Leistungen als Darlehen trotz Vermögen und Einkommen?

  • Hallo,


    der Titel ist etwas irreführend, aber meine Lage ist so kompliziert, dass man es nicht in kurzen Worten ausdrücken kann.


    Zur Sache: Vor zwei Jahren habe ich zwei Häuser und ein größeres Barvermögen von meinem Vater geerbt. Die Häuser sind mit insgesamt 3 Darlehen belastet und beide vermietet. Die Mieteinnahmen belaufen sich auf rund 1500 Euro. Davon fließen rund die Hälfte in die Tilgung und Zinsen der Darlehen, dazu kommen dann noch Grundsteuer, Abwassergebühren, etc. und Gebäudeversicherungen. Genaue Zahlen habe ich gerade nicht zur Hand, aber letztlich bleibt von dieser Einkommensquelle nicht viel übrig.
    Da meine Frau und ich in den letzten 2 Jahren ohne Arbeit waren und die Jobsuche leider mehr oder weniger erfolglos verlieh, haben wir unseren Lebensunterhalt aus dem was bei der Vermietung übrig blieb und dem geerbten Barvermögen bestritten.
    Nur unsere Geldmittel sind so ziemlich erschöpft, der nächste unvermeindliche Schritt wäre wohl der Verkauf der Häuser. Aber ich glaube es liegt auf der Hand, dass man Immobilien nicht von heute auf morgen verkaufen kann. Es kann Monate dauern einen Käufer zu finden. Von den ganzen Problemen mit den Banken, den Darlehen und der Vorfälligkeitsentschädigung ganz zu schweigen, auch das wird Zeit brauchen eine Einigung zu finden.
    Wo von wir aber in der Zwischenzeit unseren Lebensunterhalt bestreiten sollen, weiß ich nicht.
    Gibt es die Möglichkeit irgendwelche Leistungen als Darlehen zu beziehen?


    Ich möchte eigentlich nichts vom Staat, viel lieber würde ich mir meinen Lebensunterhalt selbst erarbeiten, so dass ich die Häuser behalten kann. Aber wenn ich (oder meine Frau oder am Besten wir beide) nicht innerhalb der nächsten 2 Monate Arbeit finde, ist kein Geld mehr zum Leben da.
    Aber über (meine) Arbeitslosigkeit und Schwiergkeiten bei der Jobsuche können wir in einen anderen Thema disskutieren. Der Sachverhalt ist auch ohne Nebendisskusionen schwer genug.


    Ich meine, wie viele Fälle gibt es in denen Menschen theoretisch 300.000 Euro Vermögen besitzen, praktisch damit aber nichts anfangen können, weil es nicht liquide ist und dazu dann noch 1500 Euro Brutto-Einkommen haben, aber davon bleibt unterm Strich auch nichts übrig. Ich fühle mich echt bescheuert, weil ich nicht mal weiß, ob andere meine Probleme überhaupt verstehen, oder ob sowas überhaupt von den Sozialgesetzen erfasst wird.


    Ich bedanke mich jedenfalls schonmal bei allen, die mir Informationen geben können, was ich tun kann, um meinen Lebensunterhalt zu sichern.

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  • Hallo M.B,


    Es dürfte doch kein Problem sein, von der Bank einen Kredit zu bekommen?


    Wenn du doch ein Vermögen hast?


    Fällt dir alles in letzter Minute ein?


    lg
    edy


  • Ich meine, wie viele Fälle gibt es in denen Menschen theoretisch 300.000 Euro Vermögen besitzen, praktisch damit aber nichts anfangen können, weil es nicht liquide ist und dazu dann noch 1500 Euro Brutto-Einkommen haben, aber davon bleibt unterm Strich auch nichts übrig.n Lebensunterhalt zu sichern.

    Und das ist der Punkt. Es muß verwertbares Vermögen sein.



    https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__12.html


    Gleich in Abs.1 heißt es ja:


    Zitat:
    " (1) Als Vermögen sind alle verwertbaren Vermögensgegenstände zu berücksichtigen."


    So ein Haus oder Häuser sind ja nun nicht von Heute auf Morgen zu liquiden Mitteln zu machen. Aber, daß ihr euch darum zu bemühen habt, sofern ihr ALG II begehrt, sollte klar sein. Gut, über die andere Sache (Thema Jobsuche) macht einen separaten Thread auf.


    Es sollte also möglich sein, zumindest darlehensweise die Leistungen des SGB II zu beziehen.


    Wie hoch sind die Darlehen, wie hoch der Wert der Immobilien? Das muß doch erst einmal Alles taxiert werden.


    Welche Anteuile nutzt ihr selbst? Beispielsw. Aufschlüsselung nach Wohnfläche.


    Bei Mieteinnahmen von 1.500 sind natürlich noch die Kosten der Vermietung abzuziehen. Das Einkommen aus Vermietung ist mitnichten 1.500 EUR. Vielleicht knapp über Null.

    Jeder für sich allein :P - ist nichts . Zusammen aber ^^ , sind wir ein unschlagbares Team :thumbsup:

  • Kommt darauf an, was die Jobsuche (muß in einem Extra-Thread behandelt werden) betrifft. Ich lese hier aber nicht heraus, daß die Option ALG II erste Priorität gehabt hat. Richtig ist allerdings, und das hätte schon längst passieren können, daß schon gehandelt werden könnte.


    PS. Bankdarlehen? Umschuldung - wozu das denn? Wenn man 2 Jahre vom Barvermögen lebt, ist der Rest sicher nicht mehr in der Höhe, wie es ursprünglich mal war. 2 Monate reicht das Vermögen lt. Post noch. Kann man sich überschlagen, wie hoch es noch ist.


