18-jährige Tochter ohne Ausbildung und schwanger

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    • 18-jährige Tochter ohne Ausbildung und schwanger

      Guten Morgen und allen ein frohes und gesundes Neues Jahr,


      wir erhielten gestern eine freudige Nachricht :p ...nee Spaß beiseite.


      Meine Tochter ist 18 Jahre alt und lebt bei meiner Exfrau.
      Sie hat einen Hauptschulabschluss und da sie vor 2 Jahren keine Ausbildungsstelle bekommen hat (nun ja, sie hat sich auch nicht wirklich bemüht) ging sie zur Handelsschule.

      Dort hat sie nach einem Jahr das Handtuch geschmissen und wollte erstmal "chillen" :mad:

      Wir haben sie alle immer angetrieben endlich Bewerbungen zu schreiben...widerwillig hat sie das auch getan.
      Allerdings erfolglos.

      Im vergangenen Jahr ist sie 18 Jahre alt geworden. Seit dem überweise ich den Unterhalt auf ihr Konto, habe ihr aber auch klar gemacht, dass ich nur zum Unterhalt verpflichtet bin, wenn sie eine Ausbildung macht bzw. sich ernsthaft darum bemüht.

      Vor ein paar Wochen hat sie begonnen auf 400 € Basis in einem Supermarkt zu jobben mit der Option im kommenden Jahr dort eine Ausbildung beginnen zu können.

      Ich war wirklich froh und dachte, dass sie nun doch noch die Kurve kriegt.

      Gestern teilte sie mir mit, dass sie in der 14. Woche schwanger sei...ich bin aus allen Wolken gefallen.

      Sie und ihre Mutter haben mich gebeten vorbeizukommen um zu besprechen wie es nun weitergehen soll.
      Aber ehrlich gesagt bin ich auch ziemlich ratlos.

      Ihr Freund (22) und Vater des Kindes ist auch nicht wirklich erwerbstätig, sondern jobbt mal hier und da ein wenig. Also kurz und knapp: Er hat kein geregeltes Einkommen.

      Seit ein paar Wochen wohnt er auch in der Wohnung meiner Ex. Ist zwar nicht offiziell dort gemeldet, aber hält sich ständig dort auf.
      Am liebsten würden die beiden in eine eigene Wohnung ziehen....das Leben ist kein Wunschkonzert...hätten sie sich mal vorher überlegen sollen.

      Meine konkreten Fragen sind nun folgende:
      Welche Unterhaltsverpflichtungen habe ich gegenüber meiner schwangeren volljährigen Tochter ?
      Als unter 25-jährige hat sie ja eigentlich keinen SGB II-Anspruch, wenn ich das richtig verstanden habe...als Schwangere nun doch ?

      Habe mich schon ein wenig durch die Gesetze gelesen, aber bin immer noch ziemlich unsicher und ratlos.


      Für jeden Hinweis und Ratschlag bin ich dankbar.
    • qualle;302455 schrieb:


      Meine konkreten Fragen sind nun folgende:
      Welche Unterhaltsverpflichtungen habe ich gegenüber meiner schwangeren volljährigen Tochter ?
      Als unter 25-jährige hat sie ja eigentlich keinen SGB II-Anspruch, wenn ich das richtig verstanden habe...als Schwangere nun doch ?

      Eltern sind ihren Kindern gegenüber grundsätzlich unterhaltspflichtig bis zum Ende der ersten angemessenen Berufsausbildung.
      Inwieweit sich diese Pflicht bei "unwilligen Kindern" erledigt, wird nur ein Gericht entscheiden.
      Ob schwanger oder nicht, ist nicht das Kriterium.

      Doch, auch U25 haben u.U. den Anspruch auf SGB-II-Leistungen.
      Viele schon von Geburt an.
      Als Schwangere dann auch, wenn sie ihren Bedarf nicht anders (durch Einkommen und/oder Vermögen) decken können.
      Der vermeintliche Kindsvater ist natürlich auch verpflichtet. Dann, wenn feststeht, daß er der Kindsvater ist.
      Du bist also nicht raus, deine Exfrau auch nicht.

