Zuzug aus Brasilien - 24,5 Jahre - KDU abgelehnt

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    • Zuzug aus Brasilien - 24,5 Jahre - KDU abgelehnt

      Hallo zusammen!

      Ich bin neu hier und erhoffe mir Hilfestellung bei folgenden Problem:

      Ich bin 24,5 Jahre alt und deutscher Staatsbürger.

      Im Alter von 4 Jahren hat mich meine Mutter mit nach Brasilien genommen, dort bin ich aufgewachsen, habe die Schule besucht und im November 2015 mein Bachelorstudium abgeschlossen.
      Da ich in Brasilien keinerlei berufliche Perspektive habe, bin ich nun nach den vielen Jahren nach Deutschland zurückgezogen um hier eine adäquate Arbeit zu finden.

      Da ich sonst keine Wohnöglichkeiten habe, habe ich eine kleine Wohnung angemietet.
      Leider ist das wenige Geld, das ich während meiner Studienzeit sparen konnte, jetzt schon aufgebraucht.
      Es blieb mir daher nichts anderes übrig, als einen Antrag auf ALG II zu stellen.

      Bei meiner Antragsstellung teilte mir der Mitarbeiter der Arbeitsargentur áber schon mit, dass Kosten für die Unterkunft nicht übernommen würden und auch mein Regelsatz um 20% gekürzt werde.

      Hat das so seine Richtigkeit?

      Ich bin ja nicht hierher gezogen um bedürftig zu werden, sondern um mich um eine Stelle zu bemühen bzw. dass ich mich überhaupt in den Arbeitsmarkt integrieren kann (§ 22 Abs. 5 Nr. 2 SGB II).
      Normalerweise, das ist mir schon klar, bedarf es der vorherigen Zusicherung durch den kommunalen Träger, dass der Umzug in Ordnung geht.
      Nur, wie sollte ich diese Zusicherung von Brailien aus einholen? Kommt hier vielleicht nicht folgende Vorschrift im gleichen Absatz zur Anwendung: "Unter den Voraussetzungen des Satzes 2 kann vom Erfordernis der Zusicherung abgesehen werden, wenn es der oder dem Betroffenen aus wichtigem Grund nicht zumutbar war, die Zusicherung einzuholen"?

      Hat jemand Erfahrungen mit dieser Vorschrift und kann mir weiterhelfen?

      Vielen Dank schon mal für die Antworten!
    • Bachelor.

      Aber nicht in der Lage, von Brasilien aus das Internet zu nutzen, um sich auf adäquate Stellen in Deutschland zu bewerben, bzw. erst mal auszuloten, ob man überhaupt gesucht ist?
      Viele Menschen sind zu gut erzogen, um nicht mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun.(Orson Welles)

      Es ist nicht nötig, mir eine PN zu schreiben, weil eine Verwarnung erfolgte, ein Beitrag oder Thread gelöscht oder ein Thread geschlossen wurde. Wenn dies geschah, hatte es einen entsprechenden Grund. Ich verweise insoweit auf die Regeln des Forums: sozialhilfe24.de/forum/thread/…zung-des-forums-hinweise/
    • Die Fachrichtung ist Physik und Mathematik. Aber darum geht es doch hier nicht. Eine Anerkennung würde ja nur dann eine Rolle spielen, wenn ich mein Studium zum Masterabschluss fortsetzen wollte. Für die Anerkennung wäre dann die entsprechende Uni zuständig.

      >Aber nicht in der Lage, von Brasilien aus das Internet zu nutzen<

      Bisher spreche ich leider nur sehr wenig Deutsch, daher ist der Erwerb der Sprache zunächst einmal 1. Priorität. Diese Zeilen hier schreibt ein Bekannter in meinem Namen.
      Meine Recherchen von Brasilien aus, kamen zu einem anderen Ergebnis, als das, was der Mitarbeiter des Jobcenters mir mitteilte.
      Meine Recherchen ergaben, dass es bei der U25-Regelung darum geht, dass junge Leute nicht einfach so aus der Wohnung der Eltern ausziehen können um damit einen Anspruch auf Sozialleistungen zu begründen.
      Das war bei mir ja auch nicht der Fall, ich habe ja schon in Brasilien nicht bei meinen Eltern gewohnt, sondern in einer Wohnung meines Großvaters. Mein Vater in Deutschland hat nur ein kleines Haus, in dem kein Zimmer mehr für mich frei ist. Dort kann ich also nicht wohnen.

