Antrag auf Grundsicherung

  • Hallo zusammen,


    ich bin neu hier bei Sozialhilfe24.de und habe gleich ganz viele Fragen (SORRY!).
    Ich selbst habe schon sehr viele Beiträge hier im Forum die letzten Monate gelesen, aber irgendwie ist jedes Problem sehr individuell.


    Zu meinem Problem:


    Ein guter Freund von mir (ja wirklich ein Freund nicht ich persönlich) ist zur Zeit komplett überfordert. - Und schafft es momentan nicht sich um die drigend anstehenden Anträge zu kümmern.


    Der Ist-Zustand:


    - Er, 33 Jahre (in 2 Monaten 34 Jahre).
    - Bisher noch Student an einer FH (ohne Abschluss, diesen wird er auch nicht schaffen; auch keine Ausbildung oder ähnliches)
    - Privat Versichert
    - mit chronischer Krankheit
    - Mittellos (soll heißen keine Finanziellen Reservern, Kein Grundbesitz oder ähnliches)
    - wohnt bisher bei seinen Eltern in einem Zimmer, die Ihn jetzt aber zum ausziehen drängen, da sie es nicht mehr schaffen


    Er hat nun eingesehen, dass er sein Studium nicht schafft und wil jetzt einen Antrag auf Arbeitslosengeld 2 (hartz 4) bzw. Grundsicherung stellen.


    Die Frage ist jetzt wie, d.h. in welcher Reihenfolge sollte er jetzt an diese Sache rangehen.


    Folgnede konkrete Fragen habe ich dazu:


    1. Was ist wichtig bzw. wie stellt man es am besten an, von der Privaten Versicherung in die Gesetzliche zukommen?
    Ist hier eventuell die Reichenfolge der Anträge bei Krankenkasse und Sozialamt wichtig?


    2. Er ist wahrscheinilch nicht arbeitsfähig. Ist es besser zuerst einen Arbeitslostengeld 2 Antrag zu stellen und später (1. Monat oder so) die Arbeitsunfähigkeit bescheinigen zu lassen? Gerade mit Blick auf den Wechsel von PKV zu GKV?


    3. Weißt ihm das Sozialamt ihm dann eine Wohnung zu in die er ziehen kann?


    4. Habe ich irgendwas wichtiges total vergessen?


    Danke für eure Hilfe!!


    Gruß


    Hugo

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  • Zu 1.: Der Wechsel PKV zu GKV schafft er nur mit Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit. Da er bislang PKV war, würde auch mit Bewilligung von ALG II keine Versicherungspflicht in der GKV entstehen. Das ist bereits seit Jahren so. Ich glaub seit 2008. D.h. auch mit ALG II bleibt er PKV. Im Bereich der Grundsicherung ergibt sich nichts anderes. Zumal dort sowieso keine Versicherungspflicht eintritt.


    Zu 2.: Zuerst ist ALG II Antrag zu stellen. Die Arbeitsunfähigkeit verhindert zunächst nicht die Gewährung von ALG II. Beim ALG II geht es primär nicht um Arbeitsfähigkeit sondern um Erwerbsfähigkeit im Sinne des § 8 SGB II. Sollte das JC davon ausgehen, dass er nicht Erwerbsfähig ist, dann wird es eine Betriebsärztliche/Amtsärztliche Untersuchung veranlassen. Bis das Ergebnis vorliegt, kann er ALG II beziehen. Ergibt sie Untersuchung dass er Erwerbsfähig ist, dann bleibt er im ALG II, ist er dass nicht, dann wird er an die Grundsicherung verwiesen.


    Zu 3.: Nein, das Sozialamt oder das JC weist ihm keine Wohnung zu. Darum muss er sich selbst kümmern. Er kann zuvor, und dabei ist das Procedere bei beiden Gesetzen gleich, eine Umzugsgenehmigung dem Grunde nach einholen, sich die angemessenen Mietbeträge nennen lassen und dann eine Wohnung suchen. Hat er eine gefunden muss er VOR!!! Unterschrift des Mietvertrages beim SA/JC vorsprechen und die Zustimmung zu Anmietung einholen.


    Sollten ihn die Eltern rauswerfen und er auf der Straße sitzen, dann wäre der erste Gang zur Ordnungsbehörde. Obdachlosigkeit fällt in die Zuständigkeit der Ordnungsbehörden (öffentliche Sicherheit und Ordnung).


    Zu 4.: Hmmm......evtl. haben die Eltern etwas vergessen. Es könnte seitens der Eltern noch eine Unterhaltsverpflichtung gegenüber dem Sohn bestehen. Sie "schulden" ihm grundsätzlich eine erste Ausbildung. Wenn er diese jetzt noch nicht abgeschlossen hat bzw aus gesundheitlichen Gründen nicht abschließen kann und diese gesundheitlichen Gründe bereits seit Jahren, evtl. auch bei Aufnahme des Studiums bereits vorgelegen haben, dann könnte es sein, dass noch eine Unterhaltspflicht besteht.