Fragen zu ALG1

    • Fragen zu ALG1

      Liebe Community,

      ich habe ein paar dringende Fragen zu ALG1 und hoffe dass sich hier ein paar fachkundige User finden die mir das ganze mal unaufgeregt erklären können. :)

      Die Situation ist wie folgt: Ich habe mich im Januar arbeitslos gemeldet. Ich habe einen Antrag auf ALG1 mit nach Hause bekommen, aber nicht ausgefüllt.

      Ich habe mich im Mai erneut arbeitslos gemeldet und diesmal wieder einen Antrag auf ALG1 ausgefüllt. Doch zuerst musste der Antrag vom Januar bearbeitet werden. Dieser wurde am 29.05.2017 angenommen und man erklärte mir ich würde das ALG vom 04.01. an rückwirkend überwieder bekommen.

      Nun alle meine Fragen:
      1. Wie lange dauert es bis das rückwirkende ALG überwiesen wird? Das Geld wird gebraucht und der 29.05. (Datum an dem der Antrag angenommen wurde) liegt ja jetzt doch schon einige Tage zurück. Wie kann man das beschleunigen? Ich habe gelesen man solle mit Klage drohen, aber ich weiß ja nicht...
      2. Kann ich mich auch wieder "abmelden", ohne Arbeit gefunden zu haben? Müsste ich dann das Geld zurückzahlen?
      3. Bin ich dazu verpflichtet die angeblich verpflichtende Maßnahme UVgA anzutreten auch wenn ich keine Eingliederungsvereinbarung unterschrieben habe? Kann mir das ALG gestrichen werden wenn ich diese Termine nicht wahrnehme?
      4. Muss ich mich auf alle Bewerbungsvorschläge bewerben, auch wenn mir diese so überhaupt nicht zusagen? Da hängt zwar jedesmal eine Rechtsfolgebelehrung mit dran, aber ich habe ja schließlich keine Eingliederungsvereinbarung unterschrieben? Kann mir das ALG gestrichen werden wenn ich mal eine Bewerbung nicht innerhalb von 3 Tagen abschicke?
      5. Kann ich erreichen dass die Bewerbungsvorschläge begrenzt werden? Ich werde ja quasi erschlagen damit.
      6. Kann mir ALG komplett gekürzt werden oder nur gestrichen? Bedeutet eine Streichung/Sperre des ALG auch dass ich nicht mehr krankenversichert bin?
      7. Muss ich die Eingliederungsvereinbarung so unterschreiben? Kann ich aushandeln dass ich die überflüssige Maßnahme nicht machen muss?
      So, das waren meine doch sehr ausführlichen Fragen. Ich bedanke mich schon mal vorab für die, hoffentlich hilfreichen, Antworten. :)

      Eines möchte ich noch dazu sagen. Ich möchte sehr gerne wieder arbeiten, und ich sehe auch ein dass man das nicht ohne Eigenbemühung schafft, doch ich finde man wird hier fast schon drangsaliert vom Amt, damit man einfach irgendeine Arbeit animmt. Ich finde man sollte sich auch als ALG1-Bezieher einen gewissen Anspruch bewahren dürfen.

      Liebe Grüße Nick
    • 1. Niemand hat eine Wahrsagerkugel, vielleicht fehlt was, vielleicht sind Kollegen krank oder im Urlaub, vielleicht denkt man auch "Wenn er sich von Januar bis Ende Mai Zeit gelassen hat, dann pressierts net.".

      2. Klar kannst du das. Zurückzahlen brauchst du nur, wenn du über das Abmeldedatum hinaus Geld bekommen hast oder man feststellt, dass es dir nicht zugestanden hat.

      3. Arbeitslos ist:

      gesetze-im-internet.de/sgb_3/__138.html

      Und da schaust du dir mal den Absatz 4 und dort die Nummer 4 mal ganz genau an!

      4. Was du mit der EV hast. Die spielt im SGB III kaum eine Rolle. Wenn die Vermittlungsvorschläge mit RFB sind und auch zumutbar im Sinne dieses Paragraphen:

      gesetze-im-internet.de/sgb_3/__140.html

      dann solltest du dich auch schnellstmöglich darauf bewerben. Und ja, wenn du den Job nicht bekommst, weil du dich nicht unverzüglich beworben hast, dann ist das ein Vereitelungstatbestand, der zur Sperrzeit führt.

      5. Nein. Wieso auch?! Die Zeit der Arbeitslosigkeit ist keine bezahlter Urlaub. Wenn du so toll bist, dass es so viele Angebote für dich gibt, dann hört das doch auch schnell auf, weil du bald wieder Arbeit hast. Ein Wunder, dass du es von Januar bis Ende Mai nicht selbst geschafft hast.

      6. Wenn du dir 21 Wochen Sperrzeit erarbeitet hast, wars das natürlich mit dem Alg1:

      gesetze-im-internet.de/sgb_3/__161.html

      Kv/PV wird dann natürlich auch nicht mehr gezahlt.

      7. Aber nein, musst du nicht. Dann bekommst du sie als Verwaltungsakt. Sicher kannst du verhandeln, aber ich werde den Eindruck nicht los, dass so eine verordnete Maßnahme seinen Grund hat bei dir.. .

      Deine Ansprüche kannst du stellen, wenn du es aus eigener Kraft schaffst.
      Es ist nicht nötig (und noch dazu regelwidrig!), mir eine PN zu schreiben, weil eine Verwarnung erfolgte, ein Beitrag oder Thread gelöscht oder ein Thread geschlossen wurde. Wenn dies geschah, hatte es einen entsprechenden Grund. Ich verweise insoweit auf die Regeln des Forums: Forenregeln.