Schwierigkeiten bei der Jobsuche

  • Hallo,


    aus gegebenen Anlass, würden mich die Meinungen bzw. Einschätzung anderer Menschen interssieren.


    Wenn man weiblich ist, Mitte 30, kaum Berufserfahrung vorweisen kann und die Ausbildung schon 15 Jahre her ist, wie hoch sind die Chancen einen Job zu finden?


    Ich weiß nicht, aber mir kommt es so vor, als ob unter diesen Vorrausetzungen für die meisten Arbeitgeber ganz einfach nur noch Ausschuss bin. Ich kann fleissig Bewerbungen noch und nöcher schreiben, ich werde nicht mal zum Gespräch eingeladen. Und ich bewerbe schon auf Stellen weit unter meiner Qualifikation und die Arbeitsbedingungen sind auch egal. Zuletzt habe ich als Putzkraft gearbeitet und in einem öffentlichen Gebäude die Toiletten geputzt. Erzähle ich nur, damit es nicht heißt ich wäre zu wählerisch.
    Ich kann meine Probleme nur mit meinem Alter und meinem Mangel an Berufserfahrung in Verbindung bringen. Oder mache ich irgendwas falsch?


    Also die Erfahrung, die andere da gemacht haben, würde mich schon interessieren. Vielleicht kommt mir ja eine Idee, wie ich meine Chancen verbessern kann.

  • Hi,
    du bist motiviert und in der Lage, einen geraden Satz hervorzubringen. Das hebt dich schon mal von vielen anderen Bewerbungen ab. Da sollte eigentlich was gehen!
    In vielen Regionen werden Jobs für Ungelernte zum großen Teil über das Amt vermittelt. Du solltest dich also arbeitssuchend melden. Das geht auch ohne Leistungsanspruch.

  • Sicherlich bin ich motiviert, aber ich glaube ein Problem ist, dass mein Lebenslauf das nicht widerspiegelt. Ich denke, viele Arbeitgeber tun sich schwer meine Motivation zu erkennen, wenn mein Lebenslaufs wenig Berufserfahrung und mehrere Arbeitsstellen ausweist. Das kann man auch als Demotivation und Unfähigkeit auslegen und ich fürchte fast, dass wird in den meisten Fällen so ausgelegt, sonst würde ich öfters zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. Zu mindestens scheine ich mich nicht weit genug von anderen Bewerbern abzuheben, um eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch interessant erscheinen zu lassen.
    Und wenn meine Bewerbung schon an dieser Hürde scheitern, dann sehe ich keine guten Chancen für mich.
    Also muss man die Ursachen suchen, weil es mein Ziel ist Arbeit zu finden und nicht jeden Monat Bewerbungen zu schreiben und nur Absagen zu bekommen. Denn das ist einfach nur frustierend, ganz besonders dann, wenn man noch nicht einmal ein persönliches Gespräch geführt hat.


    Ich war arbeitssuchend gemeldet, bis ich aus der Statistik entfernt wurde. Nachdem klar war, dass ich keinen Leistungsanspruch habe, habe ich darum gebeten, dass ich trotzdem als arbeitssuchend geführt werde. Soweit war ja auch alles gut, bis ich nach ein paar Monaten einen Anruf gekriegt habe. Eine offensichtlich genervte und unfreundliche Mitarbeiterin der Arbeitsagentur erzählte mir, dass man mich nicht ewig als Karteileiche führen könnte, ohne das sich was bewegt. Erst zeigte ich mich kooperationsbereit, aber als ich merke, das die Frau nur daran interessiert war, wie sie mich dazu bringt mich aus der Arbeitssuche abzumelden, habe ich ihren Wunsch erfüllt.
    Tut mir leid das so zu formulieren, aber wenn dort Menschen arbeiten, für die Zahlen wichtiger sind als Ergebnisse, dann bringt mich das auch nicht weiter.
    Vielleicht war das ein Einzelfall, aber es war zweifellos eine negative Erfahrung.

  • Sicherlich bin ich motiviert, aber ich glaube ein Problem ist, dass mein Lebenslauf das nicht widerspiegelt.

    Das könnte eines der Probleme sein. Aus Deiner schriftlichen Bewerbung geht nichts hervor, was Dich als geeignet erscheinen lässt.
    Versuch mal, anders dranzugehen:
    Du bist gebildet und motiviert, Du hast Berufserfahrung, Du willst den Job und Du kannst den Job. Das musst Du zeigen, nicht schreiben.
    Mach also Firmenbesuche, stell Dich persönlich vor, biete Praktikum/Probearbeit an. Lass Dich für den Anfang auf eine Vergütung im unteren tariflich zulässigen Bereich ein. Damit bekommst Du möglicherweise eher den Fuß in die Tür als mit einem Anschreiben und Lebenslauf.

