ALG 1 Restanspruch nach Elternzeit

  • Hallo,


    als erstes ein Paar Daten zu mir:


    01.09.2012 - 31.10.2014: Teilzeitangestellte mit Nettoeinkommen von ca. 1400€ monatlich (bei 24 Stunden pro Woche)


    seit 07.2014: Schwanger


    01.11.2014 - 06.02.2015: Arbeitssuchend mit ALG 1 Leistungen (befristeter Vetrag wurde nicht verlängert)


    07.02.2015 - 16.05.2015: Mutterschutz mit Mutterschaftsgeld


    21.03.2015: Entbindungstermin


    Anschließend Elternzeit


    So nun habe ich ja insgesamt einen Anspruch auf ALG 1 von 12 Monaten. Ich habe vor der Elternzeit 4 Monate bereits geltend gemacht und hätte nach der Elternzeit theoretisch noch einen Restanspruch von 8 Monaten.


    Ich habe im Internet gelesen, dass nach der Elternzeit das Arbeitslosengeld fiktiv berechnet werden kann (falls man länger als 1 Jahr Elternzeit nimmt). Genau diesen Fall möchte ich bei mir verhindern. Nur ist das bei mir etwas komplizierter, da ich ja bereits 4 Monate vor Entbindung Arbeitssuchend war.
    Nun meine Frage bis wann müsste ich meinen Restanspruch beim Arbeitsamt beantragen, damit mein Gehalt vor der Arbeitslosigkeit berücksichtigt wird und keine fiktive Berechnung erfolgt.


    Oder ist es bei mir so, dass die fiktive Berechnung gar nicht in Frage kommt, da mein Restanspruch auf ALG 1 während der Elternzeit ruht und danach in vollen Umfang wieder beantragt werden kann. Hierbei ist es egal ob ich 1 Jahr Elternzeit oder 3 Jahre beantrage (so hat es mir zumindest eine Dame von Arbeitsamt telefonisch erklärt).


    Über eine Antwort würde ich mich freuen. Vielen Dank!


    ps. Für Kindsbetreueung nach der Elternzeit ist gesorgt. Mir ist schon bewusst, dass wenn ich mich wieder arbeitssuchend melde, eine gesicherte Kinderbetreuung haben muss.

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  • Ene Neuberechnung erfolgt, wenn ein neuer Alg I-Anspruch erworben wurde. Die Anwartschaftszeit beginnt bei dir ab dem 07.02.2015. Somit hättest du nach 360 Tagen ab dem 07.02.2015 einen Neuanspruch. Da in der Rahmenfrist keine 150 Tage Arbeitsentgelt vorliegen, würde die berchnung nach § 152 SGB IIIfiktiv erfolgen. Es gibt aber noch eine Bestandschutzregelung: § 151 (4) SGB III: "Haben Arbeitslose innerhalb der letzten zwei Jahre vor der Entstehung des Anspruchs Arbeitslosengeld bezogen, ist Bemessungsentgelt mindestens das Entgelt, nach dem das Arbeitslosengeld zuletzt bemessen worden ist."

    "Nehmt die Menschen wie sie sind. Andere gibt es nicht." (K. Adenauer)

  • Quote from Musiker;303903

    Ene Neuberechnung erfolgt, wenn ein neuer Alg I-Anspruch erworben wurde. Die Anwartschaftszeit beginnt bei dir ab dem 07.02.2015. Somit hättest du nach 360 Tagen ab dem 07.02.2015 einen Neuanspruch. Da in der Rahmenfrist keine 150 Tage Arbeitsentgelt vorliegen, würde die berchnung nach § 152 SGB IIIfiktiv erfolgen. Es gibt aber noch eine Bestandschutzregelung: § 151 (4) SGB III: "Haben Arbeitslose innerhalb der letzten zwei Jahre vor der Entstehung des Anspruchs Arbeitslosengeld bezogen, ist Bemessungsentgelt mindestens das Entgelt, nach dem das Arbeitslosengeld zuletzt bemessen worden ist."


    Wieso hätte ich denn einen Neuanspruch? Ich bin doch in der Zeit in Elternzeit.


    Zu der zweiten Regeleung mit den 2 Jahren: Also sagen wir mal ich melde mich Anfang April 2016 wieder beim Arbeitsamt um meinen Restanspruch geltend zu machen. Dann würden Sie 2 Jahre zurückschauen (also bis April 2014) und falls ich in den Zeitraum von April 2014 bis April 2016 auch nur einen Tag Arbeitslosengeld bezogen habe (was bei mir der Fall ist: Oktober 2014 bis Februar 2015), würden Sie mein Entgelt als Bemessungsgrundlage nehmen?


    Ich hoffe ich habe das richtig verstanden?! Sorry das ist alles ein bisschen kompliziert für mich.


    Danke!

  • Da du unmittelbar vor dem Mutterschutz/Erziehungszeit Alg I bezogen hast, zählt diese Zeit als Versicherungszeit (§ 26 Abs. 2 u. 2a SGB III). Somit hast du nach 360 Tagen nach dem Beginn Mutterschutz/Erziehungszeit einen neuen Anspruch erworben. In meinem Beitrag ist ein Schreibfehler. Der Neuanspruch entsteht am 02.02.2016.


    Ja richtig. Wenn in den vorherigen 2 Jahren bereits Alg I-Bezug vorlag, wird als alte Bemessungsentgelt genommen, sofern es höher als das neue ist.

