Zeitarbeit

    • Guten Morgen liebes Team,
      beide Tarifverträge der Zeitarbeitsfirmen (DGB und iGZ) haben in ihren Verträgen drinstehen, dass die ersten 4 Stunden des Arbeitstages Probezeit ist in dem beiden Seiten schauen können, ob einem die Arbeit zu sagt oder nicht. Soweit ist ja auch alles gut. Mittlerweile aber ändern fast alle Zeitarbeitsfirmen in unserer Region diese Tatsache auf einen Tag ab. Also auf 8 Stunden ab. Man geht also 8 Stunden arbeiten für Nichts, wenn man Pech hat. 2 Firmen haben mir gesagt, dass man für die Zeit unfallversichert ist, die man dann bei Einstellung am Ende des Monats vom Gehalt abgezogen bekommen, weil irgendwer muss ja das bezahlen. Eine Firma war dann so kackfrech und sagte mir das sie mich überhaupt nicht versichern, ich sollte mal ein bisschen "risikofreudiger" sein, denn am Ende dieses "Probearbeitstages" könnte ja ein Arbeitsvertrag winken.
      Mein Sachbearbeiter findet das es eine schlichtweg "Sauerei" ist und ich sollte das dem Arbeitsamt in Nürnberg melden. Nur an wen wende ich mich da? Gibt es da einen speziellen Ansprechpartner dafür?

      Lieben Gruß
    • Was hat das mit dem "Arbeitsamt" zu tun? Wenn Tarifverträge verletzt werden, ist das eine Sache zwischen den Tarifvertragsparteien und wenn du für Arbeitstätigkeit nicht bezahlt wirst, dann ist das eine privatrechtliche Angelegenheit zwischen dir und dem Arbeitgeber, die du vor dem Arbeitsgericht regeln kannst. Die Bundesagentur für Arbeit ist überhaupt nicht berechtigt, da einzugreifen. Sie darf es gar nicht, sie muss Neutralität wahren.
    • Unfallversichert sind Arbeitnehmer über die entsprechende BG (Berufsgenossenschaft) der jeweiligen Branche.
      Wenn für den Probearbeitstag kein Entgelt bezahlt wird (was ja leider zu oft der Fall ist) bezahlt man der BG für die diesen Tag nix..da die Beiträge sich auf das Arbeitnehmerentgelt stützen und prozentual davon berechnet werden.
      Ist also totaler Bullshit was die labern von wegen irgendwer muß das ja bezahlen!

      Denn wenn sie doch dem potenziellem Arbeitgeber ein Entgelt bezahlen, dann gehören die BG Kosten zu den normalen Lohnnebenkosten die ein Arbeitgeber zu tragen hat...
    • Die Erlaubnisse für Zeitarbeitsfirmen erfolgen -sofern mein Wissensstand noch aktuell ist- über die jeweils zuständigen Agenturen für Arbeit in Kiel, Düsseldorf und Nürnberg. Weiterhin gibt es Prüfteams sowie verschiedene Prüfstandorte.

      Ob ein Verstoß gegen die entsprechenden arbeitgeberseitigen Verpflichtungen vorliegt, kann die Fachabteilung der Agentur für Arbeit für den Bereich AÜG prüfen.

      Allgemein zum Thema Probearbeit bzw. "Einfühlungsverhältnis": haufe.de/sozialwesen/versicher…pflichtig_240_258622.html
    • Julche;306270 schrieb:

      Nachtrag: Und jeder Arbeitgeber ist übrigens zur Meldung der Mitarbeiter (auch der helfer für nur einen Tag etc) verpflichtet. Auch bei der BG...

      Ja das ist wohl richtig was du schreibst, aber gerade die Arbeitgeber versuchen gerade (wohl im Hinblick auf den Mindestlohn) die Leute zu überreden ohne Meldung an das Jobcenter oder anderen Stellen, die Arbeitssuchende auf einen Tag schwarz zu beschäftigen, mit dem Hinweis das das Probearbeiten ist und sie vielleicht einen Arbeitsvertrag bekämen.
      Ich komme gerade von meinem Sachbearbeiter, weil solche Angebote habe ich im Moment laufend egal ob von Direktfirmen oder unter dem Deckmantel der Zeitarbeit, die ich dann, wegen der Schwarzarbeitgefahr, ablehnen muss. Die Arbeitgeber aber auch nicht dumm, sich dann beim Jobcenter beschweren das der Arbeitssuchende den angebotenen Arbeitsplatz von sich aus ablehnt. Über das "Warum" geben sie allerdings keinen Kommentar ab. Mein Glück war es das wir zu 5. da gestanden haben als wir das Angebot, der Schwarzarbeit bekamen und ablehnten und somit ist mir gerade eine Sanktion abgewendet worden. Die o.g. Zeitarbeitsfirma gab meinem Sachbearbeiter zu verstehen, das ihnen auch die Hände gebunden sind und sie mit "spielen" müssten, weil sie ihre Kunden, von den sie ja auch leben, nicht verlieren wollen.
    • Wenn es mal das wäre. Aber hier bekommst du für Arbeitsleistung - nix.

      Ja, die Kunden werden wohl nicht drum herum kommen: Durch den Mindestlohn sind höhere Preise in Kauf zu nehmen. Ob der Kunde allerdings abspringt, wage ich nun aber auch wiederum zu bezweifeln. Denn:

      Alle werden teurer. Dumpinglöhne sind passee, offiziell natürlich ;), und ob sich der Kunde sich dann auf die Suche macht, naja...

      Allerdings glaube ich, daß durch den Mindestlohn der Sektor Schwarzarbeit stärker frequentiert wird. Und das hier stimmt schon. Die Praxis belegt es. Täglich.

      Mammut68;297640 schrieb:

      Aus dem Hause Nahles erwarte ich eigentlich nur Todgeburten, die praxisfern, überbürokratisiert und nicht durchführbar sind.