Folge Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht rechtzeitig beim Arbeitgeber angekommen, Abmahnung folgte

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    • Folge Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht rechtzeitig beim Arbeitgeber angekommen, Abmahnung folgte

      Hallo Ihr Lieben,

      ich habe folgendes bzw. mein mann hat folgendes Problem:
      Mein Mann ist leider momentan Arbeitsunfähig erkrankt, die Erste Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ging pünktlich via Einschreiben Einwurf beim Arbeitgeber ein.
      Beim zweiten Arztbesuch Donnerstag wurde eine Folgearbeitsunfähigkeitsbescheinigung erstellt welche gleich Freitag Vormittag von mir zur Post gebracht wurde und natürlich habe ich diese auch via Einschreiben Einwurf versand, Sendungsnummer habe ich auch, eine Mail an die Firmenverantwortliche ging am selben Tag auch raus, fälschlicherweise sind wir davon ausgegangen, dass der Brief püntlich am Montag in der Firma ankommt. Angerufen haben wir die Firma nicht da wir davon ausgingen, das der Brief bis Montag da ist, die Mail erhalten wurde und mein Mann leider auch nicht gesundheitlich dazu in der Lage war anzurufen (könnte mich ärgern das ich nicht angerufen habe). Jedenfalls hat die Post bis zum nächsten Freitag gebraucht den Brief/das Einschreiben in der Firma abzugeben. Somit ging die Firma davon aus das er unentschuldigt gefehlt hat und hat ihn abgemahnt. Daraufhin habe ich eine Gegendarstellung geschrieben, mit Kopie des Nachweises und der Sendungsnummer und habe den Sachverhalt geschildert. daraufhin folgte ein Schreiben, das sie das so nicht akzeptieren, das angeblich keine Mail einging auch nicht nach Prüfung des Systems und das die Abmahnung bestehen bleibt. Wir hätten anrufen können, somit bleibt die Abmahnung bestehen. Wir wissen nun nicht mehr weiter, klar ich hätte anrufen können, kein Thema, aber dass die Mail nicht angekommen ist ist absolut unverständlich und dass die Post das Einschreiben so spät zugestellt hat, da können wir doch nichts für auf dem Poststempel sieht man doch wann ich es versand habe und an Hand der Sendungsnummer sieht man doch auch den Verlauf. Wie sollen wir jetzt darauf reagieren? Ich danke euch im Voraus für eure Hilfe. Grüße
    • Ja in diesem Falle werden wohl Grüße an den AG zu richten sein, in denen mitgeteilt wird, daß die Sache dem zuständigen Arbeitsgericht übergeben wurde. Das macht man schriftlich. Alternativ zusätzlich zur E- Mail.

      Denn gegen die Abmahnung reichst du Klage ein mit der Begründung, daß du die Argumentation dea AG nicht akzeptierst. Die Klage ist deshalb sinnvoll, da sie (die Abmahnung) eine "gelbe Karte" hinsichtlich der Routine zur Kündigung sein könnte und damit arbeitsrechtlich sehr wohl eine Beschwer darstellt.

      Also läßt du die Rechtmässigkeit der Abmahnung durch das Arbeitsgericht prüfen. Das ist dein Recht.

      Klageschrift und Nachweise des Versandes der AU- Meldung (Ausdruck der E- Mail und den Nachweis des Einschreibens) bekommt das Arbeitsgericht in der Anlage zur Klageschrift. Das geht auch ohne Anwalt.
      Jeder für sich allein :P - ist nichts . Zusammen aber ^^ , sind wir ein unschlagbares Team :thumbsup:
    • Man kann aber auch den Arbeitgeber erst einmal nicht mitteilen, daß Klage gegen die Abmahnung eingereicht wurde. Ist vielleicht die charmantere und elegantere Art und sicher auch besser so.

