Eigene Wohnung seit 18. Lebensjahr - muss ich jetzt wieder zu meinen Eltern ziehen?

    • Eigene Wohnung seit 18. Lebensjahr - muss ich jetzt wieder zu meinen Eltern ziehen?

      Sehr geehrtes Forum,

      ich habe schon nachgesehen, ob jemand eine ähnliche Thematik hier angebracht hat, bin aber nicht fündig geworden.
      Falls ich jedoch trotzdem eine Redundanz zu verschulden habe, tut mir das leid.

      Zu mir:
      Ich bin 23 Jahre alt und habe nach meinem Abitur einen Bundesfreiwilligendienst (eine Art freiwillige Nachfolge vom Zivildienst) geleistet.
      Bin mit 18 Jahren (direkt nach der Schule) auch direkt aus dem Elternhaus ausgezogen.
      Nach dem Bfd habe ich eine Ausbildung begonnen und vor einem Jahr erfolgreich abgeschlossen.
      Anschließend habe ich für eine Übergangszeit von nicht ganz drei Monaten als Festangestellter dort gearbeitet, um direkt danach dort ein duales Studium zu beginnen.
      Das ist meine aktuelle Situation. Ich arbeite und studiere abwechselnd in gewissen Abständen. Dafür bekomme ich Gehalt.

      Jetzt steht das Thema vorzeitige Exmatrikulation im Raum und damit würde auch eine fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses einhergehen.
      Da ich ganz und gar nicht vorhabe zu Hause sitzen zu bleiben, habe ich mich bei der Bundeswehr beworben.
      Die Prozesse dauern aber noch und falls sie mich akzeptieren, würden bis dahin noch einige Monate vergehen.

      Jetzt komme ich zu meiner eigentlichen Frage:

      Kann ich Unterstützung/ALG erhalten, damit ich die Wohnung nicht verliere oder wird von mir tatsächlich verlangt werden, nach 5 Jahren Selbstständigkeit, zu meiner Familie zurückziehen zu müssen, die in einer anderen Stadt wohnt?

      Falls sich jemand damit auskennt, würde ich mich sehr über Antworten freuen!
    • Willst du das Studium abbrechen, weil du keine Lust mehr hast? Vielleicht wäre es sinnvoller, solange das Studium fortzuführen, bis du bescheid von der Bundeswehr hast. Beworben heißt ja nicht, dass man dort die Stelle auch bekommt. Einfach das Studium abbrechen, ohne was anderes zu haben, ist nicht so gut. Du würdest, da du eine abgeschlossene Ausbildung hast, Hartz IV-Leistungen bekommen. Allerdings mit Sanktionen, da du die Hilfsbedürftigkeit selbst herbeigeführt hast.
    • Diese besondere Regelung mit den U25 wurde eingeführt, damit die U25 nicht aus dem ALG II heraus eine eigene Wohnung gründen.
      Für Dich gilt das nicht.
      Wenn Du also mit dem jetzigen Status ALG II beantragen solltest, dann spielt die Angemessenheit der Wohnkosten eine Rolle, aber nicht die Tatsache, dass Du eine eigene Wohnung hast.

      Was noch wichtig ist:
      Du musst zuerst Deinen Anspruch auf ALG I geltend machen, Dich also sofort bei der Arbeitsagentur arbeitssuchend melden.
      Bei einer Eigen-Kündigung wirst Du sowohl Probleme beim ALG I (Sperre) als auch beim ALG II (Sanktion) bekommen.
      ALG II dient nicht der Überbrückung. Das Jobcenter muss Dich sofort mit Vermittlungsangeboten und Maßnahmen bedenken.
    • Birgit63 schrieb:

      Willst du das Studium abbrechen, weil du keine Lust mehr hast?
      Lust spielt nur eine untergeordnete eine Rolle. Ich muss bereits in zwei Zweitversuche, die mir der Praxispartner auch noch bewilligen müsste. Ich halte mich für gut reflektiert und weiß einfach, dass ich das nicht schaffen werde, zumal die regulären kommenden Prüfungen auch sehr bald anstehen. Kündigen ohne Exmatrikulation, wäre übrigens nicht gut, da dann die Möglichkeit der Schadensersatzforderung bestünde.

      Vielen Dank für dein Feedback, Birgit.
    • pAp schrieb:

      Du musst zuerst Deinen Anspruch auf ALG I geltend machen, Dich also sofort bei der Arbeitsagentur arbeitssuchend melden.
      Also soll ich mich erst dann melden, wenn ich die Kündigung habe oder wäre es nicht schlecht, wenn ich mich vorher schon "ankündige"?
      Ich lebe zwar sehr sparsam, doch kann ich die Miete nicht über mehrere Monate ohne Gehalt aufbringen, weshalb ich auf eine schnelle Bearbeitung angewiesen wäre (Gut. Wer ist das nicht?).


      Danke
    • Du musst Dich sofort arbeitssuchend melden, sonst bekommst Du allein deswegen eine Sperrzeit von einer Woche. Du musst Dich spätestens drei Monate vor Ende Deines Arbeitsverhältnisses oder unverzüglich bei der Arbeitsagentur arbeitssuchend melden.
      Also sicherheitshalber jetzt.

      Aber noch mal:
      Du wirst in jedem Fall Sperrzeiten und Sanktionen "einkalkulieren" müssen. Man wird Deine Restlöhne und Dein Vermögen in die Berechnung einbeziehen.
      Die für Dich bessere Alternative ist wirklich, das Duale Studium so lange durchzuhalten, bis Du eine Anschlussperspektive hast und Dir daraus Einkünfte erwachsen.
      Wenn Du bereits einen Beruf erlernt hast, dann sollte es evtl. auch nicht schwer sein, für die Überbrückung einen Job zu bekommen.

      Und noch was: Ein Jobcenter gewährt Dir keinen Berufsschutz. Deine Ausbildung und Dein Studium hindern weder Dich noch ein Jobcenter daran, dass Du bundesweit alle Stellen, auch Zeitarbeit und Ungelernt und befristet annehmen musst.
    • pAp schrieb:

      Du musst Dich sofort arbeitssuchend melden, sonst bekommst Du allein deswegen eine Sperrzeit von einer Woche. Du musst Dich spätestens drei Monate vor Ende Deines Arbeitsverhältnisses oder unverzüglich bei der Arbeitsagentur arbeitssuchend melden.
      Also sicherheitshalber jetzt.
      Wie das exakt verpflichtend ist, steht das in § 38 SGB III. Das ist die gesetzliche Grundlage.

      gesetze-im-internet.de/sgb_3/__38.html

      Kann man aber auch im Merkblatt für Arbeitslose nachlesen.
      Jeder für sich allein :P - ist nichts . Zusammen aber ^^ , sind wir ein unschlagbares Team :thumbsup:

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