Anspruch auf ALG I oder nur auf ALG II ??

  • Hallo, ihr Lieben!!


    Nachdem ich leider mehrere Jahre lang arbeitslos und Empfängerin von ALG II gewesen bin, habe ich Ende letzten Jahres endlich eine Vollzeitstelle annehmen können!!


    Ich bekam einen befristeten Arbeitsvertrag für die Zeit vom 03.11.2014 – 31.10.2015 mit einem Gehalt von 1700 € brutto / 160 Stunden monatlich.


    Nun sieht es aber leider ganz danach aus, als ob mein Vertrag nicht weiter verlängert werden würde (das Unternehmen will Personal einsparen) und ich ab dem nächsten Monat wieder arbeitslos bin.



    Meine Frage ist nun:


    Sollte mein Vertrag nicht verlängert werden, kann ich dann einen Antrag auf ALG I stellen??
    (Und wenn ja, wie viel Prozent meines bisherigen Gehalts würde ich dann bekommen und für wie viele Monate?)


    Oder muss ich mich wieder beim Jobcenter melden und erneut ALG II beantragen??



    Irgendwie habe ich im Hinterkopf, dass man mindestens 1 Jahr voll gearbeitet haben muss, um einen Anspruch auf ALG I zu erhalten.


    Ich frage mich jedoch, ob es ein Problem darstellt, dass ich das Kalenderjahr nicht ganz voll bekommen habe, da mein Vertrag ja erst am 3. Tag des Monats begonnen hat, oder ob es ausreicht, dass ich 12 Monatsabrechnungen vorweisen kann (wobei ich im ersten Monat 70 € weniger erhalten habe)?!



    Ich würde mich sehr freuen und wäre euch äußerst dankbar, wenn ihr mir diesbezüglich weiterhelfen und ein bisschen Licht ins Dunkel bringen könntet!!



    Vielen, vielen herzlichen Dank und liebe Grüße,


    Mahsa



    PS: Falls ich nicht immer gleich auf eure Beiträge antworten kann, so ist dies kein Zeichen von Unhöflichkeit, sondern liegt daran, dass ich momentan leider nur im Internetcafé online gehen kann...

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  • [FONT=Verdana, sans-serif]Hallo Edy!


    [FONT=Verdana, sans-serif]Vielen herzlichen Dank, dass Du den Link für mich gepostet hast!![/FONT]

    [FONT=Verdana, sans-serif]Ich habe mir nun alles in Ruhe durchgelesen, muss aber ehrlich gestehen, dass manche der amtlichen Formulierungen für mich etwas schwierig zu verstehen sind... Vielleicht liegt es daran, dass Deutsch nicht meine Muttersprache ist...[/FONT]

    [FONT=Verdana, sans-serif]Aus diesem Grund würde ich gerne noch einmal etwas genauer nachhaken und hoffe, dass Du/ dass ihr mir bei meinen Verständnisfragen geduldig weiterhelfen könnt!![/FONT]


    [FONT=Verdana, sans-serif]Verstehe ich es richtig, dass ich einen Anspruch auf ALG I habe, wenn ich innerhalb der letzten 2 Jahre für mindestens 12 Monate einen versicherungspflichtigen Job gehabt habe und mich rechtzeitig (d.h. spätestens am ersten Tag der Arbeitslosigkeit) bei der Arbeitsagentur arbeitslos melde??[/FONT]

    [FONT=Verdana, sans-serif]Bedeutet das also, es kommt nur darauf an, dass ich 12 Monatsgehälter für einen versicherungspflichtigen Job vorweisen kann?? Aber wie viele Tage (Stunden) ich gearbeitet habe und wie hoch das Gehalt letztendlich war, ist unerheblich?? (Also auch, dass mein Vertrag erst am 3. des Monats begonnen hat?)[/FONT]

    [FONT=Verdana, sans-serif]Wäre es dann theoretisch auch egal, wenn ich die 12 Monate nicht an einem Stück gearbeitet hätte oder bei verschiedenen Arbeitgebern angestellt gewesen wäre?? (Und was ist, wenn man zwischendurch ALG II bezogen hat?)[/FONT]


    [FONT=Verdana, sans-serif]Ich danke euch ganz herzlich für eure Hilfe!![/FONT]


    [FONT=Verdana, sans-serif]Viele liebe Grüße,[/FONT]

    [FONT=Verdana, sans-serif]Mahsa[/FONT]

    [/FONT]

  • Verstehe ich es richtig, dass ich einen Anspruch auf ALG I habe, wenn ich innerhalb der letzten 2 Jahre für mindestens 12 Monate einen versicherungspflichtigen Job gehabt habe


    Ja


    ABER: Eine gesetzliche Verpflichtung zur Arbeitsuchendmeldung besteht spätestens drei Monate vor Beendigung eines Arbeits- oder außerbetrieblichen Ausbildungsverhältnisses.