      Dann bekommt er eine Überraschung, die ihn sicherlich sich mit der Tatsache auseinander setzen läßt, daß sich nicht jeder alles gefallen läßt. Und Nachweise nicht akzeptieren, das löst eben eine Klage aus. Ganz automatisch und ohne Rückfragen.
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    • Das ist jetzt aber ein bisschen einseitig.
      Der Mann kann zum Arzt gehen, ist aber nicht in der Lage, kurz zu telefonieren?
      Auch die Argumentation, der AG könne ja anhand der Sendungsnummer den Verlauf ersehen, sehe ich andersrum. Der AN hätte sehen müssen, dass da was mit der Zustellung nicht klappt und rechtzeitig reagieren können/müssen.
      Fakt ist, dass der AG über die Folgearbeitsunfähigkeitsbescheinigung unverzüglich zu informieren ist (wann diese dann bei ihm eintrudelt ist eher weniger wichtig). Ob das per Mail überhaupt angesagt ist? Keine Ahnung. Auf die Idee käme ich gar nicht.
    • MrSippi schrieb:


      Ob das per Mail überhaupt angesagt ist? Keine Ahnung. Auf die Idee käme ich gar nicht.
      Doch, ist ein modernes Kommunikationsmittel. Überall (oder fast überall) gebräuchlich und ersetzt zunehmend den Schriftverkehr in Papierform. Sicher kann man auch anrufen. Wurde hier versäumt bzw. aus max. leicht fahlässigen Gründen nicht gemacht.
      Aber gut, kann man so als auch so sehen.

      Gut, dann soll das Arbeitsgericht entscheiden. - Meine Meinung.
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    • Sicher ist Anrufen eine übliche Option, wohl aber nicht zwingend die einzige. So lese ich den § 5 des EFZG.

      hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeit…tze_EntgeltfortzG_p5.html

      Also sehe ich auch die E- Mail als legitim an, zumal ich da einen Nachweis der Sendung habe. Sowohl im Inhalt als auch vom Sendetermin her.

      Telefon ist schön und gut, ich kann maximal, so ich ihn habe, einen Verbindungsnachweis anführen. Und selbst dann besagt der ja nur, daß ich mit dem Teilnehmer eine Telefonverbindung hatte. Dann müßte ich aufzeichnen.

      Sicher ist das in der Regel ja auch ausreichend. Stellt sich der Arbeitgeber wie hier stur, steht da Aussage gegen Aussage. Da kann ich 10 x behaupten, ich habe angerufen. Ohne Aufzeichnung kann ich nicht wiederlegen, daß da mit dem AG über die Fussball- EM gesprochen wurde.

      In sofern ist aber auch der Einlieferungsschein beim Einschreiben nur ein Indiz, kein Beweis. Sagt nämlich der AG, daß ein leerer Briefumschlag kam, ja was dann???

      Wer Beweismittel nicht akzeptiert, tut mir leid, da muß ich von solchem Verhalten ausgehen.
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    • MrSippi schrieb:

      Könnte ich bei uns nicht machen. Wer weiss, wann eine Email dann mal gelesen wird? Wenn ich bis Mittwoch krankgeschrieben bin, rechnen und planen der AG und die Kollegen damit, dass ich Donnerstag wieder auf der Matte stehe, also ist doch wohl das Mindeste, dass man wenigsten gleich Donnerstag früh Bescheid sagt.
      Richtig.
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    • Hi,

      die Behauptung, die Folge AU sei rechtzeitig mitgeteilt worden, kann der Arbeitnehmer nicht beweisen. Eine E-Mail ist insoweit gänzlich ungeeignet
      Damit hat der Arbeitgeber schon mal die Möglichkeit eine Vorwurf zuerheben, der plausibel ist. Auf der Grundlage zum Arbeitsgericht zu gehen, halte ich für problematisch, denn der Arbeitgeber hat zumindest eine nicht unerhebliche Trumpkarte.
      Grundsätzlich besteht die Möglichkeit zu verlangen, dass eine Gegendarstellung zur Personalakte genommen wird und die Abmahnung zwar nicht zurückgenommen wird, aber beide Sichtweisen in die Personalakte kommen.
      Der Betroffene sollte unbedingt das Gespräch mit dem Arbeitgeber suchen und wenn er meint, dies sei nicht zufriedenstellend verlaufen, professionellen Rat in Anspruch nehmen.
    • Mercury220 schrieb:

      Wenn der AG vorgegeben hat, dass man sich im ersten Schritt telefonisch zu melden hat, dann sie e-mail oder Einschreiben definitiv die falsche Wahl.

