Unterhaltspflicht trotz Ausbildung u. ü21 ?

    • Unterhaltspflicht trotz Ausbildung u. ü21 ?

      Ich bitte freundlich um Hilfe / Tips

      Zur Situation

      Ich selbst (Kinderlos) bin verheiratet. Meine Frau hat 2 Kinder – beide 21. Der Sohn lebt derzeit beim Vater, befindet sich in einer Ausbildung und erhält Kindergeld. (das Kindergeld muß er seinem Vater abgeben)
      Der Vater steht derzeit in Arbeit – hat jedoch noch nie Unterhalt für die Kinder gezahlt. (derzeit muss er den geleisteten Unterhaltsvorschuss vom Amt zurückzahlen)
      Die Mutter lebte überwiegend von Hartz4 – verdiente jedoch regelmäßig hinzu.
      Die Tochter hat Ihre Ausbildung beendet. Sie ist aufgrund eines Unfalls derzeit noch nicht in der Lage, eine Beschäftigung aufzunehmen, mit der sie Ihren Lebensunterhalt bestreiten kann.
      Mit Ende Ihrer Ausbildung fiel das Schülerbafög und das Kindergeld weg. Da sie eine schulische Ausbildung gemacht hat, hatte sie noch keinen Verdienst – und somit auch keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld.
      Mutter, Tochter und ich leben gemeinsam in einem Haus.
      (mit dem Umzug haben wir Hartz4 abgemeldet) Meine Frau hat ca. 600,- Netto.
      Die Tochter hat keine Einkünfte, kann sich an keine kosten beteiligen. Andererseits kann meine Frau keinen Bar Unterhalt leisten. Ich bin nicht Unterhaltspflichtig gegenüber der Tochter, da ich nicht der Vater bin.
      Meine Einnahmen sind derzeit sehr gering – trotz Arbeit.
      Meine Frau und Ich wollen nach Möglichkeit KEIN Hartz4 beantragen.

      Zur Frage

      Der Vater der Tochter erklärte meiner Frau, er sei keineswegs zu Unterhaltsleistungen gegenüber seiner Tochter verpflichtet. „Sie“ wäre 21 und hat eine abgeschlossene Ausbildung.Das sie derzeit aufgrund starker gesundheitlicher Einschränkungen nicht selbst Ihren Lebensunterhalt durch Arbeit finanzieren könne, wäre nicht sein Problem.
      (Meine Frau hat zu keiner Zeit einen Unterhaltstitel erwirkt.)

      Muss der leibliche Vater sich am Unterhalt seiner Töchter unter den gegebenen Umständen beteiligen ?
      Welchen Weg sollte / müsste man dann ggf. wählen?

      Bin für alle Hinweise Dankbar.
    • @pAp
      Der Unfall war Ende 2014. Über die Versicherung erhielt sie eine geringe Abschlagszahlung (Schmerzensgeld), da sie während Ihres Krankenhausaufenthalts mehrfach operiert wurde. Seitdem wechseln sich lediglich die Schreiben der Rechtsanwälte ab...ein ewiges hin und her. Nach guten Heilungserfolgen hatte sie einen weiteren Unfall...der Fahrzeugführer fuhr weiter...die zuvor erzielten Erfolge waren auf einem Schlag zunichte. U.a. Fallhand.

      Wir erwarten nicht mehr Wirklich eine Leistungszusage in der Angelegenheit.

      Solche Mühlen mahlen ohnehin recht langwierig....obwohl sie halt JETZT unterstützung benötigen würde.

      Deswegen die Frage, in wie weit der Vater in der Pflicht steht
    • Das kommt darauf an, wie die Erwerbsfähigkeit der Tochter tatsächlich zu beurteilen ist. Ist sie erwerbsfähig, hätte der Vater wohl recht. Ist sie aber erwerbsunfähig, dann kann sie nicht auf eine Erwerbsobliegenheit verwiesen werden und der Vater könnte zu Unterhalt herangezogen werden.
      Es ist nicht nötig (und noch dazu regelwidrig!), mir eine PN zu schreiben, weil eine Verwarnung erfolgte, ein Beitrag oder Thread gelöscht oder ein Thread geschlossen wurde. Wenn dies geschah, hatte es einen entsprechenden Grund. Ich verweise insoweit auf die Regeln des Forums: Forenregeln.
    • Wisst Ihr denn was der Vater verdient.
      Wenn eine Unterhaltspflicht bestünde, wäre der Vater nicht gesteigert unterhaltspflichtig. D.h. er hat einen Selbstbehalt von 1300 € und die Einkommensbereinigung wäre großzügiger als
      bei minderjährigen Kindern.
      Also auch deswegen fraglich ob es dich lohnen würde hier ein Verfahren loszutreten.