      Ich bin momentan auch durchaus bereit jede Tätigkeit anzunehmen mit der ich meinen Lebensunterhalt selbst bestreiten könnte. Leider ist das für mich im Moment, wegen der noch fehlenden Deutschkenntnisse, sehr schwierig bis unmöglich.

      Die Frage, um die es eigentlich geht, habe ich oben bereits gestellt.
      Der § 22 Abs. 5 Nr. 2 SGB II beschreibt Ausnahmen.
      Die Frage ist also: Trifft eine Ausnahme auf mich zu, gibt es Gerichtsurteile darüber oder kann mir jemand mit seinen Erfahrungen weiterhelfen?

      Anmerken möchte ich noch: Falls ich bis zum Sommer keine Arbeit gefunden habe, hat sich dieses Problem erledigt, denn dann vollende ich das 25. Lebensjahr und die Einschränkungen fallen dann sowieso weg.
    • Alftaler schrieb:

      Ich bin momentan auch durchaus bereit jede Tätigkeit anzunehmen mit der ich meinen Lebensunterhalt selbst bestreiten könnte. Leider ist das für mich im Moment, wegen der noch fehlenden Deutschkenntnisse, sehr schwierig bis unmöglich.

      Die Frage, um die es eigentlich geht, habe ich oben bereits gestellt.
      Der § 22 Abs. 5 Nr. 2 SGB II beschreibt Ausnahmen.

      Die von dir genannte Vorschrift bezieht sich auf die Notwendigkeit einer eigenen Wohnung für die Eingliederung in Arbeit.
      Das ist zum Beispiel der Fall bei deutlich verkürzten Pendelzeiten zu einer Arbeitsstelle (so beispielsweise das LSG Sachsen-Anhalt in seiner Entscheidung vom 11.09.2013, Az. L 5 AS 461/11 B).
      Wie du jedoch selbst mitteilst, sind mangelnde Deutschkenntnisse ursächlich für die Schwierigkeit, eine Arbeit zu finden - nicht jedoch das Fehlen einer eigenen Wohnung.

      Mit Blick auf § 22 Abs. 5 Nr. 2 sehe ich also keine Möglichkeit.

      Über den "sonstigen, ähnlich schwerwiegenden Grund" nach Nr. 3 könnte hingegen ein Weg eröffnet sein.
      Das SG Berlin hat in einer Entscheidung vom 24.10.2006 (Az. S 37 AS 8402/06 ER) eine prekäre Wohnsituation als einen solchen Grund anerkannt.
      Das LSG Sachsen-Anhalt hat am 19.10.2014 in seiner Entscheidung (Az. L 4 AS 169/14 B ER) für den Fall einer 28-jährigen Antragsstellerin erkannt, dass beengte und dem Alter nicht entsprechende Raumverhältnisse einen Umzug erforderlich machen.

      Gerichtsurteile, die ausdrücklich auf deine Situation anwendbar wären, sind mir nicht bekannt.
    • Idiotenwiese schrieb:


      Wie du jedoch selbst mitteilst, sind mangelnde Deutschkenntnisse
      ursächlich für die Schwierigkeit, eine Arbeit zu finden - nicht jedoch
      das Fehlen einer eigenen Wohnung.
      Naja, sowohl das Eine als auch das Andere.
      Ohne Wohnung hier wäre es mir ja unmöglich überhaupt eine Tätigkeit auf dem Arbeitsmarkt wahrzunehmen zu können.
      Die mangelnden Deutschkenntnisse erschweren nur zusätzlich die augenblickliche Situation.
      Trotzdem vielen Dank für die Urteile!


      Birgit63 schrieb:

      Wenn dein Vater hier in Deutschland lebt und über ein eigenes Haus verfügt, kann er dir nicht vorübergehend unter die Arme greifen?
      Das macht er doch schon seit fast 25 Jahren.
      Momentan freiwillig, da ich keinen rechtlichen Anspruch mehr auf Unterstützung habe. Außerdem muss er ja auch noch meine 3 minderjährigen Halbbrüder versorgen, die noch zur Schule gehen.

      Wie geschrieben, ich hoffe möglichst schnell etwas zu finden, damit ich mich selbst versorgen kann.
      Nur momentan ist die Situation sehr schwierig. Mit nur 80 % des Regelsatzes und ohne Unterstützung bei den Wohnungskosten zu erhalten, werde ich nicht über die Runden kommen.

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