      Das wäre meine erste Frage, wie ist die Krankmeldung beim AG geregelt?
      Sicher, um nicht mißverstanden zu werden, auch ich hätte mein Handy gezückt und angerufen.

      Aber, da ja hierarbeitsrechtliche Konsequenzem im Spiel sind, ist was Mercury schrieb, der springende Punkt. Wenn die Form der AU- Meldung vertraglich auf telefonisch geregtelt ist, dann wäre hier grobe Fahlässigkeit des sich krank meldenden Arbeitnehmers nachgewiesen und der AG hätte besagte Trumpf-Karte.



      gustl schrieb:

      Hi,

      die Behauptung, die Folge AU sei rechtzeitig mitgeteilt worden, kann der Arbeitnehmer nicht beweisen. Eine E-Mail ist insoweit gänzlich ungeeignet
      Aber auch der Telefonanruf ist kein Beweis. Beweise mal, daß angerufen wurde und vor allem, daß das richtige gesagt wurde.
      Maximal erhöhte Chancen durch Bestätigung eines Zeugen. Ja, Rechtssicherheit hat ihren Preis.

      Sicher, das Verlagen, daß die Gegendarstellung in die Personalakte mit aufgenommen wird, ist bestenfalls Ergebniskosmetik.
      Die Abmahnung bleibt bestehen und kann damit kündigungsrelevant bleiben.

      Der Versuch der Klärung mit dem AG ist ja gescheitert.

      Joinme27 schrieb:

      Hallo Ihr Lieben,

      ... Angerufen haben wir die Firma nicht da wir davon ausgingen, das der Brief bis Montag da ist, die Mail erhalten wurde und mein Mann leider auch nicht gesundheitlich dazu in der Lage war anzurufen (könnte mich ärgern das ich nicht angerufen habe). Jedenfalls hat die Post bis zum nächsten Freitag gebraucht den Brief/das Einschreiben in der Firma abzugeben. Somit ging die Firma davon aus das er unentschuldigt gefehlt hat und hat ihn abgemahnt. Daraufhin habe ich eine Gegendarstellung geschrieben, mit Kopie des Nachweises und der Sendungsnummer und habe den Sachverhalt geschildert. daraufhin folgte ein Schreiben, das sie das so nicht akzeptieren, das angeblich keine Mail einging auch nicht nach Prüfung des Systems und das die Abmahnung bestehen bleibt. Wir hätten anrufen können, somit bleibt die Abmahnung bestehen.
      Jeder für sich allein :P - ist nichts . Zusammen aber ^^ , sind wir ein unschlagbares Team :thumbsup:
    • Fakt ist, dass du eine Mail vergessen kannst, jedenfalls dann, wenn sie ohne zertifizierte Signatur nach dem Signaturgesetz ist. Und unabhängig davon ändern weder Telefonanruf noch Mail noch sonstwas, dass die AUB völlig verspätet beim AG ankam. Dass das so ist liegt im Verschulden der erkrankten Person. Diese hat sicherzustellen, dass die vertraglichen Pflichten erfüllt werden und der rechtzeitige Nachweis der Erkrankung gehört dazu.

      Von daher wird m. E. n. der Rat der tschechischen Puppe teuer, denn das Verfahren vor dem Arbeitsgericht hätte m. E. n. keine Chance auf Erfolg.

      Der Ehegatte der TE sollte sich die Abmahnung zu Herzen nehmen und sich für die nächsten Male eine sicherere Übermittlungsform ausdenken.
      Es ist nicht nötig (und noch dazu regelwidrig!), mir eine PN zu schreiben, weil eine Verwarnung erfolgte, ein Beitrag oder Thread gelöscht oder ein Thread geschlossen wurde. Wenn dies geschah, hatte es einen entsprechenden Grund. Ich verweise insoweit auf die Regeln des Forums: Forenregeln.
    • Das ist doch auch bei jeder Firma anders geregelt.
      Je nach Arbeitsplatz, Arbeitszeiten.