      Wenn deine Tochter jetzt in der 14.SSW ist, und als Minijobberin jobbt, hat sie Einkommen. Das kann sie noch ziemlich lange haben, denn Mutterschutz fängt noch lange nicht an.
    • Hallo,

      norstone89;302476 schrieb:

      Eltern sind ihren Kindern gegenüber grundsätzlich unterhaltspflichtig bis zum Ende der ersten angemessenen Berufsausbildung.


      da bin ich anderer Meinung ,

      denn Unterhaltspflicht besteht nur, wenn der/die Volljährige in Schule/Ausbildung ist.

      lg
      edy
    • norstone89;302476 schrieb:

      Eltern sind ihren Kindern gegenüber grundsätzlich unterhaltspflichtig bis zum Ende der ersten angemessenen Berufsausbildung.
      Inwieweit sich diese Pflicht bei "unwilligen Kindern" erledigt, wird nur ein Gericht entscheiden.



      Grundsätzlich besteht keine Unterhaltspflicht bei einem volljährigen Abkömmling, wenn er sich nicht mehr in Ausbildung befindet. Er unterliegt dann der Erwerbsobliegenheit, das heißt er muss sich selbst ernähren.

      Ist der Kindersvater nicht leistungsfähig, sind weiterhin die Eltern der jungen Mutter weiter zum Unterhalt verpflichtet, solange sie sich weiter in Ausbildung befindet.

      Da die Kindesmutter die Ausbildung abgebrochen hat, hat sie mit ihrem Kinde Anspruch auf ALG2.
    • Erstmal der zivilrechtliche Teil.
      Ist die Tochter durch Schwangerschaft oder Kindesbetreuung nicht in der Lage zu arbeiten sind die Eltern weiter unterhaltspflichtig, grundsätzlich ist der Kindesvater zwar vorrangig aber hiewr ja nicht leistungsfähig.

      Beantragt die Tochter nun AlG2 Leistungen, müsste normalerweise das Jobcenter die Unterhaltsansprüche durchsetzen. Der Unterhaltsanspruch gegen die eigenen Eltern (bezogen auf das Klienkind auch gegen die Großeltern) geht aber nicht auf das Jobcenter über (§33 Abs. 2 Nr. 3 SGB II). Das Jobcenter darf die junge Mutter auch nicht verpflichtend auffordern die Eltern selbst zu verklagen, weil es die o.g. Schutzfunktion aushebeln könnte.
      Sofern man sich mit der Tochter also einig ist, sollte sie SGB II Leistungen beantragen, vermutlich hätte sie sogar Anspruch auf eine eigene Wohnung auch zusammen mit dem jungen Kindesvater.
    • yamato;302537 schrieb:

      Erstmal der zivilrechtliche Teil.
      Ist die Tochter durch Schwangerschaft oder Kindesbetreuung nicht in der Lage zu arbeiten sind die Eltern weiter unterhaltspflichtig, grundsätzlich ist der Kindesvater zwar vorrangig aber hiewr ja nicht leistungsfähig.



      In nachstehender Entscheidung

      sozialhilfe24.de/forum/threads…anger?p=302537#post302537

      hat der BGH die weiter bestehende Unterhaltspflicht der schwangeren Tochter damit begründet, dass die Tochter

      "ihre aus dem Prinzip der Gegenseitigkeit herrührende Obliegenheit, sich nach Abgang von der Schule binnen einer angemessenen Orientierungsphase um die Aufnahme einer ihren Fähigkeiten und Neigungen entsprechenden Berufsausbildung zu bemühen, nicht verletzt" habe.

      So wird man im vorliegenden Fall nicht argumentieren können.
    • mpumpe;302526 schrieb:

      Grundsätzlich besteht keine Unterhaltspflicht bei einem volljährigen Abkömmling, wenn er sich nicht mehr in Ausbildung befindet. Er unterliegt dann der Erwerbsobliegenheit, das heißt er muss sich selbst ernähren.
      Ist der Kindersvater nicht leistungsfähig, sind weiterhin die Eltern der jungen Mutter weiter zum Unterhalt verpflichtet, solange sie sich weiter in Ausbildung befindet.
      Da die Kindesmutter die Ausbildung abgebrochen hat, hat sie mit ihrem Kinde Anspruch auf ALG2.


      Oben schrieb ich:
      Inwieweit sich diese Pflicht(UH) bei "unwilligen Kindern" erledigt, wird nur ein Gericht entscheiden.
      Die Pflicht ist die grds. Unterhaltspflicht des TE und seiner Exfrau.
      Die Exfrau gewährt derzeit Unterhalt in Form von Wohnungsmitnutzung, sicher auch sonstigen Lebensunterhalt. Der TE gewährte bisher Barunterhalt durch Geldüberweisung.
      Nun platzt ihm (zu Recht) der Kragen. Ob seine Tochter schwanger ist oder nur chillt, ist egal.
      Zunächst besteht noch die grundsätzliche UH-Pflicht für beide Elternteile.
      Ob der Freund auch der Kindesvater ist? Ob der sich aus dem Staub macht, wenns brenzlig wird?
      Ob ein angefragtes Jugendamt genauere Angaben machen kann? Auch junge Erwachsene Ü18 können durchaus Auskunft und u.U. Hilfe vom Jugendamt bekommen.