    Und das Darlehen beim JC wird aus dem Erlös des Verkaufes (eine Vermögensumwandlung) getätigt.

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  • Ich muß natürlich noch nachtragen, weil sonst Mißverständnisse auftreten können:


    Die Immobilie ist grundsätzlich verwertbares Vermögen nch §12 Abs.1 SGB II.


    Dazu gibt es Rechtsprechung.
    Bundessozialgericht - B 14 AS 158/11 R - Urteil vom12.07.2012


    http://www.anhaltspunkte.de/rs…eile/B_14_AS_158.11_R.htm


    Zitat:


    "2. Das Hausgrundstück ist verwertbares Vermögen i.S. des § 12 Abs. 1 SGBII.


    Vermögen ist verwertbar, wenn es verbraucht, übertragen oder belastetwerden kann. Der Begriff der Verwertbarkeit ist ein rein wirtschaftlicher undbeurteilt sich sowohl nach den tatsächlichen als auch nach den rechtlichen Verhältnissen(stRspr: BSG vom 16.5.2007 - B 11b AS 37/06 R - BSGE 98, 243 = SozR 4-4200 § 12Nr. 4 RdNr. 26 bis 28; BSG vom 27.1.2009 - B 14 AS 42/07 R - SozR 4-4200 § 12Nr. 12 RdNr. 20: "Versilbern"; BSG vom 22.3.2012 - B 4 AS 99/11 R -SozR 4-4200 § 12 Nr. 18 RdNr. 21). "

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  • Kredit von der Bank gibt es nicht, die Häuser sind die Sicherheit für die Darlehen und ohne Erwerbseinkommen ist man nicht kreditwürdig.
    Die Option habe ich schon geprüft.
    Die Frage, ob man 2 Monate Zeit als letzte Minute bezeichnen möchte, lasse ich mal offen.
    Außerdem habe ich mir natürlich schon früher Gedanken gemacht, aber da sich der Verkauf belasteter Häuser oft als Minusgeschäft entpuppt, zieht man diese Möglichkeit eigentlich nur als letzten Ausweg in Betracht.
    Wie gesagt mein Plan war und ist selbst Einkommen zu erwirtschaften, um die Häuser zu halten. Wäre ich an einem Verkauf der Häuser interessiert gewesen, hätte ich das schon nach der Testamentsvollstreckung in die Wege geleitet. Zwischendurch trug der Plan ja auch Früchte, da hatten wir ja auch Arbeit, nur war das nicht von Dauer.
    Aber ob es was bringt, jetzt darüber zu disskutieren, ob meine Entscheidungen vernüftig waren oder nicht, bezweifel ich.


    Zu den Häusern: Der Verkehswert wurde mit 180.000 Euro und 200.000 Euro angegeben, die Darlehen belaufen sich zusammen auf 120.000 Euro.
    Wir nutzen gar nichts von den Häusern, sondern wohnen selbst zur Miete. Klingt für einige vielleicht auch unsinnig, aber wenn man belastete Häuser erbt und weiß man braucht die Mieteinkünfte für die Darlehen und den Unterhalt, sieht man erstmal von einer Eigennutzung ab.
    Ein paar hundert Euro bleiben aus der Vermietung schon übrig, aber nichts was für den Lebensunterhalt einer oder gar zwei Personen reichen würde.


    Natürlich ist klar, dass die Häuser verkauft werden müssen. Egal, ob wir nun Leistungen als Darlehen kriegen oder nicht. Um es mal auf ganz lange Sicht zu sehen bleiben nur zwei Geldquellen übrig entweder der Verkauf der Häuser oder wieder Arbeit finden. Egal, ob man mit ALG-II nun irgendwas überbrücken muss oder nicht.


    Aber gut zu wissen, dass es theoretisch möglich ist ein Leistungsdarlehen zu kriegen bis die Häuser zu Geld geworden sind. Ich hoffe, dass ich das nicht brauche, aber man weiß nie, was noch alles schief geht.

  • Es ist auch praktisch möglich, die Leistungen vom JC darlehensweise zu bekommen.
    Aber ein Antrag ist dazu schon erforderlich.
    Das wäre der Antrag auf Leistungen nach SGB 2. Hier wären es ergänzende Leistungen.
    Da ihr keine bereiten/verfügbaren Mittel habt, solange kein Verkauf oder keine andere Verwertung Geld bringt, ist eben ein Darlehen das Mittel der Wahl.

  • Wir nutzen gar nichts von den Häusern, sondern wohnen selbst zur Miete. Klingt für einige vielleicht auch unsinnig, aber wenn man belastete Häuser erbt und weiß man braucht die Mieteinkünfte für die Darlehen und den Unterhalt, sieht man erstmal von einer Eigennutzung ab.

    So etwas macht aber nur Sinn, wenn die Mieteinnahme der in Frage kommenden Wohnung deutlich höher ist, als die Miete, die Ihr selbst aufbringen müsst.

    Viele Menschen sind zu gut erzogen, um nicht mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun.(Orson Welles)


    Es ist nicht nötig, mir eine PN zu schreiben, weil eine Verwarnung erfolgte, ein Beitrag oder Thread gelöscht oder ein Thread geschlossen wurde. Wenn dies geschah, hatte es einen entsprechenden Grund. Ich verweise insoweit auf die Regeln des Forums: [URL=http://www.sozialhilfe24.de/forum/thread/231-nutzung-des-forums-hinweise/]

  • Da die Häuser wesentlich mehr Wohnfläche haben und auch wesentlich höhre Nebenkosten als unsere Wohnung, ergibt sich die Antwort von selbst.
    Ich glaube, es liegt auf der Hand, dass die Miete für ein Einfamilienhaus die Miete für eine 2-Zimmerwohnung um das zwei- bis dreifache übersteigt (je nach Region).