Verhältnis Kinderzuschlag zu Wohngeld bzw. umgekehrt

  • Hallo ihr Lieben,


    ich wende mich mit einem für mich etwas undurchschaubaren Problem an euch. Dazu eine kurze Vorgeschichte, damit ihr euch ein Bild machen könnt.


    Wir sind eine 5-köpfige Familie, mein Mann ist Allein- und leider auch Geringverdiener, die ganze Zeit schon, gewesen. Wir stockten zunächst mit Wohngeld auf und seit Oktober letzten Jahres auch mit Kinderzuschlag. Kinderzuschlag wurde uns unter dem Vorbehalt der Rückforderung (Mann hat nicht immer jeden Monat gleich verdient) gewährt. Mit dem Lohn+Kindergeld+Wohngeld+Kinderzuschlag kamen wir ganz gut über die Runden. Beim Kinderzuschlagsantrag mussten wir den Wohngeldbescheid vorlegen, das wurde mit einberechnet, klar.


    Nun zum Problem: Leider verlor mein Mann im Februar unverschuldet seinen Job und bezieht seither ALG I in Höhe von etwas über 1000 €. Natürlich stellte ich umgehend einen Aktualisierungsantrag auf Erhöhung des Wohngeldes. Bisher war ich immer in dem Glauben, dass der Kinderzuschlag NICHT beim Wohngeld angerechnet wird, wohl aber umgekehrt. In der Broschüre zum KiZu liest man leider nichts davon und im Internet bin ich immer wieder auf den Hinweis gestoßen, dass KiZu zwar beim WoGe angegeben werden muss (wie Kindergeld halt), es aber nicht abgezogen würde. Nun will die Wohngeldstelle erst mal den neuen Kinderzuschlagsbescheid, bevor das Wohngeld erhöht wird. Ist das denn so richtig? :confused:


    Natürlich muss ich das mit dem Kinderzuschlag auch zeitnah klären und neu beantragen, deswegen hätte ich gerne ERST den Wohngeld-Bescheid abgewartet, weil ich den ja zur Vorlage bei der Familienkasse brauche. War das falsch?


    Ich weiß noch gar nicht, ob ich beim KiZu was zurückzahlen muss und in welcher Höhe das dann ab April gezahlt wird. Dass das Wohngeld beim KiZu angerechnet wird, weiß ich. Aber nun will jeder zuerst den Bescheid des anderen und ich weiß nicht, wie ich das anpacken muss. Bis alles bewilligt ist, wird es ganz schön knapp...


    Weiterhin hat es mich sehr schockiert, dass im WoGe-Bescheid stand, wir sollten Ansprüche beim Job-Center prüfen lassen. Dabei ging ich davon aus, dass bei einem Einkommen von über 900 € bei Ehepaaren man über Wohngeld + Kinderzuschlag aufstocken kann und eben die Chance sein soll, ALG II zu "umschiffen". Hoffentlich trete ich niemandem zu nah wenn ich sage, dass das letzte was wir in unserer Situation gebrauchen können, die örtliche ARGE ist. :-( Zudem bewirbt sich mein Mann ganz fleißig und wir sind guter Dinge, dass er bald wieder Arbeit hat oder eine Umschulung machen kann.


    Ich danke allen, die sich Zeit fürs Lesen nehmen und die mir eine gute Antwort, vielleicht ja sogar mit einer Fundstelle im SGB, geben können. Hoffe, dass man das Geschriebene gut nachvollziehen kann. Es ist ja schon spät. Aber das alles raubt mir regelrecht den Schlaf. Bitte fragt mich einfach, wenn ihr noch Infos braucht.


    MfG,
    Cindy

  • Natürlich ist das in der heutigen Zeit ein unsicheres "Konzept", ich würde es eher Zwangslage nennen. Mir wäre es auch lieber, selbst noch einen (zumindest Mini-)Job zu haben. Ich habe mich in den letzten 3 Jahren sehr intensiv auf alle möglichen Stellen beworben. Davor hatte ich 2 kleine Stellen als Reinigungskraft, die ich super mit meiner eigenen Weiterbildung, der Kinderbetreuung und der Schichtarbeit meines Mannes vereinbaren konnte. Das konnte ich aufgrund chronischer Knieschmerzen nicht mehr ausführen.


    Dazu kommt leider erschwerend die Kinderbetreuungssituation. Obwohl wir mit unserer KiTa sonst sehr zufrieden sind, sind die Krankenstände sowohl beim Personal als auch bei den Kindern sehr hoch. Allein in diesem Jahr hatte ich mein jüngstes Kind deshalb rund 6 Wochen schon zuhause. Wenn man dann nicht auf Alternativen zurückgreifen kann, macht das kein Chef mit. Kann man ja auch nachvollziehen. Zur Zeit setze ich viel Hoffnung auf die kommende Einschulung und dass sich die beruflichen Karten für mich in absehbarer Zeit noch mal neu mischen lassen.


    Nun ist geklärt, warum mein Mann Alleinverdiener ist - wie jedoch hilft mir das bei meinem Problem weiter?


    Liebe Grüße,
    Cindy

  • Zitat von Cindy_Rella;307640


    Weiterhin hat es mich sehr schockiert, dass im WoGe-Bescheid stand, wir sollten Ansprüche beim Job-Center prüfen lassen.



    Wenn die Zahlung von Kinderzuschlag (plus möglichem Wohngeld) die Hilfebedürftigkeit nicht vermeidet, gibt es auch keinen Kinderzuschlag.


    Von daher solltet ihr den Antrag auf ALGII recht zeitnah stellen.

    Meine hier eingestellten Beiträge stellen nur meine persönliche Meinung und KEINE Rechtsberatung dar. Ich erhebe nicht den Anspruch allwissend zu sein und lasse mich gerne korrigieren. Wer mich nicht mag, darf mich gerne ignorieren, persönliche Angriffe bitte ich zu unterlassen. Vielen Dank.

  • Hallo Grubenpony,


    ich danke dir für deine Antwort.


    Also es ist so, dass man als Ehepaar zusammen mind. 900 € netto haben muss als Voraussetzung um mit Kinderzuschlag und Wohngeld (anstatt ALG II) aufzustocken. Das ist bei uns gegeben. Wir sind außerdem in der glücklichen Lage, dass die Arbeitslosigkeit bald beendet ist. Es gibt also noch Gründe, sich zu freuen. :-)


    LG,
    Cindy