Geschäftsführer bei eigener UG - Arge Probleme mit kommunalen Center / Jobcenter in Hessen

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    • Geschäftsführer bei eigener UG - Arge Probleme mit kommunalen Center / Jobcenter in Hessen

      Hallo Leidensgenossen,

      ich habe folgendes Problem.

      Ich bin gelernter Informatiker und nach einigen Rückschlägen mit Arbeitgebern habe ich im April entschieden eine Firma zu gründen.

      Damit privates und betriebliches Vermögen getrennt ist, habe ich als Unternehmensform die UG gewählt.

      Die Buchhaltung macht eine Steuerberaterin. Ich mache lediglich Rechnungsstellung. Die Firma ist zu 74% mein Eigentum der Rest gehört anderen Gesellschaftern.

      Nun zu meinem Problem.

      Obwohl die Firma eine eigene juristische Person ist und ich als Geschäftsführer nicht einfach über Gewinne so verfügen darf wie ich will, wird mir jeder cent Gewinn der Firma als Einkommen angerechnet.
      Eigentlich ist meine Firma ein Vermögenswert von mir und kein Einkommen von mir persönlich.

      Jetzt habe ich zum 31.8. das erste mal die abschließende EKS eingereicht. Zusätzlich habe ich die betriebswirtschaftlichen Auswertungen vom Steuerberater mitgeschickt.
      Ich dachte das reicht aber pustekuchen. Laut BWA hat die Firma 18 Euro Minus gemacht zwischen April und August.

      Derzeit wird mir 100 euro Einkommen jeden Monat abgezogen. Das haben die einfach mal so errechnet das ich 100 Euro Einkommen habe.

      Damit nicht genug. Das KCA will jetzt ALLES haben. Eingangsrechnungen, Ausgangsrechnungen, Reisekostenabrechnungen, Abrechnungen über die Investitionen, Versicherungspolicen etc.

      Meine Steuerberaterin sagt aber klipp und klar. Das darf ich gar nicht. Aus Datenschutzrechtlichen Gründen.

      Ich bin jetzt am überlegen ob ich mir monatlich ein Gehalt von 100 Euro auszahle.

      So komplett mit Lohnsteuer, Arbeitsvertrag etc.

      Meint ihr das bringt was?

      Die Arbeit bei meiner Firma nimmt übrigens keine 15 Stunden die Woche ein. Ist bei denen auch so angemeldet.

      Aktuell habe ich mit dem ganzen Verwaltungsscheiß vom Amt mehr Arbeit als für die Firma selber.

      Ich empfinde das als Schikane.

      Kann mir jemand einen Tipp geben?

      Viele Grüße

      Evilmachine
    • Um Dir mal ein paar Zähne zu ziehen zu allgemeinen Fehlvorstellungen:

      - Deine Steuerberaterin darf Dich rechtlich gesehen nicht einmal zum Sozialrecht beraten, wenn sie nicht auch noch Rechtsanwältin ist. Ihre Befugnis zur Rechtsberatung ist aufs Steuerrecht beschränkt.

      - Du hast kraft Gesetzes jede Tätigkeit zu wählen, die Deine Hilfebedürftigkeit so schnell und effektiv wie möglich beendet. Jede Tätigkeit. Das ist keine Entscheidung des Jobcenters. Das kommt direkt aus dem Bundestag.

      Da Deine Firma in finanzieller Hinsicht nichts bringt, könnte das Jobcenter hier auch direkt auf die Vermittlung in eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit übergehen, Dich per Eingliederungsverwaltungsakt auch in Maßnahmen zuweisen, eine entsprechende Anzahl Bewerbungen pro Monat verlangen und bei jedem Verstoß durchsanktionieren.

      - Bei nur 15 Stunden die Woche gilt das gleich noch einmal. Daneben ist Dir zumutbar, Dich voll zu bewerben. Bei Selbständigkeit müsste man streng genommen nicht mal von einer Teilzeittätigkeit ausgehen. Ein Selbständiger reißt realistisch gesehen auch 60 Stunden die Woche. Da sind 40 angestellt in Vollzeit und 15 im selbständigen Nebenjob nicht mal völlig abwegig.

      - BWAs sind nur Zahlen, die Du bzw. ein Beauftragter auf Papier gebracht hast. Das ist kein Beleg - auch nicht bei der Steuer. Da kann nun Deine Steuerberaterin gern mit Datenschutz kommen - sie wird aber gewiss nicht ernsthaft meinen, dass sie dem Finanzamt mit dem Wort "Datenschutz" die gleichen Belege verweigern kann? Da dürfte es also eine gewisse Unstimmigkeit geben.

