Schwanger und Wohnungskündigung!

  • Hallo,ich brauche ganz dringend Hilfe.
    Ich war bis vor kurzem in einer schulischen Ausbildung und habe Bafög erhalten.Durch Betriebskostenabrechnung und 3 mal nicht gezahlter Miete aufgrund des Einkommens was ich hatte hab ich nun Mietschulden von rund 2500 €.Aufgrund Schwangerschaft und einem Beschäftigungsverbotes wegen Risikoschwangerschaft bekomme ich nun ALG 2.Ich habe außerdem ein behindertes Kind und bin alleinerziehend.Jetzt habe ich vor 2 wochen die fristlose Kündigung bekommen,hab emich daraufhin mit meinem vermieter in verbindung gesetzt.Diese sehen aufgrund meines Eikommens das ich nicht in der Lage bin eine Ratenzahlung einzuhalten und möchten ein Darlehen von Jobcenter.Ich bin dann zur Fallmanagerin und die meinte das sie für mietschulden die aufgekommen sind als ich noch kein ALG 2 bekommen habe nicht aufkommen.deswegen gibts auch kein darlehen und sie kann mir nicht weiter helfen und ich soll mit kind ins frauenhaus.ich habe das meinem vermieter erzählt,sie wollen aufgrund der umstände mich nicht rausschmeissen aber müssen räumungsklage einlegen.sie meinten das die miete ja trotzdem kommen muss.die vom jobcenter meinte allerdings das sie für eine gekündigte wohnung nicht zahlen und ich raus muss.
    ich weiss nicht was ich machen soll,ich hoffe mir kann jemand helfen.

  • Ich würde schon das zahlen was ich monatlich auch kann.
    Mir geht es eigentlich nur darum ob das Jobcenter im Recht ist mit der Aussage das sie mir kein Darlehen gewähren aufgrund Mietschulden die aufgekommen sind vor Alg 2 Bezug.

  • 150 - 200 EUR von 400 EUR Regelsatz? Und wovon willst du dann Strom, Essen usw. bezahlen? Neue Schulden aufbauen?


    So lange Du in der Wohnung bist, hat der Vermieter auch Anspruch auf die Miete und das JC muß das berücksichtigen.


    Da keine Wohnungslosigkeit droht (der Vermieter will Dich ja nicht rausschmeissen) ist natürlich nichts mit Darlehen vom Jobcenter. Eine drohende Wohnungslosigkeit muß ja nicht abgewendet werden.


  • ich habe das meinem vermieter erzählt,sie wollen aufgrund der umstände mich nicht rausschmeissen aber müssen räumungsklage einlegen.sie meinten das die miete ja trotzdem kommen muss.die vom jobcenter meinte allerdings das sie für eine gekündigte wohnung nicht zahlen und ich raus muss.
    ich weiss nicht was ich machen soll,ich hoffe mir kann jemand helfen.

    Hmmmmmmmmm, Räumungsklage ist aber gleich Drohen von Wohnungslosigkeit.


    http://www.familien-wegweiser.…erzeichnis,did=80084.html

    Jeder für sich allein :P - ist nichts . Zusammen aber ^^ , sind wir ein unschlagbares Team :thumbsup:

  • Also in Deinem Fall würde ich auf jeden Fall eingehend prüfen, ob es überhaupt zulässig ist, eine schwangere Frau unter diesen Umständen zu kündigen. Ich kann mir vorstellen, dass das gar nicht erlaubt ist. Vielleicht kannst Du die Situation auch drehen, in dem Du Dir von Bekannten oder Freunden Geld leihst vorrübergehend? Nur um die Situation zu beruhigen...

  • Kannst du dein "ich könnte mir vorstellen" vielleicht auch rechtlich belegen?


    Was du meinst ist § 574 BGB (die Sozialklausel), welche aber in dem Fall nicht funktioniert, da die Ursache die nicht gezahlte Miete ist. Hier hätte der TE bereits am Anfang reagieren müssen und nicht erst alles auflaufen lassen sollen. Zwischen ersten Verzug und die Berechtigung zur Kündigun liegen gut 3 Monate.

