Hartz IV: Das Ende der Familienversicherung ab 1. Januar 2016

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    • Hartz IV: Das Ende der Familienversicherung ab 1. Januar 2016

      Hartz IV: Mit dem Ziel bürokratischer Entlastung der Jobcenter und Krankenkassen und damit letztlich auch zum Vorteile für die Bezieher von ALG II endet die Versicherung von Leistungsbeziehern über die Familienversicherung zum Endes des Jahres. Es wird erwartet, dass die Verfahren auf diese Weise beschleunigt und vereinfacht abgearbeitet werden können. Konkret bedeutet das, dass zum Ende des aktuellen Jahres die Familienversicherung für ALG II Empfaenger ausläuft, zugleich endet damit die bisherige Vorrangstellung dieser Familienversicherung. Es wird nun notwendig, sich als eigenständiges Mitglied einer Krankenkasse anzumelden.

      versicherungsbote.de/id/482751…der-Familienversicherung/
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    • Nachteil bei Zuzahlungsgrenze

      Die sogenannte bürokratische Entlastung bringt in Einzelfällen eine zusätzliche finanzielle Belastung - zumindest bei Familien mit Kindern über 18 Jahre.
      Es betrifft die Belastungsgrenze bei Zuzahlungen.

      Durch die neue Gesetzeslage ab 1.1.16 ist es bei uns jetzt so:
      Dadurch, dass meine jüngere Tochter (18) nicht mehr bei mir familienversichert ist, zählt sie bei der Berechnung der Familien-Belastungsgrenze für Zuzahlungen nicht mehr mit. Sie muss jetzt die Belastungsgrenze allein erreichen (glücklicherweise nur 1%).

      Macht unter dem Strich 48,48 EUR Mehrausgaben für unseren Haushalt.

      Da hat "der Gesetzgeber" wohl einige Folgeerscheinungen bei der "Entlastung" nicht bedacht. Gesetzeslücke?
      (Ich gehe mal davon aus, dass es keine gesetzgeberische Absicht war, Familien mit wenig Einkommen zusätzlich zu belasten.)

      Trotzdem: Ich bin richtig sauer. Knappe 50,- EUR sind für uns kein Pappenstiel. X( :thumbdown:
    • Natürlich wirkt sich das in eurer Situation so aus, dass eure höchstmögliche zusätzliche Belastung jetzt 48,48 Euro im Jahr beträgt.

      Von daher verstehe ich das, wenn du dich darüber aufregst, dass etwas, was eigentlich nur zur Bürokratie-Vermeidung beitragen sollte, sich finanziell nachteilig für euch auswirkt.

      Aber nichtsdestotrotz hat deine Tochter einen vollumfassenden Krankenversicherungsschutz in einem der besten Gesundheitssysteme der Welt und muss maximal 48,48 Euro ihrer Transferleistungen im JAHR dafür aufwenden.

      M.E. ist das kein Grund "richtig sauer" zu sein, sondern viel mehr heilfroh!
    • Na ja. Wenn's nur die knapp 50,- EUR wären.

      Die eigentliche Ungerechtigkeit sehe ich darin, dass hier eine Schülerin nur deshalb benachteiligt ist, weil sie im ALG II-Bezug ist.
      Schüler ohne ALG II-Bezug sind selbstverständlich familienversichert und profitieren davon.
      Wäre sie Azubi oder Studentin, wäre sie ebenfalls weiter familienversichert.

      Ein Gesundheitssystem mag so gut sein wie es will - über vermeidbare Ungleichbehandlungen wie in diesem Fall muss man nicht zwingend heilfroh sein.
    • pAp schrieb:

      maria1956 schrieb:

      Die eigentliche Ungerechtigkeit sehe ich darin, dass hier eine Schülerin nur deshalb benachteiligt ist, weil sie im ALG II-Bezug ist.
      Magst Du das erläutern?Welche Befreiung hätte sie, wenn sie nicht im ALG II-Bezug wäre?
      Wenn sie nicht im ALG II-Bezug wäre, wäre sie weiter bei mir familienversichert und ihre Zuzahlungen (für Medikamente u.a.) würden zusammen mit meinen abgerechnet. Bedeutet: Ihre und meine Zuzahlungen würden zusammengerechnet und wenn wir zusammen die Belastungsgrenze (in unserem Fall 48,48 EUR in 2016) erreichen, werden wir beide von weiteren Zuzahlungen befreit.