      - Du kannst Dir auch ein Gehalt zahlen. Das müsste allerdings marktangemessen sein. Das dürfte bei einem gelernten Informatiker oder Geschäftsführer deutlich mehr noch als der Mindestlohn sein. Selbst mit Mindestlohn sind wir aber bei über 600 Euro im Monat.

      - Ins Blaue hinein keine Belege einzureichen, ist seit 01.08.2016 recht riskant. Die Rechtsfolge bei Nichteinreichung rechtmäßig angeforderter Belege geht nun bis zum kompletten Wegfall der Hilfebedürftigkeit. Bevor Du das Register ziehst, solltest Du also wirklich sicher sein, dass Du rechtlich richtig liegst.
    • Alba schrieb:


      - Du kannst Dir auch ein Gehalt zahlen. Das müsste allerdings marktangemessen sein. Das dürfte bei einem gelernten Informatiker oder Geschäftsführer deutlich mehr noch als der Mindestlohn sein. Selbst mit Mindestlohn sind wir aber bei über 600 Euro im Monat.
      Nach allgemeiner Rechtsauffassung ist ein Geschäftsführer, der gleichzeitig alleiniger Gesellschafter ist, kein Arbeitnehmer und somit nicht an den Mindestlohn gebunden. Der TE könnte sich somit auch ein Gehalt von 100 € zahlen.
      Welchen Vorteil er sich davon verspricht kann ich allerdings nicht erkennen.
      Die geforderten Unterlagen muss er wohl trotzdem vorlegen und da er alleiniger Gesellschafter ist sehe ich auch kein "Datenschutzproblem".
    • yamato schrieb:

      Alba schrieb:

      - Du kannst Dir auch ein Gehalt zahlen. Das müsste allerdings marktangemessen sein. Das dürfte bei einem gelernten Informatiker oder Geschäftsführer deutlich mehr noch als der Mindestlohn sein. Selbst mit Mindestlohn sind wir aber bei über 600 Euro im Monat.
      Nach allgemeiner Rechtsauffassung ist ein Geschäftsführer, der gleichzeitig alleiniger Gesellschafter ist, kein Arbeitnehmer und somit nicht an den Mindestlohn gebunden. Der TE könnte sich somit auch ein Gehalt von 100 € zahlen.
      Das ist die gesellschaftsrechtliche Seite. Gesellschaftsrecht ist nicht Sozialrecht.

      Sozialrechtlich sind alle rechtlich zulässigen und zumutbaren Möglichkeiten zu nutzen, um die Hilfebedürtigkeit zu reduzieren und zu beenden. Das bedeutet, dass der Geschäftsführer sich nicht ein minimales, sondern das maximal zumutbare Gehalt zahlen müsste, entsprechend in der Gesellschafterversammlung zu stimmen hätte und ggf. auch die Mitgesellschafter auf Zustimmung zu verklagen hätte.
    • Wenn du der Geschäftsführer bist, dann gibt es einen Geschäftsführervertrag. Lt. meinem Wissensstand gehört dort auch ein Gehalt rein, somit ist deine Ansage bezüglich Gehalt und Arbeitsvertrag unlogisch.

      Deine Vorstellung, es reichen nur die Unterlagen des Steuerberaters ist eher lustig und naiv. Die Basis ist recht einfach, du erhältst soziale Transferleistungen, ergo musst du belegen das du bedürftig bist.

      Du kannst z.B. nicht auf der einen Seite hoch investieren in deine Firma, dadurch den Gewinn minimieren bzw. gegen Null laufen lassen und gleichzeitig soziale Leistungen beziehen.

      Da hat das JC schon ein Mitspracherecht. Das bedeutet sie wollen schon sehen wohin das Geld der Firma abfließt.

      Steuerrecht ist nicht gleich Sozialrecht.
    • Nach allgemeiner Rechtsauffassung ist ein Geschäftsführer, der gleichzeitig alleiniger Gesellschafter ist, kein Arbeitnehmer und somit nicht an den Mindestlohn gebunden.
      Er ist aber nicht alleiniger Gesellschafter:



      Die Firma ist zu 74% mein Eigentum der Rest gehört anderen Gesellschaftern.
      Es ist nicht nötig (und noch dazu regelwidrig!), mir eine PN zu schreiben, weil eine Verwarnung erfolgte, ein Beitrag oder Thread gelöscht oder ein Thread geschlossen wurde. Wenn dies geschah, hatte es einen entsprechenden Grund. Ich verweise insoweit auf die Regeln des Forums: Forenregeln.

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