  • Schon mal bei Zeitarbeitsfirmen versucht, die sind meistens nicht so wählerisch (was jetzt nicht abwertend gemeint sein soll)
    Die großen Firmen in der Branche sind da m.E. auch besser als ihr Ruf, allerdings können sie in der untersten Qualifikationsstufe noch legal unter dem Mindestlohn zahlen.


    Aber als Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt vielleicht nicht schlecht.

  • Die großen Firmen in der Branche sind da m.E. auch besser als ihr Ruf, allerdings können sie in der untersten Qualifikationsstufe noch legal unter dem Mindestlohn zahlen.

    Das dürfte in der Praxis aber nur auf die östlichen Bundesländer zutreffen, oder?
    Ansonsten sollten aktuell folgende Werte gelten:


    Ost, inkl. Berlin (bis 31.05.2016) 8,20 €, danach 8,50 €
    West (bis 31.05.2016) 8,80 €, danach 9,00 €

  • Ja, an Zeitarbeitsfirmen habe ich auch schon gedacht. Dort kann man sich wenigstens gleich persönlich vorstellen und die Bewerbung umgehen.
    Schlechter Ruf hin oder her, das Problem jeder Zeitarbeitsfirma ist, dass sie Aufträge brauchen, wo sie die Leute unterbringen können. Wenn ein Kunde einen Auftrag storniert, dann fehlen oft die Alternativen und die Zeitarbeitsfirma muss dem Arbeitnehmer kündigen.
    Das ist natürlich extrem ungünstig, wenn da neu anfängt und nach 2 Monaten wegen schlechter Auftragslage schon wieder gekündigt wird.
    Trotzdem dürfte das eine Möglichkeit sein, damit sich überhaupt mal was bewegt.


    Und der Verdienst ist erstmal egal, solange ich sozial versichert bin. Das ich gleich viel verdiene halte ich für einen überzogenen Anspruch.

  • Man kann auch bei einem Unternehmen persönlich hinkommen. Mitunter muß man ein Vorstellungstermin vereinbaren. Und es muß keine Leihfirma sein. Und das zeigt gleich, daß man Interesse hat. Vorteilhaft ist es auch, gleich mal die Bewerbungsunterlagen mitzunehmen.


    Wenn so ein Personal- bzw. Firmanchef zig Bewerbungsuntarlagen hat, kann man sich ausrechnen, wie lange er sich Zeit nimmt für eine Bearbeitung. Nicht sehr viel. Und dann hat sich das meist. Weil, die sind oft im Streß, haben viel um die Ohren und überfliegen deswegen viel.


    Wenn man neu einsteigt, ist immer erst einmal offen, wie lange man bleibt. Das kann auch bei einer Festanstellung als Stammpersonal so sein. I.d.R. wird da erst einmal eine Probezeit vereinbart. Und sicher ist nur, daß nichts sicher ist.


    Aber ich denke, so wie du rüberkommst, schaffst du das schon. Nur nicht aufgeben.

    Jeder für sich allein :P - ist nichts . Zusammen aber ^^ , sind wir ein unschlagbares Team :thumbsup:

  • Da ich nichts zu verbergen habe, verwende ich immer ein Bild von mir.
    Wie schon bemerkt, kann ich mich vernünftig ausdrücken, also wird man im Netz auch keine niveaulosen Posts oder Kommentare von mir finden.
    Außer natürlich ich werde Opfer von Identitätsdiebstahl oder Cyber-Mobbing, aber sowas kann sogar Menschen passieren, die gar nicht im Netz unterwegs sind.

  • Hallo Eva,


    Das Problem mit den Bildern ist halt, man kann sie googlen.


    Sie Link etwas weiter oben.


    Dann kann man weitere Interessen erfahren.


    Und bedenke: auch in Deutschland ist nicht jeder Personalbearbeiter "tolerant".


    lg
    edy

  • Manche aber schon. Vielleicht stehen sogar welche darauf. Was im einen Fall negative Auswirkungen haben kann, kann in einem anderen Fall positiv wirken.


    Jaja, die Tante Google. Das weiß doch jeder (sogar Hurvinek hat das längst begriffen), daß man gegoogelt wird. Deshalb ist es schon wichtig, was man im Netz macht und auch wo. Und man sollte wissen, was und warum man was im Netz macht.