      Eine Mail würde bei meinen Mann oder auch Kindern nichts bringen, da das Personal Büro erst ab 8 uhr besetzt ist.
      Wer weiß wann sie die Mail überhaupt lesen würden.
      Die Schicht aber um 7 uhr beginnt. Für den Fall hat jeder Mitarbeiter die direkte Durchwahlnummer in seine Abteilung.
      Heißt wer krank ist, egal ob schon beim Doc oder nicht, hat bis 7 uhr anzurufen,
      weiterhin die Krankmeldung am gleichen Tag zu bringen, oder über die Länge telefonisch Auskunft zu geben und 3 Tage Zeit die AU nachzureichen.
      Das Vergleichen ist das Ende des Glücks
      und der Anfang der Unzufriedenheit.
    • Hallo Ihr Lieben,

      also im Arbeitsvertrag steht drinnen, dass er die Krankmeldung bis spätestens den Dritten Tag erfolgen muss. Dort steht nicht wie, ob Telefon, Mail oder persönlich etc. Montag hätte er wieder arbeiten mussen und die Woche zuvor dem Donnerstag hat der Arzt Ihn weiter Arbeitsunfähigerkrankt geschrieben. Ich habe habe ja bereits geschrieben, dass ich mich ärger nicht angerufen zu haben, bei meinen Mann gings wirklich aus gesundheitlichen Gründen nicht, das hätte dann schon ich machen müssen. Ich bin halt davon ausgegangen, da das in der Vergangeheit auch gut funktionierte, dass die Mail vorab reicht und in dein Einschreiben war die Bescheinigung vom Arzt das die pünktlich ankommt, ich schaue doch nicht jeden Tag auf die Sendungsnummer, bisher hat kein einziges Einschreiben was ich je verschickt habe mehr als 5 Tage gebraucht. Vors Arbeitsgericht wird er wohl nicht ziehen. Gewerksschaft hat schon gut geholfen bei der Gegendarstellung aber die Firma akzeptiert des so nicht, was sollen wir da groß noch machen können als es zu akzeptieren. Ist doof gelaufen, aus Fehlern lernt man. Was ich nur mal so am Rande noch ewrwähnen möchte die Firma hat keinen Geschäftsführer Vorort und mein Mann war die alleinige Personalabteilung da seine Kolegin vor Monaten bereits in Rente gegangen ist. So richtig wußte ich auch gar nicht an wen ich mich da wenden sollte da eigentlich auch keiner dafür Zuständig ist. Es gibt auch keine Abteilungsleiter in dem Büro, das glaubt ein echt keiner. Naja tut ja nichts zur Sache auf gut Glauben habe ich anscheind alles falsch gemacht.
    • Turtle1972 schrieb:

      Fakt ist, dass du eine Mail vergessen kannst, jedenfalls dann, wenn sie ohne zertifizierte Signatur nach dem Signaturgesetz ist. Und unabhängig davon ändern weder Telefonanruf noch Mail noch sonstwas, dass die AUB völlig verspätet beim AG ankam. Dass das so ist liegt im Verschulden der erkrankten Person. Diese hat sicherzustellen, dass die vertraglichen Pflichten erfüllt werden und der rechtzeitige Nachweis der Erkrankung gehört dazu.

      Von daher wird m. E. n. der Rat der tschechischen Puppe teuer, denn das Verfahren vor dem Arbeitsgericht hätte m. E. n. keine Chance auf Erfolg.

      Der Ehegatte der TE sollte sich die Abmahnung zu Herzen nehmen und sich für die nächsten Male eine sicherere Übermittlungsform ausdenken.
      Dann ist es am sinnvollsten, die AU- Meldung persönlich vorbeizubringen. Gut, ich weiß jetzt nicht, wie weit der AG vom Wohnsitz entfernt ist. Denn, daß das Verhalten des (Post)-Dienstleisters (zu lange Lieferzeit) dem AN zum Schaden gereichte, läßt sich nicht leugnen.
      Jeder für sich allein :P - ist nichts . Zusammen aber ^^ , sind wir ein unschlagbares Team :thumbsup:
    • Joinme steht das wirklich so oder steht da "Die Krankmeldung hat bis zum dritten Tag vorzuliegen."

      Das ist was völlig anderes, als sich krank zu melden. Das hat unmittelbar zu erfolgen, aber die Vorlage der Krankmeldung (gelber Schein) muß bis zu 3.Tag erfolgen.

      Es wird wohl eine Firmenzentrale geben, wo man sich melden kann oder arbeitet dein Mann irgendwo im Nirvana?

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