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  • Hallo,


    wieso möchtest du nicht fiktiv bemessen werden?


    Hast du eine abgeschlossene Ausbildung? Die fiktive Einstufung bei Personen mit abgeschlossener Ausbildung entspricht etwa eine Bruttoeinkommen von 1920 € pro Monat.

  • Ich habe ein abgeschlossenes Studium und habe in teilzeit (24h/Woche) schon viel mehr verdient als 1.920€ Brutto/Monat. Ich denke mit der fiktiven Berechnung werde ich einfach viel schlechter eingestuft?!

  • Wenn du ein abgeschlossenes Studium hast und dich auch in diesem Beruf zur Verfügung stellst beträgt die fiktive Berechnungsgrundlage für das Jahr 2015 etwa einem Monatsgehalt von Ost: 2900 € und West: 3400 € bei einer Verfügbarkeit von 39 Stunden pro Woche.


    Da bei dir frühstens 2016 ein neuer Anspruch entsteht wird es ein wenig höher sein.


    Hier noch die gesetzliche Grundlage dafür.
    Fiktive Berechnung §152 Abs. 2 Nr. 1
    http://dejure.org/gesetze/SGB_III/152.html
    Und hier die Bezugsgröße:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Bezugsgr%C3%B6%C3%9Fe


    Auch den §151 Abs 4. solltest du dir mal anschauen. Er beinhaltet die Regelung zum Bestandsschutz.
    http://dejure.org/gesetze/SGB_III/151.html


    Solltest du bis spätestens 06.02.2017 erneut arbeitslos sein, erfolgt ein Vergleich das neu berechnete Bemessungsentgelt mit dem jetzigen und es wird das Höhere Entgelt der Zahlung zu Grunde gelegt.

  • Vielen Dank erst mal für die Antworten. Echt hilfreich.


    Wenn ich dann in 2016 einen neuen Anspruch habe, würde sich denn auch die Dauer des Arbeitslosengeldes ändern? Das heißt, würden sie mir nur noch die restlichen 8 Monate auszahlen oder wird das auch irgendwie verkürzt (6 Monate)?

  • Quote from Baby2015;306052

    Vielen Dank erst mal für die Antworten. Echt hilfreich.


    Wenn ich dann in 2016 einen neuen Anspruch habe, würde sich denn auch die Dauer des Arbeitslosengeldes ändern? Das heißt, würden sie mir nur noch die restlichen 8 Monate auszahlen oder wird das auch irgendwie verkürzt (6 Monate)?


    Der neue Gesamtanspruch setzt sich zusammen aus dem neu erworbenen Anspruch plus dem Restanspruch, allerdings max. 12 Monate

    "Nehmt die Menschen wie sie sind. Andere gibt es nicht." (K. Adenauer)

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  • Danke für die Antwort. Eine letzt Frage noch:


    Ich kann meinen Restanspruch (8 Monate) ja noch 4 Jahre nach Entstehung des Andpruchs (01.10.2014) geltend machen?! Das wäre bei mir bis 01.10.2018. Müsste ich bis Oktober 2018 die 8 Monate ausgezahlt bekommen oder nur quasi beantragen? Das heißt wenn ich mich z.B. in August 2018 wieder beim Arbeitsamt melde, würde ich dann nur noch die 2 Monate (bis Okt) Alg erhalten oder trotzdem noch die kompletten 8 Monate, da ich mich ja vor Verjährung/Erlöschung des Anspruchs arbeitslos gemeldet habe? Grob gesagt, müsste ich alle 8 Monate Restanspruch vor Oktober 2018 ausgezahlt bekommen oder nur beantragen um keine Nachteile zu haben?

  • Quote from Baby2015;306070

    Danke für die Antwort. Eine letzt Frage noch:


    Ich kann meinen Restanspruch (8 Monate) ja noch 4 Jahre nach Entstehung des Andpruchs (01.10.2014) geltend machen?! Das wäre bei mir bis 01.10.2018. Müsste ich bis Oktober 2018 die 8 Monate ausgezahlt bekommen oder nur quasi beantragen? Das heißt wenn ich mich z.B. in August 2018 wieder beim Arbeitsamt melde, würde ich dann nur noch die 2 Monate (bis Okt) Alg erhalten oder trotzdem noch die kompletten 8 Monate, da ich mich ja vor Verjährung/Erlöschung des Anspruchs arbeitslos gemeldet habe? Grob gesagt, müsste ich alle 8 Monate Restanspruch vor Oktober 2018 ausgezahlt bekommen oder nur beantragen um keine Nachteile zu haben?


    Es bleibt bis zum Verjährungsstichtag (= 5 Jahre nach Entstehung des Anspruches) immer der ganze Restanspruch erhalten.

    "Nehmt die Menschen wie sie sind. Andere gibt es nicht." (K. Adenauer)

  • Spätestens am letzten Tag der Frist müsste das Arbeitslosengeld beantrag werden, damit du den restanspruch erhälst.


    Aber wie bereits erläutert, würde bei dir ein neuer Anspruch entstehen, wenn du min. 1 Jahr in Mutterschutz/Elternzeit bist. Als versicherungspflichtig, gleichgestellte Zeit kann die Elternzeit bis zur Vollendung des 3. Labenjahres deines Kindes anerkannt werden.