Arbeitgeberbeurteilung mit dem direkten Vorgesetzten ausfüllen

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    • Arbeitgeberbeurteilung mit dem direkten Vorgesetzten ausfüllen

      Hallo zusammen und einen schönen Gruß aus NRW!

      Da ich leider mit der Suchfunktion nicht fündig geworden bin versuche ich es mal auf dem Weg:


      Ich habe meinen aktuellen Job (Ingenieuren in einem großen deutschen Bauunternehmen) Anfang September gekündigt. Also vor knapp 5 Wochen. Mein letzter Arbeitstag wird der 15. Oktober sein. Soweit so gut.

      Mein Arbeitszeugnis habe ich bisher nicht erhalten, und so wie ich soeben erfahren habe, wurde auch nichts in die Wege geleitet. (Zum Glück fange ich am 19. Oktober bei einer anderne Firma an und werde dort kein Zeugnis vorlegen müssen).

      Jetzt zum Problem: Ich habe soeben von meinem Gruppenleiter einen Beurteilungsbogen erhalten denn ich bis Freitag ausfüllen soll damit wir diesen dann Besprechen können. Dieser Gruppenleiter ist auch mein direkter Vorgesetzter der das Arbeitszeugniss auch erstellen bzw. in der Personalabteilung anfordern und absegnen wird.

      Mein Kündigungsgründe sind unter anderem folgende Punkte:

      - Derzeigtige Aufgabe füllen mich aboslut nicht aus bzw unterfordern mich
      - Mein vorgesetzter beschimpft andere MA, redet jeden schlecht (auch mich) und ist absolut respektlos zu jedem.

      Diese beiden Gründe will ich unbedingt in dem Beurteilungsbogen erwähnen, einfach damit die oberen Herren mal sehen was ich der Abteilung gerade los ist.

      Wenn ich meinem Vorgesetzten diese Beurteilung gebe, wird er wissen was ich über ihn denke und 100 prozentig ein schlechteres Zeugniss ausfüllen.

      Meine Frage:

      - Bin ich als Arbeitnehmer verpflichtet diesen Bogen auszufüllen und ihn direkt an meinen Vorgesetzten zu übermitteln? Ich kenne es eigentlich nur so dass solche Beurteilung an die Personalabteilung gehen, genau um solche Probleme auszuschließen.

      Versteht micht nicht falsch. Diese Beurteilung soll keine persönliche Abrechnung mit dem Chef sein, sondern nur die jetzige Situation seinen Vorgsetzten vermitteln.

      Ich hoffe ihr habe einen Rat für mich. Ich habe mir überlegt einfach zu sagen, dass ich den Bogen nicht mit Ihm ausfüllen werde einfach weil es nicht Sinn und Zweck sein kann das er dabei ist. Es sollte schließlich vertrauchlich sein. Zudem kenne ich es so aus anderen Firmen und möchte dies auch weiterhin so machen.

      Danke vorab, Ani

    • Wenn, wie du es schreibst, mit der neuen Firma kein Problem gibt, fängst du dort am 19. Oktober an. Den Arbeitsvertrag hast du aber schon und auch unterschrieben. Davon gehe ich jetzt mal aus.

      Was die alte Firma anbelengt, wüßte ich nicht, auf welcher Grundlage du verpflichtet sein solltest, den Arbeitgeber zu beurteilen. Irgendwie riecht das. Ich würde mich da sehr bedeckt halten. Was passiert, wenn du nichts schreibst ??

      Und man muß immer bedenken: Alles, was man sagt (und vielmehr schreibt), kann gegen einen verwendet werden. Also Vorsicht. Kann dir ja auch eigentlich egal sein. Du fängst am 19. an deiner neuen Stelle an und gut ist.

    • Mal so vorab:
      Ich finde es sehr gut, wenn eine Firma so ein Führungskräftefeedback macht. Das kostet Zeit und Ressourcen, spricht deswegen dafür, dass die Firma schon so etwas wie eine gute und gesunde Führungskultur haben möchte. Von daher würde ich (auch als ausscheidender) Mitarbeiter versuchen, diesen Weg zielführend zu nutzen. Und wenn es nur dafür ist, dass es andere mal besser haben. Oder weil man sich immer zwei Mal im Leben trifft...

      Eine generelle Pflicht, sowas zu machen und auch noch nicht-anonym, ist mir nicht bekannt. Steht dazu in Deinem Arbeitsvertrag was? Gibt es dazu Betriebsvereinbarungen mit dem Betriebsrat?

      Ani84 schrieb:

      - Derzeigtige Aufgabe füllen mich aboslut nicht aus bzw unterfordern mich

      Es spricht doch gar nichts dagegen, das auch Deinem direkten Vorgesetzten zu sagen. Dass Du von Dir und Deinen Kompetenzen eine höhere Meinung hast als er oder die Firma ist weder gut noch schlecht für ihn, damit schadest Du ihm doch nicht.