      Dadurch, dass sie im ALG II-Bezug ist, ist sie seit 1.1.16 nicht mehr bei mir familienversichert, sondern sie hat jetzt eine eigene KV mit der Folge, dass ihre Zuzahlungen nicht mehr bei mir berücksichtigt werden.

      Ergebnis:
      1. Ich erreiche meine Zuzahlungsgrenze 48,48 EUR später (muss also entsprechend mehr zuzahlen als früher).
      2. Sie erreicht ihre eigene Zuzahlungsgrenze ebenfalls später und muss die vollen 48,48 EUR zuzahlen.

      Unser Haushalt muss also gesamt gerechnet in diesem Jahr 96,96 EUR statt 48,48 EUR zuzahlen - im Grunde sogar mehr, da ich selbst ja auch mehr zuzahle, da ich die Belastungsgrenze später erreiche (da ihre Zuzahlungen bei mir nicht berücksichtigt werden).

      Diese finanzielle Mehrbelastung entsteht einzig und allein dadurch, dass meine Tochter jetzt bei sich selbst zwangsversichert (durch ALGII-Bezug) und nicht mehr bei mir in der Familienversicherung versichert ist.
    • Du stellst hier nur die Zuzahlung gegenüber und beschwerst dich über die unfaire Ungleichbehandlung. Hast du mal darüber nachgedacht, dass die Familien, die nicht im Leistungsbezug stehen, zusätzlich zur Zuzahlung je nach Einkommensverhältnissen vierstellige Krankenkassenbeiträge im Jahr zahlen? (und darüber hinaus noch über die Steuern die Krankenversicherungspauschalen derjenigen, die sich dann darüber aufregen, dass sie -in Einzelfällen- 50 Euro mehr an Zuzahlung leisten müssen).

      Da fällt einem nichts mehr zu ein...
    • JonSnow schrieb:

      Da fällt einem nichts mehr zu ein...
      Doooch.

      Ist zwar schon ein paar Tage her, ich erinnere mal an die gestzliche Berufsunfähigkeitsrente, die Versicherung dazu und deren Leistungen. Da war im Jahr 2000 doch was beschlossen worden und diese Regelung griff ab 2001.

      Die Arschkarte hat nämlich (und das ist heute noch so), wer das Jahr 1960 verpasst hat. Jubelklänge und Lobgesänge erschallten bei All denen, die nach dem 31.12.1960 geboren wurden (Gefreut hat sich da insbesondere der Jahrgang 1961).
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    • JonSnow schrieb:

      Du stellst hier nur die Zuzahlung gegenüber und beschwerst dich über die unfaire Ungleichbehandlung. Hast du mal darüber nachgedacht, dass die Familien, die nicht im Leistungsbezug stehen, zusätzlich zur Zuzahlung je nach Einkommensverhältnissen vierstellige Krankenkassenbeiträge im Jahr zahlen? (und darüber hinaus noch über die Steuern die Krankenversicherungspauschalen derjenigen, die sich dann darüber aufregen, dass sie -in Einzelfällen- 50 Euro mehr an Zuzahlung leisten müssen).

      Da fällt einem nichts mehr zu ein...
      Lass stecken :sleeping:

      Mein sogenannter Einzelfall ist ja nur ein Klacks gegen ALGII beziehende Familien, die z.B. zwei oder mehr Ü18-Jährige Schul"kinder" haben und möglicherweise 2% Zuzahlung leisten müssen. Die haben bisher knappe 100,- EUR gezahlt und müssen jetzt knappe 300,- EUR oder mehr blechen.

      Übrigens habe ich mit meiner Familie viele Jahre meines Arbeitslebens nicht im Leistungsbezug gestanden - erzähl mir nichts darüber, was Familien zahlen müssen.
      Wahrscheinlich habe ich deine Ausbildung finanziert :D