  • Ja, sonst gibt es gleich mal eine Sperrzeit von 1 Woche. Daß man sich erst bei Eintritt der Arbeislosigkeit melden muß, das war mal, jaaa. Ist aber laaaaange her. Ging aber auch . Also sofort zum Amt. Und die Meldung einreichen.


    Ja, wenn die Frist so knapp verfehlt wird, und keine Arbeit im Anschluß an das auslaufende Arbeitsverhältnis sich anschließt, ist das i.d.R. ärgerlich. Da machen nicht wenige das Jahr dadurch voll, daß man halt die paar Tage, die da noch fehlen, mittels Krankenschein auffüllt.


    Dazu geht man zum Arzt, natürlich noch in der Zeit, in der man in Beschäftigung ist (ganz wichtig) und läßt sich z.B. 1 Woche krank schreiben (Gelber Zettel).


    In diesem Beispiel hier sollte das also spätestens so um den 28., 29.10. erfolgen. Die Krankmeldung ist natürlich noch dem AG zu melden. Aber auch der Arbeitsagentur(!) Klar. Die Lohnfortzahlung bis zum 31. wird der AG wohl verkraften. Ab 01.11. ist Krankengeld bei der KK zu beantragen. Und auch wichtig, bei der Agentur anzeigen, daß ALG I erst nach Beendigung des Bezuges des Krankengeldes beansprucht wird.


    Wenn bis 03.11. Krankmeldung und Krankengeldbezug nachgewiesen wird, ist die reguläre Anwartschaft erfüllt. Das Jahr ist damit voll und mit Wirkung zum 04.11. beantragt man ALG I. Die Arbeitslosigkeit tritt ja erst dann ein.


    Bescheinigungen des Arbeitgebers über die 363 Tage und der Nachweis des Bezuges von Krankengeld im Anschluss daran dürften reichen. Damit ist die Zeit vom 03.11.14 bis 03.11.15 abgedeckt.

    Jeder für sich allein :P - ist nichts . Zusammen aber ^^ , sind wir ein unschlagbares Team :thumbsup:

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  • Hi,
    [h=1]Anwartschaftszeit[/h] Die Regelanwartschaftszeit haben Sie erfüllt, wenn Sie in den letzten zwei Jahren vor der Arbeitslosmeldung und dem Beginn der Arbeitslosigkeit (Rahmenfrist) mindestens zwölf Monate in einem Versicherungspflichtverhältnis (zum Beispiel Beschäftigung, Krankengeldbezug) gestanden haben.


    <u>Für die Erfüllung der Anwartschaftszeit entsprechen zwölf Monate 360 Tagen</u> bzw. sechs Monate 180 Tagen, weil der Monat zu 30 Tagen gerechnet wird.


    https://www.arbeitsagentur.de/…ntId=L6019022DSTBAI485658


    Für die Höhe des Arbeitslosengeldes ist von Bedeutung:

    • das beitragspflichtige Arbeitsentgelt, das Sie in der letzten Beschäftigung <b>vor</b> Entstehung Ihres Leistungsanspruches <b>zuletzt durchschnittlich erzielt haben;</b>
    • das Vorhandensein eines Kindes im Sinne des § 32 Absatz 1, 3 bis 5 Einkommensteuergesetz;
    • die zu berücksichtigende Lohnsteuerklasse.


    https://www.arbeitsagentur.de/…ehedesAnspruchs/index.htm

    Für die Richtigkeit und Vollständigkeit meiner Angaben kann ich keine Gewähr übernehmen.


    Nobody is perfect

  • Hallo AL1978, hallo Spejbl, hallo lopo und hallo WalterWinter!! Euch allen vielen, vielen herzlichen Dank für eure Hilfe und für eure netten Antworten!! Jetzt sehe ich endlich ein wenig klarer!! :) Hmmm, dann sieht es ja ganz danach aus, als ob ich noch einmal richtig Glück gehabt hätte!! Hätte ich die Stelle nur 3 Tage später angetreten, würde ich wieder beim Jobcenter landen!! :cool: Toll, dass es dieses Forum und so nette, hilfsbereite Menschen wie euch gibt!! Und danke Spejbl für den super Geheim-Tipp!! Allein wegen solcher Infos ist so ein Forum wirklich Gold wert!! ;) Noch einmal vielen, vielen herzlichen Dank und ganz liebe Grüße, Mahsa

  • [SIZE=12px]Hallo, nochmal!![/SIZE]