    Heute ist vieles Cyber oder E-.

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  • Das ist übrigens auch nicht mein echter Vorname, aber lassen wir das.
    Und gegen die Interoleranz von anderen Menschen kann ich eh nichts ausrichten. Das ich einer Minderheit angehöre, das geht so oder so aus meiner Bewerbung hervor. Wer keine Menschen einstellen will, die anders sind, wird mich so oder so nicht einstellen.
    Aber über solche Probleme kann man ewig disskutieren.

  • Wobei ich da schon der Meinung bin, man muß sich bei einer Bewerbung nicht bei jedem in jederlei hinsicht outen. Nur, wenn eine Sache relevant für den Arbeitsplatz ist, sollte man es tun. Weil, sonst kann es im Job Probleme geben.


    Der Nachteil dessen ist aber auch gleichzeitig der Vorteil. Weil, ist eine Tatsache schon bekannt und der Gegenüber weiß bescheid, ist man an der Stelle nicht mehr angreifbar.

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  • Hallo,

    Der Nachteil dessen ist aber auch gleichzeitig der Vorteil. Weil, ist eine Tatsache schon bekannt und der Gegenüber weiß bescheid, ist man an der Stelle nicht mehr angreifbar.

    Weiterer Vorteil: man kann dadurch nicht vermittelt werden, und weiterhin ALGII beziehen?


    lg
    edy

  • Ich bin auch nicht begeistert mich in jeder Bewerbung zu outen, aber da meine Unterlagen noch nicht auf dem neusten Stand sind, ist es im Moment noch offensichtlich.
    Zum Glück gibt es für Menschen wie mich, die Möglichkeit den Personenstand zu ändern, allerdings ist dafür ein Gerichtsverfahren notwendig. Mein Verfahren läuft seit Okt. 2015 und die Mühlen der Justiz werden wohl noch ein paar Monate weiter mahlen. Aber wenn die Entscheidung rechtskräftig ist, habe ich wenigstens einen Rechtsanspruch auf eine Änderung aller meiner Arbeits- und Schulzeugnisse auf meinen neuen Namen.
    Damit solche Dinge nicht mehr in der Bewerbung auftauchen und ich es nicht zwangsläufig erwähnen muss.


    Und vor Problemen ist man nie wirklich sicher, weil man immer auf Menschen treffen kann, die Vorurteile haben. Die Lektion lernt man ganz schnell, wenn man einer Minderheit angehört.

  • Ehrlich gesagt, finde ich das unter dem Aspekt des von yde geposteten Links und der damit verbundenen neuen Informationen eine Frechheit, wenn jemand hier scheinheilig wegen fehlenden Berufserfahrungen (lt. dem Link wurde bis 2013 gearbeitet, es gibt also sehr wohl ausreichend Berufserfahrung!) im Lebenslauf als Vermittlungshemmnis nachfragt, obwohl die Person weiß, dass es offensichtlich ganz andere Gründe hat.


    Was soll das bitte?!

    Es ist nicht nötig (und noch dazu regelwidrig!), mir eine PN zu schreiben, weil eine Verwarnung erfolgte, ein Beitrag oder Thread gelöscht oder ein Thread geschlossen wurde. Wenn dies geschah, hatte es einen entsprechenden Grund. Ich verweise insoweit auf die Regeln des Forums: Forenregeln.

  • Weil es für mich ganz einfach kein Grund ist. Wenn ich letztlich nur wegen dieser Problematik nicht eingestellt werde, wäre das eine Diskriminierung.
    Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass das für jeden Arbeitgeber der ausschlaggebende Punkt ist.


    Und da diese Probleme in absehbarer Zeit sowieso aus den Bewerbungsunterlagen verschwinden, interessiert es mich mehr, wie sehr sich mein Alter und meine geringe Berufserfahrung auswirkt.
    Wir können gerne darüber disskutieren, was geringe und was ausreichende Berufserfahrung ist. Mir wurde jedenfalls immer wieder gesagt, Anstellungen auf geringfügiger Basis erkennt man nicht so wirklich als vollwertige Arbeitszeit an. Ich habe jedenfalls sehr lange in Minijobs und das schmälert dann den Gesamteindruck.


    Und nebenbei, ich gehöre nicht zu der Sorte Mensch, die nach Gründen suchen, warum sie nicht arbeiten können. Trotz aller Schwierigkeiten und Nachteile versuche ich einen Job zu finden. Ich habe jedenfalls andere Ziele im Leben als ALG-II zu beziehen.