  • Hi,


    wenn ich die eingangs gestellte Frage genau lese, scheint es zwei Fragen zu geben: Zum einen, die nach einem Darlehen, dass dürfte wie schon gesagt, eher schwierig sein. Zum anderen muss das JC für eine gekündigte Wohnung sehr wohl zahlen. Solang du noch dort wohnst schuldest du dem Vermieter eine Entschädigung, die genauso hoch ist, wie die eigentliche Miete. Dieser Betrag sind deine Kosten der Unterkunft und sind vom JC zu übernehmen.

  • Grundsätzlich halte ich es schon für extrem verwerflich, bei einem bereits vorhandenen Kind und zusätzlicher Schwangerschaft durch schuldhaftes Verhalten die Wohnung zu riskieren. In meinen Augen ist das zusätzlich eine Angelegenheit für das Jugendamt. Da es hier darum aber nicht geht, erkläre ich nun das "Mietrückstandsdarlehen".


    Grundsätzliche Voraussetzung dafür ist der derzeitige Bezug von ALG II. Da du dies erfüllst, stellt sich die Frage nicht, wann die Schulden aufgekommen sind.


    Weitere Voraussetzungen ist ein drohender Verlust der Wohnung, z.B. die Androhung einer fristlosen Kündigung des Mietverhältnisses nach §§ 543 II S. 1, 569 IIa BGB. Eine Räumungsklage erfüllt dies natürlich auch.


    Zusätzlich hat die Wohnung nach den örtlichen Richtlinien deiner Gemeinde angemessen zu sein. Eine unangemessene Wohnung ist natürlich nicht erhaltungswürdig. Eine Darlehen kommt in einem solchen Fall nicht in Betracht. Zusätzlicher Faktor kann demnach dabei zusätzlich sein, inwieweit du zukünftig die Miete zahlen kannst. Sollte dein Anspruch ALG II nicht ausreichen, damit das Jobcenter die Miete direkt an den Vermieter zahlt, musst du schon geltend machen, dass zukünftig die Mietzahlung gesichert ist.


    Gleichfalls muss der Vermieter natürlich einverstanden sein, dass das Mietverhältnis aufrecht erhalten bleibt. Dabei kann es auch wichtig sein, ob dir bereits in der Vergangenheit durch den Vermieter gekündigt wurde. Vergleiche dazu § 569 III Nr. 2 BGB. Demnach wird durch eine Befriedung der Schuld durch das Jobcenter dein Mietverhältnis automatisch "gerettet", wenn bisher keine Kündigung vorlag.


    Zuletzt muss noch eine Rechtfertigung für die Übernahme gegeben sein. Handelt es sich um wiederholte Schulden? Liegt hier ein missbräuchliches Verhalten vor? Das wären Ablehnungsgründe. Wobei das missbräuchliche Verhalten nach Rechtsprechung sehr eng zu bemessen ist und dir konkret nachzuweisen wäre.


    Und nun zum Kern deiner Frage: Darf das Jobcenter dir dieses Darlehen versagen. Ich hoffe, dass du dich mit der entsprechenden Ermächtigungsgrundlage auseinandergesetzt hast; dem § 22 Abs. 8 SGB II. Demnach KANN das Jobcenter dieses Darlehen gewähren. Kann bedeutet, dass das Jobcenter ein Ermessen hat. Ich kann es machen, ich kann es aber auch nicht machen. Die oben genannten Faktoren sind dabei für die Ermessensausübung maßgebend. Sollte alles zutreffen, so erfolgt hier nach Rechtsprechung eine so genannte "Ermessensreduzierung auf Null"; es ist nur eine Entscheidung richtig: Die Wohnungslosigkeit durch die Bewilligung des Darlehens abzuwenden. Sollte dein Sachbearbeiter anderer Meinung sein, rate ich dir eine Vorsprache beim Vorgesetzten zu ersuchen oder um anwaltschaftlichen Beistand.