    [SIZE=12px]Ich habe gerade mit dem offiziellen ALG-Rechner der Agentur für Arbeit ausgerechnet, dass mir monatlich ca. 710 € ALG I zustehen würden (60% meines bisherigen, durchschnittlichen Gehalts)!![/SIZE]

    [SIZE=12px]Darüber hinaus hat meine weitere Recherche ergeben, dass ich wohl zusätzlich einen Antrag auf Wohngeld stellen kann – laut Wohngeldrechner hätte ich einen Anspruch auf etwa 110 € pro Monat![/SIZE]

    [SIZE=12px]Macht in der Summe also eine monatliche Unterstützung von 820 €!! So weit, so gut!![/SIZE]

    [SIZE=12px]Was mich nur stutzig macht: Vom Jobcenter hatte ich zuletzt 860 € ALG II erhalten!! [/SIZE]

    [SIZE=12px](Wie) Kann das sein??[/SIZE]


    [SIZE=12px]Noch einmal vielen herzlichen Dank und ganz liebe Grüße,[/SIZE]

    [SIZE=12px]Mahsa[/SIZE]

  • Naja, das liegt daran, daß bei ALG II der Bedarf einer BG zählt. Dein Bedarf ist noch bei 860 EUR?


    Wenn das so ist, wie du es jetzt schilderst, würden ALG I die besagten 710 EUR zzgl. ergänzend ALG II Anspruch besser sein. Abzüglich der 30 EUR Versicherungspauschale wird das ALG I ja voll angerechnet werden (da Lohnersatzleistung und somit kein Freibetrag auf Arbeitseinkommen).


    Damit hättest du unter aber unter dem Strich Summa Sumarum 890 EUR. Also 180 EUR Aufstockung durch das JC.


    Das könntest du sogar machen, denn Wohngeld als Vorrangige Leistung ist nur zu beantragen, wenn dadurch die Bedürftigkeit entfällt. Das sehe ich aber in deinem Fall (so der Bedarf nach wie vor 860 EUR beträgt) nicht. Da wären noch 40 EUR Differenz, die nicht abgedeckt wären. Also wäre einem Antrag auf ALG II stattzugeben.


    Die Frage aber ist, ob du das willst. Natürlich kannst du auf ALG II verzichten und Wohngeld beantragen. Das geht. Und es hat zumindest den Effekt, daß die Zuständigkeit für dich nicht beim JC, sondern bei der BA für Arbeit liegt. Damit hättest du lediglich die Pflichten nach dem SGB II zu erfüllen.


    Da es vom 3.11.14 bis 31.10.15 genau 363 Tage sind, kommt Mahsa also nochmal mit einem blauen Auge davon.


    Da bin ich mir, mal vorsichtig gesagt, eben nicht sicher, da der erste Monat nicht voll ist. Die 30 Tage gelten, wenn der Monat voll abgedeckt ist. Ironischerweise auch für den Februar, obwohl der ja i.d.R. 28, max. 29 Tage aufweist. Also, wenn du das so siehst, komme ich auf 358 Tage. (Nov. 2014 28 Tage, + 11 x 30 Tage (Dez. 14 - Okt.15). M.E. ist das Jahr alleine durch die "Fast 12 Monate" Beschäftigung eben nicht voll abgedeckt. Deshalb der Tipp, sich irgendwie noch die 3 Tage holen.


    Mal ganz unauffällig §142 SGB III lesen. Da ist explizit von 12 Monaten und nicht 360 Tagen die Rede.


    Quote

    (1) Die Anwartschaftszeit hat erfüllt, wer in der Rahmenfrist (§ 143) mindestens zwölf Monate in einem Versicherungspflichtverhältnis gestanden hat. Zeiten, die vor dem Tag liegen, an dem der Anspruch auf Arbeitslosengeld wegen des Eintritts einer Sperrzeit erloschen ist, dienen nicht zur Erfüllung der Anwartschaftszeit.


    Wenn das nämlich so knapp liegt, muß man sich penibel und revisionssicher orientieren. Teshalb die Pfennigfuchserei. Aber heir kommt es auf jeden Tag an.


    http://www.alg-i.de/anwartschaftszeit.html
    http://dejure.org/gesetze/SGB_III/142.html

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  • Und es hat zumindest den Effekt, daß die Zuständigkeit für dich nicht beim JC, sondern bei der BA für Arbeit liegt. Damit hättest du lediglich die Pflichten nach dem SGB II zu erfüllen.


    Jaja, die tschechische Puppe wird alt :p;):rolleyes:. Gemeint ist hier an dieser Stelle natürlich SGB III (3) nicht II (2).

    Jeder für sich allein :P - ist nichts . Zusammen aber ^^ , sind wir ein unschlagbares Team :thumbsup: