Unter 25 Jahre umziehen wegen Ausbildung ?!

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    • Unter 25 Jahre umziehen wegen Ausbildung ?!

      Hallo,


      Ich habe direkt eine Frage und hoffe ihr könnt mir weiterhelfen.


      Ich bin 19 Jahre alt und möchte eine Ausbildung in Bayern machen. Allerdings wohne ich in Sachsen bei meinen Eltern. Mein Vater ist Rentner und meine Mutter & Ich sind beim Hartz IV Amt gemeldet und gelten als Bedarfsgemeinschaft.
      Ich habe zwar gehört dass das Hartz IV Amt meistens diesen Umzug genehmigt, aber wie sieht es dann mit Unterstützung aus wegen Miete, Umzug, usw. was steht einen dann alles zu?


      Habt ihr vllt. selbst schon mal solche Erfahrungen gemacht?
      Bin über jeden guten Tipp dankbar !


      Lg LittleGirl97
    • Wegen Umzugskosten auf alle Fälle das JC, vorrangig der Vermittler über das Vermittlungsbudget. Wegen Miete: da muss natürlich BAB bei der Bundesagentur beantragt werden. Wenn das zusammen mit Lohn und Kindergeld nicht reicht, dann muss beim JC am neuen Wohnort noch ein Mietzuschuss beantragt werden.

      Andere Kosten wie Kaution oder Wohnungsersteinrichtung gibt es aber nicht. Die TE sollte sich überlegen, ob nicht auch erstmal ein möbliertes Zimmer o. ä. reicht.
      Es ist nicht nötig (und noch dazu regelwidrig!), mir eine PN zu schreiben, weil eine Verwarnung erfolgte, ein Beitrag oder Thread gelöscht oder ein Thread geschlossen wurde. Wenn dies geschah, hatte es einen entsprechenden Grund. Ich verweise insoweit auf die Regeln des Forums: Forenregeln.
    • Die Zustimmung ist zeitnah zur Ausbildungsaufnahme zu erteilen, denn nur hierfür gibt es einen wichtigen Grund. Grund des Umzuges ist und bleibt also die Ausbildung und für ausbildungsbedingte Bedarfe gibt es keine Zuschüsse.

      Auf welcher Rechtsgrundlage also sollten diese Leistungen übernommen werden? Die Wohnungsausstattung ist keine in § 27 SGB II verankerte Leistung, sie wurde explizit rausgenommen, weil es sich dabei um ausbildungsbedingten Bedarf handelt. Und bei der Mietkaution ist es nichts anderes, der Zuschuss nach § 27 Abs. 3 ist auf die angemessenen KdUH nach § 22 Abs. 1 Satz 1 SGB II beschränkt. Dass ausbildungsbedingte Bedarfe nicht übernommen werden, war bereits im BSHG so und wurde auch ins SGB II übernommen.

      Zur Wohnungserstausstattung z. B. hier:
      sozialgerichtsbarkeit.de/sgb/e…bedingt&words=&sensitive=
      Es ist nicht nötig (und noch dazu regelwidrig!), mir eine PN zu schreiben, weil eine Verwarnung erfolgte, ein Beitrag oder Thread gelöscht oder ein Thread geschlossen wurde. Wenn dies geschah, hatte es einen entsprechenden Grund. Ich verweise insoweit auf die Regeln des Forums: Forenregeln.
    • Der Charme bei Umzug zwecks Aufnahme der Ausbildung besteht darin, dass die *künftigen Azubis* noch keine Azubis sind.

      Sie fallen deshalb noch nicht unter das BAB oder BaföG und sind damit nicht von Leistungen nach dem SGB II ausgeschlossen.

      Der Antrag beim alten Jobcenter wird regelmäßig vor dem ersten Ausbildungsmonat gestellt. Der Umzug kann durchaus ebenso vor Aufnahme der Ausbildung stattfinden - das ist gestaltbar und ein Umzug im Vormonat ist kein Missbrauch, sondern organisatorisch betrachtet völlig realistisch.

      Wenn ich nun im August umgezogen bin, um im September meine Erstausbildung am neuen Wohnort auszunehmen und stelle nun im August noch meinen Antrag auf Erstausstattung der Wohnung - was ist dann die materielle Rechtslage?