      Also ggf. besser doch AlG2 beantragen, auch wenn es nicht schön ist und hoffen das was rauskommt bei den ganzen Zivilprozessen.
    • @yamato
      Wenn ich richtig informiert bin - und die Tochter ALG2 beantragt, zählt das Einkommen aller in der Bedarfsgemeinschaft.
      Da wir zusammen ein Haus (Eigenheim) bewohnen, hat die Tochter folglich keinen eigenen Hausstand.
      Mein Eigenes Einkommen schwankt (Abrufvertrag) - im guten Monat müssen wir auch Rücklagen bilden können. Diese - und weitere Möglichkeiten - würden wir wahrscheinlich mit Hartz4 verlieren.
      Andererseits möchte ich auch nicht über eine Hintertür verpflichtet sein, die Tochter zu finanzieren - das ist in meinen Augen vorrangig die Angelegenheit des leiblichen Vaters.
      1300,-....?....die Summe haben meine Frau und ich derzeit zusammen ! Davon müssen wir sämtliche Kosten decken.....+ Tochter !(Aufgrund ihrer "Fallhand" kann sie nicht arbeiten)
    • Ich muss jetzt noch mal fragen, obschon ich medizinischer Laie bin:
      Ist die "Fallhand" (so schlimm das ist) die einzige verbliebene Unfallfolge? Und sie hat es trotz der Einschränkung geschafft, die Ausbildung zu beenden?
      Das sieht für mich als Laien auch erst mal so aus, dass es schwierig wird, eine Unterhaltspflicht durchzusetzen, egal, was der Vater verdient. Der Vater wird möglicherweise zurecht darauf verweisen können, dass sie nicht erwerbsunfähig ist.
    • @pAp
      Es bestehen weitere verbliebene Unfallfolgen, welche für eine Arbeitsaufnahme jedoch nicht relevant sind.
      Aufgrund der Fallhand hat sie keine Möglichkeiten zum greifen, halten und führen von Gegenständen. Durch diverse OP's hat sie an vielen Stellen zusätzlich ein Taubheitsgefühl, was tasten beinahe unmöglich macht.
      Nur durch eine Schiene wird eine vorgegebene Position gehalten.

      In einem Gutachten wurde bestätigt, das sie bis auf weiteres Arbeitsunfähig ist. (Was kann man schon machen mit einer derartigen Einschränkung ?)

      Erwerbsunfähig ? Nein...jedoch müsste sie dazu entsprechend umgeschult werden. Die Kosten möchte aber niemand tragen, da eine Fallhand nicht immer Zwangläufig ein Dauerhafter Zustand ist.
      Eine Arbeitsaufnahme in ihrem erlernten Beruf ist so absolut ausgeschlossen.

      Die Ausbildung (schulische) konnte sie mit viiiiiel Entgegenkommen abschließen.
    • Vieleicht zum Thema generell mal die Frage...

      Wie sähe es denn letzten endes aus, wenn NUR die Tochter Hartz4 beantragen würde ?
      Wären wir (ich und meine Frau) zwangsweise automatisch mit im selben Boot ? - oder könnte die Tochter auch nur für sich selbst beantragen und ggf. Leistungen beziehen ?
      (Es wäre ja schon eine große Hilfe, wenn sie lediglich einen Regelsatz bekäme - ohne diverse Wohnzuschüsse.)


      Info am Rande:
      Um wenigstens einen kleinen Teil ausgleichen zu können, hatten wir auch einen Antrag auf Wohngeld abgegeben. Dieser wurde jedoch abgelehnt, da meine Einkünfte zu stark schwanken...wir sollten Hartz4 beantragen...womit ich wieder am Anfang der Problematik stand....
    • Solange sie unter 25 ist, seid ihr alle in einem Boot. Also entweder alle oder niemand.
      Es ist nicht nötig (und noch dazu regelwidrig!), mir eine PN zu schreiben, weil eine Verwarnung erfolgte, ein Beitrag oder Thread gelöscht oder ein Thread geschlossen wurde. Wenn dies geschah, hatte es einen entsprechenden Grund. Ich verweise insoweit auf die Regeln des Forums: Forenregeln.
    • Pitt-M schrieb:

      @yamato
      Wenn ich richtig informiert bin - und die Tochter ALG2 beantragt, zählt das Einkommen aller in der Bedarfsgemeinschaft.
      Da wir zusammen ein Haus (Eigenheim) bewohnen, hat die Tochter folglich keinen eigenen Hausstand.
      Mein Eigenes Einkommen schwankt (Abrufvertrag) - im guten Monat müssen wir auch Rücklagen bilden können. Diese - und weitere Möglichkeiten - würden wir wahrscheinlich mit Hartz4 verlieren.
      Andererseits möchte ich auch nicht über eine Hintertür verpflichtet sein, die Tochter zu finanzieren - das ist in meinen Augen vorrangig die Angelegenheit des leiblichen Vaters.
      1300,-....?....die Summe haben meine Frau und ich derzeit zusammen ! Davon müssen wir sämtliche Kosten decken.....+ Tochter !(Aufgrund ihrer "Fallhand" kann sie nicht arbeiten)
      Das verstehe ich nicht !
      Wenn Ihr Hartz IV (AlG2) bekommt, habt Ihr mehr Geld als jetzt und somit könnt Ihr auch weiter Rücklagen bilden (die Vermögensfreigrenzen sind doch recht hoch)
      Wird Hartz IV abgelehnt steht Ihr genau wie jetzt da.
      Außerdem unterstützt Du Deine Stieftochter ja jetzt auch schon (ich geh mal davon aus Ihr lasst sie nicht hungern), somit würde AlG2 auch hier nur mehr Geld bringen als jetzt.

      Wenn sie aufgrund der Verletzung einen Beruf in der Erstausbildung nicht mehr ausüben kann, dürfte auch für eine Zweitausbildung ein Unterhaltsanspruch bestehen, die Leistungsfähigkeit des
      leiblichen Vaters wäre aber weiterhin das Problem.