benötigt wie die Familienkasse.
    • Keine Bearbeitungsfunktion hier auf der Seite huh?

      Wenn da steht "hiermit BEANTRAGE ICH das Kindergeld FÜR MICH".

      Dann müsste nach dieser Logik ich auch der Antragssteller sein, da ich ja a) diesen Antrag einreichen muss b) und indirekt sogar auf dem Formular steht dass ich der Antragssteller bin.

      Kann natürlich auch falsch sein, das würde mich aber sehr wundern wegen der Formulierung.
    • Nein, da lag ich wohl verkehrt. Ich kannte das aber nur so, dass auch der bisher Berechtigte mit unterschreiben muss.

      8472 schrieb:

      Das Kindergeld ist ja für das Kind, also mich.
      Das ist nicht richtig. Kindergeld ist eine Steuerentlastung für die Ausgaben, die den Eltern durch Kinder entstehen, siehe
      kindergeld.org/kindergeldanspruch.html
      Wenn deine Mutter das Kindergeld erhalten hat, wird dein Vater entsprechend weniger Unterhalt gezahlt haben.

      Wieso weigert sich eigendlich deine Mutter, diese Nummer rauszurücken?
    • Seit April zahlen deine Eltern keinen Unterhalt mehr.
      Seit April ist die Kindergeldzahlung eingestellt.
      Warum? Hast du eine Schule oder Ausbildung beendet oder abgebrochen?

      Solange kein Kindergeld gezahlt wird, bringt es nichts, einen Abzweigungsantrag zu stellen.
      Wenn Schule oder Ausbildung beendet/abgerochen wird, wird nur dann Kindergeld weitergezahlt, wenn zwischen zwei Ausbildungsschritten eine Lücke entsteht (zum Nachweis kann der kindergeldberechtigte Elternteil z.B. eine vom Kind unterschriebene Willensbekundung zur Fortführung der Ausbildung eireichen; Bewerbungen d. Kindes etc.).
      Wenn die Ausbildung erkennbar weitergeführt werden soll, müssen die Eltern auch während der Ausbildungslücke weiter Unterhalt zahlen.

      Kindergeldberechtigt bleibt meines Wissens immer der Elternteil, auch wenn ein Abzweigungsantrag positiv beschieden wird.
      Ein Abzweigungsantrag kann aber nicht einfach so gestellt werden, nur weil du nicht mehr bei deiner Mutter wohnst.

      Hier ist die Sachlage beschrieben:
      kindergeld.org/abzweigungsantrag-kindergeld.html

      Zitat daraus:
      "Eine Abzweigung des Kindergeldes ist nur dann möglich, wenn der Kindergeldberechtigte regelmäßig keinen oder nur geringen Unterhalt zahlt (geringer als die Höhe des anteiligen Kindergeldes).
      [...]

      Diese Voraussetzungen müssen dauerhaft erfüllt sein. Wird der Unterhalt hingegen nur einmalig oder vorübergehend nicht erbracht, so rechtfertigt dieser Umstand keinen Abzweigungsantrag."

      Zusätzliche Info:
      Wenn du z.Zt. ALG II beziehst, würde das Kindergeld, wenn du es erhalten würdest, voll auf deine Leistungen angerechnet, du hättest also nicht mehr als jetzt.
      - Maria -
    • maria1956 schrieb:

      Wenn Schule oder Ausbildung beendet/abgerochen wird, wird nur dann Kindergeld weitergezahlt, wenn zwischen zwei Ausbildungsschritten eine Lücke entsteht
      Bis zum 21. Lebensjahr wird Kindergeld auch gezahlt, wenn man als arbeitssuchend gemeldet ist.

      kindergeld.org/kindergeld-fuer-volljaehrige-kinder.html
      "Kindergeld trotz Arbeitslosigkeit
      Wenn das Kind bei der Bundesagentur für Arbeit oder beim Jobcenter als arbeitssuchend registriert ist, hat es bis zu seinem 21. Lebensjahr Anspruch auf Kindergeld.

      • Der Kindergeldanspruch besteht auch dann weiter, wenn sich das Kind mit einem Mini-Job (bis 450 Euro pro Monat) etwas dazuverdient.
      • Falls das Kind seinen Grundwehrdienst, Zivildienst oder einen vergleichbaren Dienst abgeleistet hat, wird das Kindergeld für den betreffenden Zeitraum auch über den 21. Geburtstag hinaus gewährt.
      • Wichtig: Das Kind muss sich alle drei Monate bei der Bundesagentur für Arbeit als weiterhin arbeitssuchend/ausbildungssuchend melden, weil der Kindergeldanspruch andernfalls keinen Fortbestand hat (BFH vom 19.06.2008, Az.: III R 66/05 und III R 68/05)"
    • Das Kindergeld wird bereits seit 3 Monaten angerechnet, obwohl ich keins erhalte!

      Und ich erhalte keins weil seit 3-4 Monaten die Familienkasse bereits damit beschäftigt ist die Nachweise zu prüfen.

      Ich sollte mal dem Jobcenter Bescheid geben dass ich momentan keins bekomme, so dass diese mir solange das nicht mehr anrechnen und ggf. rückwirkend erstatten. (sofern möglich).

      Frage mich wie das aber ist wenn ich wieder Kindergeld bekommen sollte...

      Bekomme ich dann das fehlende Geld von der Familienkasse oder dem Jobcenter?

      Ziemlich kompliziert.