      Ich bin im Monat der Antragstellung definitiv kein Azubi und somit findet kein Ausschluss nach $ 7 von Leistungen nach dem SGB II statt. Wenn dann die regulären Voraussetzungen vorliegen (insb. Bedüftigkeit mangels Einkommen und Vermögen) dann sind die Leistungen zu gewähren.

      Es gibt für die Fälle dann einfach keine Ausschlussvorschrift mehr, die eingreifen kann. Das Gesetz fragt halt nicht, ob man im kommenden Monat evtl. ausgeschlossen sein wird, da man irgendwann einem künftigen Monat eine Ausbildung aufnimmt Das "flutscht" dann einfach durch die normalen Anspruchsgrundlagen durch.

      Darin liegt auch einer der maßgeblichen Unterschiede zu dem verlinkten Urteil. Dort hatte der Antragsteller bereits seine Ausbildung seit langem angetreten. Er war deshalb seit langer Zeit aus dem "normalen" Leistungbezug nah SGB II draussen, da ausgeschlossen und wollte nun trotzdem noch Leistungen nach dem SGB II.
    • Nun, stellt sich die Frage, ob das JC vor Aufnahme der Ausbildung zustimmt. Wieso sollte es das machen, es gibt dazu keinen wichtigen Grund.
      Es ist nicht nötig (und noch dazu regelwidrig!), mir eine PN zu schreiben, weil eine Verwarnung erfolgte, ein Beitrag oder Thread gelöscht oder ein Thread geschlossen wurde. Wenn dies geschah, hatte es einen entsprechenden Grund. Ich verweise insoweit auf die Regeln des Forums: Forenregeln.
    • Turtle1972 schrieb:

      Nun, stellt sich die Frage, ob das JC vor Aufnahme der Ausbildung zustimmt. Wieso sollte es das machen, es gibt dazu keinen wichtigen Grund.
      Völlig richtig. Wenn das Jobcenter es partout anders möchte oder sich die Umstände ungünstig ergeben, ist der Drops gelutscht.

      Aber:
      1. Ausbildungsverträge werden im Regelfall 1-3 Monate vor Beginn der Ausbildung geschlossen, teils sogar noch mit mehr Vorlauf. Das gilt umso mehr, wenn der Azubi sich vor Ort einmieten muss, weil er aus der Ferne kommt.

      2. In den meisten Fällen kommt der Umzug selbst über die Arbeitsvermittlung aus dem Vermittlungsbudget. Der Arbeitsvermittlung sind die mittelbaren Folgen außerhalb ihrer Zuständigkeit vermutlich völlig egal und evtl. auch gar nicht bekannt. Es ist ja auch nicht rechtswidrig, den Umzug zu einem organisatorisch sinnvollen frühen Termin zu genehmigen. Ich kann mir schlicht rein praktisch nicht vorstellen, dass hier ein Umzug frühestens im Ausbildungsmonat - also wenn der Azubi schon jeden Werktag am neuen Ort beim Ausbildungsbetrieb sein muss - genehmigt wird. Entspricht auch meiner bisherigen Erfahrung nach nicht der Praxis.

      3. Der wichtige Grund dürfte darin liegen, dass ein Umzug und das Einrichten vor Ort Zeit erfordern und die Vornahme des Umzugs nach Beginn der Ausbildung unzumutbar ist. Die meisten Ausbildungen fangen zum Monatsanfang an. "Davor" heißt also tyischerweise "mindestens einen Monat früher".

      4. Das praktische Problem, weshalb mir persönlich bei solchen "Ich ziehe mal aus der elterlichen Wohnung aus, da ich einen Ausbildungsplatz in der Ferne habe"-Situationen etwas flau ist, ist etwas anderes:

      Ausbildungsverträge können in der Probezeit effektiv ohne Kündigungsfrist beendet werden. Viele der Jugendlichen aus den entsprechenden Familien sind charakterlich nicht gerade des Ausbildungsbetriebs feuchter Wunschtraum. Sie können deshalb schon nach sehr sehr kurzer Zeit wieder "frei und ungebunden" am neuen Wohnort beim Amt stehen. Nun aber mit eigener BG. Deshalb wird vermutlich bei eher unzuverlässigen Charakteren hier durchaus auch ein sehr deutliches "Nö" der Arbeitsvermittlung zum Umzug aus dem Vermittlungsbudget denkbar sein. Ich habe aber keine aussagekräftige Gesamterfahrung, wie hier die Praxis der Jobcenter bundesweit ist.