Vorgezogene Altersrente mit 60

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    • Ich kann ja warten, bis ich mit 63 die vorgezogene Altersrente ohne Abschläge beantragen kann.

      Wenn ich jetzt schon (mit 60) freiwillig die vorgezogene Altersrente mit Abschlägen beantrage, wird dann die Differenz zur Gundsicherung voll ausgezahlt, oder schlägt sich bei der Berechnung des Grundsicherungsbetrages die Tatsache negativ nieder, dass ich die Abschläge freiwillig in Kauf nehme?
    • Meine Frage bezieht sich nicht auf den Jetzt-Zustand, jetzt kann ich ja nur die Rente mit Abschlägen erhalten, also kann bei der Grundsicherung jetzt auch nichts abgezogen werden.

      Aber was passiert, wenn ich 63 bin? Dann erhalte ich ja weiter nur eine Rente mit Abschlägen, weil ich die Rente vorgezogen beantragt habe.
      Könnte es mir also in drei Jahren passieren, dass dann nicht mehr voll auf den Grundsicherungsbetrag aufgestockt wird, sondern nur noch abzgl. der Abschläge mit dem Argument, dass ich ja freiwillig die vorgezogene Altersrente beantragt habe?
    • Nein, das passiert nicht.

      Als Grundsicherungsträger kann man ja froh sein, wenn jemand frühzeitig die Rente beantragt. Was du in 3 Jahren an Rente erhälst, vorausgesetzt, du hast derzeit kein Einkommen, kannst du mit der Rente mit Abschlägen in der Regel nicht aufholen.

      Normalerweise erfolgt von einem Leistungsträger die Mitteilung, dass die Rente frühzeitig in Anspruch genommen wird. Bei uns ist jedenfalls ab dem 60. Lebensjahr zu prüfen, ob ein Anspruch besteht, egal welche Altersrente.
    • I.d.R. ergeht mit einem Alter von 63 Jahren eine Aufforderung, die Rente (das ist immer noch mit Abschlägen. Es sei denn 45 Jahre Beitragszahlung werden nachgewiesen - akt. Rechtslage) zu beantragen.

      Eine Hätte-Wenn etc. Rechnung bei einem abschlagsfreien Eintritt mit z.Z. 65 - 67 Jahren kann es also gar nicht geben. Es ist also nach wie vor der Rentenbescheid maßgeblich.
      Jeder für sich allein :P - ist nichts . Zusammen aber ^^ , sind wir ein unschlagbares Team :thumbsup:
    • Danke für die Auskünfte.
      Wenn ich pAp und Donosi richtig verstanden habe, gibt es in drei Jahren kein Problem, wenn ich jetzt die vorgezogene Altersrente beantrage.
      Ich weiß nicht wieso; aber heute Morgen hatte ich plötzlich die Befürchtung, "das Grundsicherungsamt würde dann eine "Hätte-Wäre-Wenn-Rechnug" aufmachen können" wie WalterWinter mich richtig verstanden hat.
      Meine Arbeitsvermittlerin meinte beim letzten Termin, sie wolle mich nicht zwingen; aber ich könne ja drüber nachdenken, ob ich die vorzeitige Altersrente beantrage.
      Ich wollte mich hier im Forum nur rückversichern, dass mir dadurch in drei Jahren keine finanziellen Nachteile entstehen.
      Danke noch einmal.

      Spejbl: Für mich, schwerbehindert, Jg. 1956, gilt meines Wissens:
      abschlagsfreie Altersrente mit 63 J., vorgezogene Altersrente mit Abschlägen mit 60 J. (jeweils + Anh.), 35 J. Wartezeit
    • Ich mache Dir jetzt mal ein Berechnungsbeispiel:

      Du beantragst mit 60 Jahren eine Rente und bekommst dann eine Rente von sagen wir mal 250,00 €. Damit wären in 3 Jahren an Einkommen, welches die Leistung mindert, 9000 € vorhanden.
      Jetzt stell das mal gegenüber der Rente, die du mit diesen Zahlen ohne Abzug erhalten würdest. Den Betrag von 9000 € kannst Du gar nicht mehr aufholen.

      Deshalb kann dir ein Sachbearbeiter hier keinerlei Abzüge berechnen. Voraussetzung bei dieser Berechnung ist natürlich, dass du die ganzen Jahre im Leistungsbezug gestanden hast. Aber selbst wenn das nicht der Fall ist, wird das auf keinen Fall passieren, was du dir vorstellst.
    • Da die Rede von Grundsicherung ist, vielleicht ein klarstellender Hinweis zur Abgrenzung der Leistungssysteme: Unter die Grundsicherung nach dem Vierten Kapitel SGB XII fallen Personen, die a) als Volljährige auf Dauer voll erwerbsgemindert oder b) Personen, die die Altersgrenze bereits erreicht haben.

