Verwirrung beim BaföG und Wohngeld.

  • Hallo Liebe Community,


    ich schilder mal kurz die Situation: Ich bin aufgrund meiner Ausbildung und Streitigkeiten in meiner Familie im Oktober letzten Jahres in eine eigene Wohnung nach Berlin gezogen. Leider merke ich, wie sehr es mir an Geld fehlt und habe nun doch den Entschluss gefasst, mich um finanzielle Beihilfe zu kümmern.
    Es ist meine 1. Ausbildung (auch staatlich Anerkannt) und ich bin unter 25 Jahre alt.


    Jetzt habe ich mich schon einge Stunden mit dem Thema auseinander gesetzt. Die erste Möglichkeit wäre ja wohl BAB oder BaföG. Diese habe ich bis jetzt immer komplett ausgeschlossen, da ich letztes Jahr eine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) durchgeführt habe und mir dort bereits versichert wurde, dass ich dies nicht in Anspruch nehmen kann. Der Grund war (sofern ich mich Recht erinnere) das zu Hohe Einkommen meiner Eltern.
    Nun besteht ja noch die Möglichkeit des Wohngeldes. Was ich darüber gelesen hab hat mir erstmal gut gefallen. Als eine Vorraussetzung für die Bewilligung des Antrags auf Wohngeld habe ich jedoch gelesen, dass man beweisen soll, dass man eben kein BAB und/oder BaföG bekommt.
    Stimmt das? Und wenn Ja, wie kann ich das beweisen?
    Ich könnte natürlich einfach einen Antrag auf BaföG los schicken aber mein größtes Problem hierbei ist folgendes: Ich bräuchte dazu Informationen und Belege zum Einkommen meiner Mutter. Und da komm ich nicht ran. Wie bereits eingangs erwähnt gibt es in meinem Elternhaus Konflikte und ich hab so ziemlich den Kontakt abgebrochen (Hört sich leider schlimm an, aber Jedermann in meiner Situation würde mich verstehen).


    Also Hauptfrage ist dann erstmal: Brauche ich einen Negativbescheid zum BaföG um Anspruch auf Wohngeld zu haben?
    Und gibt es eventuell Möglichkeiten ohne Angaben zum Einkommen meiner Eltern BAB oder BaföG zu beziehen? (Habe da etwas von einem "Vorausleistungsverfahren" gelesen, aber hab gelesen das es hierbei sogar zum Prozess kommen kann. Soweit soll es nicht gehen.)


    Mit freundlichen Grüßen

  • Beim Wohngeld wird eine sogenannte Plausibilitätsprüfung gemacht. Du brauchst ein bestimmtes Mindesteinkommen, um überhaupt Wohngeld zu bekommen.


    Streitigkeiten entbinden die Eltern nicht von ihrer Unterhaltspflicht. Ohne Angaben zum Einkommen deiner Eltern wirst du kein Bafög bekommen. Wenn du diese Angaben nicht kriegst, musst du Vorausleistungen beantragen. Dann wird sich das Bafögamt direkt an deine Eltern wenden. Ob es dabei zum Prozess kommt oder nicht, liegt ja nicht in deiner Verantwortung, deshalb darfst du da keine Rücksicht nehmen. Es gehört nunmal zum Elternjob dazu, dass man den Kindern eine ordentliche Ausbildung ermöglicht.

  • Sobald ein Anspruch dem Grunde nach (förderungsfähige Ausbildung, Erstausbildung) auf Bafög/BAB besteht, gibt es kein Wohngeld.


    § 20 Wohngeldgesetz, Abs. 2 "Stehen allen Haushaltsmitgliedern Leistungen zur Förderung der Ausbildung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz oder den §§ 56, 116 Absatz 3 oder § 122 des Dritten Buches Sozialgesetzbuch dem Grunde nach zu oder stünden ihnen diese Leistungen im Fall eines Antrages dem Grunde nach zu, besteht kein Wohngeldanspruch. Satz 1 gilt nicht, wenn die Leistungen ausschließlich als Darlehen gewährt werden. Satz 1 gilt auch, wenn dem Grunde nach Förderungsberechtigte der Höhe nach keinen Anspruch auf Förderung haben..."