      Du schreibst:
      Da die Kindesmutter die Ausbildung abgebrochen hat,...
      Dazu die Frage: Ist der 1jährige Besuch der HöHA (welche und mit welchem Ziel) ein Abbruch der Ausbildung? Was verstehst du unter "bis zum Ende der ersten angemessenen Berufsausbildung"?
      Welche Berufsausbildung hätte hier der Tochter der Abschluß dieser HöHa gebracht?

      Daß zunächst das JC auf Antrag der Tochter prüfen wird, steht außer Frage.
      Geprüft werden muß auch, ob die Eltern weiterhin unterhaltspflichtig sind.

      Der TE kann sich wehren mit den Rechtsmitteln, die er hat. Seine Exfrau kann das auch tun.
      Meine persönliche Meinung: Beide hätten gute Chancen, von der UHPflicht befreit zu werden.
      DAS entscheidet aber nur ein Fam-Gericht nach entspr. Klage.

      Das Einkommen der Tochter durch Minijob würde auf Alg2 angerechnet. Mehrbedarf wegen Schwangerschaft könnte auch gleich beantragt werden.
      Welche Unterkunftskosten anfallen, würde sich erst ergeben, wenn feststeht, wer wo mit wem wohnt.

      Was der F-A-E-Link hier soll, verstehe ich nicht. Dort lag eine gänzlich andere Situation vor. Es ist die Rechtsauffassung eines RA.


    • Ich traue mich jetzt mal zu fragen, ob Du überhaupt irgendwas von dem, was hier geschrieben wird, aufnimmst und im Kontext zu bewerten weißt. Deine Texte zwingen einem den Eindruck jedenfalls nicht auf. Das ist jetzt nicht böse gemeint, vielleicht dient es aber als Anregung, nicht so viel zu schreiben, sondern zunächst gründlicher zu lesen.

      norstone89;302594 schrieb:

      Du schreibst: Da die Kindesmutter die Ausbildung abgebrochen hat,...
      Dazu die Frage: Ist der 1jährige Besuch der HöHA (welche und mit welchem Ziel) ein Abbruch der Ausbildung?

      Was hast Du an: "
      Dort hat sie nach einem Jahr das Handtuch geschmissen und ..." nicht verstanden?

      norstone89;302594 schrieb:

      Geprüft werden muß auch, ob die Eltern weiterhin unterhaltspflichtig sind.

      Den Hinweis von mpumpe auf § 33 Abs. 2 Nr. 3 SGB II hast Du gelesen?


      norstone89;302594 schrieb:

      Was der F-A-E-Link hier soll, verstehe ich nicht. Dort lag eine gänzlich andere Situation vor.

      Nämlich?
      Die Grundsätze sind jedenfalls auch für Laien verständlich dargestellt.
    • Dein Eindruck sei dir gegönnt.
      1. Weißt du, ob der Besuch und Abschluß an dieser HöHa (in welchem BL und mit welchem Ziel) einer Berufsausbildung gleichzusetzen ist? Was wäre die Tochter, wenn sie den Abschluß dort gemacht hätte?
      2. Der Hinweis kam nicht von @mumpe. Er kam von @yamato und jetzt habe ich ihn gelesen. Danke.
      3. erledigt.

      Allg. Der TE hat sicher inzwischen herausgefunden, was zu tun ist, sonst hätte er nachgefragt.
    • Habe gerade alle eure Beiträge ausführlich gelesen. Vielen Dank dafür.
      Nein norstone89, ich hatte bislang noch nicht konkret herausgefunden, was zu tun.

      Ich gehe nämlich einer geregelten Arbeit nach und gerade vom Dienst nach Hause gekommen.
      Habe meiner Tochter eigentlich keine Hartz IV Karriere vorgelebt.

      Ich habe heute Nachmittag ein Gespräch mit meiner Tochter, ihrem Freund und meiner Ex.
      Erst einmal hören, was sie zu sagen haben und wie ihre Pläne sind....aber wie ich in Telefongesprächen feststellen musste, ist sie wohl ziemlich planlos :(
      Wie sie mir gestern berichtete war sie bereits vor ein paar Wochen bei pro familia zur Beratung.

