Fahrtkosten von Steuern absetzen (Pendlerpauschale)

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    • Fahrtkosten von Steuern absetzen (Pendlerpauschale)

      Hallo!

      Ich habe vor einer Woche meine Ausbildung zum biotechnologischen Assistenten abgeschlossen und bin nun auf Arbeitssuche. Ich habe auch schon einige vielversprechende Stellen gefunden, allerdings sind diese jeweils über 80km von meinem Wohnort entfernt. In direkter Umgebung gibt es nichts, da ich wirklich sehr ländlich wohne. Nun stehe ich aber vor einem, eventuellen Problem: Auf Bahn.de habe ich eben mal die Fahrtzeit und Kosten berechnet. Wenn ich mit regionalen Monatskarten fahre, zahle ich gut 140€/Monat, kann aber keinen ICE nutzen. Die reine Fahrtzeit im Zug beträgt dann hier mindesten 2:12 Std (Dazu kommen Wohnung-Bahnhof 15 Minuten und Bahnhof-Arbeitsort 5 Minuten). Alles in allem also fast 5 Stunden fahrt pro Tag. Das ist für mich bei einer Arbeitszeit von 8 Stunden pro Tag einfach zu viel.
      Als Alternative gäbe es ein Ticket der Bahn, mit welchem ich auch den ICE nutzen kann. Die Fahrtzeit beträgt hier dann nur 1:12 aber die Kosten belaufen sich auf insgesamt 320€/Monat. Bedenke ich, dass ich in der Schweiz für ein Generalabo (Entspricht hier Bahncard 100) nur knapp 210€ gezahlt habe ganz schön happig. Nun ist ja der tägliche Arbeitsweg aber bei über 160km.

      In Deutschland gibt es ja allerdings die Pendlerpauschale. Ist die irgendwie begrenzt? Bin ich z.b. verpflichtet das günstigere Abo zu kaufen? Oder gibt es eine Höchstgrenze pro Monat die man von der Steuer absetzen kann? Und was auch sehr wichtig wäre: Kann ich die monatlich abgeführten Steuern entsprechend verringern, dass ich also jeden Monat 320€ weniger Steuern zahle anstatt am Ende des Jahres eine Mega-Rückzahlung zu erhalten? Mittelfristig will ich natürlich dann umziehen weil auch schon 3 Stunden fahrt am Tag pro Woche 15 Stunden weniger Freizeit bedeuten.

      Ich hoffe ihr könnt mir helfen.
    • Also könnte ich auch 450€/Monat absetzen auch wenn mich das Ticket nur 320€/Monat kostet? Und wie mache ich das geltend? Wenn ich jetzt also nächste Woche den Arbeitsvertrag unterschreibe und anfange zu arbeiten möchte ich natürlich dass ich möglichst schon bei der ersten Gehaltszahlung dann die Fahrtkosten "erstattet" bekommen, also 320/450€ weniger Steuern zahlen.
    • Liebe Moderatoren, verzeiht mir. Ich finde den Edit-Button nicht. Ich sehe gerade, dass die Bahncard 100 "nur" 379€/Monat kostet. Ich würde also lieber zu diesem Ticket greifen, da ich dann einfach deutschlandweit immer flexibel bin und meine Familie gut 800km entfernt wohnt (Spare mir dann die teuren Tickets bei 2-3 Besuchen pro Jahr). Es wäre also theoretisch möglich eine Bahncard 100 zu bestellen und die Kosten dafür vollständig abzusetzen?
    • Kordek schrieb:

      ... also 320/450€ weniger Steuern zahlen.

      Nein - erstens musst Du von den 450,-€ noch ca. 83,-€ abziehen, die Dir ohnehin als Werbekosten zugestanden werden.
      Und zweitens zahlst Du nicht diesen Betrag weniger an Steuern, sondern Du zahlst dann soviel Steuern, als würdest Du 367,-€ weniger verdienen.

      Bei einem Brutto (welches Du ja nicht erwähnst) von 2.000€ macht das vielleicht schlappe hundert Euro aus.

      Mit "Arbeitsrecht allgemein" hat Dein Problem aber überhaupt nichts zu tun!

    • WalterWinter schrieb:

      Egal ob mit Bus, Bahn, PKW oder Fahrrad: pro Entfernungskilomer können 30 Cent angesetzt werden (ich hoffe, der Satz stimmt noch)
      Kommst Du auf rund 450,-€ im Monat. Von diesem Betrag braucht keine Steuer gezahlt zu werden.

      Ergänzender Hinweis: Aufwendungen über 4.500 Euro im Jahr (= 375 Euro im Monat) müssen nachgewiesen werden, wenn sie mit dem ÖPNV zurückgelegt werden. Liegen die tatsächlichen Kosten über 4.500 Euro im Jahr, werden nur die tatsächlichen Kosten anerkannt; auf die Pauschale von 0,30 Euro je Kilometer kommt es dann nicht mehr an.
    • Ok, danke jetzt hab ich das verstanden. Ich bin vorher davon ausgegangen dass die Fahrtkosten einfach komplett über die Steuern abziehbar wären. Die Ersparnis wäre bei Fahrtkosten von 370€/Monat tatsächlich nur 110€. 260€ Fahrtkosten bleiben dann noch an mir hängen. Das und die verlorene Freizeit machen den Job für mich allerdings so unattraktiv, dass ich mich nach Alternativen umsehen werde.
    • gfr schrieb:



      Alternativ wäre ein Umzug zum Beschäftigungsort.



      Das stimmt prinzipiell. Allerdings möchte ich nur ein Jahr arbeiten um mich finanziell etwas zu konsolidieren und dann mit dem Studium beginnen. Die Arbeitsorte wären Konstanz und Freiburg. Beides wahnsinnig teure Städte. Unter teils 800€ warm für 2 Zimmer kommt man nicht hin. Da bin ich mit meiner jetzigen Wohnung (2 Zimmer unterm Dach) die "nur" 500€ warm kostet noch recht gut bedient. Ein Umzug würde sich daher nur lohnen, wenn ich nach Konstanz ziehen würde (möchte dort studieren).

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