      Ani84 schrieb:

      - Mein vorgesetzter beschimpft andere MA, redet jeden schlecht (auch mich) und ist absolut respektlos zu jedem.

      Solange Du das höflich und professionell ansprichst und nicht persönlich wirst und vor allem nur für Dich (und nicht für andere) sprichst, warum solltest Du das nicht kommunizieren?
      Aber auch hier: Hast Du das in der Vergangenheit schon mal thematisiert? Wenn nein, dann solltest Du das jetzt auch nicht mehr machen.

    • Was meine genauen Gründe sind, werde ich meinem Chef eh noch in einem letzten Gespräch mitteilen. Auch der fairnisshalber.

      Es geht halt einfach um die Art und Weise, das ich unter "Aufsicht" dieses Formular ausfüllen soll bzw. mich dafür rechtfertigen muss. Das passt mir nicht. Deshalb die Frage ob ich dies verweigern darf. Ich habe das Gefühl dass er seinen Hintern retten will und es nicht riskieren will dass eine schlechte Beurteilung über Ihn weitergegeben wird. Und er weiß was die Leute über ihn denken.

      Ich werde morgen mit dem Betriebsrat reden und fragen ob so ein vorgehen erlaubt und gängig ist. Ich werde Freitag dann mal berichten falls es jemanden interessiert ;)
    • Kurze Info. Also laut Betriebsrat bin ich nicht verpflichtet dieses Formular auszufüllen. In der Regel wird es auch mit jemanden aus der Personalabteilung geführt. Darüberhinaus wurde mir empfohlen auf das Arbeitszeugnis zu warten. Erst dann soll ich, sofern ich noch will, der Personalabteilung die Beurteilung zukommen lassen.

      Was mein Chef dazu sagen wird, erfahrt ihr morgen ;-)
    • Hier die Auflösung:

      Ich wurde drauf angesprochen. Habe argumentiert dass ich die Beurteilung nicht mit ihm machen werde. Einfach aus dem Grunde da mir von der Personalabteilung und Betriebsrat davon abgeraten wurde. Daraufhin kamen beleidigte Frage und Vorwürfen "dass er mein Verhalten nicht verstehen kann", ob ich "kein Vertrauen zu Ihm hätte" etc.

      Habe angeboten am Dienstag noch ein kurzer Gespräche führen zu können um ihm meine Gründe nochmal erläutern zu können. Aber ganz unformell und ohne Fragebogen, etc.

      Also, halb so wild. Trotzdem recht unprofessionelles Verhalten vom Vorgesetzten. Meiner Meinung nach..
    • Es passiert immer wieder (und es ist absolut nachvollziehbar), dass man mit der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses gerne seine Meinung kundtun möchte und seinen Frust abladen will.

      Was erreicht man, kurzfri​stig hat man eine Art Befriedigung, aber mehr wirklich nicht. Ignoriere einfach die Beurteilung, schalte bei den Sprüchen auf Durchzug und bringe die Geschichte sauber zu Ende.

      Außerdem ist es doch für dich als ausscheidenden Mitarbeiter völlig egal, was mit der Beurteilung passiert. Deine Angst wegen dem Arbeitszeugnis ist unbegründet, da man gegen negative Einschätzungen rechtlich vorgehen kann.


    • Naja, ob das mit "Angst unbegründet" so richtig ist. Das bezweifel ich. Klar kann man gegen ein negatives Zeugnis vorgehen. Aber wenn man mal ganz ehrlich ist, wird jemand, der von seinem Arbeitnehmer (auch wenn es zu recht war) schlecht beurteilt wurde, zwischen zwei Noten stehend immer die schlechtere geben. z.B. 3 statt einer verdienten 2 oder 1. Und soetwas würde ich meinem Chef auf jeden Fall zutrauen. Einfach aus dem Grunde weil er selbst die Kündigung persönlich genommen hat.
    • Hier geht es nicht um Angst und Selbstvertrauen. Sondern um das Risiko wegen dem Beurteilungsbogen vom Chef im Arbeitszeugnis schlecht bewertet zu werden. Meine Frage bezog sich darauf, ob ich so ein Gespräch mit ihm führen muss oder nicht. Nicht weil ich Angst habe, sondern weil ich will das andere Personen endlich erfahren was hier in der Abteilung abgeht. Zudem hatte ich keine Lust auf irgendwelche Diskussionen mit meinem chef (warum ich ihn so und so bewertet habe, etc).

      Was ich von ihm halte etc. werde ich ihm an meinem letzten Tag nach Erhalt des AZ, in blumigen Worten, selbstverständlich noch sagen.

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