      Ich werde ihr auf jeden Fall raten schnellstmöglich einen Termin beim Jobcenter zu machen.

      Turtle, ich will hoffen, dass sie noch die Kurve kriegt und sich der Verantwortung für sich und das ungeborene Kind bewusst wird.
      Sie wäre schließlich nicht die Erste, die auch mit Kind eine Ausbildung macht.

      Aber in der Tat sehe ich das im Moment leider auch nicht.
    • Turtle, ich will hoffen, dass sie noch die Kurve kriegt und sich der Verantwortung für sich und das ungeborene Kind bewusst wird.
      Sie wäre schließlich nicht die Erste, die auch mit Kind eine Ausbildung macht.


      Das mag korrekt sein. Würde sie derzeit eine Schule besuchen und hätte nicht die von dir genannten Leerlauf- und Abbruchszeiten, würde ich dir da auch zustimmen. Allerdings: wenn sie jetzt schon rumgammelt, dann wird das mit Kind nicht besser. Sorry, aber ich habe jahrelang U25jährige als Vermittlerin betreut, ich habe da so meine Erfahrungen.
    • Hätte man mir vor 10 Jahren gesagt, dass es mal so weit kommt....ich hätte es nicht geglaubt.
      Mein großer Sohn hat auch so die ein oder anderen Schwierigkeiten gemacht...bei ihm hat es Gottlob noch "Klick" gemacht.

      Er ist verheiratet, hat einen 1-jährigen Sohn und einen guten Job. Seine Frau ist auch nach 1-jähriger Babypause in den Job zurückgekehrt.

      Mein jüngster Sohn (mit meiner jetzigen Ehefrau) ist 13 Jahre alt und macht uns keine Sorgen.

      Geht gerne zur Schule, hat seine Ziele, ist engagiert im Sport und im Musikverein, bessert sich sein Taschengeld mit Feldarbeit auf....keine Spur von chillen und gammeln.

      Nun ja....jedenfalls allen ein schönes Wochenende.
    • edy;302600 schrieb:

      Hallo norstone,
      Zunächst habe ich nur von einer Handelsschule und nicht von einer HöHa gelesen?
      Diese Schule hat sie abgebrochen.
      Z.Zt. (wenn ich richtig las, ist sie volljährig und weder in Ausbildung noch in Schule.
      lg
      edy

      Ja, das stimmt. Da habe ich mich an der HöHa falschlicherweise festgehalten.

      Bei Besuch einer Handelsschule frage ich mich dann immer noch: WÄRE der Abschluß dort eine erste angemessene Berufsausbildung gewesen?
      Sorry, wenns nervt und nicht mehr relevant ist.

      Ja, ich habe verstanden, daß sie zur Zeit weder in Ausbildung noch in Schule ist, sondern minijobbt.
    • Guten Tag zusammen.

      Aktueller Stand der Dinge ist, dass der Sachbearbeiter des JC meiner Tochter nun empfohlen hat, sich einen Rechtsanwalt zu nehmen und den Unterhalt einzuklagen.


      Nach Rücksprache mit meiner Tochter hat sie das aber nicht vor.

      Vom Jobcenter sind meine Tochter und ihr Freund auf die Angemessenheitsgrenzen hingewiesen worden und sind derzeit auf der Suche nach einer Wohnung. Derzeit wohnt der Freund meiner Tochter nun auch im Haushalt meiner Ex-Frau und ist auch dort gemeldet. Nach Aussage meiner Ex ebenfalls eine Empfehlung des JC-Sachbearbeiters.

      Meinte Tochter hat mir außerdem mitgeteilt, dass das JC sich in Kürze schriftlich an mich wenden wird - wegen meiner angeblichen Unterhaltsverpflichtung - zwar sei sowohl sie als auch der Freund nicht erwerbstätig, aber schließlich seien sie ja "arbeitssuchend".

      Bereitet mir ja schon wieder schlaflose Nächte....bin ja der Letzte, der nicht zahlen will, wenn der Gesetzgeber es vorsieht...
    • Naja auf den § 33 Abs. 2 Nr. 3 a) SGB II hatte ich ja bereits verwiesen. Der Unterhaltsanspruch der Tochter geht nicht auf das Jobcenter über, d.h. Du musst dem JC keine Auskunft geben und an das JC auch keinen Unterhalt zahlen. Sollte tatsächlich eine Rechtswahrungsanzeige des JC bei Dir landen würde ich schriftlich auf den genannten § verweisen.
      gesetze-im-internet.de/sgb_2/__33.html

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