      In der beschriebenen Situation trifft weder a) noch b) zu, sondern du würdest unter die Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem Dritten Kapitel SGB XII fallen.
    • Luca schrieb:

      [...] In der beschriebenen Situation trifft weder a) noch b) zu, sondern du würdest unter die Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem Dritten Kapitel SGB XII fallen.
      Meine jüngste Tochter (18 J.) lebt noch bei mir und macht jetzt nach dem Abi ein FSJ; wird also noch mindestens ein Jahr bei mir wohnen (möglicherweise auch länger, je nach Studienort).
      Wir bilden eine BG - falle ich, wenn ich die Rente bekomme, trotzdem unter SGB XII 3. Kapitel, oder bekomme ich Sozialgeld nach SGB II, solange ich mit meiner erwerbsfähigen Tochter in einer BG lebe?
    • Ok, grundsätzlich hat der Anspruch auf Sozialgeld zwar Vorrang vor der Hilfe zum Lebensunterhalt (§ 5 II SGB II; § 21 SGB XII), in der konkreten Situation würdest Du aber eine Altersrente erhalten. Dann besteht ein Ausschluss nach § 7 Abs. 4 SGB II. Ergebnis: Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem Recht der Sozialhilfe. Dass daneben eine Bedarfsgemeinschaft nach § 7 III SGB II besteht, ändert daran nichts.
    • Bitte bedenkt bei der Konstellation III. Kapitel SGB XII die Vermutung der Bedarfsdeckung (die hier widerlegt werden müsste und auch könnte, denn die Tochter kann nicht für den Bedarf der Mutter aufkommen) und auch die grundsätzliche Unterhaltsüberprüfung der unterhaltspflichtigen Angehörigen (Ehemann, Eltern, Kinder).
      "Ich hab' hier bloß ein Amt und keine Meinung." (Friedrich Schiller)
    • Hexepebbles schrieb:

      Bitte bedenkt bei der Konstellation III. Kapitel SGB XII die Vermutung der Bedarfsdeckung (die hier widerlegt werden müsste und auch könnte, denn die Tochter kann nicht für den Bedarf der Mutter aufkommen) und auch die grundsätzliche Unterhaltsüberprüfung der unterhaltspflichtigen Angehörigen (Ehemann, Eltern, Kinder).
      OK.
      Meine jüngste Tochter ist aus dem Rennen.
      Aber:

      1. Meine älteste Tochter ist Kinderärztin noch in Ausbildung, da sie zwischendurch 2 Kinder bekommen hat. Wie hoch ihr aktuelles Gehalt ist, weiß ich nicht.
      2. Meine mittlere Tochter studiert noch, bezieht Bafög und arbeitet als studentische Hilfskraft für 450,- EUR.
      3. Meine Mutter ist 90, erhält eine kleine Rente zzgl. Witwenrente und Unterhalt von meinem Bruder - alles in allem irgendetwas um die 1.600,- EUR mtl. Außerdem hat sie ein bisschen was auf der hohen Kante, so um die 20.000,- herum. Kein sonstige Vermögen (Haus o.ä.). Mein Vater lebt nicht mehr.

      Bin zu doof/ungeschickt, um aktuelle Unterhaltstabellen o.ä. zu finden - kann mir da jemand weiterhelfen?
      Vielleicht kennt jemand eine Seite, auf der ich Anhaltspunkte finden kann, ab welcher Einkommenshöhe meine Kinder/Mutter unterhaltspflichtig wären?
    • Nein; 1,2, und 3 wohnen nicht bei mir. Bei mir wohnt nur meine jüngste Tochter.
      1 und 2 verdienen weit unter 100.00,- jährlich (wobei 1 noch zwei eigene, kleine Kinder hat).

      Ich suche nach Tagen irgendeinen Beschluss, ein Urteil o.ä, das die Situation meiner Mutter ungefähr trifft.
      Also Unterhaltspflicht einer 90-jährige Rentnerin gegenüber 60-jähriger Tochter, die selbst Altersrente bezieht.
      Das, was ich gefunden habe, ist Folgendes:

      anwalt.de/rechtstipps/unterhal…chsene-kinder_038569.html
      Das trifft es aber nicht so richtig, finde ich...
    • maria1956 schrieb:

      1 und 2 verdienen weit unter 100.00,- jährlich
      Wobei das bei der vorliegenden Konstellation nicht relevant ist.
      Viele Menschen sind zu gut erzogen, um nicht mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun.(Orson Welles)

      Es ist nicht nötig, mir eine PN zu schreiben, weil eine Verwarnung erfolgte, ein Beitrag oder Thread gelöscht oder ein Thread geschlossen wurde. Wenn dies geschah, hatte es einen entsprechenden Grund. Ich verweise insoweit auf die Regeln des Forums: sozialhilfe24.de/forum/thread/…zung-des-forums-hinweise/

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